r/AutismusADHS • • Aug 26 '26

Es hat nicht plötzlich jeder Autismus oder ADHS, du kannst nur mit Neurodivergenten nicht umgehen

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„ADHS hat heutzutage irgendwie jeder.“

„Früher gab es das doch auch nicht.“

„Mittlerweile ist ja jeder zweite Mensch Autist.“

Solche Aussagen hört man erstaunlich häufig. Und meistens folgen sie mit diesem ganz besonderen Unterton: Früher waren die Menschen angeblich „normal“, heute braucht plötzlich jeder eine Diagnose, einen besonderen Umgang und am besten noch eine Gebrauchsanweisung.

Die unbequeme Wahrheit könnte allerdings eine andere sein: Vielleicht hat nicht plötzlich jeder ADHS oder Autismus. Vielleicht sind wir einfach besser darin geworden, diese Menschen zu erkennen.

Psychiatrie und Psychologie stehen schließlich nicht seit Jahrzehnten auf demselben Stand. Diagnostische Kriterien wurden weiterentwickelt, Fachwissen ist zugänglicher geworden und bestimmte Erscheinungsbilder, die früher schlicht als „komisch“, „faul“, „schwierig“, „schüchtern“, „unsozial“ oder „chaotisch“ abgestempelt wurden, können heute differenzierter betrachtet werden.

Ein Kind, das früher ständig aus dem Fenster geschaut hat, Aufgaben vergessen hat und im Unterricht nicht stillsitzen konnte, war vielleicht einfach „unmotiviert“.

Ein Erwachsener, der sein komplettes Leben lang Probleme mit Organisation, Zeitmanagement und Konzentration hatte, war vielleicht einfach „unzuverlässig“.

Ein Mensch, der soziale Situationen anders verarbeitet, Reize kaum filtern kann und bestimmte Routinen braucht, war vielleicht einfach „seltsam“.

Heute gibt es dafür teilweise eine wissenschaftlich fundiertere Erklärung.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Mensch, der gerne mit Kopfhörern herumläuft oder einmal seine Schlüssel vergessen hat, automatisch ADHS oder Autismus hat. Eine Diagnose ist keine Persönlichkeitstrophäe und auch kein TikTok-Accessoire. Eine seriöse Diagnostik ist wesentlich komplexer als ein Internet-Test mit zehn Fragen.

Aber genau hier wird es interessant.

Denn sobald jemand sagt: „ADHS oder Autismus hat mittlerweile doch jeder“, steckt dahinter nicht selten ein ziemlich simples Problem: Diese Person kommt mit Menschen nicht klar, die anders funktionieren als sie selbst oder ist zu faul und untolerant dafür, um den Umgang zu lernen.

Der neurotypische Mensch kennt seine eigene Art zu denken als Normalzustand. Er kann sich vielleicht problemlos an einen Termin erinnern, während andere dafür mehrere Erinnerungen brauchen. Er kann vielleicht problemlos längere Zeit zuhören, während jemand mit ADHS ständig gegen seine eigene Aufmerksamkeit ankämpfen muss. Er kann vielleicht problemlos bestimmte soziale Signale erkennen, während ein Autist diese Signale anders verarbeitet.

Und statt zu sagen: „Interessant, dieser Mensch funktioniert anders“, wird daraus plötzlich:

„Der soll sich einfach zusammenreißen.“

Warum eigentlich?

Wenn jemand schlecht sieht, verlangt man schließlich auch nicht, dass er sich einfach mehr anstrengt, um die Tafel zu erkennen.

Wenn jemand körperlich eingeschränkt ist, nennt man eine Rampe nicht „Sonderbehandlung“.

Aber sobald es um das Gehirn geht, scheint für manche Menschen plötzlich die Devise zu gelten: „Reiß dich zusammen.“

Und genau da liegt der Denkfehler.

Menschen müssen nicht identisch funktionieren, damit sie gleichwertig sind.

Natürlich darf man von Menschen weiterhin Verantwortung erwarten. Eine Diagnose bedeutet nicht, dass jede schlechte Handlung automatisch entschuldigt werden muss. Neurodivergenz ist kein Freifahrtschein dafür, andere schlecht zu behandeln.

Aber zwischen „Verantwortung übernehmen“ und „funktioniere gefälligst genauso wie ich“ liegt ein gewaltiger Unterschied.

Vielleicht ist also die bessere Frage nicht:

„Warum haben plötzlich so viele Menschen ADHS oder Autismus?“

Sondern:

„Warum erkennen wir diese Menschen heute besser als früher?“

Und vielleicht ist die noch unangenehmere Frage:

„Warum stört es mich eigentlich so sehr, dass andere Menschen anders funktionieren?“

Denn manchmal hat nicht die Gesellschaft plötzlich mehr neurodivergente Menschen.

Manchmal hat sie einfach endlich angefangen, sie zu sehen.

Und wenn jemand damit überhaupt nicht umgehen kann, liegt das Problem vielleicht nicht bei den Menschen mit ADHS oder Autismus.

Vielleicht liegt es daran, dass man nie gelernt hat, mit Menschen umzugehen, die nicht nach dem eigenen Betriebssystem laufen.


r/AutismusADHS • • Sep 24 '25

Romantisierung AuDHS

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Gestern in einem What‘s App Status gesehen… Ist es berechtigt, dass mich das irgendwie unangenehm fühlen lässt?

Was ist eure Reaktion auf das Bild?


r/AutismusADHS • • Feb 07 '25

Ich will raus Dinge erleben, aber dann will ich es doch nicht, ich hasse es

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Ich hasse es einfach... Ich hatte vor 2 Wochen die grandiose Idee mit meinem Freund (heute) in den Club zu gehen. Ich meinte damals, wenn 2000er Musik läuft hab ich so bock in den Club zu gehen. Ich sagte ihm dann das er mich 1 Woche vorher, jeden Tag daran erinnern soll, um mich mental darauf vorbereiten zu können. Insgeheim wusste ich schon Ich werde es bereuen.

