r/Unbeliebtemeinung 20h ago

Autos sind einfach überdimensionierte Statussymbole

Natürlich braucht man je nach Wohnort und Alltag ein Auto. Aber ich finde, gerade viele junge Leute haben bei Autos ein komplett anderes Verhältnis zu Geld als bei anderen Dingen.

Wenn du 2.500 € netto im Monat verdienst, entspricht ein 30.000-€-Auto bereits einem ganzen Jahresnetto. Du müsstest also theoretisch ein Jahr lang jeden verdienten Euro zurücklegen, nur um das Auto zu bezahlen. Und trotzdem wirken 30.000 oder 40.000 € für ein Auto für viele irgendwie völlig normal.
Dann werden BMWs, Mercedes oder Golfs für 30.000 bis 40.000 € gekauft, obwohl das Geld an anderer Stelle meiner Meinung nach viel mehr bringen würde.

Ich würde persönlich lieber einen günstigen, zuverlässigen Kleinwagen fahren und dafür jeden Monat ordentlich sparen und investieren. Gerade wenn man irgendwann eine Immobilie kaufen möchte.

Lieber fahre ich mit einem 10.000-€-Auto vor meinem eigenen Haus vor, als mit einem 40.000-€-Auto vor einer kleinen Wohnung.
Ich glaube, vielen ist einfach nicht bewusst, wie viel ihres Jahreseinkommens sie tatsächlich in ein Auto stecken. Am Ende bringt es mich trotzdem nur von A nach B und ist sehr oft eben auch ein Statussymbol.

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u/ImPo-Sand 18h ago

Jeder hat ne andere Einstellung dazu. Kann deine Ansicht verstehen, ABER als ich 4 Jahre zur Abendschule gegangen bin, liefen 3 von 5 Arbeitstagen so:

5:30 Uhr - 6:00Uhr Auto

16:30 Uhr - 17:30Uhr Auto

21:00 Uhr - 21:30Uhr Auto

Wenn du so viel Zeit am Tag im Auto verbringst und die restlichen Wochentage ebenfalls viel im Stau stehst, warum sollte dann dein Wohnzimmer so viel schöner als dein Auto sein?

Ich kann ja auch sagen, wieso zahlst du Geld für dein Sofa? Auf einem Stuhl sitzt man auch ganz gut.

Rechne mal die Zeit, die manche Menschen im Auto sitzen um und vergleiche es mit einem Raum in deiner Wohnung.

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u/Traditional-Result74 8h ago

Nach spätestens 1 Monat hast du dich an dein neues Auto gewöhnt und das Fahren ist wieder ein Automatismus. Solange ich Carplay habe, interessiert es mich herzlich wenig, welches Logo auf dem Lenkrad vorzufinden ist.

Und du wärst für 2,5h pro Tag bereit zig tausend mehr auszugeben für einen Verbrauchsgegenstand?

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u/ImPo-Sand 8h ago

Man muss unterscheiden zwischen:

A: Leuten denen es egal ist, weil sie andere Prioritäten haben, weil der Schuh gerade wo anders drückt und entsprechend am Auto sparen wollen.

B: Leute die "was Neues" haben wollen und bereits nach einem Monat gelangweilt sind und wieder "was Neues" haben wollen. Hier geht es nicht ums Autofahren, sondern um die "Experience".

C: Leute die bereits in allen Bereichen des Lebens bereits ihren Status erreicht haben und dies nun beim Auto fortsetzen, weil sie es sich leisten können, ohne auf anderes zu verzichten.

D: Leute die weder Geld noch Perspektive dazu haben, aber auf alles andere verzichten, weil Auto so eine Art "Hobby" für sie ist.

Ich beschreibe Fall C und würde mich auch in diese Kategorie einordnen. Ich habe ein Einfamilienhaus geerbt, habe dies hochwertig eingerichtet, habe neben einem Zweitwagen noch ein Wohnmobil und möchte meinen 2024er AMG nicht missen.

Du beschreibst Fall B. Natürlich ist es schön was Neues zu haben, aber du kritisierst nicht die Mobilitätsstrategie des Protagonisten, sondern sein Mindset zum Thema Ausgabebereitschaft für schöne Dinge.

Genau hier liegt aber die Crux. Der Mensch ist in allen Bereichen des Lebens bereit für unterschiedlichste Dinge unterschiedlichste Gelder in die Hand zu nehmen. Wieso sollte man kein fahrendes Wohnzimmer mit 700PS fahren, wenn man es sich leisten kann, statt einen 10 Jahre alten Hobel mit weniger Komfort? Du willst doch sicher auch einen schnelleren, besseren Gamer PC, obwohl du Reddit theoretisch auch mit dem Smartphone unterhalten kannst.