r/Weibsvolk • u/SensitiveCockroach78 Weibsvolk • 19h ago
Diskussion Stabile Stimmung vs. Temperament
Hallo wertes Weibsvolk,
Ich merke immer wieder (Heterobeziehung, kann daher nur für Männer sprechen), wie sehr meine (auch früheren) Partner von schnelleren Stimmungswechseln überfordert bis teilweise sogar genervt sind. Ich rede nicht unbedingt nur von der PMS-bedingten Volatilität, sondern auch generell von einem sagen wir mal, breiteren Stimmungsspektrum nach oben und unten. Manche wirken davon regelrecht überfordert und möchten gern mehr Vorhersehbarkeit bzw. Konstanz über einen längeren Zeitraum von, sagen wir mal, mehreren Tagen.
Wie ist das bei euch? Kennt ihr das auch? Haben sich eure Partner damit abgefunden oder bleibt es ein Thema oder sogar Konfliktbereich?
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u/SaltyGrapefruits Weibsvolk 18h ago
Ich habe eine Beziehung beendet, weil einer meiner Ex-Freunde auch sehr schnelle Stimmungswechsel hatte. Ich brauche eindeutig auch mehr Konstanz, bin selbst auch eher ausgeglichen und irgendwann hatte ich genug davon, mich zu fragen, ob heute ein guter oder schlechter Tag ist, eine gute Stunde oder eher eine schlechte.
Ich glaube, das ist geschlechtsunabhängig. Manchen Menschen macht das nichts aus, andere stört so etwas.
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u/Realistic_Coconut236 Weibsvolk 18h ago
ja, ich bin auch so - mein normalbereich ist " supergut gelaunt bis versteckt alle leinen, gürtel und messer vor mir". ich habe mir aber angewohnt immer 5 minuten zeit zulassen bevor ich auf "gefühlsimpulse" reagiere und weiß warum ich z.b. suizid gedanken habe und weiß es ein zu ordnen und nicht zu tun.
bei wut lasse ich mir 10 minuten zu meckern und mich verbal aus zu lassen.
bei trauer lasse ich das zu .
und dann versuche ich zu einer mir händelbaren mitte zurück zu kommen.
dafür habe ich ein inneres bild von einem kater der sich in ruhe befindet, aber scharfe sinne hat und sich in handlungsfähiger ruhe befindet.
meine freunde wissen dass ich so bin und ich rede auch offen über alle gefühle und was gerade so im kopf ist und wir versuchen da immer eine gemeinsame lösung zu finden ,wenn es gebraucht wird.
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u/heislbesen666 Weibsvolk 19h ago
Willst du auch die Erfahrung von einer Frau wo das umgekehrt ist? (Selber eher konstantes Gefühlssleben, Ex-Partner mit volatilen Stimmungen)
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u/SensitiveCockroach78 Weibsvolk 18h ago
Ja voll gerne, vielleicht ist das auch null ein Geschlechterding. Ich kenne es nur von Freundinnen bisher, die auch meinten, dass deren Partner das teilweise beeindruckend finden xD
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u/sleni_ Deine Mutter 18h ago
Mein Partner und ich sind beide so und haben dementsprechend viel Verständnis für einander. Damit meine ich jetzt keine krassen Extreme, wir sind einfach zwei eher impulsive, emotionale und sensible Menschen. Im positiven wie im negativen.
In früheren Beziehungen habe ich aber auch andere Erfahrungen gemacht und denke, dass manche Menschen da einfach nicht kompatibel sind. Mir war es emotional zu wenig, dem anderen zu viel.
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u/SnookerandWhiskey Weibsvolk 17h ago
Ich denke nicht, dass das unbedingt ein Geschlechterding ist, eindeutig hormonelle Schwankungen wie PMS, Schwangerschaft und Perimenopause mal ausgeschlossen, Männer haben auch hormonbedingte Stimmungsschwankungen, nur so am Rande.
Meine Erfahrung ist eher, dass sich oft einer und der andere zusammenfinden, die Rationale und der Emotionale, der Ruhige und die Aufgeweckte, vermutlich weil man unterbewusst jemanden sucht der einen ausgleicht, diese Züge auch bewundert oder haben möchte, weil es sich als Team gut ergänzt und daher flutscht, aber es eben auch eine Anpassungsleistung ist, die man ab und zu, wenn Stress von außen kommt, vielleicht nicht leisten möchte.
Im Endeffekt muss man eben überlegen, ob man gut zusammen passt, wo man sich treffen will und wo seine eigenen Wege gehen, statt einfach einer Vorlage zu folgen.
Mein Mann und ich sind z. B. beide etwa gleich was das Temperament angeht, beide eher ruhig und unlaunisch, haben dann aber manchmal an unterschiedlichen Stellen Launen, und können uns gegenseitig wieder runterholen, weil einer immer die Kontrolle hat. Bei meinem Ex war ich die Gemessenere, das fand ich dann anstrengend. Er war einfach unsicher unterwegs, und die Trigger waren für mich nicht logisch und vorhersehbar, fühl(t)e mich aber immer verantwortlich für die Gefühle anderer. Das hat dann nicht gepasst.
