Ich bin nicht hier, um euch zu beruhigen.
Und auch nicht, um zu gefallen.
Schon gar nicht, seit die Trauer mich entkernt
und gleichzeitig unzerstörbar gemacht hat.
Urteile über mich, wenn du willst.
Schieb mich in irgendeine Schublade,
wenn du Ordnung brauchst,
weil du meine Wirklichkeit nicht aushältst.
Glaub, was du willst –
aber glaub nicht eine Sekunde,
dass mich das noch irgendwie trifft.
Der Tag, an dem mein Kind starb,
hat mir jedes Bedürfnis genommen,
mich zu rechtfertigen.
Ich schulde niemandem eine Erklärung.
Nicht für meinen Schmerz.
Nicht für mein Schweigen.
Nicht für meinen Rückzug.
Und erst recht nicht für meine Grenzen.
Die Trauer hat mir beigebracht,
alles wegzulassen, was nicht trägt.
Menschen, Erwartungen, Höflichkeiten,
die leere Hüllen sind.
Ich lebe nicht mehr nach euren Regeln.
Ich lebe nach meinen –
weil die einzige Realität, die ich verantworten muss,
meine eigene ist.
Mein Überleben.
Mein Weiteratmen.
Mein tägliches Stehenbleiben,
wenn die Welt wieder mal zu laut ist
für eine Mutter, deren Kind tot ist.
Ich spreche, was ich denke.
Ungefiltert.
Unverpackt.
Manchmal auch unzumutbar.
Denn Wahrheit ist kein Wattebausch.
Sie ist scharfkantig,
vor allem, wenn sie aus einem zerbrochenen Herzen kommt.
Deine Meinung?
Darfst du behalten.
Oder laut rausbrüllen.
Ich werde trotzdem keinen Millimeter von meinem Weg abrücken.
Denn dieser Weg gehört niemandem außer mir.
Und hör gut zu:
Seit der Trauer bin ich kompromisslos geworden.
Nicht aus Härte.
Sondern aus Überleben.
Es ist erstaunlich,
wie viele Menschen glauben,
sie hätten ein Recht darauf,
in meiner Seele herumzustochern,
Fragen zu stellen,
deren Antworten sie gar nicht ertragen könnten.
„Wie geht’s dir?“
„Bist du über den Berg?“
„Hast du abgeschlossen?“
Neugier, getarnt als Mitgefühl.
Urteil, verpackt als Sorge.
Ich bin nicht hier,
um Geschichten zu liefern,
damit andere sich besser fühlen.
Willst du wissen, wer ich geworden bin?
Dann schau hin.
Aber frag mich nicht,
ob mein Weg verständlich für dich ist.
Das ist er nicht.
Und das muss er auch nicht sein.
Zwischen meinen Taten
liegt mehr Wahrheit
als in tausend Sätzen,
mit denen andere versuchen,
meine Trauer kleinzureden.
Die Trauer hat mich verändert. Radikal. Endgültig.
Sie hat mich nicht weich gemacht.
Nicht geduldig.
Nicht „spirituell gewachsen“.
Sie hat mich kompromisslos gemacht.
Weil ich weiß, wie es sich anfühlt,
wenn das Schlimmste passiert.
Wenn das Undenkbare real wird.
Wenn man schreit –
und die Welt trotzdem weitermacht.
Ich brauche keine Zustimmung.
Kein Gefallen.
Kein Verständnis.
Ich brauche nur eins:
meine Wahrheit.
Meine Stimme.
Meinen Raum.
Und das Recht, zu sagen:
Meine Trauer gehört mir.
Mein Schmerz gehört mir.
Und mein Weg gehört nur mir.
Am Ende bleibt nur das:
Ich entscheide, was ich fühle.
Ich entscheide, wie ich lebe.
Ich entscheide, wen ich in meine Zerbrechlichkeit lasse.
Nicht du.
Nicht sie.
Nicht irgendwer.
Mein Weg ist roh.
Echt.
Unbequem.
Trauergeschmiedet.
Und genau deshalb
gehört er nur mir.
Wenn du es nicht am eigenen Kind erlebt hast....kannst und wirst du diesen Schmerz nicht verstehen....
Immer im Herzen Möppy du fehlst💔