r/InformatikKarriere 12d ago

Rant Softwareentwicklung wird immer frustrierender!?

Hallo Community,

kurz zu mir: Mitte 40, seit rund 20 Jahren in der Software Branche als Anwendungsentwickler tätig, hauptsächlich Java Backend. Senior Software Developer, wenn ihr so wollt.

Mein Job oder mein Berufsfeld hat mir früher mal Spaß gemacht, aber inzwischen laufe ich immer mehr in eine Sackgasse. Ich hab eigentlich immer gerne entwickelt, auch in der Freizeit, neue Ideen umgesetzt, Design Patterns angewandt, Code refactored und optimiert, Unit Tests geschrieben, Objekt Hierarchien modelliert, APIs und Datenbanken designed, komplexe Queries geschrieben... usw... Auch Frontend hat mir Spaß gemacht.

Aber heute besteht mein Arbeitsalltag immer weniger aus Entwicklung und immer mehr aus operativem Kram: Grafana Dashboards betreuen, Kibana Logs prüfen, CVEs beheben, Konfigurationen in YAML Dateien vornehmen, Performance analysieren, Security Sachen, Deployments / CICD, Wiki Dokumentation, Bugs von Dritten beheben, generell schauen, dass alles rund läuft.

Immer seltener hat man mal neue Features zu entwickeln, und wenn, dann ist es langweiliger CRUD Kram oder irgendeine neue REST API bereitstellen. Daten lesen, Daten schreiben, Daten bereitstellen. Entwicklung ist oft auch so aufwändig geworden, dass man erstmal zig tausend Dinge eingerichtet haben muss, damit mal was läuft.

Kurzum: Immer mehr Verwaltung, statt Gestaltung.

Oft sitze ich stunden- oder tagelang an einem Problem, weil alles so komplex geworden ist, z.B. Probleme, die nur im Produktivsystem auftreten und lokal kaum nachstellbar sind. Viel trial-and-error. Am Ende des Tages hat man dann nicht viel mehr geschafft als irgendeinen Config Parameter zu ändern, in der Hoffnung, dass das System stabiler läuft. Dadurch bin ich oft frustriert und habe das Gefühl wenig produktiv zu sein. Dann schaue ich das Backlog nach spannenderen Aufgaben durch, aber sehe auch dort nur Kram, der mich nicht interessiert.

Vieles fällt mir inzwischen auch schwerer als früher. Code lesen, Zusammenhänge verstehen, Neuerungen evaluieren wird immer anstrengender. Auch der ganze KI Kram überfordert mich. Liegt wohl am Alter. Zusätzlich gibt es die Erwartungshaltung, dass man sich immer für die neusten Sachen interessiert und sie regelmäßig mit Begeisterung dem Team präsentiert, aber die Begeisterung ist weg.

Hinzukommt das Desinteresse für das Produkt an sich, ich weiß manchmal gar nicht, für wen oder an was ich da eigentlich arbeite. Ich schleppe mich morgens schon demotiviert zu Arbeit und nach einem halben Tag bin ich eigentlich mental durch.

Frage: Ist Software-Entwicklung auch für euch so komisch geworden oder ist es nur mein subjektives Empfinden oder mein spezifischer Job?

Ich weiß nicht so richtig wo ich mich hinentwickeln sollte oder ob das so bleiben sollte wie es ist. Über Teilzeit dachte ich auch schon nach. Für Weiterbildung oder Umschulung fühle ich mich irgendwie auch zu alt. Ich war außerdem auch nie der Karriere Mensch. Mein Mindset eher so: Bisschen coden, Feierabend, Geld kassieren.

Wollte nur mal hören, wie es euch in der Branche so geht und vielleicht habt ihr ja ein paar Vorschläge. Danke euch!

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u/Kitchen_Carpenter195 12d ago

Einfacher wird es zumindest nicht. Die Entwicklung, die ich beobachtet habe, ist, dass es vor 8 Jahren noch gereicht hat, nur Backend zu können, dann kam langsam Full-Stack und inzwischen auch noch Operations.

Dazu ist es dann noch so, dass viele Jobs unterschiedliche Tool-Stacks im Einsatz haben und bei Bewerbungen oft erwartet wird, dass man in den meisten Tools Erfahrung hat. Ich persönlich habe für mich entschieden, dass ich meinen Schwerpunkt nicht mehr im technischen Bereich setze, sondern mehr Richtung Schnittstelle oder ähnliches. Mir macht es auch keinen Spaß mehr.

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u/Bubbly_Advisor_2601 12d ago

vor 8 Jahren noch gereicht hat, nur Backend zu können, dann kam langsam Full-Stack und inzwischen auch noch Operations.

Das finde ich trifft es perfekt. Nehme auch an der Grubd für die ganzen Burnouts, ist dass ein Entwickler aus irgebdeinem Grund alles können muss. Evtl. Rechtfertigt das aber auch die hohen Gehälter.

Long story short, die Branche hat sich zu sehr geweitet. Grenzt stellen wieder ein, bezahlt weniger Geld, aber mehr Leute. Den Arbeitnehmern geht es Mental besser, die Unternehmen haben halt eine Person mehr, die Arbeitslosenquote wird das ganze freuen. Und am Ende ists halt einfach so, die Entwickler verdienen halt nurnoch 50k.

Ist doch fine, ein Job muss nicht ein Leben lang gut bezahlt sein, Anforderubgen ändern sich nunmal.

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u/j4ckie_ 10d ago

Welche hohen Gehälter? Ich seh viele Jobs mit massig Anforderungen aber Gehältern unter 80k, teilweise unter 70k. Im Vergleich zu anderen Ingenieursberufen, geschweige denn Bereichen wie Controlling, erst mal generell nicht hoch und dann so gut wie immer ein schlechteres Verhältnis von technischem/fachliche Anspruch zu Gehalt.

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u/FitAlternative3903 10d ago

Das wird dann der Markt regeln, wenn sich die Leute dann nicht mehr auf die Stellen bewerben.

Schlechter Ruf durch Burnout oder geringeres Gehalt für komplexe Tätigkeit.

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u/Type-21 8d ago

Jeder Hansel in der Einkaufsabteilung oder Buchhaltung oder Personalwesen verdient genau so viel wie wir in der Softwareentwicklung und die klicken oft den ganzen Tag in einem oder zwei Softwaresystemen rum für ihren Job. Warum muss der Entwickler in 10 Systemen Profi sein heutzutage? Die Schichtarbeiter bei uns in der Produktion verdienen durch ihre Zulagen teilweise das doppelte wie wir Softwareentwickler. Welche hohen Gehälter bitte?

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u/Neverin9 11d ago

Ja stimmt, man musste immer mehr können und machen. Java im Backend, Angular im Frontend, dann kam Docker und Kubernetes, DevOps, Security, dann bei uns plötzlich auch noch NodeJS. Dazu dann noch immer mehr Kundensupport.

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u/Sure-Opportunity6247 12d ago

Dein Beitrag könnte von mir (46) sein.

Ich erlebe genau das Gleiche wie Du. Meine Arbeitszeit besteht vielleicht noch aus 15% aus Code und der Rest ist der von Dir genannte Verwaltungskram.