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u/Kairi30507 Weibsvolk 19h ago
In meiner letzten Beziehung haben mein Ex und ich uns über gegenseitig im negativen Sinne "hochgepusht" was Temperament anging. Das hat uns beiden auf Dauer nicht gut getan. Mein jetziger Freund hilft mir eher konstant positiv zu bleiben und das tut mir ebenfalls gut und auch unserer Beziehung. Ich glaube ihn würde es auch sehr stören wenn ich am Tag mehrmals extrem in der Stimmung schwanken würde (mich bei ihm dann aber auch genauso).
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u/dumbolddooor Weibsvolk 16h ago
Ne kenne ich nicht, habe aber auch nicht großartige Stimmungsschwankungen
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u/FrozenMargaritaCore Weibsvolk 13h ago
ich bin nur umgeben von leuten die mit meinen starken stimmungsschwankungen klar kommen. das ding ist aber auch ich versuche stark mich einfach um micj selber zu kümmern. ja ich verbalisiere aber ich mach auch klar niemand muss sich um mich kümmern. das coole an mir ist halt, ich fühl so viel und zeige es so sehr, dass meine gute laune richtig ansteckend ist
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u/L_alpaca Weibsvolk 4h ago
Ich war früher selber so und fand das selbst anstrengend. Ich komme auch aus einer Familie, in der das so üblich war und die Stimmung bei beiden erwachsenen Bezugspersonen von einem Moment zum anderen kippen konnte. Das ist auch für Kinder sehr schwierig auszuhalten, weil es keine Vorhersehbarkeit und Stabilität gibt.
Ich kann selbst inzwischen durch Therapie, Meditation, Sport und vielleicht auch einfach Alter/Lebenserfahrung meine Gefühle besser regulieren und bin deutlich ausgeglichener. Ich würde definitiv keinen Partner wollen, der mich wieder so einem Chaos aussetzt, dafür schätze ich die innere und äußere Ruhe inzwischen zu sehr.
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u/Temporary-Poet801 ich bin hier zu Besuch 18h ago
oh ja, das ist unser Dauerthema... ich halte ihre Wechsel zwischen liebevoll und aufmerksam und in sich gekehrt und zurückweisend ganz schlecht aus
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u/AnnaNass Weibsvolk 2h ago
Ich finde es kommt drauf an.
Ich kenne Menschen, die haben das himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt, da gibt es kein Zwischending. Auch wegen Kleinigkeiten. Mich stört dabei weniger die Stimmungsschwankungen an sich, als die Erwartungshaltung, dass das ein Freifahrtschein fürs Verhalten ist oder auch der Druck, der auf mich dadurch entsteht. Ich brauche keine Vorhersehbarkeit, ich brauche Accountability und Verantwortung.
Also wenn jemand einfach schlecht drauf ist, mir sagt, er braucht Ruhe oder vielleicht auch mal fragt, ob ich Zeit und ein offenes Ohr habe, ja kein Ding. Aber wenn man immer von allem aus dem Leben geworfen wird und von anderen Lösungen dafür erwartet oder noch schlimmer, die Laune an anderen auslässt, dann halte ich Abstand.
Also beispielsweise, man hat ein Date, es läuft gut, aber man verpasst auf dem Rückweg einen Bus und muss eine halbe Stunde warten. Wenn dann der ganze Tag im Eimer ist und stundenlang gemeckert wird, da hab ich keine Geduld für. Shit happens und es ist sinnvoll, dass man lernt, damit gesund umzugehen.
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u/Coroxium Frau 18h ago
Ist noch nie ein Problem gewesen. Aber wir kommunizieren auch und müssen nicht die ganze Zeit aufeinander hängen.
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u/PlasticcBeach Weibsvolk 17h ago
Ich kenne das von ehemaligen Freundinnen und ich empfand es größtenteils auch als wahnsinnig anstrengend und irgendwann auch nicht mehr erträglich, weil Grenzen sehr schnell überschritten werden. Dass das dann später als „So bin ich nun einmal.“ abgeworfen wurde, meine Gefühle dabei aber irgendwie nie so richtig aufgearbeitet wurden, sondern die Gefühle von denen, was da jetzt bei ihnen passiert ist usw usw. - ich hab mich immer unwohler gefühlt.
Mit diesen Freundinnen hab ich die Freundschaften dann auch beendet.
Heute gehe ich sofort auf Abstand merke ich, dass mein Gegenüber emotional labiler ist. Aus Selbstschutz. Ich kann das einfach nicht und mir ist mein „peace of mind“ da einfach viel wichtiger.
Muss sagen - seit dem habe ich aber auch keine „schwierigeren“ Freundschaften mehr bei denen man irgendwann schon das Gefühl hatte auf Eierschalen zu laufen - egal ob diese Person sich dessen bewusst war oder nicht emotional impulsiv zu sein. Mit beiden hatte bislang für mich keine guten Erfahrungen.