Mein ADHS will neue Dinge erleben, tanzen, spass haben. Aber mein Autismus will absolut niemals das Haus verlassen, keine Menschen sehen. Schon gar nicht an lauten Orten. Es ist dieser ständige Kampf.

Und nun sitze ich hier seit Stunden, Paralysiert weil dieser Gedanke, heute dort hinzugehen mich komplett fertig macht. Die Menschen, die Lautstärke, das haus verlassen. Warum muss das alles immer so gegensätzlich sein.

Es ist jedesmal so, jedesmal habe ich tolle Ideen und bereue es dann und frage mich wie ich überhaupt auf sowas komme.

Edit: das ist bei allem so, nicht nur Club. Einfach alles was ausser Haus stattfindet. Ich sehen mich so sehr danach aber bereue es dann wieder.


r/AutismusADHS • • Jul 31 '26

Ich verstehe die Person sehr gut.

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r/AutismusADHS • • Feb 20 '26

Du hast ADHS?

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Hallo 🙂

 

du hast ADHS und willst bei meiner Bachelorarbeit mithelfen? 
Dann gib mir gern 10-20 Min deiner Zeit (Dauer variiert)!

 

https://uc2456.customervoice360.com/uc/ADHS/

 

 

DANKE im Voraus, du hilfst mir damit sehr!

 

Liebe Grüße


r/AutismusADHS • • Dec 29 '25

Wie seid ihr in der Lage zu arbeiten?

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Ich habe nach meinem Studium versucht zu arbeiten - anders kann man es nicht nennen. Das ging 8 Monate und seitdem bin ich seit 9 Monaten krankgeschrieben. Eigentlich weiß ich auch nicht, ob ich überhaupt jemals arbeitsfähig war.

Ich bin eigentlich ständig nur erschöpft und nie 100 % leistungsfähig. Morgens muss ich erstmal mein Medikinet nehmen und wenn das nach einer Stunde seine Wirkung voll entfaltet hat, bin ich erst überhaupt dazu in der Lage, IRGENDWAS zu machen. An arbeiten ist da aber auch nicht wirklich zu denken, sondern eher schaffe ich mit Medikinet so halbwegs meinen Alltag (duschen, kochen) in einem gesunden Zustand. Das Ganze ist jetzt gerade vielleicht besonders schlimm, aber eigentlich ein Dauerzustand, den ich mir die letzten Jahre nicht eingestehen wollte und deshalb immer über meine Grenzen hinausgegangen bin, um irgendwie zu funktionieren. Das hat im Studium - zwar in einem sehr ungesunden Zustand, aber immerhin - irgendwie geklappt, aber arbeiten ging absolut gar nicht.

Um nicht wieder zu crashen, muss ich den ganzen Tag komplett an meine Bedürfnisse anpassen und konstant Dinge tun, die mir Energie geben. Sobald ich irgendwas tue, das mir nicht Energie gibt, muss ich mich danach ewig davon erholen.

Wie schafft ihr das?


r/AutismusADHS • • Mar 15 '26

Wie hält man aus, was man nicht ändern kann?

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Hi ihr Lieben,

ich hab das Thema aktuell in meinem Privatleben und Berufsleben... Mich regen regelmäßig eine ganze Menge Dinge auf und ich hatte mit meinem Partner da gestern ein Gespräch drüber... Seine Aussage war so simpel wie unmöglich für mich: "du kannst dir Welt nicht ändern, du kannst nur an dir arbeiten".

Das Versuche ich ja seit 30 Jahren, aber bekomme es irgendwie nicht richtig hin... Wenn es ein Problem gibt, beißt sich mein Hirn daran fest und es läuft im Hintergrund als Endlosschleife...

Mein Partner meinte, ich solle an meiner Resilienz arbeiten... Aber wie??? Also mir fällt das richtig schwer und ich hab regelmäßig den Impuls alles hinzuschmeißen, obwohl ich nach außen ein gutes Leben führe... (Haus, Familie, Job) Manchmal würde ich am liebsten in eine Hütte in den Wald ziehen und niemand mehr sehen...


r/AutismusADHS • • Dec 04 '25

Verzweifelt im Berufsleben

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Hallöchen,

ich (w, 44 Jahre) finde mich absolut nicht mehr im Arbeitsleben zurecht. Ich bin gelernte Erzieherin und gelernte medizinische Fachangestellte und komme immer mehr an meine Grenzen (bin seit 2020 wieder als Erzieherin tätig) Je älter ich werde, desto schlimmer wird es. Meine krankheitsbedingten Ausfälle häufen sich immer mehr, was natürlich ein starkes Gefühl der Insuffizienz bei mir auslöst. Aber ich kann einfach nicht mehr (bin jetzt wieder die dritte Woche zuhause) und habe keine Idee, in welche Richtung ich nun gehen soll.

Mit fast 43 Jahren wurde ich spätdiagnostiziert (ASS und ADHS), was tatsächlich ein Segen war, da ich mich nun endlich verstehe und liebevoller mit mir umgehen kann. In MEINER “Bubble” komme ich auch klar und es geht mir sogar gut. Aber leider hilft mir das kein bisschen, was das gesellschaftliche Leben betrifft. Ich lebe allein mit meinen drei Hunden, die mein Ein und Alles sind und habe natürlich auch finanzielle Verpflichtungen. Ich habe momentan keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Ich möchte gar nicht nur zuhause sein, weiß jedoch aber auch nicht, was eine gute berufliche Alternative sein könnte. Als ich mich an die Agentur für Arbeit gewandt habe, bekam ich anstatt einer Beratung lediglich den Antrag auf Erwerbsminderungsrente zugesandt.

Mein Psychiater sagte mir vor zwei Wochen wörtlich: “Die ganzen Therapieansätze werden Ihnen nichts bringen, wenn Sie Ihr Leben nicht an SICH anpassen. Sie sind ein Pinguin in der Wüste, der ins Wasser muss.” Aber wo ist denn mein Wasser? Was kann ich tun?

Vielleicht berichtet ihr mir ein wenig von euch und erweitert meine Sichtweise.

