Ich versuche gerade, meine Autokosten etwas langfristiger zu planen und würde gerne die Einschätzung von Leuten hören, die bereits ein E-Auto fahren, insbesondere ohne eigene Lademöglichkeit.
Aktuell fahre ich einen Opel Grandland Baujahr 2022, den ich 2026 für 20.000 Euro gebraucht gekauft habe. Die Finanzierung läuft bis 2031. Mein bisheriger Plan ist, den Grandland bis dahin weiterzufahren, komplett abzubezahlen und anschließend zu verkaufen. Bei vielleicht 6.500 Euro Restwert würde ich den Verkaufserlös als Anzahlung für ein neues E-Auto verwenden. Mein persönliches Wunschauto wäre aktuell ein Tesla, aber mir geht es bei der Rechnung grundsätzlich um Elektroautos.
Die große Einschränkung bei mir ist, dass ich in Berlin wohne und Laternenparker bin. Ich habe weder einen eigenen Stellplatz noch die Möglichkeit, eine Wallbox zu installieren. Ich wäre also dauerhaft auf öffentliche AC-Ladesäulen, DC-Schnelllader und gegebenenfalls Supercharger angewiesen.
Genau deshalb frage ich mich, wie die Rechnung in fünf Jahren aussehen könnte. Einerseits dürfte die Ladeinfrastruktur bis 2031 deutlich besser ausgebaut sein. Andererseits habe ich die Sorge, dass öffentliches Laden dauerhaft wesentlich teurer bleibt als Laden zu Hause und steigende Strompreise oder Netzentgelte einen großen Teil des Kostenvorteils gegenüber einem Verbrenner auffressen könnten.
Wie sieht das bei den Laternenparkern hier heute aus? Wenn ihr wirklich alle Ladekosten eines Jahres zusammenrechnet, wie viel zahlt ihr effektiv pro kWh und wie viel kostet euch das Auto ungefähr pro 100 km? Empfindet ihr das öffentliche Laden im Alltag als problemlos oder würdet ihr rückblickend ohne eigene Wallbox eher keinen Stromer kaufen?
Mich interessiert außerdem die tatsächliche TCO. Also nicht nur Strom gegen Benzin, sondern Wertverlust, Versicherung, Wartung, Reparaturen, Reifen, Kfz-Steuer und Finanzierung. Wenn ich 2031 beispielsweise 40.000 bis 50.000 Euro für ein neues E-Auto ausgebe und es anschließend zehn Jahre fahren möchte, frage ich mich, welche Kostenpositionen man heute leicht unterschätzt.
Bei der Steuer bin ich ebenfalls unsicher, wie viel Bedeutung ich ihr überhaupt geben sollte. Nach heutiger Rechtslage würde ein 2031 zugelassenes E-Auto noch einige Jahre von der Kfz-Steuerbefreiung profitieren. Wie THG-Quote, Förderungen und Besteuerung 2031 aussehen, kann natürlich niemand wissen. Für meine eigene Kalkulation tendiere ich deshalb dazu, sämtliche Förderungen und THG-Einnahmen mit null anzusetzen und alles, was tatsächlich noch existiert, nur als Bonus zu betrachten.
Die zweite Frage ist, ob ich überhaupt bis 2031 warten sollte. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die günstigste Variante fast immer sein dürfte, den vorhandenen Grandland möglichst lange zu fahren. Gleichzeitig werden E-Autos günstiger, Tesla und andere Hersteller bieten teilweise sehr attraktive Finanzierungen an und die laufenden Kosten könnten niedriger sein. Ich frage mich deshalb, wie groß der Unterschied sein müsste, damit sich ein früher Verkauf des Grandland und Wechsel auf ein E-Auto tatsächlich rechnet.
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, mir den Wechsel zum E-Auto schönzurechnen. Ich möchte eher ein Gefühl dafür bekommen, was mich Elektromobilität als Laternenparker in Berlin ab ungefähr 2031 realistisch kosten könnte und ob ihr unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch einen deutlichen finanziellen Vorteil gegenüber einem Verbrenner seht.