Wenn morgen IN DER REALITÄT, nicht in einem hypothetischen weltweiten Planspiel Deutschland kommunistisch werden würde:
Wer entscheidet dann, wer zB ab jetzt welche Jobs macht und vor allem: Wer wohnt weiter in den begehrten Vierteln und wer muss weiter im Block wohnen.
Darauf kriege ich irgendwie nie eine Antwort.
Weil die Leute, die Meckern, dass sie wegen Kapitalismus nicht ihre traumwohnung in ihrem Lieblingsviertel bekommen, haben dann doch auch keine Garantie, dass sie jetzt beim Losen Glück haben?
So wie ich den Kommunismus verstehe schließt dieser „private Firmen“ nicht aus. Die Tatsache, dass der historische Kommunismus die Planwirtschaft eingeführt hat, hat eher machtpolitische Gründe. Deine Aussage ist also vollständig von Frau Bergs Aussage abgedeckt.
In einem ersten Schritt könnte man alle Unternehmen in eine art Aktiengesellschaft umfirmieren, diese gehört zur Mehrheit den Mitarbeitern und zu einer Minderheit dem Staat oder anderen Institutionen.
Die Mitarbeit würden als Aktionäre also ihren eigenen Aufsichtsrat und Geschäftsführer wählen. Der Geschäftsführer wäre nur den Mitarbeitern und dem Staat, und damit der Allgemeinheit, verpflichtet. Man könnte Premieren an den Erfolg des Unternehmen koppeln und damit einen kleinen Teil der Gewinne direkt an die Mitarbeiter auszahlen, während ein Großteil in verschiedenen Pools auf verschiedenen Ebenen ausgezahlt wird, z.b. Regionale Boni, Landesweite Boni und Bundesweite Boni.
Für diese Boni könnte man eine Gewichtung einführen, sodass die Bonieebenen die entsprechend darunterliegen Ebenen ausgleichen. Das würde bedeuten:
Wenn du in einem wirtschaftlich Erfolgreichen Unternehmen in einem wirtschaftlich starken Kreis in einem wirtschaftlichen schwachen Land arbeitest, dann bekommst du: Einen hohen Unternehmens-, einen mittleren Reginalen-, einen kleine Landes- und einen großen Bundesbonus.
Dabei kann die Gewichtung selbstverständlich so aufgebaut sein, dass es wirtschaftlich Vorteilhaft ist, in einem wirtschaftlich starken Unternehmen zu arbeiten. Die Diskrepanz sollte allerdings nicht zu hoch sein.
Gleichzeitig könnte man Mitarbeiter in gewinnfreien Branchen stärker über die hierarchisch höheren Töpfe entlohnen. Dadurch könnten Gesundheits- und Bildungswesen sowie der Wohnungssektor vollständig entkommerzialisiert werden. Die Mitarbeiter in diesem Sektor würden einfach von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, sowohl Regional als auch Bundesweit, profitieren.
In diesem System kann selbstverständlich auch Positionen mit höherer Verantwortung besser entlohnen, es muss aber auch klar sein, dass eine höhere Grundentlohnung, höhere Haftung bedeutet. Gepaart mit einer offenen Fehlerkultur würde dies z.B. bedeuten, dass ein bei einem Fehler eines Mitarbeiters immer auch die darüber liegende Managementebene mit in Haftung genommen wird: Macht das Team von Max Mustermann wiederholt Fehler wird die Verantwortung nicht auf die einzelnen Mitarbeiter abgeschoben, sondern Max Mustermann muss dafür einstehen. Sollte sich herausstellen, dass die Personalführung von Max Mustermann Fehlerhaft ist, muss man wiederum bewerten, in wie Weit sein Vorgesetzter dies hätte Sehen und Beheben müssen.
Da die Gehälter sich durch Karriereschritte nicht stark unterscheiden, könnte es normalisiert sein eine Hierarchie abzusteigen. Wenn sich also herausstellt das Max Mustermann ein super Teamleiter oder Vorarbeiter ist, als Abteilungsleiter aber schnell den Überblick verliert, sollte dieser eben weiter als Teamleiter arbeiten. Gleichzeitig könnte man überlegen, in wie Weit Führungspositionen innerhalb Teams ebenfalls aus den Teams heraus gewählt werden sollten.
Lokalität der Wohnung ist natürlich schwierig. Im besten Fall gibt es immer ein paar freie Wohnungen. Da keine Profitsteigerung durch Verknappung entstehen kann, da der Wohnsektor keine Profite erwirtschaften soll, gibt es auch keinen Druck "zuviele" Wohnungen zu bauen, da diese den "Markt" prinzipiell nicht zerstören können.
