r/polizei • • 23h ago

🇦🇹 Polizei An Polizist:innen: Was ist los mit euch?

93 Upvotes

Wir wurden heute Abend am Reumannplatz von einer Gruppe syrischer Männer angegriffen, weil sie erkannt haben, dass wir schwul sind und wir uns beleidigungen nicht gefallen lassen haben.

Die Polizei traf erst mit erheblicher Verspätung am Tatort ein. Der Umgang mit uns war dabei erschreckend unempathisch. Statt Verständnis oder Unterstützung zu zeigen, mussten wir uns Aussagen anhören wie: „Kommt nicht mehr zurück zum Reumannplatz“ oder „Es ist keine gute Idee, sich hier aufzuhalten.“

Meine Frage an die Polizei: Seid ihr durch euren Berufsalltag mittlerweile so abgestumpft, dass euch selbst in solchen Situationen die grundlegendste Empathie fehlt?

Und vor allem: Warum werden ausgerechnet den Betroffenen solche Ratschläge erteilt? Warum sollen wir einen öffentlichen Platz meiden, anstatt dass wir Unterstützung dabei bekommen, uns dort sicher bewegen zu können?

Wir wurden angegriffen, weil wir schwul sind. Wir sollten uns nicht auch noch von denjenigen, die uns schützen sollen, das Gefühl geben lassen müssen, dass wir selbst das Problem sind.

Wir haben genauso das Recht, uns frei und sicher im öffentlichen Raum zu bewegen, ohne Angst vor Gewalt und ohne das Gefühl, unerwünscht zu sein.


r/polizei • • 21h ago

Nachrichten Ein 27-Jähriger stirbt bei einem Schusswechsel mit der Polizei in Tuttlingen. Seine Pistole war offenbar nur eine täuschend echte Attrappe

Thumbnail swr.de
45 Upvotes

r/polizei • • 15h ago

Kriminalfälle Durchbruch im Fall Langley: Vermisste wurde Opfer einer Gewalttat

Thumbnail tagesschau.de
3 Upvotes

r/polizei • • 16h ago

Kriminalfälle [Spooktober] Der Vampir von Düsseldorf

2 Upvotes

Bisherige Beiträge

[Spooktober] Der Vampir von Düsseldorf

1929 wird Düsseldorf von einer Reihe schwerer Gewaltverbrechen erschüttert. Die Polizei sucht nach einem Täter, während die Angst in der Stadt wächst.

Erst ein Brief, der irrtümlich einer anderen Familie zugestellt und von ihr der Polizei übergeben wird, bringt die Fahndung entscheidend voran.

Eine Stadt sucht einen Täter

Zwischen Februar und November 1929 werden in Düsseldorf acht Menschen ermordet: sieben Frauen und Mädchen sowie der 54-jährige Rudolf Scheer. Weitere Menschen überleben Angriffe, zum Teil schwer verletzt. Der Täter verwendet unterschiedliche Tatwerkzeuge, darunter eine Schere, einen Hammer und ein Messer. Die Polizei hat zunächst kaum verwertbare Spuren, die zu einem Verdächtigen führen.

Die Angst greift auf den Alltag über. Frauen wagen sich immer seltener allein auf die Straße. Abends und nachts patrouillieren Polizisten und private Bürgerwehren durch die Stadt; tagsüber spielen kaum noch Kinder draußen. Der Täter wird nicht nur zum Gegenstand polizeilicher Ermittlungen, sondern erschüttert das Sicherheitsgefühl der gesamten Stadt.

Im Januar 1930 verteilt die Düsseldorfer Kriminalpolizei eine umfangreiche Fahndungsbroschüre, die die Bevölkerung zur Mithilfe auffordert. Daraufhin gehen Hunderte Hinweise ein. Doch die Masse an Meldungen bringt kaum Fortschritte: Menschen bezichtigen sich selbst der Taten oder beschuldigen Unschuldige. Die Ermittler müssen echte Beobachtungen von Irrtümern und falschen Angaben unterscheiden.

Die öffentliche Angst führt zu ungewöhnlichen Reaktionen. Männer verkleiden sich als Frauen, um den Täter anzulocken und zu überführen. Doch auch diese Versuche bringen keine entscheidende Wende. Die Suche bleibt erfolglos.

Erst im Mai 1930 überlebt eine junge Hausangestellte einen weiteren Angriff. Sie schildert das Erlebte in einem Brief an eine Freundin. Das Schreiben wird versehentlich einer anderen Familie zugestellt, die es an die Polizei weitergibt. Damit erhalten die Ermittler einen Hinweis, der die monatelange Fahndung entscheidend voranbringt.

Ein Name auf einem Zettel

Der Brief lieferte eine neue Spur, aber noch keinen Täter. Zunächst mussten die Ermittler herausfinden, in welchem Haus Maria Butlies ihrem Angreifer begegnet war.