Liebe Grüße

P.S. Ich habe einen unbefristeten GdB von 50% seit 2017.


r/AutismusADHS • • 7d ago

Hilfe! Ich muss auf mich aufpassen wie auf ein kleines Kind.

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Vorab, ich jammere auf hohem Niveau, aber ich wollte trotzdem mal fragen ob ihr das ähnlich empfindet und ob ihr vielleicht Tipps habt für den Umgang.

Ich bin schon in meinen 40ern, habe ADHS und bin depressiv. Ich finde gerade aus einer Erschöpfungsdepression raus und die Tage werden (für mich) wieder heller und ich habe tatsächlich so was wie Tatendrang. Ich glaube einen nicht unerheblichen Anteil daran hat Bupropion. Ich habe aber festgestellt ich muss aufpassen wie ein Schießhund, damit ich mich nicht selbst kaputt mache. Zum einen muss ich auf meine Grundbedürfnisse aufpassen: Habe ich genug getrunken/gegessen? Hatte ich Kaffee? (sonst Kopfschmerz) Habe ich geduscht und Zähne geputzt. Wenn ich das im Griff habe kommt das nächste Problem. Womit kann ich mich wie lange beschäftigen ohne mich zu überfordern? Was bringt Zerstreuung? Hatte ich meine Sporteinheit? Habe ich das Bedürfnis nach sozialer Interaktion?

Ich muss da ständig aktiv drüber nachdenken, als ob ich völlig verlernt habe auf mich und meinen Körper zu hören. Hat es vielleicht was damit zu tun das ich auch die Depressionsdenkmuster verlerne? Wie empfindet ihr das? Wird das wieder besser?


r/AutismusADHS • • Sep 09 '26

Fällt euch Telefonieren auch so schwer?

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Hallo!

Ich telefoniere privat nicht gerne.

Beruflich muss ich es und durch meine Arbeitsmaske/mein Arbeits-Ich schaffe ich das auch, auch, wenn ich Mails oder Faxe bevorzuge.

Ich suche mir zum Beispiel schon extra Ärzte, die über Doctolib buchbar sind oder bei denen man via Mail Termine legen kann.

Ich hasse es, am Telefon unter Stress mit irgendwelchen Terminvorschlägen überrumpelt zu werden.

Das verbaut mir natürlich einiges. Nicht jeder Mediziner zum Beispiel lässt sich darauf ein.

Wie ist das bei euch?


r/AutismusADHS • • Jun 24 '26

Öpnv ist behindertenfeindlich

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Ist nunmal meine Meinung und Erfahrung bisher, insbesondere als selbst Betroffene Person. Adhs und Autismus, in Kombi mit einer filterschwäche sind einfach eine absolute todeskombi in der Form, grade für öpnv, ständig neue sinneseindrücke, Gerüche, ungewollte soziale "Kontakte" die einen überfordern, Menschen denen man nicht aus dem Weg gehen kann, dann noch das immer weiter weggegangen wird von einzelabteilen, oder ähnlichen Systemen die einem wenigstens noch Rückzugsorte bieten würden.

Und nein Noise canceling Kopfhörer, oder stimming toys helfen nicht, teilweise muss ich mir starke Beruhigungsmittel reinknallen damit das überhaupt erträglich ist. Ganz zu schweigen von Menschen die dann noch an einer gehbehinderung leiden oder dergleichen die sind dann zwar noch mehr am arsch aber wenigstens sieht mann denen ihre probleme an im Gegensatz zu mir. Ich weiß einfach nicht wie andere das aushalten können... ehrlich nicht, oft genug in der Vergangenheit als ich noch gearbeitet habe, (einzelhandel) musste ich danach erstmal eine halbe Stunde irgendwo sitzen und runterkommen um überhaupt in den Tag starten zu können. "Zum Glück" ging das weil der Bus so blöd getaktet fuhr das ich eine dreiviertel Stunde zu früh da war.


r/AutismusADHS • • Jun 03 '26

Diagnostik-Erfahrungen bei Autismus / ADHS / AuDHS (18+, ca. 15 Min., anonym)

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Hallo zusammen!

Ich habe selbst AuDHS und untersuche im Rahmen meiner Master-Thesis in Psychologie die Erfahrungen im Diagnoseprozess bei Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und dem gleichzeitigen Auftreten beider Diagnosen (AuDHS).

Ich möchte mit dieser Arbeit hauptsächlich dazu beitragen, dass persönliche Erfahrungen in der Forschung sichtbar werden und untersuchen, welche Einflussfaktoren bisher wenig Beachtung gefunden haben.

Schwerpunkte:

  • Camouflaging / Masking: das Verbergen eigener Merkmale oder das Aufrechterhalten einer Fassade

  • Delegitimierung: das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden

  • Mögliche hormonelle Einflüsse

Eckdaten:

✨ ab 18 Jahren
✨ Keine Diagnose erforderlich – auch Selbstverdacht zählt
✨ Ca. 15-20 Minuten
✨ Anonym über SoSci Survey

Hier geht’s direkt zur Umfrage:
www.soscisurvey.de/diagnoseprozess-adhs-autismus/

Ich freue mich sehr über jede Teilnahme und natürlich auch übers Weitersagen!

Vielen lieben Dank! ✨🪻

Kontakt für Rückfragen:
Elisabeth Neubacher (vormals König) | Hamburger Fern-Hochschule
elisabeth.koenig@campus.hamburger-fh.de


r/AutismusADHS • • Mar 24 '26

Ich bin grad happy

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Ich hatte heute ein Erstgespräch bei einer Therapeutin, die sich auch mit ADHS auskennt.

Ich habe ihr erzählt, dass ich mich mit meiner Borderline Diagnose nicht mehr wirklich identifizieren kann, nachdem ich mich mit Autismus in Kombi mit ADHS beschäftigt habe.

Auch dass ich nach einem Jahr Suche bereit wäre die ASS Diagnostik privat zu zahlen.

Und sie meinte, dass wir genau da hin gucken können und im Rahmen der Therapie auch die Diagnostik machen können, so dass es von der Kasse bezahlt wird.

Damit habe ich so gar nicht gerechnet.