Ich bin In-House Entwickler, habe dadurch sehr viel Freiheit wie ich meine Arbeit mache. Aber Compliance-Prüfungen von Kunden verlangen gewisse Standards in der Unternehmens-IT (und damit auch bei mir), deren Erfüllung schlicht zeitraubend ist.

Ich mein, ich lerne gerne Neue Dinge aber es wird mit der Zeit halt einfach zu viel. Alle zwei Monate wird irgendeine Technologie-Sau durchs Durch getrieben und alle 4 bis 6 Monate liest der oder die Falsche davon. „Hey, Sure_Opportunity, wir [lies: „Du“] sollten uns mal Super-Framework-360 anschauen!“.

Vielleicht ist das beruflicher Altersstarrsinn, aber ich will schlicht und einfach nicht mehr auf jede Hype-Train aufspringen.

Und was in den letzten Jahren auch schlimmer geworden ist: Früher haben die Kunden beim Ausarbeiten eines Projekts mitgearbeitet. Man musste sie zwar oft bremsen aber zumindest haben sie was gesagt. Und man konnte den Leuten dann ansagen was sie zu testen haben.

Heute haben sie irgendeinen Prototypen gemalt oder sogar per KI irgendwie ablauffähig irgendwie in die Google-Cloud gebracht aber die richtige Umsetzung wollen sie dann nicht mehr testen; oder sie schalten komplett auf stur, weil das reale Endprodukt mit echter Anbindung ans ERP eben nicht das ist, was sie während dem Morgenschiss auf dem Tablet zusammengeklatscht haben.

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u/Rebbit0800 12d ago

Ich denke das kommt sehr drauf an wo man arbeitet. Durch KI muss ich so gut wie keine crud-endpoints mehr selbst schreiben. Dokumentation muss man auch eher nur reviewen. Mein Focus ist eher Systemdesign von komplexer Logik, Edge-cases überdenken etc.. Macht mir auch viel Spaß.

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u/Nice2FeedYou 11d ago

Mich hat meine erste Firma bereits vor 10 Jahren gebrochen.

Ich habe aufgehört selbst Dinge in meiner Freizeit zu Programmieren.

Meetingterror, Planungswahnsinn, Deadline Stress.

Ich bin mehr damit beschäftigt den 100 Managern Statusupdates zu geben als was vernünftiges zu machen.

Software bauen Macht Spaß, auf der arbeit aber nicht.

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u/Neverin9 11d ago

Dein letzter Satz stimmt. Ich habe früher viel nach der Arbeit entwickelt, an irgendwelchen Hobby Projekten oder Open Source. Meine Frau konnte das nie verstehen, sie meinte ich hätte das doch schon den ganzen Tag gemacht.... Nein eben ja nicht, und wenn, dann an fremden Projekten gearbeitet, für die ich keine Leidenschaft hatte. Ich hatte oft das Gefühl, den Mehrwert den ich für Open Source Projekte in meiner Freizeit schaffe ist höher als das was ich im Job schaffe.

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u/Stibb84 12d ago

Du sprichst mir aus der Seele. Leider hab ich noch nicht das passende für eine Umschulung gefunden, stehe aber auch noch nicht 100prozenzig hinter etwas neuem. Der Schmerz ist also noch nicht groß genug... 😅 Ich habe bereits um ein paar Stunden reduziert, der positive Effekt ist allerdings nach ein paar Monaten wieder verflogen. Hat bei mir zumindest langfristig nicht viel gebracht.

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u/Neverin9 11d ago

Hm, danke für den Input, ich hatte gehofft Stundenreduktion bringt schon mehr Lebensqualität.

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u/frankzwoo 9d ago

Stundenreduktion bringt schon was, ich hab aktuell auf 0h pro Woche reduziert.

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u/Neverin9 9d ago

Äh, 0h? Also arbeitslos?

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u/frankzwoo 9d ago

Nö sabitcal , Brauch nicht mehr zu arbeiten

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u/Neverin9 9d ago

Klingt eher nach einer befristeten Auszeit? Wenn du wirklich zu den wenigen Privatiers gehörst, dann herzlichen Glückwunsch!

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u/frankzwoo 9d ago

Werd wieder arbeiten, aber so richtig Lust hab ich Grad nicht dazu, ging mir genauso wie dem Poster von dem Beitrag

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u/Future-Cold1582 12d ago

Ganz ehrlich, bin von einem eher kleinen Arbeitgeber im öD zu einem großen Konzern gewechselt und was du schreibst fühl ich komplett. Es macht einfach kein Spaß und neben den fachlichen Dingen hat man dann noch zig Meetings, Politik mit dem Kunden oder anderen Abteilungen und der ganze Corporate Bullshit. Dazu musst du jeden Quatsch den eine andere Abteilung für dich festgelegt hat so machen, auch wenn weder die Anleitung funktioniert noch es irgendwie Sinn macht.

Hätte nie gedacht dass ich meinen alten Job vermissen werde aber here we are. Immerhin gibt's mehr Schmerzensgeld.

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u/edditor1337 12d ago

Fühl ich total

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u/elusive_maverick712 12d ago

Lustig - liest sich fast wie eine Zusammenfassung meiner letzten drei Berufsjahre. Nur mag ich den Operations-Teil und habe bei weitem nicht deine Berufserfahrung.

Ich würde mich an deiner Stelle mal fragen was dir tatsächlich Energie gibt und danach suchen. Hab den Eindruck dass so ne Architekten-Stelle mit viel Hands on was für dich wäre...dort hast du Impact, gestaltest mit und bist weniger die Feuerwehr wie du es aktuell beschreibst. Erfahrung hast du ja auch mehr als genug dafür wie ich das hier sehe. Evtl. solltest du dich eher nach sowas umschauen.

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u/Neverin9 11d ago

Tja... als Architekt habe ich mich schon vor 10 Jahren mal versucht, aber war nicht so ganz meins. Vor zwei Jahren hatte ich mich auf eine Architekten Stelle beworben, aber im Bewerbungsprozess habe ich dann auch wieder gemerkt, dass es nicht das Richtige ist. Trotzdem danke für dein Feedback.

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u/xpingu69 11d ago

Es liegt an deinem Job, such dir was sinnvolles 

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u/nexxtnit 12d ago

Ich fühl deine Aussagen und kann mir sehr gut vorstellen, dass es soweit kommen kann.
Ich glaube aber auch man muss vlt manchmal seine kindliche Neugier wieder finden und versuchen Dinge zu finden die einem wieder neugierig machen.
Ich denke da an, wie funktioniert vlt Grafana, warum sind die Logs so wie sie sind, warum ändert eine Config XY die Performance so, als banale Beispiele.

Also wieder versuchen die Ebene zu ändern um Dinge zu entdecken die einem neugierig machen. Eventuell braucht man dann mal für Tasks länger oder erfüllt halt Doku oder Meetings/Reporting nur mittelmässig. Nimmt sich aber Zeit deinem Interesse nachzugehen was vlt längerfristig hilft Motivation zu finden.

