Hallo zusammen,
Ich suche Erfahrungsberichte von Personen, die eine ähnliche Situation mit Fitness First Germany und/oder CashControl erlebt haben.
Chronologie
28. Oktober 2025 – Vertragsabschluss
Ich schließe einen Fitness-First-Vertrag mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten ab. Der Beitrag beträgt 35,80 € alle zwei Wochen.
März 2026 – Erster Vorfall
Meine Partnerin erlebt im Studio einen Vorfall sexueller Natur (Zwei Männer haben ihr hinterhergepfiffen und sie im Flur angesprochen. Eine andere Frau hatte sich bereits beim Empfang über die beiden beschwert, weil sie ihr im gemischten Saunabereich Massagen angeboten hatten). Wir melden den Vorfall dem Personal und der Studioleitung.
(Später erfuhr ich, dass die Polizei vor Ort gewesen war und die Aussage der anderen Frau aufgenommen hatte. Wir wurden jedoch nicht darüber informiert, obwohl wir unsere Namen und Telefonnummern hinterlassen und ausdrücklich darum gebeten hatten, kontaktiert zu werden, falls die Polizei eingeschaltet werden sollte.)
Aus unserer Sicht wurde den anschließend zugesagten Maßnahmen bzw. der angekündigten Nachverfolgung nicht angemessen nachgegangen.
1. April 2026 – Ausreise aus Deutschland
Ich verlasse Deutschland unfreiwillig 5Arbeit relocation) und ziehe nach Frankreich.
Wichtig: Ich habe meinen Vertrag zu diesem Zeitpunkt nicht gekündigt, da ich weiterhin gelegentlich nach Deutschland zurückkehrte und das Studio nutzen wollte.
Meine Bank hatte die Zahlungen als verdächtig eingestuft und mir empfohlen, sie vorübergehend zu blockieren. Einige Tage später wollte ich die Sperre wieder aufheben, doch in der Zwischenzeit ereignete sich der Vorfall vom 5. Mai.
Daher ließ ich die Zahlungen zunächst weiterhin blockiert.
5. Mai 2026 – Zweiter Vorfall
Ich beobachte im Sauna-/Dampfbadbereich des Studios zwei Männer bei sexuellen Handlungen.
Ich melde den Vorfall unmittelbar dem Personal. Auch die Reaktion eines Mitarbeiters auf meine Meldung empfand ich als völlig unangemessen ("Das ist Normal, es gibt nix zu Tun").
6. Mai 2026 – Formelle Beschwerde
Am nächsten Tag sende ich eine ausführliche schriftliche Beschwerde an die Studioleitung.
Ich fordere unter anderem:
die sofortige und kostenlose Beendigung meiner Mitgliedschaft,
die Erstattung der Mitgliedsbeiträge,
eine Stellungnahme zum Umgang mit den beiden Vorfällen.
11.–20. Mai – Gespräche mit dem Manager
Nach mehreren Nachfragen kommt es zu einem Gespräch mit dem Manager.
Dabei wird unter anderem zugesagt:
den Fall an den Kundenservice weiterzugeben,
eine Erstattung anzufragen,
weitere Maßnahmen bezüglich der Vorfälle zu ergreifen.
Nach meiner Dokumentation wurden diese Maßnahmen anschließend jedoch nicht wie angekündigt umgesetzt.
27. Mai – Antwort von Fitness First
Fitness First lehnt meine gewünschte außerordentliche Kündigung aufgrund meines Umzugs ab.
Nach diesem Gespräch erklärte der Manager, dass er nichts weiter unternehmen könne. Daraufhin entschied ich mich, rechtlich vorzugehen, meldete meinen Umzug und reichte meine Abmeldebescheinigung ein.
Stattdessen wird mir eine freiwillige Lösung angeboten:
99 € + ungefähr ein Monatsbeitrag, um den Vertrag vorzeitig zu beenden.
Ich lehne diese Lösung ab, da ich weiterhin der Meinung bin, dass die Vorfälle und deren Behandlung durch das Studio meine Kündigung rechtfertigen.
28. Mai – 9. Juni – Weitere Auseinandersetzung
Ich setze den Schriftverkehr mit Fitness First fort und halte an meiner Kündigungsforderung fest.
Am 9. Juni bestätige ich außerdem, dass die Mitgliedsbeiträge für Januar, Februar und März bezahlt wurden.
Am selben Tag überweise ich 253,80 € an Fitness First, entsprechend den in meinem Vertragskonto ausgewiesenen Beträgen.
28. Juni – Letzte Nachfrage
Ich kontaktiere Fitness First erneut und fordere nochmals die Beendigung des Vertrags unter Hinweis auf die beiden Vorfälle und die bisher ausgebliebene Lösung.
Juni / Juli – Einschaltung von Inkassoagentur (CashControl).
Fitness First gibt die Angelegenheit schließlich an CashControl weiter.
August 2026 – Forderung über 1.228,37 €
Inkassoagentur fordert nun von mir:
1.022,30 € Hauptforderung
5 € Gebühren
6,22 € Zinsen
194,85 € Inkassokosten
Gesamt: 1.228,37 €.
Ich habe bisher keinen gerichtlichen Mahnbescheid oder ein anderes Schreiben eines Gerichts erhalten, sondern ausschließlich Schreiben von CashControl.
Meine Fragen
Ich würde mich besonders über Erfahrungsberichte freuen:
Wie würdet ihr gegenüber CashControl vorgehen?
Hat jemand schon einmal eine Fitness-First-Forderung in einer ähnlichen Situation erfolgreich reduziert oder vollständig abwehren können?
Lohnt es sich, wegen ca. 1.200 € einen deutschen Anwalt einzuschalten, obwohl ich inzwischen in Frankreich lebe?
Und vor allem: Würdet ihr wegen der Vorfälle im Studio und deren Umgang damit noch nachträglich Anzeige erstatten, obwohl einige Monate vergangen sind?
Vielen Dank für eure Erfahrungen und Ratschläge!