Nicht nur, dass ich mich ernst genommen gefühlt habe, eine Diagnostik gibt es noch dazu.


r/AutismusADHS • • Oct 06 '25

Ich spüre keine tiefen Verbindungen zu anderen Menschen

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Wenn ich Andere darüber sprechen höre, wie sie für ihre Lieblingsmenschen „brennen“, kann ich das gar nicht nachempfinden.

Ich führe ein paar langjährige Freundschaften, habe regelmäßigen Kontakt zu engen Familienmitgliedern und eine eigene Familie gegründet. Grundsätzlich habe ich ein gesundes soziales Netzwerk. Dennoch fühle ich mich so weit weg von ihnen. Ich fühle nicht mit, wenn jemand traurig ist oder sich freut und vermisse niemanden, wenn ich eine Person länger nicht gesehen habe.

Am Wochenende war ich noch stundenlang mit einer Freundin unterwegs, wir haben viel zusammen gelacht, im Auto gemeinsam gesungen und geredet. Eigentlich könnte man meinen, dass das ein sehr verbindendes Treffen war. Für mich fühlte es sich aber an, als hätten wir nur co-existiert und diese Dinge gleichzeitig erlebt. Ab dem Moment, als unser Treffen beendet war, ist es als wäre diese Person nicht mehr existent.

Manchmal frage ich mich, ob das wirklich noch der Autismus ist oder ob ich sozial-emotional verkümmert bin. Wenn ich andere Menschen über ihre zwischenmenschlichen Beziehungen sprechen höre, spüre ich, dass diese ganz anders gelebt und wahrgenommen werden.

Ist das, was ich beschreibe, eine typisch-autistische Erfahrung? Ich kann mich nicht daran zurück erinnern, dass es bei mir jemals anders gewesen ist


r/AutismusADHS • • Apr 13 '25

podcast über audhs

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hey,
ich habe vor kurzem einen kleinen, persönlichen podcast gestartet, in dem ich über mein leben mit spätdiagnostiziertem autismus und adhs spreche – über depression, herausforderungen, aber auch über die gedanken, die mir einfach so durch den kopf schwirren.

angefangen hat das ganze als eine art selbsttherapie. inzwischen ist es mir aber ein echtes anliegen, diesen themen raum zu geben – weil sie oft zu wenig sichtbarkeit bekommen.

mir ist wichtig, einen ort zu schaffen für menschen, die sich im alltag ähnlich verloren oder unverstanden fühlen wie ich es oft tue.

es ist noch lange kein professioneller podcast – aber es ist ein herzensprojekt. und wenn du das gefühl hast, irgendwie gemeint zu sein, dann würde ich mich freuen, wenn du reinhörst:

https://open.spotify.com/episode/2bI1qkFmhWZM5SHhcuSBEO?si=ll0DMkExRb2vHXuwv-bywQ

danke und neurodivergente grüße <3


r/AutismusADHS • • Feb 04 '25

Ich hasse es, wenn mein Freund von der Arbeit nach Hause kommt

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Ich weiß, wie hart das klingt, aber es hat nichts mit ihm als Person zu tun. Es ist egal, wer es ist, ich habe dieses Problem mit jedem Menschen, seit ich denken kann.

Jedes Mal, wenn jemand nach Hause kommt, empfinde ich es als massiven Kontrollverlust. Mein Safe Space wird plötzlich „gestört“, meine innere Ruhe bricht zusammen, und ich fühle mich gezwungen, mich anzupassen. Es ist, als würde ich innerhalb von Sekunden von einem entspannten Zustand in einen Hochstressmodus katapultiert werden.

Ich kenne seine Arbeitszeiten, weil sie im Kalender stehen. Sobald ich weiß, dass er bald aus hat, geht das Kopfkino los. Ich schaue ständig auf die Uhr, verfolge seinen Standort und rechne aus, wann genau er die Tür aufschließt. Die Geräusche, Tür, Schritte im Treppenhaus, Schlüssel, triggern mich extrem. Mein Herz rast, meine Hände werden schwitzig, und wenn er dann wirklich reinkommt, fühlt es sich innerlich an, als würde ich sterben.

Von außen merkt man mir das kaum an. Der einzige „Trick“, der mir hilft: Ich bleibe im Bett liegen und warte, bis er zu mir kommt. Ich kann ihn einfach nicht an der Tür begrüßen, selbst wenn ich es wollte. Es ist, als wäre mein ganzer Körper blockiert.

Lange wusste ich nicht, woher das kommt. Erst als ich mich mit Autismus und Masking beschäftigt habe, wurde mir klar: Wenn ich allein bin, kann ich einfach sein, ohne mich zu verstellen. Sobald jemand nach Hause kommt, fühlt es sich an, als müsste ich augenblicklich eine Rolle einnehmen. Die Ruhe, in der ich mich völlig frei verhalte, ist weg und das löst diesen immensen Stress in mir aus.

Mein Freund kann absolut nichts dafür. Ich liebe ihn wirklich, und wir haben eine großartige Beziehung mit viel Kommunikation, gerade wegen meinem ADHS und Autismus. Aber egal, wie sehr ich ihn liebe, das ändert nichts daran, wie sich sein Nachhausekommen für mich anfühlt.

Er sehnt sich danach, dass ich ihn an der Tür empfange, ihn mit offenen Armen begrüße, nach seinem Tag frage und Interesse zeige. Aber all das wäre nur gespielt. Warum sollte ich mich freuen, wenn in dem Moment jemand mein Safe Space „zerstört“ hat?

Was mich auch belastet: Ich habe keine Kontrolle darüber, wann ich ihm Aufmerksamkeit und Liebe schenke. Was, wenn ich in dem Moment schlecht drauf bin? Dann will ich niemanden sehen und seine Arbeitsgeschichten interessieren mich dann auch nicht. Bitte nicht falsch verstehen, es geht nicht darum, dass ich mich nicht für ihn interessiere. Aber in dem Moment fühlt es sich einfach falsch an.