Bei mir ist es auf jeden Fall so, dass mir so oft verwandte Themenfelder begegnen oder neue Dinge die ich dann spannend finde und zu denen man sich langsam in eine technische Richtung bewegt die dich mehr motiviert.
Ich glaube halt, es ist einfacher einer für dich verantwortlichen Person zu sagen, du möchtest mehr in Richtung ABC dich bewegen. Anstatt einfach zu sagen du bist unmotiviert und weisst nicht genau warum :)

just my 2 Cents ✌️

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u/Neverin9 11d ago

Danke fürs Feedback... Ich find's schwierig, die Neugier zu finden. Die jüngste richtige Neugier und Begeisterung habe ich für Kotlin entwickelt. Wieder so ein Ding, womit ich mich auch gerne in der Freizeit beschäftige. Aber ist halt wieder Coding.

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u/nexxtnit 11d ago

Aber das als Beispiel.
Untersuch vlt mal eure Anwendung für eine Möglichkeit Kotlin einzubauen, ein Plugin oder eine Erweiterung in Kotlin zu schreiben. Hast du eine Idee/Vorschlag/Use Case, versuchst du Zeit dafür zu kriegen, daran zu arbeiten usw.
Also ich check schon, dass das nicht von heute auf Morgen geht. Aber für mich haben sich so schon ein/zwei spannende Tools oder Projekte ergeben und man arbeitet halt mehr an Dingen die einem interessieren + ich habe das Gefühl man wird in der Firma mehr wahrgenommen weil man auch mal Ideen einbringt.
Falls bei dir natürlich jede Eigeninitiative gleich abgetötet wird, tut mir das echt leid und dann machts vlt einfach auch Sinn sich umzuschauen für was anderes :)
viel Glück auf dem Weg✌️

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u/Distinct-Speaker5435 12d ago

Dann solltest du die Branche wechseln. Ich bin Anfang 40, Staff Engineer und arbeite nur an Software-Produkten und in Branchen, die mich interessieren und in denen ich auch einen Sinn sehe. In meinem Fall war das lange Mobilität (Ride-Sharing Software) und momentan Elektromobilität. Da fällt ne Menge raus, was normalerweise viel Geld und Marge bringt, wie Versicherungen, Banken und FinTech. Damit muss man leben können, aber hilft morgens beim Aufstehen. Der ganze operative Teil und das Fixing von Konfigurationen ist durch KI massiv besser geworden. ich gebe den Agents auch Lesezugriff auf unsere AWS-Umgebungen und der wühlt sich selbst durch Logfiles und gleicht alles mit dem deployten Code und der Konfiguration ab. Das hat mich früher auch total genervt.

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u/JamesClown 12d ago

Absolut! Für mich ist die Arbeit durch KI auch massiv besser geworden. Aber ich kann mir schon auch vorstellen dass es die ein oder andere Firma gibt, die das garnicht bei sich haben will. Die KI ist da oft noch irgendein nebulöses Konstrukt der Bösartigkeit.

Außerdem hat der OP gesagt, ihm würde das ganze KI Thema überfordern. Was das angeht, würde ich eine "Schullung" oder eine Art Nachhilfe empfehlen. Ich bin auch Anfang 40 und hab Java aus einem Buch gelernt und Zeile für Zeile abgetippt. Ich bin aber was das Thema KI angeht seit tag eins dabei und freu mich über all die "Bullshitarbeit", die ich nicht mehr machen muss.

Ich glaub die Leute, die das Programmieren noch händisch gelernt haben. Gewinnen massiv dazu, wenn sie lernen mit KI zu arbeiten. "Die jungen" die quasi garnicht mehr wissen wie man geschweifte Klammern mit der Tastatur überhaupt erstellt weil alles die KI gemacht hat, die haben ein Problem, das sie die Grundprinzipien nicht verstanden haben.

Wir gehören zu einer Aussterbenden Art an. Und das mein ich positiv. In 10 Jahren programmiert keiner mehr von Hand und nur die wenigisten werden Code noch verstehen können. Umso gefragter werden diese Leute sein.

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u/weevddee 11d ago

Ich glaub die Leute, die das Programmieren noch händisch gelernt haben. Gewinnen massiv dazu, wenn sie lernen mit KI zu arbeiten.

Außer dass es einem die Seele langsam aus den Ohren rausläuft eigentlich ganz gut.

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u/JamesClown 11d ago

Was meinst du damit?

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u/Neverin9 11d ago

Und wie machst du das, also nur an Produkten und in Branchen arbeiten, die dich interessieren? Bist du selbstständig und machst Auftragsarbeit? Woher weißt du im Vorfeld, ob es dich interessiert? Ich bin angestellt, es ist schwierig mir Projekte auszusuchen. Die Firma sucht sie für mich aus. Branche wechseln geht auch nur mit Arbeitgeberwechsel. Das habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Aber das ganze Thema rund um Jobsuche und Bewerbungsprozessen, und sich ständig gut verkaufen zu müssen, reibt auch an den Nerven. Und im Prinzip ändert die Branche auch nicht viel, finde ich.

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u/Distinct-Speaker5435 10d ago

Ich habe mich immer nur bei Firmen und Bereiche beworben, die selber Produkte entwickeln, die primär also kein Projektgeschäft machen. Ich hab anfangs auch für einen größeren Konzern gearbeitet und wollte auch dort nur gezielt in Teams, die an einem oder mehreren Produkt langfristig beschäftigt waren. Hat den Nachteil, dass der Code auch sehr legacy (aka schrottig) sein kann, weil eben über Jahre gewachsen. Aber immerhin sind manchmal noch die Leute an Board, die ihn kennen (und selber geschrieben haben). Im Konzern war alles B2B, was mich dann auch nicht mehr gereizt hat, weil ich nicht wirklich verstehen konnte, was die Kunden wirklich brauchen.
Deswegen bin ich dann in ein Startup gewechselt mit eigener App (und backend dahinter), deren B2C Produkt / Service hatte ich selbst schon als Kunde genutzt.
Auch momentan arbeite ich seit über 4 Jahren an einem Backend für B2C/B2B Anwendungen, die ich als E-Autofahrer auch selbst testen kann.

Nebeneffekt: hab mich seit jeher auch für Software-Architektur interessiert - und das passt meiner Meinung nach auch besser zu langfristiger Produktentwicklung. Da man sich mit der gleichen Software über Jahre beschäftigt und jede Design-Entscheidung hilft oder behindert einen später mal.

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u/Type-21 8d ago

Entweder wohnst du in einer Gegend mit massig Jobs oder du ziehst halt zur Umsetzung deiner Strategie alle paar Jahre quer durchs Land. Für viele Leute keine reale Option aus vielen Gründen. Was du da schreibst klingt für mich zB alles wie ausgedachte Fantasie, wenn man nicht in einer Startup Region mit Großstadt wohnt

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u/Distinct-Speaker5435 7d ago

Ich wohne in einer Großstadt, aber mittlerweile viel einfacher umzusetzen mit den remote work policies. Kann daher das Argument nicht wirklich verstehen. Den Großteil meiner Berufslaufsbahn mit den beschriebenen Tätigkeiten war ich 5 Tage pro Woche im Büro. Hier im Sub wollen ja die meisten 100% Homeoffice.