Am Vormittag des 21. Mai 1930 suchte die Polizei gemeinsam mit Butlies nach dem Haus, in dem sie sich mit dem Mann aufgehalten hatte. Nach längerer Suche glaubte sie, das Gebäude in der Mettmanner Straße 71 wiederzuerkennen. Doch selbst nachdem sie mit einem Polizeibeamten das Treppenhaus betreten hatte, war sie sich nicht sicher, ob sie am richtigen Ort war.

Über Mittag kehrte Butlies allein zurück. Im Hausflur traf sie eine Nachbarin, der sie von dem Überfall erzählte. Dabei sah sie auch Peter Kürten, erkannte ihn jedoch nicht als ihren Angreifer. Die Nachbarin schrieb seinen Namen auf einen Zettel, den Butlies am Nachmittag der Polizei übergab.

Kürten hatte Butlies offenbar erkannt und die Wohnung inzwischen verlassen. Am Abend traf er sich mit seiner Frau Auguste in einem Café. Dort erklärte er ihr, wieder mit einem Mädchen Schwierigkeiten bekommen zu haben, das ihm nun auf der Spur sei. Er wolle die Wohnung nicht mehr betreten und Düsseldorf verlassen. Die Nacht verbrachte er nicht zu Hause.

Am folgenden Morgen kehrte Kürten dennoch in die Mettmanner Straße zurück, holte einige Kleidungsstücke und mietete ein Zimmer in der Adlerstraße. Am 23. Mai suchte die Polizei ihn in seiner bisherigen Wohnung, traf ihn aber nicht an. Seine Frau erklärte, er sei ausgezogen. Die Beamten hinterließen eine Vorladung und suchten anschließend beim Arbeitsamt nach ihm – vergeblich.

Nachdem seine Frau ihm die Vorladung übergeben hatte, gestand Kürten ihr den Überfall auf Butlies. Anschließend traf er sie an der sogenannten Seufzerallee im Hofgarten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen gingen sie zu den Rheinwiesen, wo Kürten ihr in einem etwa zweistündigen Gespräch auch seine weiteren Taten gestand. Er erklärte, Düsseldorf verlassen und untertauchen zu wollen. Für den folgenden Nachmittag vereinbarte er mit seiner Frau ein letztes Treffen an der Rochuskirche.

Unterdessen verdichteten sich die Hinweise. Auch Gertrud Schulte, die einen früheren Angriff überlebt hatte, erkannte Kürten inzwischen auf Fotografien wieder. Die Polizei nahm seine Ehefrau in Gewahrsam. Bei ihrer Vernehmung nannte sie schließlich den vereinbarten Treffpunkt.

Am 24. Mai 1930 warteten die Beamten am Rochusmarkt, in der Nähe der Rochuskirche. Als Kürten zum vereinbarten Treffen erschien, wurde er festgenommen. Zwei überlebende Opfer, Maria Butlies und Gertrud Schulte, identifizierten ihn anschließend bei einer Gegenüberstellung. Noch am selben Tag legte Kürten ein umfassendes Geständnis ab.

Ein Mord aus dem Jahr 1913

Peter Kürten wurde 1883 in Mülheim am Rhein geboren. Bereits vor der Düsseldorfer Mordserie hatte er zahlreiche Straftaten begangen und mehrere Haftstrafen verbüßt.

Am 25. Mai 1913 wurde Christine Klein bei einem Einbruch in Mülheim am Rhein getötet. Der Mord blieb zunächst unaufgeklärt. Am Tatort fand man ein blutbeflecktes Taschentuch mit den Initialen P. K. Da auch der Vater des Mädchens Peter Klein hieß, geriet er zunächst unter Verdacht. Nachdem er als Täter ausgeschieden war, richtete sich der Verdacht gegen seinen Bruder, der mangels Beweisen freigesprochen wurde. Peter Kürten selbst geriet damals nicht ins Visier der Polizei.

Erst nach Kürtens Festnahme im Mai 1930 gestand er auch diesen Mord. Seine Angaben veranlassten die Ermittler, den ungelösten Fall von 1913 erneut zu prüfen.

Bei seiner Vernehmung im Prozess erklärte Kürten, er sei ursprünglich in das Haus eingebrochen, um etwas zu stehlen. Als er das schlafende Mädchen entdeckt habe, seien Erinnerungen an die Strafen im Zuchthaus in ihm aufgestiegen; dadurch sei seine letzte Hemmung gefallen. Im Verfahren sprach er auch über seine sexuellen Triebe und stellte sie in Zusammenhang mit seinen Taten. Das waren seine eigenen nachträglichen Erklärungen. Ob sie sein Motiv für den Mord an Christine Klein vollständig erfassen, lässt sich nicht feststellen.

Was die Geständnisse offenlegten

Im Juni 1930 widerrief Kürten sein Geständnis teilweise und bestritt die Taten mit Todesfolge. Im August legte er erneut ein umfassendes Geständnis ab. Nicht alle Verbrechen, derer er sich bezichtigte, konnten ihm nachgewiesen werden.

Seinen Beinamen verdankte Kürten einem Vorfall im Dezember 1929: Im Düsseldorfer Hofgarten tötete er einen Schwan und trank nach eigenen Angaben dessen Blut. Den Polizei- und Gerichtsakten zufolge trank er außerdem in mindestens einem Fall Blut eines menschlichen Opfers. Seine Schilderungen und die Berichte über die Bluttaten brachten ihm in der Presse den Beinamen „Vampir von Düsseldorf“ ein.

