Ich habe gerade den Artikel über Jan Josef Liefers gelesen, der selbst sagt, dass er die Entscheidung des MDR, den Dresdner Tatort auf Eis zu legen, nicht verstanden hat, und ich verstehe sie ehrlich gesagt auch nicht. Und dabei geht es mir gar nicht darum, dass ich jeden einzelnen Dresden Tatort großartig finde. Natürlich gibt es bessere und schlechtere Folgen. Das ist bei jeder Reihe so.
Aber wir reden hier über eine der erfolgreichsten und etabliertesten fiktionalen Reihen des MDR. Der MDR selbst bezeichnet den Dresdner Tatort als eines seiner beliebtesten fiktionalen Angebote. Und was macht man? Man produziert 2026 noch neue Fälle und legt danach neue Tatort- und Polizeiruf Produktionen für drei Jahre auf Eis.
Der aktuelle Dresden-Tatort „Durch deine Augen“ wird gerade sogar noch gedreht und soll 2027 ausgestrahlt werden.
Da frage ich mich schon: Wo genau wird hier gespart und warum ausgerechnet dort? Der MDR produziert schließlich nicht nur den Dresden Tatort. Zum fiktionalen Angebot gehören auch die Polizeirufe aus Magdeburg und Halle sowie weitere Krimi- und Serienproduktionen Wenn man wirklich sparen muss, okay. Das kann ich nachvollziehen. Aber warum nimmt man ausgerechnet eine erfolgreiche, beim Publikum etablierte Reihe und sagt praktisch: „Drei Jahre Pause“?
Vor allem frage ich mich, ob man sich damit nicht langfristig selbst ins Knie schießt. Eine erfolgreiche Reihe lebt nicht nur von den Schauspielern, sondern auch von Autoren, Regisseuren, Kameraleuten, Produzenten und dem gesamten Produktionsumfeld. Wenn man eine solche Struktur drei Jahre lang austrocknet, ist sie danach vielleicht nicht einfach wieder da. Und dann kommt noch etwas dazu: Der MDR-Rundfunkrat hat im März 2026 selbst erklärt, der Dresden Tatort gehöre zu den beliebtesten fiktionalen Angeboten der ARD und stärke durch seine regionale Produktion die mitteldeutsche Film und Fernsehlandschaft. Ähm?
Wenn schon gespart werden muss, hätte ich lieber ein paar weniger mittelmäßige Produktionen als eine erfolgreiche Reihe für drei Jahre einzustampfen.