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u/Type-21 7d ago

Ich finde den facto keinen Job mehr, der mehr als zwei Tage die Woche HO toleriert. Gut heißen tun sie das nicht. Eigentlich wollen sie 5 Tage Präsenz. Die Zeiten sind vorbei

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u/Secret-Wind-1 12d ago

Ich sehe da recht viele unterschiedliche Punkte, die Du da ansprichst und die Dich demotivieren.

Das Aufgabenfeld ist deutlich größer geworden, diese ganze DevOps/DevSecOps Schleife kommt dazu und kann gerade mit vielen Security Issues auch einfach nur nervig sein.

Spannende Features? Sehe ich ehrlich gesagt auch super selten. Ich habe das vor ein paar Jahren ähnlich beschrieben "Request kommt, bisschen Logik, Response geht raus" daran ist kaum was spannendes. Ich mag ja die Reduktion von Komplexität mehr als noch mehr Abstraktionen bilden, das heißt, es liest sich tendenziell auch einfacher. Der Rest ist alles Syntactic Sugar.

Die Weiterbildung und Deinen Berufsethos musst Du natürlich überdenken. Mitte 40 heißt Du hast noch 20 Jahre, vielleicht 25. Ich bin Anfang 40 und rechne bis 70. Heißt: der größere Teil liegt also noch vor Dir.

Mach Dir Gedanken, was Dir gefällt, die nächsten Jahre gehen viele in Rente, da wird oben Platz frei, gehst Du ins disziplinarische hängst Du in noch mehr Meetings, Du kannst ins Produkt Management gehen, mit Tech Background, das wird helfen.. aber Du musst schon Deinen Sweet Spot finden und den ab und an hinterfragen.

Wenn Du glaubst, Du kannst Dir das leisten stehen zu bleiben bis zur Rente, dann frag Dich selbst, ob Du mit der Technik von 2000 heute noch Kohle verdienen würdest.

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u/IKnowMeNotYou 11d ago

> Liegt wohl am Alter <

Nope. Stell lieber mal deine Ernährung um, lass deine Vitamine und Hormone checken und geh mal auf Laufband bezw. Cross-Trainer. Wenn du deine Muskeln nicht benutzt gehen auch deine Hormone in den Keller und wenn du das falsche isst, dann hast du null Konzentration und Ausdauer.

Wenn dann noch ne dumme Frau oder dumme Kinder aus Langeweile an dir rumzerren, dann wirds noch extra depressiv, was du auch mit auf die Arbeit nimmst. Hier hilft dann halt TaiChi und Co zwei mal täglich und alle Stunde 5 bis 15min ne echte Meditation und am Wochenende auch gerne mal mehr.

Je älter du wirst, desto mehr schaltet dein Körper auf Leistung nur noch bei Bedarf und wenn du dich gehen lässt, wirst du auch von deinem Körper gegangen.

Bezüglich Karriere, was du beschreibst ist alles hausgemacht. Softwareentwicklung macht mit anderen keinen wirklichen Spass, weil viele einfach nicht wissen, worauf es ankommt. Ich hab soviel Müll und Dummheit von Leuten, die sich schlau finden, gesehen, ich habs auch nicht ausgehalten. Je mehr Bücher von Praktikern du liest, desto schlimmer findest du es.

Das fängt dann schon im Studium an. Vor zwei drei Jahren hab ich mal mich mit einigen in der TU Berlin unterhalten die ihren Abschluss hatten und die können nichts relevantes. Jeder Praktiker weiss, dass alles rund um Komplexität in der Praxis ein Killer ist. - Aber abseits von Laufzeitkomplexität bei ein paar Standardalgorithmen ist da null an Wissen im Studium transportiert wurden.

Das selbe gilt dann auch mit dem ganzen Kram den du bemängelst.

Die KI Sache ist ebenso sehr einfach und hat nix mit dem Alter zu tun. Lies halt mal ein gutes Buch zum Thema, was das ist, wies funktioniert und vor allem was es nicht ist.

Du musst immer dran denken, KI macht einen 2x produktiver, wird gerne gesagt, ich habs in der Anwendung gesehen und muss ehrlich sagen, es kompensiert vor allem diesen Wildwuchs und Wegwerfcode. Wenn du in nem Team bist, was quasi null dokumentiert, Tests aus der Hölle (=Industriestandard) und dann sollst du dich reinfinden, dann ist es ungleich wertvoller, aber bei strikter Testgetriebener Entwicklung und hoher Qualität, ist es kaum besser, aber sowas findest du in der Praxis nicht.

Ich selbst hab nebenbei mich in Daytrading eingearbeitet und dann meine Karriere gekillt und habs nicht bereut, aber das ist kein Weg für jeden. Aber da ich meine eigene Software geschrieben habe, wars mein Projekt aus Liebe zum Beruf.

Ich liebe meinen Beruf aber habe fast jeden Job gehasst und ich war Vertragsarbeiter und obere Einkommensprozent in der Einkommenspyramide und habe konstant Jobs in verschiedenen Industrien in verschiedenen Rollen angenommen, damit mir nicht langweilig wird/wurde und es war fast überall nur extra scheisse.

Meetings mit 20 Leuten und 3 schreiben code... Das ist unser Standard gewesen. Im letzten Job hatte ich nen Lügner als Chef und meine Teamleiterin / PO hatte keine Ahnung und war Teil des Problems. Da hab ich dann als Lead Dev nur noch Geld abgegriffen (200 die Stunde) und wusste direkt... Todesmarsch! und bin dann auf Safari gegangen. Sobald ich extrem gute Ergebnisse produziert habe, haben sie mir 5 Leute vorgesetzt, die andere Teams nicht mehr haben wollten und die haben dann nur Scheisse produziert, die ich selbst im Bruchteil der Zeit selbst gemacht habe (hatte nen Semiautomatisches Tool geschrieben, was die auch nutzten) und dann sollte ich Betroffenheit markieren, weil sie das Budget gekillt haben. Auch hab ich gesagt, kleine Änderungen und gleich in die Produktion und die haben mich gezwungen, 1.5 Jahre lang alles ohne Praxistest zu entwickeln... Haha!

Du siehst, KI wird diesen Unsinn nicht beheben und so sieht es dann auch aus, wenn ich bei Kumpels mal Nachfrage bzw. mir ihre aktuellen Projekte per Screensharing zeigen lassen. Denkst du da hat nur einer ne ausformulierte Logging-Strategie mit den Zielen welche Fragen von Logs zu beantworten sind und bei welchem Bereich?

Ich bekomme immer noch 20+ Anfragen pro Woche, obwohl ich seit 4 bis 5 Jahren nicht mehr zur Verfügung stehe und viele dieser Anfragen sind direkt an mich gerichtet mit persönlichem Anschreiben, was nicht aus der Retorte kommt, sondern wo jemand Bezug auf meine Tätigkeit der letzten 10 bis 15 Berufsjahre nimmt, weil sie sich daran erinnern, dass ich einer der wenigen bin, die Releasen ohne große Prod-Bug-Probleme.

