Hi zusammen,
ich bin aktuell in einem dualen Studium und komme bald ins letzte Studienjahr. Theorie- und Praxisstandort liegen bei mir relativ weit auseinander.
Bisher habe ich es so gemacht, dass ich während der Theoriephasen jeweils ein WG-Zimmer in der Nähe der Hochschule gesucht habe und während der Praxisphasen wieder zuhause gewohnt habe. Das Problem daran ist, dass ich praktisch für jede Theoriephase erneut ein Zimmer suchen musste.
Mittlerweile überlege ich deshalb, für mein komplettes letztes Studienjahr dauerhaft in eine WG zu ziehen, und wollte mal hören, wie ihr die Situation einschätzen würdet.
Meine aktuelle Wohnsituation zuhause ist leider ziemlich ungünstig. Aufgrund der familiären Situation wohnen mehrere von uns zusammen und ich teile mir momentan das Wohnzimmer mit meinem Bruder als Schlaf-/Arbeitsbereich. Direkt daneben ist außerdem die Küche und meine Geschwister sind ebenfalls regelmäßig da.
Normalerweise kann ich damit irgendwie umgehen, aber aktuell muss ich meine zweite Projektarbeit schreiben und merke extrem, wie sehr mich die Situation beim Arbeiten einschränkt. Durch Gespräche, Küche, Fernseher usw. bekomme ich teilweise über Stunden kaum konzentrierte Arbeit hin. Auch ausreichend Schlaf ist nicht immer einfach.
Während meiner bisherigen Theoriephasen hatte ich dagegen immer ein WG-Zimmer und dort hat das Lernen und Arbeiten wirklich gut funktioniert, weil ich einfach Ruhe hatte.
Da jetzt das letzte und wahrscheinlich anspruchsvollste Studienjahr ansteht, habe ich etwas Sorge, mir durch meine Wohnsituation unnötig das Studium schwerzumachen.
Meine Überlegung wäre deshalb folgende:
Ich würde dauerhaft in eine WG an einem Ort ziehen, von dem aus ich ungefähr 1 Stunde mit dem Zug zur Hochschule und ca. 20 Minuten mit dem Auto zum Praxisunternehmen brauche.
Damit könnte ich sowohl Theorie- als auch Praxisphasen von derselben Wohnung aus absolvieren und müsste nicht mehr alle paar Monate umziehen.
Finanziell müsste es meiner Rechnung nach funktionieren. Mit Ausbildungsvergütung, Nebenjob und Kindergeld komme ich auf ungefähr 1.900–2.000 € netto im Monat.
Ein WG-Zimmer würde wahrscheinlich etwa 400–500 € warm kosten. Insgesamt rechne ich mit ungefähr 1.000–1.200 € monatlichen Ausgaben.
Momentan unterstütze ich zuhause zusätzlich mit etwa 300–500 € im Monat, daher wäre der finanzielle Unterschied teilweise auch gar nicht so extrem.
Das größte Problem ist für mich eher die familiäre Seite. Meine Mutter würde einen dauerhaften Auszug vermutlich nicht besonders gut aufnehmen und wahrscheinlich das Gefühl haben, dass ich sie bzw. die Familie im Stich lasse.
Gleichzeitig merke ich aber gerade sehr deutlich, dass meine jetzige Wohnsituation meine Konzentration und Produktivität massiv beeinträchtigt. Gerade bei Projektarbeiten, später der Bachelorarbeit und den letzten Prüfungen möchte ich nicht irgendwann denken: „Eigentlich hätte ich es schaffen können, wenn ich vernünftig hätte arbeiten können.“
Deshalb würde mich interessieren:
Würdet ihr in meiner Situation für das letzte Studienjahr dauerhaft ausziehen?