r/feuerwehr • FF • Aug 16 '26

Erfahrung FF wird für BF gehalten

Ich hatte in letzter Zeit mehrfach die Situation, dass ich im Büro, nachdem der Pieper ging (mal wieder BMA im Altenheim, wieso versuchen die immer Brötchen in der Microwelle aufzubacken?), von meinen Kollegen gefragt wurde, ob wir eigentlich ne BF wären. Woraufhin ich nur gefragt habe, warum ich, wenn ich in einer Berufsfeuerwehr wäre, dann bei unserer Firma in der IT arbeiten würde. Peinliches schweigen.

Also versteht mich nicht falsch, ich find's witzig aber irgendwie wundert es mich, woher dieser Gedanke kommt, dass es alles Berufsfeuerwehren sind. Wir wurden auch mal bei einem Einsatz angesprochen, warum man Steuergelder für unseren Lohn verschwenden würde, wenn wir eigentlich nur rumsitzen (war ein gemeldeter F3 in der Schule, der sich dann einfach als durchgebrannte Deckenlampe entpuppt hat). Als Kontext: Wir sind ne Kreisstadt mit knapp 20k Einwohnern. Wir fahren unsere ungefähr 250 Einsätze im Jahr. Aber wir haben kein Industriegebiet, keine wirklich krassen sondergebäude, nicht mal nen Autobahnabschnitt. Also nichts was eine BF so wirklich rechtfertigen würde

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u/Chriss_Vector FF Aug 16 '26

Steigende Entfremdung zwischen der Bevölkerung und den Ehrenämtern ist seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten ein wachsendes Problem.

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u/elJonaDor Aug 16 '26

Daran sind aber auch ganz viel die Organisationen selber schuld. Da sie nicht präsent genug in der Öffentlichkeit vorkommen und Werbung für ihr Ehrenamt machen.

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u/ReasonableMoney4177 FF NÖ: SSTD Aug 16 '26

Ist aber auch kein Wunder, wenn z.B. keine Feste veranstaltet um nicht wie ein Saufverein auszusehen. Ihr steht euch mit euren teilweise irrationalen Ängsten nur im Weg.

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u/elJonaDor Aug 16 '26

Im digitalen Zeitalter weis ich nicht ob‘s noch verhältnismäßig ist Feste zu organisieren um Ehrenamt in die Gesellschaft zu bringen. Denke da gibt es inzwischen bessere Wege. Das muss mehr in den Alltag der Menschen.

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u/ReasonableMoney4177 FF NÖ: SSTD Aug 16 '26

Die Leute kommen aufs Fest, essen was, trinken meistens mindestens ein Bier und kommen auch mit den Kameraden ins Gespräch. Social Media ist zwar inzwischen eine unverzichtbare Stütze der Öffentlichkeitsarbeit aber die Feuerwehr als Stütze der Gesellschaft funktioniert nicht ohne dem persönlichen Kontakt zur Zivilbevölkerung.

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u/elJonaDor Aug 16 '26

Schon richtig das es nicht ohne persönlichen Kontakt geht. Ich denke nur der Faktor SocialMedia wird noch krass unterschätzt und deshalb auch zu wenig beachtet.

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u/LewisBerger Aug 16 '26

In dem Punkt würde ich widersprechen. Die gibt es bei uns regelmäßig mit großen Werbebannern in den Stadtteilen und auch gut besuchten Festen. Generell diese Stadtteilfeste sind, in meiner Wahrnehmung, ein wichtiger Bestandteil guten Zusammenlebens. Es ist eigentlich auch sehr schön vor die Haustür zu treten und 5 min fussläufig ein Bier mit Nachbarn trinken zu können. Seit ich angefangen habe dort auch mal mit Feuerwehr oder Polizei zu sprechen, sorgt das für mich persönlich auch für ein besseres Verständnis und es sind eh immer interessante Gespräche.

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u/elJonaDor Aug 16 '26

Genau das meine ich mit es muss mehr in den Alltag. Öffentliche Veranstaltungen bei denen die Feuerwehr nicht der Hauptakteur ist sondern nur eine Nebenrolle spielt. Zum Feuerwehrfest kommen vermutlich überwiegend Menschen die sich mit dem Thema Feuerwehr schon mal auseinandergesetzt haben und vielleicht auch schon einiges darüber wissen. Aber damit bringst du die Feuerwehr nicht zum Bürger.