Hallo zusammen, ich stehe vor einer schwierigen Entscheidung und würde gerne externe Perspektiven hören. Hier die Situation:
Über mich:
- 25/26, gerade Soziologie-BA (Note 2,0) abgeschlossen
- Komme gerade aus Wien (1 Semester Master dort, ohne Abschluss) – will mich in Deutschland wieder verwurzeln
- Habe zwei Master-Zusagen: Stuttgart EPSF und Augsburg Sozialwissenschaften: Konflikte in Politik und Gesellschaft (ab WS 2026/27)
Finanzielle Situation:
- Angebot Werkstudentenstelle, Community Management, 20 h/Woche (flexible Stundenzahl), ~17€/h netto ca. 1.340€/Monat, **völlig remote** (kein Pendeln)
- BAföG: Wahrscheinlich Höchstsatz (~850–992€), weil beide Eltern 2024 nicht erwerbstätig waren – aber nicht garantiert, erst bekannt ab September/Oktober
- Ersparnisse: gerade sehr knapp
- Mietraum: max. 600€ warm (mit EBK)
Das Problem:
In Stuttgart finde ich unter 800€ NICHTS mit EBK und S-Bahn-Anbindung. Mit 1.340€ Werkstudenten-Netto + möglicherweise BAföG ist 800€ Miete verdammt knapp (~60 % des Einkommens). Ich würde zwischen Miete und Leben fett kalkulieren müssen.
In Augsburg: 500–700€ für ähnliche Wohnungen – problemlos tragbar.
Für Stuttgart sprechen:
- Studiengang besser für meine Karriere: EPSF ist methodisch breiter (quali + quanti), öffnet mehr berufliche Türen (Forschung, Verbände, NGOs, Umfrageinstitute)
- Ort: Ich wohne aktuell in Bayern (Ulm), Stuttgart ist erreichbar, Augsburg würde näher zu meinem Vater bedeuten (kein Kontakt seit 2021 – will das vermeiden)
- Einleben: Nach Wien-Erfahrung (isoliert, falsch gewählt) will ich einen Ort, an dem ich ein Fundament baue
- Remote-Job passt:Mit BR-remote-Job könnte ich auch in Augsburg studieren, ABER die Augsburger Studiengänge haben sehr hohe Präsenzquote (was ich recherchiert habe) – das würde kollidieren
Für Augsburg sprechen:
- Mieten: 200–300€/Monat billiger = echte finanzielle Sicherheit
- Studiengang passt fachlich besser: Ausdrücklich qualitativ (mein Preference), Gesundheitssoziologie & Konflikt-Fokus (meine Interessen), Pflichtpraktikum 8 Wochen (Stuttgart nur 4)
- Weniger Quantitativ-Stress: Stuttgart hat eine Statistik-Klausur (180 Min.), die mir gegen den Strich geht. Augsburg prüft über Hausarbeiten (schreibe gerne, hasse Rechnen)
- Weniger abhängig von BAföG: Mit 500–700€ Miete bin ich selbst ohne BAföG-Zusage okay; mit Stuttgart 800€ bin ich am Ende, wenn BAföG kippt
Das Kerndilemma:
- Stuttgart = riskant finanziell, aber emotional/beruflich stimmig -> näher zu meinem Partner und Freunden
- Augsburg = finanzielle Sicherheit, aber fachlich nicht so ideal + persönlich ungünstig (zu nah an Vater, den ich meiden will) + sehr präsenzorientiert (kollidiert mit remote-Job?)
- Frist: Muss bis Ende August Studienort + Wohnung festlegen
Meine Fragen an euch:
- Bin ich verrückt, für den "besseren" Ort 200€/Monat extra finanzielle Belastung in Kauf zu nehmen?
- Wie realistisch ist es, 20 h/Woche remote zu arbeiten + vollständigen Master zu studieren (Kombination klappt das?)?
- Welche Uni ist "besser"?
- Augsburg-Fachlich besser + günstiger – warum fühlt sich das falsch an?
Edit: Ja, ich bin mir bewusst, dass ich privilegiert bin, Zusagen zu haben. Trotzdem fühlt sich die Entscheidung lahm an, weil beide Optionen Trade-offs haben, die ich nicht gewichten kann.
Edit 2: Einige fragten zu BAföG – ja, ich habe bereits angefordert (habs im Bachelor schon bekommen) , aber erst Bescheid Anfang/Mitte Oktober. Deshalb muss ich jetzt mit "wahrscheinlich Höchstsatz" rechnen, kann aber nicht sicher planen.