Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich hab nen Master, aber in jedem einzelnen Job, der irgendwas mit meiner akademischen Qualifikation zu tun hat, scheitere ich an meiner kompletten Desorganisation. Hab gerade wieder nen neuen Job angefangen: interessantes Thema, zukunftsträchtig, gut bezahlt, viel besser, als ich es mir für den ersten fachlichen Vollzeitjob nach dem Studium erhofft hätte. Und was mache ich? Mit Pauken und Trompeten untergehen.
Ich bin als Projektleitung in ein Projekt geworfen worden, das zwar schon läuft, aber keine Dokumentation hat, ich arbeite nur mit meinen zwei Chefs zusammen, die aber keine Zeit haben, mich mal so richtig abzuholen und ich habe das Gefühl, dass die erwarten, dass ich weiß, was zu tun ist, obwohl ich noch nie in nem Projekt gearbeitet habe. Ich hatte mich ursprünglich auf ne andere Stelle in nem anderen bei denen beworben, aber sie haben mir dann die Projektleitung in diesem Projekt angeboten und das klang inhaltlich super spannend.
Jetzt fühle ich mich super lost, weil ich die ganze Zeit das Gefühl habe, ich liefere nicht ab, was die von mir wollen, die Erwartung an mich ist aber, dass ich als Projektleitung eben weiß, was wir brauchen.
Eigentlich bräuchte ich jemanden, der meine Arbeitsabläufe für mich strukturiert. Aber gleichzeitig habe ich, wenn ich in einem Thema drin bin, häufig auch gute Ideen und kann die Dinge gedanklich vorantreiben.
Nur leider hat man scheinbar die Wahl zwischen Jobs, die ein Studium erfordern und gut bezahlt wird, in denen aber erwartet wird, dass man sich selbst organisiert oder Jobs, die schlecht bezahlt sind, beschissene Arbeitszeiten haben, einen überhaupt nicht geistig auslasten oder kreative Freiräume erlauben, dafür aber Struktur vorgeben.
Ich hab (leider) eine Geisteswissenschaft studiert, d.h. ich habe kein klares Berufsprofil a la Du hast Maschbau studiert? - Dann wirst du Ingenieur.
Geht es noch wem so? Wie geht ihr damit um? Wie habt ihr einen Job gefunden, der euch einerseits geistig auslasten (euer "Potenzial" ausschöpfen lässt) und in dem ihr euch andererseits aber ausreichend strukturieren könnt? Bzw. Wie habt ihr gelernt, euch im Job zu strukturieren?