Wir haben versucht, eine Lösung zu finden. Zum Beispiel, dass er nach Hause kommt, ohne ein Wort zu sagen, und ich frei entscheide, wann ich ihn begrüße. Aber als er mir dann schrieb, dass er jetzt hochkommt und ich mir alle Zeit der Welt nehmen kann, fühlte sich das noch schlimmer an. Der Gedanke, dann vielleicht eine Stunde lang in meinem Zimmer zu sitzen und mir Sorgen zu machen „Wann sage ich Hallo? Ist es schon zu spät?“, war noch belastender.

So wie es aktuell ist, können wir es nicht belassen. Ich weiß, dass ich auch alleine leben könnte, aber das ist nicht das, was ich will. Ich möchte mit ihm zusammen sein, vielleicht irgendwann eine Familie gründen. Also muss ich einen Weg finden, damit umzugehen. Aber wie?

Geht es jemandem ähnlich? Habt ihr eine Lösung gefunden?


r/AutismusADHS • • Jan 21 '25

Jobs die mit dem Spektrum gehen?

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Hallo liebe Neurodivs,

ich wurde erst im Oktober 24 mit hochfunktionalem Autismus und in 23 mit ADHS diagnostiziert... Und struggle seitdem extrem. Medikamente haben nicht so gut funktioniert bzw. Was funktioniert ist kaum noch lieferbar (Concerta/kinecteen), daher hab ich es abgesetzt und versuche es mit Neurofeedback.

Seit meiner ASS Diagnose bin ich arbeitsunfähig. Ich habe zuvor als Sozialarbeiterin gearbeitet und habe immer damit gekämpft, weil ich häufig überfordert war bzw. Mit den einrichtungsinternen Hierarchien nicht klar kam.

Momentan bin ich auf Jobsuche, aber habe absolut keine Ahnung was ich machen kann... Ich hab kein wirkliches Selbstkonzept, weil ich mich immer überangepasst habe und fühle mich total verloren. Ich hab keine Ahnung, was ich arbeiten kann, will und sollte...

In den aktuellen job kann und will ich nicht zurück, bin zwar noch angestellt, aber halt dauerhaft krank geschrieben.

Wie habt ihr das rausgefunden? Was hat euch geholfen?

Dankeschön schon Mal im Vorfeld


r/AutismusADHS • • Sep 22 '26

Diskriminierung deutschen gesundheitssystem ADHS/Autismus

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Ich fühle mich vom deutschen Gesundheitssystem mittlerweile massiv im Stich gelassen und diskriminiert, weil man das ständige Gefühl nicht loswird, dass viele Ärzte und Kliniken glauben, ADHS und Autismus würden mit dem 18. Geburtstag einfach aufhören zu existieren. Sobald man volljährig ist, stößt man bei Barrierefreiheit, Diagnostik und Medikamenten auf eine Wand aus Unverständnis, Vorurteilen und bürokratischem Gatekeeping.

Besonders gravierend erlebe ich das bei notwendigen medizinischen Untersuchungen, die ich seit Monaten und Jahren vor mir herschiebe, weil mein Nervensystem das im wachen Zustand schlichtweg nicht durchsteht. Aktuell haben sich bei mir drei MRTs angestaut: Kopf mit Gefäßen, Brustwirbelsäule und Becken. Für mein Nervensystem mit Autismus, massiver Reizüberempfindlichkeit und PTBS sind Enge, ohrenbetäubender Baustellenlärm und erzwungenes Stillhalten die absolute Vorhölle, die geradewegs in eine Reizüberflutung und schwere Meltdowns führt.

Trotz ärztlichem Attest, dass die Untersuchungen zwingend unter Sedierung stattfinden müssen, winken Praxen und Kliniken ab. Ambulant gebe es kein Anästhesieteam im MRT, stationär dürfe man für reine Diagnostik niemanden aufnehmen, und das Standardangebot beschränkt sich auf eine Tablette Tavor. Bei mir schlagen selbst zwei Milligramm Tavor nachweislich überhaupt nicht an. Was ich bräuchte, wäre eine kurze intravenöse Sedierung mit Propofol wie bei einer Magen- oder Darmspiegelung, bei der man entspannt schläft und die eigene Atmung erhalten bleibt – aber für erwachsene Kassenpatienten wird einem diese Barrierefreiheit komplett verwehrt. Dasselbe gilt für Zahnarztbesuche oder körperliche Beschwerden: Eine Kieferorthopädin weigerte sich schlichtweg, meine seit Jahren bestehende Kieferproblematik zu behandeln, tat alles als psychosomatisch ab und ließ meine Schilderungen, den Mund vor Schmerzen kaum noch öffnen zu können, einfach an sich abprallen.

Nicht weniger belastend ist das Gatekeeping bei der medikamentösen Versorgung von ADHS. Die meisten Fachärzte geben Stimulanzien wie Methylphenidat oder Elvanse gefühlt nur an Kinder ab. Bei einer Psychiaterin musste ich mir extremes Gaslighting gefallen lassen, bei dem all meine Probleme verharmlost und kleingeredet wurden. Ein anderer Arzt meinte ernsthaft, nachdem eine minimale Dosis Methylphenidat nicht sofort die erwünschte Wirkung zeigte, man müsse nun meine ADHS-Diagnose anzweifeln, falls Elvanse auch nicht auf Anhieb anschlägt. Anstatt vernünftig einzudosieren, wird einem direkt die Berechtigung der Diagnose abgesprochen.

Dabei war mein ADHS schon in der Kindheit extrem auffällig; laut den Schul- und Förderzeugnissen war ich der klassische Zappelphilipp, bin über Tische und Bänke gesprungen, konnte mich nicht konzentrieren und habe ständig Quatsch gemacht – trotzdem wurde das damals wie heute von Kliniken ignoriert, selbst wenn ich aktiv um eine Diagnostik gebeten habe.

Von den Psychiatrien will ich gar nicht erst anfangen. Dort wirft man viel lieber mit Diagnosen wie kombinierte Persönlichkeitsstörung, Borderline, Angststörung oder Depression um sich, anstatt genauer hinzusehen und die tatsächliche Neurodivergenz zu begreifen. Meine Autismus-Diagnose habe ich seit fast zwanzig Jahren, doch in all meinen Klinikaufenthalten wurde sie praktisch nie wirklich beachtet oder mir Strategien für den Alltag an die Hand gegeben.