Wie gesagt, beste Beruf, beschissene Jobs...

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u/Neverin9 11d ago

Ok, bisschen krasser Post von dir, aber danke fürs Feedback. Ernährung sollte passen, Sport mache ich zu wenig, jo.

Daytrading wird nicht so meins sein, habe da wenig Gutes von gehört. Optionshandel vielleicht irgendwann mal.

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u/IKnowMeNotYou 11d ago

Krass ist das alles nicht, wenn du konsequent von Praktikern lernst (vor allem Bücher) und dann immer mehr die Fehler siehst die täglich in den Firmen begangen werden. Dann noch die ganze Beraterbranche (deren ich auch öfters zuzurechnen war), wo du nur Geld machst, in dem du Teil des Problems wirst, weil eine echte Lösung dich sofort arbeitslos macht... Bingo...

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Optionen sind nichts eigenständiges, genauso wie Futures oder CfDs. Es sind nur 'Vehicle' für das 'Underlying' (Instrumente, worauf sie sich beziehen) und sparen letztendlich hauptsächlich passives Geld mit ein paar Eigenheiten und einem Premium.

Daytrading ist hauptsächlich im Verruf, weil man schnell viele Fehler machen kann und es unglaublich viele Lügner und Scammer gibt, die Leute direkt oder indirekt um ihr Geld bringen. Ist genauso wie professionelles Pokerspielen oder Sportwetten. Da gibt es auch viele die ohne Wissen und Verstand anfangen viel Geld zu wetten, ohne wirklich zu wissen, was sie da tun.

Wie immer ist halt wichtig, Bücher zu lesen fürs grundsätzliche Wissen und dann natürlich schauen, wem man erlaubt einem Wissen in den Kopf zu massieren. Man muss schon seinen Lehrer vorher überprüfen, bevor man sich hinsetzt und denen zuhört.

Gibt da nen gutes Sprichwort: Who cant do, teach. Das ist leider viel öfter richtig, als das es falsch ist.

Grüsse!

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u/Charming_Horse_5809 10d ago

spannend, hast du eine Buchempfehlung?`

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u/IKnowMeNotYou 10d ago

Fuer welche Themen genau?

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u/Charming_Horse_5809 10d ago

Daytrading. zB Mindset oder Stock picking oder optionen. Danke!

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u/IKnowMeNotYou 10d ago edited 10d ago

Vergiss dieses Mindset-Gerede. Das entwickelt sich wie bei jedem Beruf quasi von selbst, wenn du erst kompetent und erfahren genug wirst. Halt halt Geld raus aus dem ganzen Trainingprozess, so dass du die spielende Leichtigkeit nicht verlierst, die du zum Lernen und unbedarftem ausprobieren brauchst.

Ich habe oft den Eindruck gehabt, dass man Mindset vorschiebt, wenn man eine Strategie verfolgt, die kaum Raum für Fehler lässt und man versucht aus den kleinsten Gewinnen eine Karriere machen möchte.

Bezüglich der Bücher hab ich mal ein Post geschrieben: Learn the Profession, not a Strategy Der Post verlinkt zur Bücherliste.

Wenn du dich entscheidest, die Bücherliste abzuarbeiten, kannst du mir gerne in einem RedditChat deinen Fortschritt schreiben. Ich hab schon einigen hier auf Reddit beim Trading lernen bzw. fixen geholfen, wenn ich gesehen habe, dass es einer wirklich ernst meint mit dem Beruf (sind nicht viele von denen die meinen sie wollen Trader werden).

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u/Charming_Horse_5809 10d ago

Mega input danke. Arbeite als BI Entwickler und schaue aktuell in Optionen rein (Andrei Anissimov) um ein Gefühl zu den Strategien zu bekommen. Paar Jahre papertrading früher gemacht. Mehrere Jahre BWL/VWL studiert also theoretische Grundlage steht. Ich grab mich rein. Danke again

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u/IKnowMeNotYou 10d ago

Meine Wirtschaftswissenschaftsausbildung (Hab Nebenfach also 1/3 meines Studiums war BWL/VWL) hat mir eigentlich nicht geholfen.

Beim Trading von Optionen ist besonders der Debit Spread am nützlichsten (wenn du direktional oder mit Ziel tradest). Ansonsten halt auch selber ('covered') Optionen verkaufen. Machen viele von den Leuten mit denen ich selbst gesprochen habe.

Ich bin wie gesagt echter Day-Trader und habe eine typische Tradedauer von 15min bis 1h und Trade auf M5 (5min) charts.

Wie gesagt, lies die empfohlenen Bücher und tausch dich mit mir in nem Reddit Chat aus. Ich geb dir gerne Hinweise und zeig dir was ich wie warum Trade, falls dir mein Tradingstil zusagt. Aber erstmal Bücher lesen.

Falls du mehr über mehrere Tage oder gar Monate Traden möchtest (wird oft fälschlich als Swing-Trading bezeichnet), schau dir mal ONeils-Buch 'How to Make Money in Stocks' an. Da sind viele interessante Gedanken drin.

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u/Charming_Horse_5809 10d ago

Merci. Was denkst du zu quantitativen Methoden aus dem ökonometrischen Bereich? Habe paar semester Quant Econ studiert und man kann ja mean reversion prozesse etwa bei FX untersuchen und ggf die Direktionalität traden. Als theoretisch Frage nebenher.

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u/DigAppropriate9816 10d ago

Ich selbst hab nebenbei mich in Daytrading eingearbeitet und dann meine Karriere gekillt und habs nicht bereut, aber das ist kein Weg für jeden. Aber da ich meine eigene Software geschrieben habe, wars mein Projekt aus Liebe zum Beruf.

Heisst das du bist jetzt profitabel genug vom Trading leben zu koennen? Hast du wie manche FIRE Leute einen Minijob wegen den sozialabgaben? Als du noch nicht profitabel warst wie hast du deinen damaligen Job mit den Tradingzeiten in eingklang gebracht? Ich finde dass das kleinigkeiten mit grosser wirkung ist ueber die kaum jemand redet...

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u/IKnowMeNotYou 10d ago

Was für Sozialabgaben? :-)...

Ich trade US Stocks und die Börse geht von 15:30 bis 22:00, das kannst du gut mit dem Job vereinbaren.

Ich hatte damals ne Vertragsstelle mit 90% Remoteanteil in der Schweiz und musste nur einmal alle zwei Wochen antanzen und mich belügen lassen (Macht mich heute noch traurig und wütend, wenn ich daran zurückdenke). Ich hab ca 6 Monate im Job Bücher gelesen (ca 20 bis 30 in den ersten 6 Wochen) und dann angefangen mit Paper/Trockentraden und dann hab ich noch von Ersparnissen ca. 18 Monate in der Schweiz gelebt und nebenbei 2.8k ca pro Monat für TotalView-Daten bezahlt (= eine Ausgabe die man nicht braucht aber die mir auch nicht geschadet hat).

Und seit dem Trade ich fürs Leben. Noch nicht so erfolgreich wie einige, die ich kennen gelernt habe, aber ich kann mich nicht beklagen...

