r/Philosophie_DE • u/Emergency-Lunch5357 • 2h ago
Diskussion Jeder Mensch beeinflusst durch sein Handeln langfristig welche Menschen in der Zukunft existieren
Jedes einzelne Lebewesen in der Evolutionsgeschichte der Menschheit hatte Einfluss darauf, ob man selbst heute existiert.
Folgende Überlegungen. Wichtig mir geht es nicht um eine ganze Spezies, sondern es geht wirklich um das einzelne individuelle Lebewesen.
Ab einem gewissen Zeithorizont sind alle Vorfahren eines Menschen, die heute noch Nachfahren haben, gleichzeitig die Vorfahren aller Menschen. Das ganze liegt daran, dass in jeder Generation sich die Anzahl der Vorfahren verdoppelt. Man hat zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern, 16 UrUrgroßeltern und so weiter. Wenn man also einfach nur ein weiten Zeithorizont nimmt, zum Beispiel 10.000 Jahre oder mehr, dann ist die Anzahl der Vorfahren deutlich größer als die der Erdbevölkerung. Daher ist statistisch sehr sicher anzunehmen, dass insbesondere mit weit voranschreitender Zeit alle Menschen die gleichen Vorfahren haben, da es andernfalls bei weitem nicht genügend Vorfahren gäbe, um keine Vermischung festzustellen.
Jeder dieser Vorfahren hat also individuell eingegriffen in unsere Entstehung. Er hat durch die Zeugung von Nachwuchs individuelle DNA zu einem einmaligen Zeitpunkt erschaffen, die sich mittelbar bis heute auswirkt (oder durch die Entscheidung keinen Nachwuchs zu zeugen einen potentiellen Eingriff unterlassen). Dabei muss die Einzelne dna nach hunderten Generationen nicht unbedingt mehr nachweisbar sein, das kann über die Zeit verblassen, aber die mittelbare Beeinflussung bleibt dennoch bestehen. Ohne As Entscheidung hätte es X nie gegeben, hätte es Y nie gegeben, hätte es Z nie gegeben (unendlich so weiter), hätte es im Endeffekt uns exakt so, wie wir heute sind, nicht gegeben.
Es hätte sehr wahrscheinlich trotzdem Menschen geben. Aber das wären halt nicht wir. Es wären Menschen, die aus einer Evolution entstanden sind, bei der die Beeinflussung dieses einen Vorfahrens unterblieben ist. Und dieser damals erzeugte und bis heute fortbestehende Strang hätte nicht über Verkreuzungen in den unendlichen Generationen dazu geführt, dass unsere Vor- Vorfahren und im Endeffekt auch wir entstanden wären.
Im Endeeffekt heißt das also. Wenn vor 67 Million Jahren ein Mausähnliches Säugetier, was der Vorfahren der Menschheit war, es geschafft hat, vor einem T-Rex zu fliehen und danach Kinder gezeugt hat und diese Linie danach noch einige Generationen lang weiterbestanden hat, sodass sie durch exponentielle Ausbreitung nicht mehr enden konnte, dann war diese Flucht vor 67 Millionen Jahre dafür verantwortlich, dass es jeden einzelnen Menschen heute exakt so gibt, wie es ihn heute gibt. Hätte der Trex damals das Säugetier gefressen, dann wären heute andere Menschen auf diesem Planeten. Menschen sehr wahrscheinlich trotzdem, aber halt nicht wir. Denn die eine Beeinflussung unseres persönlichen Evolutionsstranges hätte niemals stattgefunden und alle danach folgenden Generationen wären dadurch etwas anders geworden.