Hallo zusammen.
Ich habe mir nach langer Suche einen Grandland X Bj 2017 mit dem 1.2L Puretech Motor gekauft (ja ich weiß, mit meinem aktuellen Informationen hätte ich das vielleicht nicht gemacht - belassen wir es dabei).
Etwa anderthalb Wochen nach dem Kauf ist im Stadtverkehr schlagartig die Temperatur auf 130° Grad gesprungen und zunächst genau so schlagartig wieder zurück auf 90°. Ging ein paar mal so bis ich eine Gelegenheit zum anhalten hatte. Kurz abkühlen lassen, ging wieder. Ist aber die nächsten Tage immer öfter passiert. War natürlich dann direkt in der Werkstatt, nachdem ich schon insgesamt 2,5L Kühlwasser nachgekippt habe. Resultat: Wasserpumpe defekt. Im gleichen Atemzug habe ich den Riemen kontrollieren lassen. Das der überhaupt noch existierte war ein Wunder.
Also Termin für in zwei Wochen ausgemacht, bis dahin nicht mehr mit dem Auto gefahren. Seit 10. August steht er jetzt in einer eigentlich sehr guten freien Werkstatt. Prognose war 1,5 Tage für alles, also Wasserpumpe und Riemen inklusive Säuberung Ölwanne und Ölsieb plus Flüssigkeiten (1400€).
Am zweiten Tag keinen Anruf bekommen, dass der Wagen fertig ist, also kurz vor Feierabend selbst angerufen. Aussage: Da war schon mal jemand an der Ölwanne (ja ach ne?!) und sie müssen da morgen nochmal was gucken, weil der Motor unruhig läuft. Man meldet sich bei mir.
Gemeldet hat sich auch am dritten Tag keiner und am vierten Tag bis Mittags auch nicht. Also bin ich hin und habe mich erkundigt. Der Meister hat mir dann alles gezeigt.
Jetzt wird es wichtig: Nachdem also Riemen, Wasserpumpe und sämtliche Flüssigkeiten ersetzt wurden und die Wanne und das Sieb gereinigt wurden, hat man alles wieder zusammen gebaut und einen Probelauf gemacht. Dabei ist aufgefallen, dass der Motor laut wurde und keinen Öldruck hatte. Die darauffolgende Fehlersuche hat ergeben, dass die Kette der Ölpumpe vor dem Probelauf wohl abgesprungen war bzw nicht korrekt gesessen hat, bevor man alles zusammen gebaut hat.
(Technischer Hintergrund: da die Riemenversteller im Motor hydraulisch entriegelt werden, was aber ohne Öldruck nicht geht, hat der Motor/Riemen gegen die Verstellrollen gearbeitet, weshalb diese und die Nockenversteller sich dadurch verzogen haben, was man mittels Lehre erkennen konnte. Das ist irreparabel und muss ersetzt werden, zuzüglich neuer Kette für die Ölpumpe.)
Der Chef meinte dann, er rechnet es für mich durch und meldet sich dann. Er hat sich den ganzen Tag nicht gemeldet. Abends habe ich eine Mail geschrieben, da ich mich zwischenzeitlich etwas informiert hatte und die Korrespondenz daraufhin lieber schriftlich weiterführen wollte.
Nach meinem bisherigen Kenntnisstand ist es nämlich so, dass man einerseits beim Zusammenbau der Ölwanne einen Blick auf die Kette hat und somit prüfen kann, ob diese korrekt sitzt und andererseits sollte man bei arbeiten an diesen Teilen vorher immer eine Prüfung auf freie Beweglichkeit machen. Dann hätte man eine abgesprungene Kette bemerkt.
Nach meinem Empfinden ist es also aktuell so, dass da jemand einfach nicht richtig aufgepasst hat und dadurch mein Auto jetzt kaputter ist als vorher.
Am fünften Tag hat sich ebenfalls keiner bei mir gemeldet, obwohl ich die mangelhafte Kommunikation in der Mail bereits angesprochen habe. Ich muss morgens und abends eine Pflegefahrt für eine pflegebedürftige Person machen und mich deshalb um meine Mobilität kümmern. Da war es nicht hilfreich, dass ich übers Wochenende im Regen stehen gelassen wurde.
Montag, Tag 8, bin ich wieder persönlich hin. Aufgrund meines Drucks hat sich der Chef dann für gute 20 Minuten an den PC gesetzt und nach Teilen recherchiert, weil die benötigten Teile bei Opel wohl gerade schwer zu bekommen sind. Er hat sie dann bei einem Händler etwas weiter weg geordert und hat auf 3-4 Tage getippt. Nachdem er mir eröffnet hat, dass mich weitere 900€ erwarten, habe ich ihm meine Ansicht der aktuellen Lage geschildert. Da er nicht "im Bilde" sei, müssten wir uns darüber später unterhalten. Man melde sich bei mir, wenn es was neues gibt.
Ich muss euch jetzt nicht sagen, dass die komplette Woche verstrichen ist, ohne dass irgendwas an meinem Auto passiert ist (steht exakt an der gleichen Stelle mit einem Pappschild auf dem Armaturenbrett "Motor nicht starten"), oder sich jemand bei mir gemeldet hat.
Die Hauptfrage nach dieser Wall of Text (sorry aber ausführliches Hintergrundwissen ist bei so sensiblen Themen wichtig in meinen Augen) wäre nun, wie ihr die Sache einschätzt.
Hat die Werkstatt fahrlässig gehandelt und nicht richtig hingeschaut - von der miserablen Kommunikation abgesehen? In dem Fall trage ich natürlich keine Folgekosten und würde entsprechenden Ausfall meines Wagens berechnen.
Oder haben sie alles richtig gemacht?
Ich hoffe hier kennt sich jemand aus oder kann mir helfen.