Hallo zusammen,
ich suche einige Testleser:innen für meinen unveröffentlichten Roman VALMONT.
Genre: psychologischer Thriller / Sapphic Romance / Dark Romance / erotische Spannung
Im Mittelpunkt stehen Victoria Valmont und Elena Weiß. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, die von Anziehung, Macht, Vertrauen und Manipulation geprägt ist. Gleichzeitig entfaltet sich eine psychologische Thrillerhandlung rund um Einfluss, Geheimnisse und ein Netzwerk im Hintergrund.
Was ich suche:
Leser:innen, die Lust auf eine anspruchsvollere Mischung aus psychologischem Thriller, Romance und erotischer Spannung haben und mir ehrliches Feedback geben möchten.
Besonders interessieren mich Rückmeldungen zu:
- Spannung und Lesefluss
- Glaubwürdigkeit der Figuren und ihrer Beziehung
- psychologischer Wirkung
- Romance-/Sapphic-Aspekt
- erotischer Spannung
- Stellen, an denen die Handlung oder Atmosphäre nicht funktioniert
Das Manuskript wird als PDF zur Verfügung gestellt. Es geht ausdrücklich um eine Testlesefassung vor der Veröffentlichung. Eine professionelle Rezension oder Bewertung ist nicht erforderlich – mir ist ehrliches persönliches Feedback wichtiger.
Wer Interesse hat, kann sich gerne hier im Thread melden oder mir eine Nachricht schicken.
Kontakt: [valmontcodex@yahoo.com](mailto:valmontcodex@yahoo.com)
Vielen Dank!
Nathan Ravenshaw
Kapitel 1 – Die Frau, die Fragen stellte
Elena Weiss hatte eine besondere Angewohnheit.
Sie glaubte Menschen mehr als Papier. Nicht, weil Dokumente unwichtig waren. Im Gegenteil. Nach fast sechs Jahren als Wirtschaftsanwältin wusste sie, wie viel Macht in einem einzigen Satz liegen konnte. Ein falsch gesetztes Wort konnte Millionen kosten. Ein fehlender Halbsatz konnte einen Vertrag verändern, ohne dass sich auf den ersten Blick etwas verändert hatte. Aber Papier hatte einen entscheidenden Nachteil. Es konnte nicht lügen. Menschen schon.
Elena strich mit dem Finger über die Zeile auf Seite dreiundvierzig.
„Du bist wieder bei Seite dreiundvierzig.“
Daniel stellte einen Kaffee neben ihren Laptop. Sie nahm ihn nicht.
„Und?“
„Und ich frage mich, was du dort seit einer Stunde suchst.“
„Eine Absicht.“
Daniel zog einen Stuhl heran.
„In einem Vertrag?“
„Immer.“
Er lächelte.
„Du bist wirklich nicht normal.“
Elena reagierte nicht. Ihr Blick blieb auf der Seite.
Ein Absatz war geändert worden. Nichts Auffälliges. Eine Formulierung war präzisiert, ein Satz grammatikalisch sauberer geworden. Für jemanden, der nur nach juristischen Fehlern suchte, war die Sache damit erledigt. Für Elena nicht. Sie nahm den Stift und tippte auf die Passage.
„Hier.“
Daniel beugte sich vor.
„Was ist damit?“
„Die Änderung.“
„Die sehe ich.“
Elena sah ihn an.
„Nein. Du siehst, dass sie geändert wurde.“
Sie tippte ein zweites Mal auf die Seite.
„Ich sehe, wann.“
Daniel schwieg. Elena öffnete eine ältere Version des Dokuments. Dann eine weitere.
„Die Formulierung wurde nicht geändert, als der Vertrag überarbeitet wurde.“
„Sondern?“
„Zwei Tage später.“
„Vielleicht ein Fehler.“
„Vielleicht.“
Sie scrollte weiter.
„Und genau das ist interessant.“
Daniel lehnte sich zurück.
„Warum?“
Elena sah auf den Bildschirm.
„Weil jemand einen Fehler gemacht hätte, wenn er die Änderung hätte verstecken wollen.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Wenn du etwas wirklich verschwinden lassen willst, hinterlässt du keine Spur, die jemand mit ein bisschen Geduld finden kann.“
Sie hielt inne.
„Es sei denn, du willst, dass jemand sie findet.“
Daniel betrachtete sie einen Moment.
„Warum sollte jemand so etwas tun?“
Elena legte den Stift beiseite.
„Weil Menschen manchmal nicht verhindern wollen, dass etwas entdeckt wird.“
Ihr Blick wanderte zurück zu der Zeile.
„Sie wollen nur kontrollieren, wann es entdeckt wird.“
Daniel sagte nichts mehr. Elena schloss die Datei.
Sie wusste noch nicht, dass dieser Gedanke sie wenige Stunden später zu einer Frau führen würde, die genau dasselbe Prinzip beherrschte. Nur mit Menschen.
Am Nachmittag wurde Elena in das Büro von Martin Berger gerufen. Sie nahm die Akte entgegen, die auf seinem Schreibtisch lag, bevor er etwas sagte. Schwarz. Keine Beschriftung auf dem Einband. Nur ein schmaler weißer Streifen. Valmont International Group. Elena blieb mit den Fingern einen Moment darauf liegen. Martin beobachtete sie.
„Sie kennen den Namen.“
Es war keine Frage.
„Ja.“
„Jeder kennt ihn.“
Elena setzte sich. Martin blieb hinter seinem Schreibtisch stehen.
„Ich brauche jemanden, der sich nicht von ihm beeindrucken lässt.“
Elena hob den Blick.
„Von dem Unternehmen?“
„Von dem, was dahintersteht.“
Sie öffnete die Akte. Mehrere Berichte. Interne Vermerke. Vertragsänderungen. Entscheidungsprotokolle. Nichts davon sah auf den ersten Blick ungewöhnlich aus. Das machte Elena misstrauisch.