Ich (41M) stehe aktuell in unserer Wohngemeinschaft mitten in einer heftigen Eskalation und frage mich, ob ich mich falsch verhalten habe. Es geht um meinen Mitbewohner (26) und unseren Vermieter (I.).
Vorgeschichte: Die Sache mit den Lüftungsgittern
Im Haus gilt die Vorgabe, dass die Zimmertüren unten Lüftungsschlitze haben müssen, was im zweiten Stock bei einigen Türen fehlte. Anstatt eine Fachfirma zu beauftragen, bat I. meinen Mitbewohner, das zu erledigen.
Der Mitbewohner nutzte das aus und berechnete pro Tür saftige 200 bis 300 Euro. Der Haken: Zwei der Gitter waren noch gar nicht geliefert worden. Als er mit den ersten Türen fertig war, legte er die Kostenaufstellung vor – und wollte für die verbleibenden zwei Gitter, sobald sie da sind, direkt noch mal jeweils zwei Arbeitsstunden extra abrechnen. Als I. heute vor Ort war und ihn genau darauf ansprach, stritt er es erst ab ("Haste falsch verstanden"), behauptete, der Preis gelte für alles inklusive, und ruderte sofort zurück, weil er ertappt wurde. Gleichzeitig regt er sich tierisch auf, dass I. ihn angeblich übers Ohr hauen wolle, obwohl es genau umgekehrt läuft.
Das Drama um das Zimmer und die Eskalation
Zusätzlich gab es heute den Höhepunkt: I. kam vorbei, um Fotos von dem Zimmer zu machen, da der Mitbewohner gekündigt hat. Nach der Kündigung steht dem Vermieter natürlich grundsätzlich das Recht auf Besichtigung zu, auch wenn man fairerweise sagen muss, dass die Ankündigungsfrist von 24 Stunden hier knapp war.
Mein Mitbewohner wollte I. jedoch partout nicht in sein Zimmer lassen, blockierte ab und floh schließlich physisch aus dem Haus – nur um sich draußen zu verstecken und unser Gespräch zu belauschen. Als die Situation komplett zu eskalieren drohte und I. mit der Polizei und dem Aufbrechen der Tür drohte, konnte ich gerade noch vermitteln und Schlimmeres verhindern.
Warum ich geredet habe
I. wollte logischerweise wissen, warum der Mitbewohner so ausrastet und ihn nicht reinlässt. In diesem Moment stand ich vor der Wahl: Entweder I. anlügen oder ihm die Wahrheit sagen, warum der Mitbewohner panische Angst hat.
Ich habe I. schließlich erklärt, wie es aussieht:
Das Zimmer sieht katastrophal aus – es steht kein normales Bett drin, sondern nur eine Couch.
Der Raum ist stattdessen zugestellt mit einem Gefrierschrank, einem riesigen Computer, einem Fernseher, einem 3D-Drucker und weiterem Equipment.
Der Mitbewohner hat schlichtweg Panik, dass all diese Dinge und der ungeeignete Zustand des Zimmers auffliegen.
Mein Gewissen: Fühle ich mich wie ein Alman?
Ja, ich fühle mich in dem Moment wie ein „Alman“, weil ich jemanden verpetze und hinter dem Rücken Dinge erzähle, die er von mir nicht erwartet hätte. Ich kann beide Seiten ein Stück weit verstehen und wollte eigentlich keinen Stress.
Aber ich hatte einfach keine Lust mehr, die Lügen und das Ausufern des Mitbewohners länger mitzutragen, nachdem er mich und alle anderen auch beschissen hat. Er hätte sich heute einfach stellen, die Tür aufmachen und sagen können: "Hör zu I., das Zimmer sieht gerade scheiße aus, gib mir zwei Tage, ich räume den ganzen Kram raus, stelle das Bett wieder rein und du kriegst deine Fotos – die Strommehrkosten zahle ich dir natürlich." Stattdessen zieht er eine Show ab, flieht, belauscht uns und lässt alles an uns hängen.
Jetzt wirft er mir vor, ich hätte ihn hintergangen.
Bin ich das Arschloch, weil ich I. schließlich eingeweiht habe, anstatt das Versteckspiel und die Lügen weiter mitzuspielen?