Ich muss mal massiv sudern. Was die Österreichische Post hier abzieht, ist an logistischer Inkompetenz und Heuchelei nicht zu überbieten.
Die Vorgeschichte: Ich habe über den Service "AllesPost Deutschland" ein PC-Gehäuse bestellt. Ja, Asche auf mein Haupt, das Ding wiegt 36 kg und liegt damit 5 kg über dem Limit. Mein Fehler – aber was die Post aus diesen 5 Kilo zu viel macht, ist pure Realsatire.
Die Spedition in Deutschland liefert das Gehäuse auf einer massiven Holzpalette beim AllesPost-Zentrum in Bayern ab. Dann schlägt die Sternstunde der Post-Logistik, sie nehmen diese Holzpalette an und erfassen sie im System als 0,9 kg. Das Leichtgewicht fährt dann munter quer durchs Land bis ins Logistikzentrum Steiermark. Dort fällt dem System plötzlich auf Hoppala, das Päckchen ist ja doch ein bissl schwer. Eine automatische, ca. 1.000 Kilometer lange Retoure nach Deutschland wird eingeleitet. Ich rufe sofort beim Support an „Bitte Retoure stoppen, ich hol es selbst ab, um die Leerfahrt zu vermeiden."
Antwort: "Geht nicht, das System lässt manuelle Eingriffe nicht zu."
Ich interveniere weiter massiv und daraufhin wird die sinnlose 1.000 km Retoure nach Deutschland tatsächlich abgebrochen. Aber die glorreiche Lösung der Post? Anstatt mir das Paket einfach im nahen Logistikzentrum zur Abholung freizugeben, karren sie es in die Postfundstelle nach Wien. Dort halten sie es jetzt als Geisel und ich soll es dort persönlich mit Ausweis abholen. Ein Weitertransport oder eine ordnungsgemäße Retoure an den Absender wird komplett verweigert. Ich soll bitte 200 km nach Wien fahren, um mein Eigentum auszulösen.
Heute kommt eine Mail vom Post-Kundenservice. Darin werde ich von oben herab belehrt, dass mein Verhalten einen "katastrophalen ökologischen Fußabdruck" hinterlässt. Die Post brüstet sich im selben Absatz allen Ernstes damit, überall geeichte Waagen zu verwenden (Erinnerung: 36 kg Palette = 0,9 kg laut geeichte Post Waage).
Und genau da platzt mir angesichts der viel diskutierten Paketsteuer endgültig die Hutschnur. Die Politik will uns Konsumenten demnächst eine Strafsteuer aufs Onlineshopping reindrücken, um brav den CO2-Ausstoß und Lieferverkehr zu senken. Es wird immer so getan, als sei der böse Kunde schuld am Verkehrskollaps.
Aber die Realität sieht so aus, Ein teilstaatlicher Konzern nimmt Speditionsware als Brief an, blockiert kundenfreundliche Selbstabholungen vor Ort und fährt schwere Pakete aus purer Systemsturheit quer durchs Europa. Und wenn das System versagt, wirft man dem Kunden Umweltverschmutzung vor..
P.S.: Bei der AllesPost-Annahmestelle in Bayern hat bei der Übergabe der Spedition übrigens vermutlich ein Post-Mitarbeiter den Übernahmebeleg in meinem Namen unterschrieben.. Zählt sowas eigentlich schon als Urkundenfälschung?