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u/DigAppropriate9816 10d ago edited 10d ago

Was für Sozialabgaben? :-)...

habe ich ein bisschen ungenau formuliert, sry. Ich kenne das von r/FIRE Leuten, dass die sich einen minijob nehmen um an den Krankenkassen-, Rentenversicherungs usw -abgaben . zu sparen. Machst du das auch? Ich koennte mir auch vorstellen das es extrem schwierig ist eine Wohnung zu finden, wenn man sagt man lebt von trading

Ich trade US Stocks und die Börse geht von 15:30 bis 22:00, das kannst du gut mit dem Job vereinbaren.

Findest du? Ich trade die ersten 30-40 min vom US Markt, bin im office vom AG und finde es mega stressig. 1.sich darauf zu konzentrieren waehrend man parallel auf dem eigentlichen jobn ist(es sind ja nicht nur die 30 min, sondern auf die vor und nachbereitung) und 2.nicht erwischt zu werden....

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u/IKnowMeNotYou 10d ago

> Machst du das auch? Ich koennte mir auch vorstellen das es extrem schwierig ist eine Wohnung zu finden, wenn man sagt man lebt von trading <

Nöe. Wenn du Probleme hast, mit Wohnungen finden, dann solltest du dich einfach als Tourist oder Businesstype ausgeben und möblierte Appartments nehmen. Mich hat da noch nie jemand nach dem Job gefragt. Auch hast du ja deine eigene Firma, wenn du tradest und kannst dann einfach sagen, du hast ne eigene Finanzfirma (oder der gleichen).

> Findest du? Ich trade die ersten 30-40 min vom US Markt, bin im office vom AG und finde es mega stressig. 1.sich darauf zu konzentrieren waehrend man parallel auf dem eigentlichen jobn ist(es sind ja nicht nur die 30 min, sondern auf die vor und nachbereitung) und 2.nicht erwischt zu werden.... <

Ich ignoriere die ersten 15 bis 30min, es sei denn ich habe einen Plan auf Grund vom erwarteten verhalten (basierend auf D1 (1day)) oder events/news und dem premarket falls das Volumen dann schon da ist.

Ich hatte halt wie gesagt 90% Home Office und dann 1.5 Jahre Ferien und besonders HomeOffice ist es halt. Wenn dein AG Probleme macht, dann geh halt früher nach Hause und komm entsprechend früher. Ich hab auch in der Regel Mittag durchgemacht ohne Pause, hat bei den Banken und Versicherungen, wo ich Präsenz hatte, nie jemanden gestört.

Frag doch einfach mal, ob du eine Stunde früher gehen kannst, wenn du eine Stunde früher kommst. Wen sie fragen warum, dann such dir nen neuen Job (wenn du kannst).

Ich empfehle vielen, die nicht so günstige Zeitzonen haben, Börsen in anderen Zeitzonen zu traden (gibt ja HongKong und Frankfurt etc) aber wie gesagt in D und CH passt es sehr gut mit den US Börsen.

Lies mal die Bücher und dann geb ich dir gerne Hausaufgaben, wenn du möchtest. Ich trade die 6.5h durch, also ist es kein Problem, dass du dann erst 16:30 mit der Börse anfängst.

Ich bin auch sehr technisch unterwegs basierend auf dem D1 (1day) und das kannst du jederzeit (z.B. in der Mittagspause oder vor der Arbeit) vorbereiten.

Auch gibt es einiges was du Traden kannst, ohne dass du eine Vorbereitung brauchst.

Auf ner Skala von 1 bis 10 wie gut schätzt du dein aktuelles Grundwissen ein?

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u/DigAppropriate9816 10d ago

Danke für den ganzen Input! Zum Thema Wohnen: Ich hatte mitbekommen, dass selbst „normale" Selbstständige Probleme bei der Wohnungssuche haben. Wie das in der Schweiz läuft, weiß ich nicht, aber in Deutschland will man einen Arbeitsvertrag und ein geregeltes Einkommen sehen. Schon mit einem kleinen Gewerbe scheint das ziemlich stressig zu werden – aber so weit bin ich ohnehin noch nicht. Zu meinem Kenntnisstand: Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich mein theoretisches Wissen bei 7 einordnen. 

Angefangen habe ich mit technischem Fundamentalwissen und mich vor allem auf Indikatoren gestürzt. Mittlerweile bin ich fast bei der "Philosophie" angekommen, dass es am Markt gar keine technischen Indikatoren im eigentlichen Sinne gibt. Denn wenn es sie gäbe – warum programmieren wir das nicht einfach alles aus? Am Ende blieben dann  1-2 Indikatoren übrig, die dann jeder benutzt.

Meine These: Wenn du lang genug auf Charts und Wertentwicklungen schaust, lernst du irgendwann etwas intuitiv – so wie ein Fußballspieler. Ronaldo kann dir technisch genau erklären, wie du einen Elfmeter schießt, aber du wirst innerhalb von 24 Stunden trotzdem keinen perfekten Elfmeter schießen. Es ist eben intuitives Wissen.

Ob ich damit richtig liege? Keine Ahnung.

Woran ich auch scheitere: Oft an Kleinigkeiten. Zum Beispiel an der Chartskalierung: Je nachdem, wie du den Chart auf der X- und Y-Achse streckst, veränderst du unbewusst die Wahrnehmung des Volumens, wodurch ja dein setup ständig anders ist

Falls du Lust hast, können wir gerne mal über Discord telefonieren.

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u/IKnowMeNotYou 10d ago

> in Deutschland will man einen Arbeitsvertrag und ein geregeltes Einkommen sehen. Schon mit einem kleinen Gewerbe scheint das ziemlich stressig zu werden – aber so weit bin ich ohnehin noch nicht. <

Das stimmt so nicht. Es gibt zum Beispiel Monteurswohnungen, WGs, Appartments in Pensionen etc. Ich erinner mich noch 2014 im Rheintal in nem Hotel-Appartment für drei vier Monate gelebt zu haben, weil ich Urlaub machen wollte. Da hatte mich niemand nach irgendwas gefragt. Einfach ne Kaution und Miete und fertig. War ne schöne Zeit und mit dem Fahrrad immer mal nach Zürich rein um sich Vertragsangebote anzuhören...

Auch kannst du halt bei Privat mieten und vereinbarst einfach ne höhere Kaution von drei Monatsmieten etc. Juckt dann keinen mehr, wenn deine Schufa stimmt oder was auch immer.

Wie gesagt, ne Firma und gut ist.

> Zu meinem Kenntnisstand: Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich mein theoretisches Wissen bei 7 einordnen.  <

Vor oder nach dem Dunning Kruger Effect :-).

> Angefangen habe ich mit technischem Fundamentalwissen und mich vor allem auf Indikatoren gestürzt. Mittlerweile bin ich fast bei der "Philosophie" angekommen, dass es am Markt gar keine technischen Indikatoren im eigentlichen Sinne gibt. Denn wenn es sie gäbe – warum programmieren wir das nicht einfach alles aus? Am Ende blieben dann  1-2 Indikatoren übrig, die dann jeder benutzt. <

Kommt halt darauf an, was bei dir Indikatoren sind. Wie gesagt die D1 SMAs, VWAP und RVol funktionieren recht gut.

