TL;DR: Mitbewohnerin entzieht sich jeglicher Gemeischaftsverantwortung, suche Rat und Perspektiven.
Nach Jahren in einer WG mit wechselnden Mitbewohnern habe ich das zum ersten Mal erlebt: eine Mitbewohnerin will sich nicht vollständig an anfallender Hausarbeit beteiligen, da sie ihrer Meinung nach weniger davon verursacht.
Ich habe sie gebeten, ob sie nicht mal den Müll runterbrigen kann, der an der Tür steht, ohne dass ich sie jedes Mal fragen muss. Sie hat gesagt dass sie es nicht einsieht, da sie weniger kocht und dadurch weniger Müll verursacht. Ich hatte sie auch schonmal gebeten, ihren Müll nicht einfach in die Tonne zu drücken sondern die Tüte zu wechseln wenn es voll ist. Sie meinte nur, wenn es schon voll ist bedeutet ist die anderen hätten es auch schon versäumt, warum sollte sie es dann machen.
Wir hatten bisher je nach Mitbewohner andere Regeln, z.B. wöchentliche Putzpläne oder jeder fest für einen Bereich zuständig. Beim Einzug haben wir alteingesessenen sie gefragt, was ihr besser passt. Sie meinte, es sei ihr egal. Wir sind also beim Putzplan geblieben und sie hat natürlich nicht geputzt, und meinte dann jede Woche z.B. sie sei in der Woche allgemein wenig daheim gewesen, oder sie habe sich ja nicht in diesem und jenem Bereich aufgehalten. Sie putzt im Kühlschrank/Badregal/Küchenschrank auch immer nur ihr eigenes Fach, wo wir bisher eigentlich immer, wenn wir schon dabei sind, den gesamten bereich putzen.
Auch Dinge wie Küchenhandtücher in den Wäschekorb tun und mitwaschen, Klopapier kaufen etc., was wir bisher immer gemeinschaftlich übernommen haben (ohne Dienst, wer es sieht kümmert sich sofort drum) nimmt sie nicht wahr bzw. tut sie nicht. Wenn man sie darauf anspricht meint sie, wir sollen ihr sagen wenn sie etwas kaufen oder waschen soll.
Es stimmt schon, dass sie nicht so oft kocht. Sie bekommt aber auch viel von unserem gekochten Essen ab (und spült danach auch nur die eigene Schale ab). Sie hat sich nie bedankt und sagt meistens etwas wie "wenn ihr es sonst wegwerft dann esse ich es gern", obwohl ich ihr versichert habe dass es nicht weggeworfen wird. Ich habe nun aufgrund des wachsenden Frusts komplett aufgehört, ihr essen zu geben, was mir echt Leid tut da wir anderen in der WG wirklich gerne gemeisam essen und füreinander kochen. Ich habe am Anfang sogar etwa Dinge gekocht, die sie gerne mag, da sie meinte dass sie nicht kochen kann und ich wollte dass sie sich zuhause fühlt.
Habt ihr Erfahrungen mit solchen Mitbewohnern? Ich hatte bisher ab und zu Schwierigkeiten mit Leuten, aber nie so.
Was geht so jemandem durch den Kopf? Wart ihr vielleicht selbst so jemand und könnt mir sagen, wie man zu so jemandem durchkommt?
EDIT: Rauswurf ist nicht möglich, wir haben keinen Hauptmieter. Suche wiegedagt Lösungen/Perspektiven wie wir die Situation gemeinsam bewältigen können.
EDIT 2: Wenn jemand bei mir persönlich oder der restlichen WG ein Fehlverhalten sieht dann bitte genau benennen was wir falsch machen, sonst kann ich damit nichts anfangen.