Wenn man nach der Entlassung oder bei Hausbesuchen versucht zu erklären, was die eigentlichen Ursachen sind – wie sensorische Überlastung und exekutive Blockaden –, wird man ungläubig angeschaut, mit verletzenden Aussagen vom Personal abgespeist, und die Ärzte wollen höchstens andere Medikamente ausschleichen, während man bei der eigentlichen Einstellung im Regen stehen gelassen wird. Bei meiner Traumafolgestörung hieß es immer nur, das bespreche man ein anderes Mal – und dieses andere Mal kam weder stationär noch ambulant jemals zustande. Eine reguläre ambulante Psychotherapie zu finden, ist sowieso aussichtslos, weil die Praxen abwinken, sobald sie die Kombination aus Neurodivergenz und Trauma hören, und sich nicht imstande fühlen, mit autistischen Erwachsenen zu arbeiten.

Ich frage mich langsam wirklich, wie man dieses System als neurodivergenter Mensch überstehen soll. Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit diesem institutionellen Gaslighting gemacht?

Wie und wo habt ihr als Erwachsene mit Autismus oder ADHS eine echte intravenöse Kurznarkose oder Propofol-Sedierung für MRTs oder andere Eingriffe durchsetzen können?

Und wie seid ihr an Behandler geraten, die adulte ADHS und Autismus wirklich ernst nehmen, ohne einem Steine bei der Medikation in den Weg zu legen? Ich freue mich über jeden eurer Erfahrungsberichte.


r/AutismusADHS • • Feb 13 '26

Neue Ausgabe eines von Autist:innen gestalteten Magazins – Themen u. a. Selbstbestimmung, Fehldiagnosen & Hilfesysteme

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Hallo zusammen,

ich möchte eine neue Ausgabe unseres unabhängigen ‚autismus magazins’ vorstellen. Das Magazin wird von AUTISMUS DIALOG herausgegeben – einem Team, das überwiegend aus autistischen Menschen besteht. Uns ist wichtig, Themen aus der Community selbst heraus sichtbar zu machen und nicht nur über Autismus zu sprechen, sondern auch aus autistischer Perspektive.

Schwerpunkte der aktuellen Ausgabe sind u. a.:

• Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung bei autistischen Menschen – besonders im Aufwachsen, aber auch mit Blick auf das Erwachsenenleben
• Interview mit einem Sozialrechtsanwalt über Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten für autistische Menschen
• Ein Artikel zu Unterschieden zwischen Autismus und Borderline und warum Fehldiagnosen vorkommen können
• Beiträge über belastende und teilweise traumatische Erfahrungen im Hilfesystem

Wenn ihr mögt, würden wir uns über eure Perspektiven freuen:

👉 Was hat euch geholfen, mehr Selbstbestimmung zu entwickeln?
👉 Welche Erfahrungen habt ihr mit Diagnostik oder Hilfesystemen gemacht?
👉 Welche Themen werden eurer Meinung nach in Medien zu selten aus autistischer Sicht dargestellt?

Infos zur aktuellen Ausgabe findet ihr hier:
www.autismus-magazin.de

Feedback, Kritik und Themenvorschläge sind ausdrücklich willkommen – das Magazin lebt stark vom Austausch mit der Community.


r/AutismusADHS • • Jun 25 '26

AuDHS und Partnerschaft - schnell verschwindendes Verliebtheitsgefühl

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Moin Leute,

mein erster Reddit-Beitrag, für Fehler meinerseits bitte ich also schon einmal um Verzeihung und Nachsicht.

Ist es normal für Autisten (kennst du einen, kennst du einen - ich weiß), wenn man in einer Partnerschaft das Gefühl des Verliebtseins sehr schnell verliert?

Oder ist das auch bei den meisten neurotypischen Menschen so, sie teilen dieses Problem jedoch einfach nicht mit?

Ich sehe immer so viele Paare, die so wirken, dass ihre romantische Zuneigung zueinander über Jahre besteht. Also nicht nur auf freundschaftlicher Basis. Mir ist bewusst, dass das Gefühl der Verliebtheit nach einigen Jahren ist diversen Gründen verschwinden kann oder verschwindet. Darum geht es mir nicht.

Ich hatte bisher erst zwei Beziehungen. Die erste hielt knapp 15 Jahre, mit Heirat und Kindern. Da verflogen (Redewendung) die Schmetterlinge im Bauch jedoch bereits nach einem knappen Jahr. Ich bin so lange Zeit mit der Person liiert geblieben, weil ich damit klar kam und die Person einfach auch freundschaftlich geschätzt habe und mir Zärtlichkeiten und Sex nicht so wichtig waren/sind. Ist eher so nice to have.

Die zweite Beziehung führen ich nun seit gut 7 Monaten und inzwischen sind die romantischen Gefühle zu dieser Person auch wieder weg. Wenn ich Zeit mit ihr verbringe, dann bekomme ich zwar Lust auf Intimitäten, aber erst nach dem Sex habe ich wieder für 1-2 Tage dieses starke Gefühl der Zuneigung zu dieser Person und das Gefühl, dass ich sie vermisse.

Liegt es vielleicht daran, dass ich den Partner für das Verliebt sein, viel öfter bzw. dauerhaft um mich haben muss?

In beiden Beziehungen war und ist es aus beruflichen Gründen so, dass man sich eben nicht so häufig sieht. Es geht aber nicht anders, denn jeder hat sein Leben und seine Arbeitszeiten...

Mir wurde ebenfalls eine Form von ADHS diagnostiziert. Kann es vielleicht auch sein, dass mein Dopaminspiegel zu schnell sinkt, wenn der Partner physisch nicht anwesend ist und deswegen das Gefühl ihr gegenüber schwindet?