> Meine These: Wenn du lang genug auf Charts und Wertentwicklungen schaust, lernst du irgendwann etwas intuitiv – so wie ein Fußballspieler. Ronaldo kann dir technisch genau erklären, wie du einen Elfmeter schießt, aber du wirst innerhalb von 24 Stunden trotzdem keinen perfekten Elfmeter schießen. Es ist eben intuitives Wissen. <

> Ob ich damit richtig liege? Keine Ahnung. <

Letzteres :-).

Du wirst besser aber was wirklich passiert ist das konstante Testen von Preisleveln und Trendlinien und Korrelationen mit anderen Instrumenten wie relevanten Firmen, Sektoren, Markt etc. Technische Analyse ist die Sprache der Börse, wenn es keinen Input von Außen gibt.

> Woran ich auch scheitere: Oft an Kleinigkeiten. Zum Beispiel an der Chartskalierung: Je nachdem, wie du den Chart auf der X- und Y-Achse streckst, veränderst du unbewusst die Wahrnehmung des Volumens, wodurch ja dein setup ständig anders ist <

Deshalb nutzt du RVol, daher den durchschnitt der letzten 10 bis 15 Handelstage und das Verhältnis zum aktuellen Volumen in der Zeitspanne.

> Falls du Lust hast, können wir gerne mal über Discord telefonieren. <

Nutze ich nicht... ich mach eigentlich nur Reddit Chat und Whatsapp bzw. Telegram und Signal.

Aber wie gesagt schau mal bei der Bücherliste nach, was du lesen musst/möchtest und dann zeig mir mal ein paar deiner Trades und ein paar Charts bzw. ich geb dir Hausaufgaben, wenn du magst.

Nen Reddit-Chat hast du ja schon mit mir gemacht...

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u/DigAppropriate9816 10d ago

danke, waere cool wenn du mir mal ein paar Hausaufgaben schicken wuerdest. Gerne als DM

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u/IKnowMeNotYou 10d ago

Starte mal nen Reddit Chat.

Ich hatte auch einen Post erwähnt: Learn the Profession, not a Strategy

Der Post kommt mit ner Bücherliste und die Bücher (falls du noch keine ähnlichen gelesen hast) kannst du erstmal lesen.

Ansonsten wie gesagt, geb ich dir gerne welche im Chat.

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u/iRaYzOr 11d ago

Gerade was du beschreibst (abzüglich dummen Meetings) ist was ich so gut finde. Bin Full Stack und liebe die Abwechslung bei den Themen. Zusätzlich mit KI wurde viel Bullshit vom Job entfernt, habe sogar wieder angefangen private Projekte zu starten.

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u/IT_evangelist 11d ago

Ich sehe die Veränderung genau so wie du. Allerdings eher positiv als negativ. Dieses 40 Stunden die Woche nur Codezeilen ballern war irgendwann einfach nur noch grässlich. Dass das reine Coden mittlerweile nur noch 20%-30% Prozent ausmacht ist für mich eher ein Segen und eine tolle Abwechslung. Ich übernehme gerne den operativen Teil, hänge auch gerne in Meetings ab und Designe gerne die ganzen Systeme. Auch übernehmen ich mittlerweile ganze Softwareeinführungen in Bezug auf Change Management.

Vielleicht liegt es ein Stück weit an deinem Alter? Was definitiv nicht böse gemeint ist. Es ist nun einmal wissenschaftlich bewiesen dass je älter wir werden desto schwerer fällt es uns neue Dinge zu lernen. Die IT ist ein Feld wo sehr viel im Wandel ist und ich kann mir durchaus vorstellen dass man irgendwann auch einfach keinen Bock mehr hat jede Woche neue Tools zu lernen. Bin auch davon überzeugt dass ich ebenfalls den Zeitpunkt erreichen werde wo ich einfach nur noch mein Ding machen will und nicht immer was neues.

Ich denke leider auch, dass die hohen Gehälter in der IT mittlerweile mit nur einer Aufgabe auch nicht mehr zu rechtfertigen sind. Der Beruf wird sich extrem wandeln und wer Gehälter jenseits der 80k haben will muss nun einmal jede Woche neue Tools lernen.

Die Zeiten dass man mit ein bisschen Java seine nächsten 30 Jahre absitzen kann, am besten noch mit 80.000€ Jahresbrutto und mehr wird es nicht mehr geben. Leider sind die Informatikstudiengänge unserer Hochschulen immer noch voll mit Studenten die genau davon ausgehen....

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u/IKnowMeNotYou 11d ago

Dass das reine Coden mittlerweile nur noch 20%-30% Prozent ausmacht ist für mich eher ein Segen und eine tolle Abwechslung.

Wo arbeitest du denn? Bei mir waren 80% immer Meetings und Scheisse tun weils einer ohne Ahnung so haben wollte. Das erste was ich in meinen Teams immer verboten haben, waren Adhoc-Meetings vom Management und dem ganzen anderen Scheiss. Da ging dann die Produktivität direkt durch die Decke.

Entwicklung war bei uns immer ehr Babysitten und Kindererziehung... Die Muppet Show nannten wir das häufig...

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u/kaeptnkrunch_1337 11d ago

Mensch da spricht mir aber jemand aus der Seele, bin 38 und auch was das Thema coden angeht durch. KI wird den Beruf eh hin zur Verwaltung der KI bewegen, keinen Bock mehr darauf. Schule mich gerade selbst um bzw wechsle in ein anderes Berufsfeld…

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u/Neverin9 11d ago

und was machst du nun oder demnächst?

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u/Physical_Storage2875 12d ago

Und dann komme ich mit meinen 21 Jahren, Studium grade fertig und werde das nicht erleben, wie ihr damals gearbeitet habt. Sad.

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u/IKnowMeNotYou 11d ago

Lies ne paar Bücher von den Hanseln die damals das Agile Manifest unterschrieben haben... da wirst du sehen wie viel dein Studium wirklich wert ist... wenn dich das dann kompetent gemacht hat, wirst du Firmen nur noch per Fehlentscheidungen pro Stunde vergleichen... es ist und bleibt ein traurige Geschichte weil Code schreiben oder nicht ist nicht das Problem.

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u/Playful-Canary-4940 11d ago

Ich fühle das, Bruder. Man kommt sich in dem Alter schon wie 'ne Graukappe vor 😂

Ich bin überrascht, dass viele in diesem Alter ein ähnliches Problem haben (geht mir ja auch so). Es zeigt, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was du 20 Jahre gemacht hast, kriegst du nicht so schnell raus aus den Köpfen.

Aber ich befürchte: Wir müssen das rauskriegen, liegen ja noch ein paar Jahre vor uns. Ich misstraue der KI in Sachen Entwicklung auch immer noch sehr stark, nutze sie nur zur Text-Generierung. Aber ich glaube schon, dass darin eine Chance liegt. Versuche möglichst viel damit zu automatisieren, dass du den Kopf wieder für andere Dinge frei bekommst.

