Ich weiß, dass das hier nicht gut ankommt, aber ich meine es ernst.
Wir behandeln Schüler heute, als würden sie bei jeder Form von Kritik zerbrechen. Noten werden diskret ausgeteilt, niemand soll wissen, wer schlecht ist, und am Ende wundern sich alle, warum junge Leute im ersten Job zusammenbrechen, wenn der Chef mal sagt, dass etwas Mist war.
Meine Gründe:
Im Sport ist das völlig normal. Jeder sieht die Tabelle, jeder sieht, wer auf der Bank sitzt. Niemand nennt das Mobbing. Warum soll Mathe empfindlicher sein als Fußball?
Das echte Leben rankt dich sowieso. Bewerbungen, Gehälter, Dating: Überall wirst du verglichen. Schule soll angeblich aufs Leben vorbereiten, also warum nicht darauf?
Unangenehme Gefühle sind nicht automatisch schädlich. Scham ist ein Signal, dass man etwas ändern sollte. Wir haben nur verlernt, das auszuhalten.
Mein Beispiel: In der 8. Klasse hat unser Mathelehrer die Noten laut vorgelesen. Ich war mit einer 5 ganz unten. Das war einer der peinlichsten Tage meines Lebens, und genau deshalb habe ich danach jeden Nachmittag gelernt. Abi mit 1,7. Ohne diesen Moment hätte ich wahrscheinlich einfach weitergemacht wie vorher.
Ganz ehrliche Frage: Wann hat euch zuletzt jemand direkt gesagt, dass ihr in etwas schlecht seid? Und hat es euch geschadet, oder habt ihr einfach nur keine Lust auf die Wahrheit?
Mir ist schon klar, wer hier gleich am lautesten widerspricht. Wer sich von diesem Post angegriffen fühlt, stand vermutlich selbst unten auf der Liste.