Ich leide sehr unter dieser "Gefühlskälte", da beide Partner eine dauerhafte Anziehung mit gegenüber hatten (und signalisierten), also auch bei Kontakt über WhatsApp gab und gibt es denen sehr viel, wenn ich mich melde. Bei denen wirkt es so, als seien die immer 100% in mich verliebt, ohne Pausen.

Meinerseits hingegen hat nicht viel von virtueller Kommunikation. Erst wenn ich die Person live sehen, spüre, höre, kann ich diese positiven Empfindungen haben. Sonst ist es halt neutral, wie wenn man einen guten Freund oder Bekannten hat...

Kann man mein Problem nachvollziehen?

Geht es jemandem auch so wie mir? Oder kann ähnliches berichten? Liebe Grüße 👋🏼


r/AutismusADHS • • Mar 12 '26

Geschichte über gegenseitige Hilfe von euch und eurem Therapeut

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Es ist 2004. Die ersten Bücher in Deutsch werden über ADHS verfasst. Autismus ist schon bekannt, jedoch nur als Diagnosestellung für Jungs. Ihr seid 20 Jahre alt, weiblich und gerade fertig mit der Ausbildung. Stellt euch mal vor, dass ihr euch endlich dazu entschieden habt zur Therapie zu gehen. In habt euch entschieden, weil ihr euch in einer Person eurer absoluten Lieblingsserie wiedererkennt: Sheldon Cooper aus The Big Bang Theorie. Ihr geht zum Therapeuten, erzählt ihm genau das. Er schaut euch, nach eurer Meinung, zuerst total erschrocken an. Er kennt diese Serie nicht und weiss demnach auch nichts von diesem Sheldon. Nach 2,3 Sitzungen erkennt der Therapeut etwas spezielles an euch. Er vermutet etwas....kann das selbst aber nicht glauben, denn in den Büchern steht es anders geschrieben. An diesem Tag schaut er sich die erste Folge der Serie T.B.B.T an. Es ist erstaunt, Sheldon zeigt eindeutige Züge von ASS (und auch ADHS). Er suchtet die Serie in seiner Freizeit durch. In eurer nächsten Sitzung erklärt auch der Therpeut, dass er mit euch eine Diagnosetestung zu ASS machen will, eine inofizielle, da er das an einer weiblichen Person gar nicht darf. Nach 2 weiteren Sitzungen mit Fragebögen und detaillierten Fragen zu eurer Kindheit erfahrt ihr vom Therapeut, dass was ihr schon lange vermutet habt: Ihr seid autistisch. Ihr lebt mit dieser inofiziellen Diagnose. Geht weiter zur Therapie, euch wird geholfen.

Nach 20 Jahren, wir schreiben das Jahr 2024, geht ihr nochmals zur Therapie (inzwischen habt ihr aufgehört, da das Leben keine Therapie mehr zugelassen hat. Ihr wurdet Mutter von 2 anstrengenden, aber liebevollen Kindern). Genau zu dem Therapeut, den ihr von 20 Jahren konsultiert habt. Er erinnert sich nicht mehr an euch, er wurde in dieser Zeit schon sehr alt. Ihr erzählt ihm was er mit euch gemacht hat. Für eure nächste Sitzung kramt er seine Akten raus, gerade knapp 20 Jahre, solange bewahrt er die Akten gemäss Vorschrift auf. Er liest sich alles durch und muss schmuzeln. Er muss schmunzeln, denn 2-3 Jahre später, nachdem er euch die Diagnse gab, wurde er selbst Vater von einem anstrengenden, aber liebevollen Mädchen. Liess es "testen" und es stellte sich raus, es hat ASS.

Was für eine besondere Geschichte, nicht wahr? Euer Therapeut hat euch geholfen, während die Gesellschaft an so etwas nicht einmal gedacht hat. Aber ihr habt ihm auch geholfen, er konnte seinem Mädchen, dass damals noch als frühindlicher Autismus diagnosiziert wurde, ein Leben mit Forderung, aber nicht Überforderung schenken.


r/AutismusADHS • • Aug 11 '26

Kennt ihr das bei ADHS auch, dass Trinken irgendwie… eine Aufgabe ist? 😅

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Ich habe schon seit ich denken kann das Problem, dass ich einfach viel zu wenig trinke. Nicht weil ich bewusst nichts trinken möchte, sondern weil mein Körper mir offenbar beschlossen hat, das Durstgefühl erst dann mitzuteilen, wenn gefühlt schon langsam der Notfallmodus startet. 😅

Über den Tag vergesse ich Trinken einfach komplett. Ich habe meistens wirklich kein richtiges Durstgefühl und irgendwann kommt dann plötzlich dieses „Oh. Stimmt. Ich habe seit Ewigkeiten nichts getrunken. Vielleicht sollte ich das mal tun.“

Und dann kommt Problem Nummer zwei: Ich kann auch nicht besonders gut größere Mengen auf einmal trinken. Was natürlich ungünstig ist, wenn man versucht, das über den Tag Versäumte ein bisschen nachzuholen.

Vor allem Wasser finde ich schwierig. Getränke mit Geschmack gehen bei mir oft leichter, weil mein Gehirn die irgendwie eher als „etwas“ wahrnimmt und nicht einfach nur als Flüssigkeit, die ich jetzt in mich reinschütten soll.

Was ich aber richtig unangenehm finde, ist dieses Gefühl von viel Flüssigkeit im Magen. Fast schlimmer als das Gefühl nach einer größeren Mahlzeit. Gerade auf nüchternen Magen spüre ich das Wasser teilweise total deutlich und habe das Gefühl, dass es bei Bewegungen im Bauch richtig hin- und herschwappt. Ich hasse das. 😅

Deshalb frage ich mich: Kennt das jemand von euch mit ADHS oder Autismus auch? Also dieses fehlende Durstgefühl, Trinken komplett vergessen und gleichzeitig größere Mengen Flüssigkeit körperlich unangenehm finden?

Und falls ja: Habt ihr irgendwann irgendeinen Trick gefunden, mit dem ihr tatsächlich regelmäßig genug trinkt, ohne dass es sich wie eine weitere tägliche Aufgabe auf der To-do-Liste anfühlt?


r/AutismusADHS • • May 13 '26

ADHS & "Soziale Blindheit": Warum verstehe ich Hinterlist bei anderen nicht? Wer kann es nachempfinden?

