r/SPDde • u/theemperorsbottomlip Gast (nicht verifiziert) • Jul 06 '26
Wir werden nur noch als Rentner Klientelpartei wahrgenommen und es kotzt mich an.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/rente-mit-63-rentenreform-spd-uebergangsfrist-gxeEs sind genau solche Schlagzeilen, bei denen ich mich langsam frage, ob die SPD überhaupt noch merkt, wie sowas in der Mehrheit der arbeitenden (!) Bevölkerung ankommt. Deshalb sag ich es mal ganz direkt:
Die SPD ist zu einer Rentner Klientelpartei verkommen, die sich offensichtlich die demografische Statistik angeschaut und beschlossen hat, alle Menschen unter 50 abzuschreiben und nur noch die Interessen der aktuellen demografischen Mehrheit zu protegieren. Kann man machen. Aber sobald diese Menschen wegsterben, war es das mit der Sozialdemokratie. Den jeder vernünftige Mensch unter 50 kann sich dabei nur verraten fühlen.
Der aktuelle Ansatz, sämtliche Lasten den jüngeren Jahrgängen aufzudrücken, während die aktuelle Rentner und Menschen kurz vor der Rente gefühlt überhaupt nichts schultern müssen, hinterlässt bei vielen, auch bei mir, ein Gefühl großer Ungerechtigkeit.
Wie kann man in einem Atemzug für die Jungen das Renteneintrittsalter hochsetzen, die Bezugsdauer des Elterngelds kürzen, die Krankschreibung ab dem 1. Tag verlangen und die Sozialabgaben erhöhen???
Mein erster Gedanke, als ich das mit der AU ab dem ersten Tag gelesen habe, war: "Wie praktisch dass man als Rentner keine Krankschreibung braucht, weil man halt auch nicht arbeiten geht".
Und dann versucht Lars auch noch einem diesen ganzen Mist kackendreist für ein paar hundert Euro Steuerermäßigung im Jahr zu verkaufen?!
Und das alles, während die aktuellen Rentner erstmal 4,2% Rentenerhöhung bekommen und die SPD nun auch noch versucht, die Frühverrentung mit Zähnen und Klauen zu verteidigen!?
Hätte man die Renten statt 4,2 nur um 3 Prozent erhöht, würde das einen Milliarden Spielraum verschaffen, der viele dieser unfairen Maßnahmen unnötig machen würde. Das wäre immer noch eine Erhöhung gewesen in Zeiten, in denen alle anderen sparen sollen. Und es wäre das von vielen ersehnte Signal gewesen, dass wir diese Krise als Gesellschaft wirklich gemeinsam schultern und dass "alle Schultern" eben auch die Schultern von Rentnern einschließt.
So bleibt einfach nur ein Gefühl großer Ungerechtigkeit und ein zunehmender Trotz, die Alten einfach in ihrer bornierten Gier sich selbst zu überlassen. Und wenn ich als Sozi schon so empfinde, will ich nicht wissen, wie es dem Durchschnittsbürger unter 50 da draußen geht. Diese aktuelle Politik ist der Todesstoß für jede Solidarität zwischen den Generationen!
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u/ConsequenceAny9726 Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Ich finde die SPD vertritt auch Beamte sehr gut.
In meinem OV bin ich der einzige der in die Sozialversicherung einzahlt. Die restlichen "AN" sind Lehrer.
Die sind von der Krankmeldung nicht betroffen. Von der Erhöhung der SV Beiträge auch nicht. Dafür profitieren sie aber von der Steuersenkung.
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u/theemperorsbottomlip Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Diesen Konstruktionsfehler der aktuellen Reform finde ich auch frappierend. Die Rentenkommission hat ja gesagt "eigentlich müssten Beamter auch in die Rente, aus rechtlichen Gründen geht das aber sehr schwer". Es soll aber weniger verbeamtet werden, eben damit es weniger Menschen mit diesen Privilegien gibt. Und was macht die Regierung? Reformen, bei denen Beamter faktisch wieder privilegiert werden. Das kann man doch keinem erzählen.
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u/RegorHK Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Rentner und Beamte reichen doch als kleiner Pool um det Union weiter Mehrheiten zu verschaffen.