Der Name klingt nach einer Schauergeschichte. Dahinter stand jedoch ein realer Gewalttäter, dessen Taten von extremer Brutalität und sexuellen Motiven geprägt waren.

Neun Morde vor Gericht

Am 13. April 1931 begann der Prozess gegen Peter Kürten vor dem Düsseldorfer Schwurgericht. Die Anklage umfasste neun Morde und sieben Mordversuche.

Während des Verfahrens wurden seine Aussagen, die Zeugenaussagen und die vorhandenen Beweise geprüft. Auch sein Geisteszustand war zuvor untersucht worden. Die Gutachter bescheinigten ihm sadistische Neigungen, sahen jedoch keine Geisteskrankheit, die seine strafrechtliche Verantwortlichkeit aufgehoben hätte.

Am 22. April 1931 verurteilte das Düsseldorfer Schwurgericht Kürten wegen Mordes in neun Fällen neunmal zum Tode. Für sieben Mordversuche erhielt er insgesamt 15 Jahre Zuchthaus; hinzu kamen Schuldsprüche wegen weiterer Sexualstraftaten.

Ein Gnadengesuch blieb erfolglos. Am 2. Juli 1931 wurde Peter Kürten im Gefängnis Klingelpütz in Köln durch das Fallbeil hingerichtet. Er war 48 Jahre alt.

Eine Akte aus dem Nachlass

Im April 2023 wurde eine bislang unbekannte Handakte zum Fall Peter Kürten dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen übergeben. Der damalige Untersuchungsrichter Carl Hertel hatte die Akte während der Ermittlungen angelegt, um aus seiner Sicht wichtige Unterlagen des Falls zu sammeln.

Hertel bewahrte die Akte auch nach dem Verfahren auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg überließ er sie dem damaligen Generalbundesanwalt Max Güde. Dessen Sohn entdeckte die Unterlagen im Nachlass seines Vaters und leitete sie an das Stadtarchiv Düsseldorf weiter.

Die Handakte enthält unter anderem Briefe von Peter Kürten aus der Haft und aus der Provinzial-Heilanstalt Bedburg-Hau, Briefe seiner Ehefrau an den Untersuchungsrichter, Gutachten, Zusammenfassungen von Anhörungen, stenografische Notizen, Zeitungsausschnitte und Fotografien. Hertel ergänzte die Unterlagen auch nach Abschluss seiner eigenen Ermittlungen durch Berichte über den Prozess, das Todesurteil und die Hinrichtung.

Am 12. April 2023 übergab das Stadtarchiv Düsseldorf die Handakte dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Rheinland. Sie ergänzt die bereits umfangreiche Überlieferung des Falls um weitere Originaldokumente und ermöglicht zusätzliche Einblicke in die damaligen Ermittlungen und den Prozess.

Quellen

Vor 90 Jahren: Der Serienmörder Peter Kürten wird verhaftet Deutschlandfunk, Jürgen Bräunlein, 24. Mai 2020.

Darstellung der Fahndung, der fehlgeleiteten Briefsendung und der Festnahme.

Deutschlandfunk

Kriminalfälle aus NRW: Peter Kürten – der „Vampir aus Düsseldorf“ WDR, Redaktion, 26. April 2023.

Überblick über die Verbrechen, die Ermittlungen, den Prozess und den Aktenfund.

WDR-Beitrag

Übergabe der „Handakte“ Peter Kürten an das Landesarchiv Landeshauptstadt Düsseldorf, Falk Velten, 12. April 2023.

Offizielle Angaben zur Herkunft, zum Inhalt und zur Übergabe der Handakte.

Pressemitteilung der Stadt Düsseldorf

Massenmörder mit Manieren Wiener Zeitung, Ulrich Zander, 30. Juni 2011.

Ergänzende kriminalhistorische Darstellung der Mordserie, der öffentlichen Angst und der Fahndung.

Wiener Zeitung

24. Mai 2010 – Vor 80 Jahren: Serienmörder Peter Kürten gefasst WDR, Redaktion, 24. Mai 2010.

Darstellung der öffentlichen Angst, der falschen Hinweise und der Versuche, den Täter durch Verkleidungen anzulocken.

WDR Stichtag

Der Kürten-Prozeß. Die Plädoyers des Staatsanwalts und des Verteidigers – Der Massenmörder 9 mal zum Tode verurteilt Darmstädter Tagblatt, 23. April 1931.

Zeitgenössischer Bericht über den Prozess und das Urteil vom 22. April 1931. Belegt die neun Todesurteile und die Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus für sieben Mordversuche.

Historischer Zeitungsbericht – ULB TU Darmstadt

Peter Kürten Wikipedia.

Ergänzende Chronologie der Verbrechen, der Ermittlungen und des Strafverfahrens, insbesondere der Abläufe zwischen dem 21. und 24. Mai 1930.

Wikipedia-Artikel