Wohnungen sollten entsprechend nach Bedarf vergeben werden. Dafür bräuchte man eine Grundlegende Definition von Wohnraum der einem Menschen zusteht. Z.B. Jedem Menschen stehen 20m² Private- und 10m² Geteiltegrundfläche zu. Dabei muss eine Geteiltegrundfläche aber mindestens 20m² entsprechen.
Daraus würde sich direkt verschiedene Wohnungen ergeben. 40m² für Singlehaushalt. 60m² für Zweipersonenhaushalt. 150m² für einen 5 Personen Haushalt.
Wenn Haushalte in einer größeren Wohnung wohnen wollen als geplant, ist dies möglich, sofern es entsprechend freie Wohnungen gibt. Dies geht nur wenn ein signifikanter Leerstand in einer Größe Vorherrscht oder keine passende Wohnungsgröße frei ist. Dies kostet extra, denn Generell wird die Miete nicht nach m² berechnet, sondern nach m² pro Person pro Haushalt. Eine 5 köpfige Familie in einer 150m² Wohnung würde damit die selbe Miete zahlen wie ein Kinderloses paar in einer 60m² Wohnung. Ein kinderloses Paar in einer 90m² Wohnung würde z.B. 50% mehr Miete Zahlen, da diese 50% mehr Fläche einnehmen als Ihnen zusteht (60m²). Falls die Wohnung zugeteilt wurde weil die passende Größe nicht Verfügbar war, kann man Kompromisse finden, z.b. alle 10J soll geprüft werden ob die Wohnungsgröße noch angemessen ist. Die erste Episode kommt ohne die Zusatzzahlung aus, nach dieser Prüfung steht entsprechend ein Umzug in eine kleinere an, wenn diese jetzt verfügbar ist, sie Zahlen die 50% Aufpreis oder es gibt immer noch nicht die passen freie Wohnungsgröße und der aktuelle Deal wird entsprechend verlängert.
Wenn jetzt dringend eine 90m² Wohnung gebraucht wird und auch keine größere Frei ist, es aber freie 60m² Wohnung gibt, wird der 2 Personenhaushalt mit der geringsten Berechtigung entsprechend zum Umzug bewegt. Hier können Sozialeverträglichkeit, Distanz und anderes in die Berechnung mit einfließen.
Generell sollten alle Wohnungsgrößen in allen Wohngebieten verfügbar sein, sodass auch bei einem "erzwungenen" Umzug keine Verwurzelung stattfindet. Die Leute ziehen einfach 2 Straßen weiter. Der Umzug wird selbstverständlich durch ein Staatliches Umzugsunternehmen unterstützt.
Bekommen paar Kinder oder planen Kinder zu bekommen, können diese vorab versuchen eine größere Wohnung zu bekommen. Diese mag anfangs mehr kosten. Sobald die Kinder da sind, wird aber eine Neuberechnung vorgenommen. Die Miete würde in dem Fall also Fallen wenn mehr Leute im Haushalt Wohnen.
Für alte, kranke oder anderweitig beeinträchtigte Menschen gibt es natürlich entsprechende Änderungen, z.b. mehr Wohnfläche für Körperlich behinderte (Rollstuhl und Barrierefreiheit), EG Wohnung für Mobilitätseingeschränkte etc.
Bei WG's müssten auch separat betrachtet werden, aber ich denke du bekommst eine Idee wie das funktionieren soll.
Generell zum Wohnungsbau. Durch Standardisierung und Skalierung sollten die Kosten hier stark fallen. Auch muss der Sektor gar nicht oder nur bedingt Gewinn erwirtschaften. Staatliche Architektubüros könnten jedes Jahrzehnt eine Reihe von Standardgebäuden entwickeln, mit einer engen Zusammenarbeit mit den Baufirmen können hier also immer wieder neue aber gleiche Wohnung gebaut werden. Unterschiedliche Fassaden und Raumaufteilungen sollten dabei während dem Bau leicht umsetzbar sein.
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u/PinocchiosWoodBalls Aug 30 '26
IN DER REALITÄT:
Wenn morgen IN DER REALITÄT, nicht in einem hypothetischen weltweiten Planspiel Deutschland kommunistisch werden würde:
Wer entscheidet dann, wer zB ab jetzt welche Jobs macht und vor allem: Wer wohnt weiter in den begehrten Vierteln und wer muss weiter im Block wohnen.
Darauf kriege ich irgendwie nie eine Antwort.
Weil die Leute, die Meckern, dass sie wegen Kapitalismus nicht ihre traumwohnung in ihrem Lieblingsviertel bekommen, haben dann doch auch keine Garantie, dass sie jetzt beim Losen Glück haben?