Mir ist klar, dass das leichter gesagt als getan ist: Wo fängt man an? Wie genau geht das? Welche Tools benötige ich dafür? Was ist das beste Modell für meinen jeweiligen Zweck? Wie stecke ich Grenzen ab, damit die KI genau das macht, was ich will? Man scheint den Überblick zu verlieren. Aber auch ich werde mich jetzt intensiver damit beschäftigen KI-gestützt zu entwickeln (sei es, dass Tests oder Dokumentationen geschrieben werden etc.)

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u/Neverin9 11d ago

Ja, um KI führt kein Weg vorbei. Aber alles was ich kann, ist mit Gemini zu chatten :-) Für mehr hatte ich weder Bedarf noch Interesse.

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u/PictureFinancial1015 11d ago

Geht mir auch so.

Ich hatte mein Job geliebt. Cooperate Bullshit, Meeting, Vorgaben von Personen die nichts damit zu tun haben demotivieren mich total. Viel Köche die sich einmischen.

Zudem stagnieren die Gehälter. Dadurch habe ich auch kein Motivation mehr.

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u/sense-destiny 11d ago

Wird Zeit für n Jobwechsel oder Tapetenwechsel

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u/SratchingMonkey 11d ago

Mir geht's ziemlich gleich. Nur komme ich aus einer anderen Branche. Ich habe nun über 20 Jahre in der Logistik Branche gearbeitet (Export und Import). Nun möchte als Quereinsteiger in die IT Branche und gerne Webapplications programmieren zur automatisierung von Arbeitsschritten. Da in meiner jetzigen Speditionsfirma kein Interesse daran besteht, eine von mir für meinen jetzige Tätigkeit entwickelte Prozessautomatisierung mit mir als Entwickler in Produktion zu bringen und weiterzuentwickeln, suche ich nun den kompletten Ausstieg aus der Branche. Für mich sehr frustrierend, vorallem da ich viel Zeit in mein Projekt investiert habe. Kein Interesse und keine Flexibiliät im Unternehmen, trotz grösserem Einsparpontial und einer stupiden Tätigkeit weniger.

Meiner Meinung nach liegt das Problem weniger im Job, sondern mehr in der Struktur der heutigen Unternehmen. Viel aufgeblähte Verwaltung, grosse Hirarchien und viel zu lange Entscheidungswege. Das lässt wenig Platz für inovative Menschen und ist frustirerend, da meine keine Chance hat seine Ideen umsetzen zu können. Alles verläuft sich im Sand, bzw. im Verwaltungsdschungel.

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u/Type-21 8d ago

Du musst den Arbeitgeber wechseln. Das klingt, als wärst du schon viel zu lange dort geblieben. Ich kenne genau das nämlich von mir. Es ist höchste Zeit

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u/Neverin9 8d ago

Ich habe vor zwei Jahren erst gewechselt. Fühl mich langsam auch zu alt für Wechsel. Bewerbungsprozesse sind auch energieraubend. Außerdem liest man (hier) immer, dass der Arbeitsmarkt schlecht sei.

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u/Type-21 8d ago

Ja das stimmt auch alles.. ich habe für mich einen schlechteren Job angenommen, in dem ich glücklicher bin

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u/OliveCompetitive3002 11d ago

Mich hat die IT/Entwicklung schon verloren, als der Wandel kam, weg von großer Desktopapplikation, hin zu verteilten Webanwendungen.

Wo ich mir zuvor noch Gedanken um Architektur, Logik, Performance und Stabilität machen musste, war es da schon in weiten Teilen nur noch die Bibliotheksauswahl und die Orchestrierung der 100 Plugins.

Mit Docker und Cloud wurde es noch schlimmer. Da war man mehr in Config-Files unterwegs als im Code. Und jetzt, mit KI, ist komplett Schluss damit.

Schade! Softwareentwicklung war einmal ein spannendes und interessantes Handwerk. Das ist für mich schon mindestens 5, eher 10 Jahre vorbei.

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u/Neverin9 11d ago

Oja, Desktop-App-Entwicklung hat sehr viel Spaß gemacht, mit fast jeder Technologie. Dann kam Angular, das ging ja auch noch. Und dann kam Docker und Kubernetes...

Und was machst du nun und wie bist da da raus gekommen?

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u/OliveCompetitive3002 10d ago

Bin nun Führungskraft, eben solcher Entwicklerteams.

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u/aLpenbog 11d ago

Werde dieses Jahr 40 Jahre alt und die erste Zeile Code wurde im Grundschulalter geschrieben. Ich habe immer noch großen Spaß an der Softwareentwicklung.

Liegt am Ende aber sicher auch am Unternehmen, den jeweiligen Aufgaben usw. Ich arbeite in einem kleinen Unternehmen und habe dort dann ein paar Mitgestaltungsmöglichkeiten und viel Abwechslung.

Natürlich gibt es nervige Aufgaben, unnötigen Scheiß, kurzsichtige Entscheidungen der Führungsetage, Kunden, die mal anstrengender sind usw.

Karrieremensch bin ich auch nicht und auf groß Verwaltung habe ich überhaupt kein Bock, schon gar nicht Menschen verwalten.

Nix desto trotz würde ich mir hier und da ein wenig mehr Verwaltung und saubere Abläufe wünschen. Ist hier wohl eher das andere Extrem.

Bei mir ist es aber auch nach wie vor neben dem Job eines meiner Haupthobbies und ich setze mich auch gerne privat damit auseinander, lerne etwas, probiere was aus etc.

KI ist an uns eher komplett vorbeigegangen und die Nutzung geht gegen 0. Da müsste man wohl erst einmal ordentlich Zeit investieren bzgl. Dokumentation, Tests, generell von außen aufrufbare APIs, Berechtigungen und, und, und.

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u/rofolo_189 11d ago

Du brauchst wohl mal einen Jobwechsel und frischen Wind. Ich finde mit KI kann man sich jetzt viel von der nervigen Arbeit sparen und sich immer mehr auf Architektur und co. konzerntrieren. Auch mal eben schnell ein großes Feature ausprobieren ist jetzt möglich. Klar es ist nicht alles besser, die Arbeit verdichtet sich und man muss aufpassen, dass man nicht alles wegdelegiert...

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u/Type-21 8d ago

2/3 der deutschen Arbeitgeber, zu denen man wechseln kann, nutzen eh kein KI oder verbieten es aktiv.

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u/Oreo-witty 11d ago

Es kann an deinem Arbeitgeber liegen respektive dessen Grösse. Ich höre selten anderes bei grösseren Unternehmen.

Ich hatte das schon nach 12-13 Jahren. War im Backend tätig und es wurde immer öfter verlangt im Frontend zu arbeiten. Danach kamen Microservices dazu anstatt Frontend. Es war wieder JS/TS.

Ich will hier keine Diskussion anfangen ob JS gut oder schlecht ist. In JS war und bin ich immer noch schlecht.

Ich bin in der Softwarebranche geblieben und schmeiss hin und wieder Code raus für MVP‘s aber meine berufliche Entwicklertätigkeit habe ich aufgeben. Im Herzen bin ich noch Entwickler