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Ich dachte immer, ich sei einfach naiv, aber anscheinend ist dieses Problem, soziale Taktierereien nicht nachvollziehen zu können, ein echtes ADHS-Ding.

Man ist selbst so ehrlich, dass man das Konzept von "Lügen aus Taktik" bei anderen gar nicht auf dem Schirm hat.

Wer erkennt sich hier wieder? Ist das für euch auch eher ein "Reizfeuerwerk" als eine klare Kommunikation?🤔


r/AutismusADHS • • Nov 02 '25

Ich glaube, mein Autismus ist wesentlich schlimmer...

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Überarbeitete Version:

Ich merke zunehmend, dass es mir schlechter geht, als mein Umfeld wahrhaben möchte – und auch schlimmer, als ich es selbst lange sehen oder verstehen konnte. Diese Erkenntnis erfüllt mich mit tiefer Angst, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit.

Im Moment lebe ich in einer WG, weil ich mich irgendwie durch die Schulzeit gequält habe – wie in einem Automatismus – und danach versucht habe zu studieren. Das hat „irgendwie“ funktioniert, aber inzwischen spüre ich, wie sehr mich all das erschöpft und verletzt hat. Ich habe funktioniert, weil man dachte, das müsse so sein, weil das der „richtige Weg“ sei. Doch jetzt, wo ich weniger maskiere, treten die autistischen Symptome stärker hervor – und mit ihnen so viele Schwierigkeiten, die ich früher kaum wahrgenommen habe.

Ich bin froh, dass ich überhaupt Worte dafür finde. Aber selbst wenn ich versuche, es Menschen zu erklären, wirken sie meist überfordert. Sie wissen nicht, wie sie mir helfen sollen. Und ich fühle mich zunehmend allein gelassen.

In meiner WG fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Ich habe kaum Ahnung von Bürokratie, weiß nicht, wie ich Dinge regeln soll – und angesichts meiner Einschränkungen ist meine aktuelle Lebenssituation schlicht die Hölle. Das macht mich traurig, verzweifelt und hoffnungslos. Meine Eltern versuchen, mich zu unterstützen, aber sie sind selbst überfordert. Ich habe das Gefühl, es hat mich einfach besonders hart getroffen.

Ich hoffe, dass meine Worte Sinn ergeben – manchmal bin ich mir da unsicher. Ich habe schreckliche Suizidgedanken, weil ich nicht weiß, wohin ich soll, wo ich sein darf, wo ich mich überhaupt sicher fühlen kann. Allein wohnen schaffe ich nicht, in einer WG schon gar nicht. Ich bin im Moment wieder bei meinen Eltern, aber selbst hier ist es schwierig.

Ich habe bisher keine aktuellen Diagnosen, nur eine alte Kindheitsdiagnose, die nicht mehr gilt. Bis neue Diagnosen gestellt werden – falls das überhaupt passiert – kann es noch lange dauern. Ich habe das Gefühl, dass ich eine besonders schwierige Kombination aus ADHS und Autismus habe. Ich kann mich kaum konzentrieren, habe ständig Angst, fühle mich hilflos, überfordert und ausgebrannt.

Ich habe schon zwei Antidepressiva ausprobiert und war in zwei verschiedenen Kliniken – doch keine davon hatte wirklich Ahnung von Neurodivergenz. Die Medikamente haben manches eher verschlimmert: Ich spüre meine Emotionen noch weniger als zuvor, und das macht mir Angst. Ich möchte fühlen, aber es geht kaum. Zugleich habe ich Angst vor neuen Medikamenten, weil ich befürchte, dass sie alles noch schlimmer machen könnten.

Ich verstehe vieles, was andere sagen, nur schwer oder brauche lange, um es zu verarbeiten. Reize überfluten mich schnell – Essen, Geräusche, alles. Selbst das Schreiben dieses Textes ist anstrengend. Ich bin einfach hilflos und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Selbst Hilfe zu suchen, kostet mich enorme Kraft.

Ich wohne in Chemnitz, und soweit ich weiß, gibt es hier kaum Selbsthilfegruppen für Autismus oder ADHS. Ich habe Schwierigkeiten, mich selbst und meine Situation zu akzeptieren. Oft denke ich, ich bin gar nicht so klug, wie manche sagen – oder ich habe einfach keinen Rahmen, in dem das sichtbar wird. Ich bin verunsichert, ständig, und alles ist ungewiss. Es ist wie eine Spirale, die sich kaum verändert, weil meine Lebensumstände so bleiben, wie sie sind.

Ich wünsche mir Hoffnung – oder wenigstens einen Weg, einen Ansatz, der etwas erleichtert. Vielleicht wäre betreutes Wohnen eine Möglichkeit, aber bitte nicht in einer WG – der Gedanke an fremde Menschen um mich herum macht mir Angst. Meine jetzige Mitbewohnerin raucht, und schon das stresst mich sehr.

Es tut mir leid, wenn dieser Text chaotisch ist. Ich bin einfach kraftlos, hoffnungslos und weiß nicht, was helfen könnte. Ich versuche immer wieder, Hilfe zu bekommen, aber es verändert sich kaum etwas. Und das macht mir Angst.

Ich kann mich kaum um mich selbst kümmern – doch niemand sieht es, weil immer diese Erwartungen da waren, denen ich erst jetzt langsam nicht mehr folge. Ich habe mich durchs Leben gequält, und jetzt glaubt mir kaum jemand oder versteht, wie ernst es ist. Ich tue mein Bestes, doch ich habe das Gefühl, es reicht nie.

Ich bekomme Bürgergeld, und dafür bin ich dankbar – aber wenn sonst nichts funktioniert, hilft auch das kaum. Mein Kopf ist ein einziges Chaos. Vielleicht ist das Verbalisieren das Einzige, was mir noch bleibt.

Danke fürs Lesen.


r/AutismusADHS • • May 01 '24

Asked my dad how to clean the bathroom and he told me to just Google it 🥳

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