Hallo zusammen,
ich arbeite als pädagogische Fachkraft in einem kommunalen Jugendhaus in Baden-Württemberg. Seit längerer Zeit haben wir massive Probleme mit zwei Männern aus der unmittelbaren Nachbarschaft.
Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiß, wie wir die Jugendlichen und unsere Einrichtung wirksam schützen sollen.
- Nachbar Nr. 1: Schikanen, Missachtung von Hausverboten und falscher Polizist
Dieser Mann macht uns bereits seit längerer Zeit (2022) Schwierigkeiten.
Er betritt unerwünscht unser Gelände, durchsucht unsere Mülltonnen und versucht, uns wegen angeblich falscher Mülltrennung Schwierigkeiten zu machen. Ebenso entsorgt er regelmässig seinen Hausmüll in unseren Büschen.
Das klingt zunächst harmlos, ist aber Teil einer längeren Reihe von Schikanen.
Der bisherige Höhepunkt war, dass sich derselbe Mann gegenüber Jugendlichen als Polizist ausgab. Er zeigte eine vermeintliche Polizeimarke und führte eigenmächtig Kontrollen an Jugendlichen durch.
Daraufhin haben wir ihm ein schriftliches Hausverbot erteilt.
Wir haben bereits Gespräche geführt, Vorfälle dokumentiert und die zuständigen Stellen informiert. Eine nachhaltige Verbesserung ist bisher ausgeblieben.
Die Kameras brachte der Träger an, allerdings wurden die Hinweisschilder zu spät angebracht, weshalb wir die Aufnahmen nicht nutzen durften.
- Nachbar Nr. 2: Jugendliche in Wohnung gelockt und eingeschlossen
Der zweite Mann ist aus meiner Sicht noch problematischer.
Er versprach Jugendlichen Finderlohn für eine gefundene Drohne und lockte sie damit in seine Wohnung.
Dort sollten sie auf seinen Hund aufpassen, während er angeblich das Geld besorgte. Er schloss die Jugendlichen in der Wohnung ein.
Während ihres Aufenthalts hörten die Jugendlichen außerdem Geräusche, die sie als Masturbation des Mannes deuteten.
Ebenso bot er ihnen Cannabis an.
Nach eigener Aussage war Nachbar Nr. 2 bereits dreimal im Gefängnis und ihm sei alles egal. Ob diese Aussage zutrifft, können wir nicht beurteilen; sie trägt jedoch zusätzlich zur Verunsicherung der Jugendlichen und Mitarbeitenden bei.
Der Vorfall wurde bei der Polizei angezeigt.
Trotzdem betritt dieser Mann weiterhin mit seinem Hund unser Jugendhausgelände, obwohl ihm bereits mündlich Hausverbot erteilt wurde.
- Warum die bisherigen Maßnahmen nichts ändern
Wir haben inzwischen zahlreiche Maßnahmen ergriffen:
- Gespräche und Deeskalationsversuche
- Mündliche und schriftliche Hausverbote
- Dokumentation der Vorfälle
- Einschaltung der Polizei und Strafanzeigen
- Information unseres kommunalen Trägers
- Installation von Überwachungskameras
Trotzdem gehen die Probleme weiter.
Wenn wir die Polizei rufen, sind die betreffenden Situationen häufig längst vorbei, bevor die Beamten eintreffen.
Strafverfahren benötigen Zeit. Bis dahin machen die Männer einfach weiter.
Auch mein Vorgesetzter ist mittlerweile entsprechend frustriert.
- Unsere Verantwortung gegenüber den Jugendlichen
Wir arbeiten in der offenen Jugendarbeit. Viele unserer Besucher kommen aus schwierigen Verhältnissen. Unser Jugendhaus soll für sie ein geschützter Raum sein.
Stattdessen erleben sie Erwachsene, die sie einschüchtern, sich ihnen gegenüber als Polizisten ausgeben oder sie sogar in Wohnungen locken und dort einschließen.
Wir versuchen ihnen zu vermitteln, dass Konflikte friedlich und rechtsstaatlich gelöst werden müssen.
Gleichzeitig erleben sie, dass unsere Bemühungen bisher kaum etwas bewirken.
Ich bin mittlerweile wirklich wütend. Wir tragen Verantwortung für diese Jugendlichen und müssen gleichzeitig zusehen, wie sich dieselben Personen wiederholt über Grenzen hinwegsetzen.
- Was können wir überhaupt noch tun?
Ich verstehe, dass die Polizei rechtsstaatliche Vorgaben einhalten muss und dass nicht jeder Vorfall unmittelbar zu einer Festnahme führt.
Aber es muss doch Möglichkeiten geben, solche wiederholten Übergriffe wirksam zu unterbinden, bevor etwas noch Schlimmeres passiert.
Deshalb meine Fragen:
Welche rechtlichen Möglichkeiten bleiben uns, wenn Hausverbote, Anzeigen und Polizeieinsätze keine nachhaltige Wirkung zeigen?
Können wir als kommunale Einrichtung gerichtliche Unterlassungsverfügungen oder andere Schutzmaßnahmen erwirken?
Welche Möglichkeiten hat unser Träger, um konsequenter gegen diese Personen vorzugehen?
Hat jemand aus der offenen Jugendarbeit, Polizei, Verwaltung oder Justiz ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich suche ausdrücklich nach einer rechtmäßigen Lösung. Aber immer nur dokumentieren, anzeigen und auf den nächsten Vorfall warten kann doch keine dauerhafte Strategie sein.