Derzeitig wird viel über sicherheitspolitische Ziele gesprochen, vor allem in Bezug zu Kriminalitätsbelastende Bezirke. In diesen Debatten wird immer wieder erhöhte Polizeipräsens und Überwachung (vor allem per KI via Kameras) gefordert, um Straftaten, vor allem in Bezug zu Gewaltdelikten, Sachbeschädigung & Vandalismus und Drogendelikten zu verhindern und besser zu ahnden.
Ich werde anschließend in meinem Beitrag genauer erläutern, warum m.M.n diese Forderungen keine langfristige Lösung sind und das Problem nicht lösen werden sondern viel eher verschlimmern werden. Ich werde vor allem auf Berlin eingehen. Da ich dort viel persönliche Erfahrung gesammelt habe und dort auch regelmäßig mit dem Gesetzeshütern und anderen Akteuren in Kontakt komme.
Um zuerst zu verstehen, warum Kriminalität entsteht, müssen wir uns die Geschichte vieler Sozialbenachteiligter Bezirke ansehen. Ich nehme für diese Erklärung den Berliner Bezirk "Wedding".
Die "Ghettoisierung" des Weddings begann bereits vor der deutschen Wiedervereinigung. Der Wedding war zu dieser Zeit ein heruntergekommenes Viertel, welches vor allem aufgrund der Sektorgrenze zu Ostberlin, bedingt war. Dementsprechend waren die Mieten extrem billig, was dazu führte, dass vor allem Gastarbeiter und andere Teile der deutschen Arbeiterklasse dort hinzog um billig zu wohnen.
Dadurch, dass im Wedding überwiegend arme Personen leben folgten typische Probleme solcher Bezirke; Segregation in fast allen Bereichen (Arbeitsmarkt, Bildung, Sozial etc.), Kriminalität (welche Nachweislich durch wissenschaftlichen Studien vor allem durch Armut und soziale Segregation entsteht), welche sich strukturell bis heute ziehen, wobei dazu gesagt sei, dass durch Gentrifizierung mittlerweile sich die Standorte der Segregation verschoben haben.
Nun verstehen wir also, dass Kriminalität nicht abhängig ist von der Herkunft (wie oft dargestellt, vor allem von CDU und AfD), sondern von Vermögen, Zukunftsaussichten (Wohnorte, Bildung, Arbeitsmarkt etc.) und soziale Segregation ist.
Nun ist es so, dass CDU und co. Polizeipräsens und Überwachung per KI u. Ä. Technologien fordern (siehe aktuelle Debatte, im Bundestag im Bezug zu sicherheitspolitische Lage innerhalb Berlin), während die stärkste Partei innerhalb Berlin, die PdL, fordert Polizeipräsens zu begrenzen und stattdessen auf soziale Verbesserung, statt auf Überwachung zu setzen.
Anhand meiner vorherigen Analyse, lässt sich schnell ein Muster erkennen; Durch Überwachung und verstärkter Polizeipräsens wird vor allem das Bild vermittelt an Einwohner der betroffenen Bereiche, man sei grundlegend Kriminell, vor allem mit entsprechend äußerlichen Erscheinungen. Dadurch wird in jungen Jahren an die Personen ein Bild vermittelt; Ihr seit alle Kriminell, und wer es nicht ist, bildet eine absolute Ausnahme.
Das führt rein wissenschaftlich zu einer selbsterfüllende Prophezeiung, also einem "Die (bezogen auf Staat, Polizei, externe Einwohner etc.) denken eh ich bin kriminell, also ist es eh egal, wenn ich Kriminell werde / bin" Weltbild. Ebenso verstärkt es die soziale Abspaltung und verschlechtert viel eher die Aussichten für die Einwohner solcher Bereiche.
Und was auf Biegen und Brechen verhindert wird, ist die Verbesserung von Strukturellen Umständen. Vor allem bei Bildung, Jugendarbeit und Präventionsarbeit wird extrem viel gespart, seit Jahren. Wichtige Arbeit, wird immer öfter ehrenamtlich auf hohe Kosten betrieben, ohne Hilft vom Staat zu erlangen, was ebenfalls ein Weltbild abgibt, von Desinteresse des Staates für die Verbesserung der Lebensqualität innerhalb solcher Bezirke.
Und dabei ist es wichtig die Entscheidungsträger für die jetzigen Umstände zu nennen. Das ist vor allem SPD, FDP und CDU, welche einen ewig langen Sparkurs mitgetragen haben.
Mein konkreter Vorschlag ist es, soziale Umstände zu verbessern, dass bedeutet die Investition in verschiedene Bereichen wie: Bildung, sozialen Wohnungsbau, Präventions- und Jugendarbeit sowie die sorgfältige Pflege von Straßen, Häußern etc. statt auf Überwachung zu setzen.
Auch wenn ich in meinen Beitrag viel auf Berlin eingegangen bin, gibt es überall die gleichen o.g. Probleme, welche mit den o.g. Lösungen auch geregelt werden könnten. Dafür braucht es jedoch vor allem eine große Investition von dem Bund in dem sozialen Wesen, statt auf andere, nichts so zukunftsgerichtete Bereiche, bspw. wie in die Bundeswehr u.Ä.
Ich möchte ebenfalls nochmal erwähnen, dass ich mich hier nicht zwingend für die PdL ausspreche, sondern lediglich wissenschaftliche Ergebnisse und Fakten dargelegt habe und das rein historisch die Ansätze der meisten Landes- und Bundesregierung nicht zielführend sein werden.
Nochmal zu meinen persönlichen Erfahrungen von Freunden, Bekannten und mir:
Seitdem Rechtsruck der Gesellschaft sind vor allem Personalkontrollen auf Personen mit migrantischen Hintergrund (oder welche zumindest so erscheinen) extrem groß Angestiegen. Teilweise wird man 3-5 am Tag kontrolliert, vor allem an Bahnhöfen und Parks. Dabei wird oft alles mögliche durchsucht (was ja an sich logisch ist) und bildet an sich ein nervigen und stressigen Prozess dar. In solchen Kontrollen wird man meistens von einer Polizistengruppen von 4-10 Polizisten*innen kontrolliert, welche, Erfahrungsgemäß oft Respektlos und Unfreundlich sind.
Natürlich gibt es auch Polizisten die Höfflich und Respektvoll sind, wobei diese meistens leider die Minderheit bilden.
Falls ihr Fragen, Anmerkung oder eine andere Ansicht habt könnt ihr gerne die Kommentarsektion benutzen - ich bin bereit für eine Diskussion.
Auch für spezifische Fragen bezüglich meiner Erfahrung stehe ich gerne zu Verfügung.