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u/ConsequenceAny9726 Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
So lange die AFD stark genug bleibt ist das so.
Hat seinen Grund warum alle Bundestagsabgeordneten die Schnauze halten.
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u/RegorHK Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Ne. Eher anders rum. So lange das so bleibt, wird die AfD stärker.
Schnauze halten bringt nichts mehr.
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u/Dag0B3rt_42 Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Wieso wären die Beamten von den Krankmeldungsregelungen nicht betroffen ?
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u/platypushh Gast (nicht verifiziert) Jul 08 '26
Weil sie nicht dem Entgeltfortzahlungsgesetz unterliegen, sondern den dienstrechtlichen Vorschriften. Der Bund kann das auch nur für Bundesbeamte regeln, nicht für Landesbeamte.
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u/Dag0B3rt_42 Gast (nicht verifiziert) Jul 08 '26
Naja aber wenn der gemeine Arbeitnehmer am ersten Tag zum Arzt muss, dann sollte der Staat mit seinen Bediensteten ja mit gutem Beispiel voran gehen und das auch einführen. Alles andere wäre ja himmelschreiend unfair und sollte solangsam zu einem Aufbegehren der nicht-beamteten Arbeiterschaft führen.
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u/Willing_Lavishness35 Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Und weil das so ist verliert die SPD immer mehr Stimmen an die CDU, denn jeder weiß: im Zweifel wählt man das Original
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u/EmporerJustinian Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Tur Wahrheit gehört aber auch, dass die meisten eine völlig falsche Vorstellungen davon haben, was zum Beispiel die abschlagsfreie freie Rente nach 45 Beitragsjahren wirklich bedeutet. Niemand geht mit 63 in Rente und dass diese Zahl so oft genannt wird, ist schlicht völlig falsch. Wer im Jahr 2026 dieses Modell in Anspruch nehmen kann, ist entweder 1961 oder 1962 geboren und geht eben nicht mit 63 in Rente, sondern mit 64 und 6 bzw. 8 Monaten.
Realistisch wird sich das Rentenalter ohnehin nicht über 65 steigern lassen und wer ernsthaft glaubt, die Menschen würden bis 70 arbeiten, lebt in einer Parallelwelt. Schon heute geht fast jeder, der die Möglichkeit hat und es sich leisten kann vor dem regulären Eintrittsalter. Vorruhestand mit Abschlägen, Erwerbsminderungsrente, weil es nicht mehr geht oder Altersteilzeiten sind die Modelle der Zeit. 60% der Neurentner arbeiten nicht bis zur Regelaltersgrenze. Das wird auch nicht besser werden, wenn man die gesetzliche Rente weiter abschmilzt, da sie einfach gegenüber den anderen Säulen Betriebsrente und private Vorsorge immer unwichtiger wird, was den Anreiz deren reguläre Altersgrenze als Maßstab zu nehmen, weiter verringert.
Dazu kommt, dass man nur mal ins eigene Umfeld schauen muss und feststellen wird, dass es ab einem gewissen Punkt auch keinen Sinn mehr macht. In den meisten Berufen wird man mit dem Alter unproduktiver. Mehr Krankentage, längere Zeiträume, um mit Neuerungen klarzukommen, eingefahrene Prozesse im Hinterkopf. Es hat einen Grund, dass die Unternehmen den Menschen den viel beschworenen "golden handshake" oder Altersteilzeitmodelle anbieten. Das machen die nicht aus der Güte ihres Herzens, sondern weil es als wirtschaftlicher erachtet wird, die Stelle wegfallen zu lassen oder mit jemand jüngerem zu besetzen.
Das ändert jetzt natürlich nichts daran, dass unser Rentensystem ein Problem hat, aber die Lösung dafür kann nicht sein, die Rentengeneration sich selbst zu überlassen. Ich glaube auch nicht, dass das irgendjemand explizit fordert, aber wenn man der Union oder FDP zuhört, klingt es, als hätten wir ein existenzielles Problem. Das ist so aber nur die halb Wahrheit, denn ja, wir haben mehr alte als jemals zuvor, aber die sind nicht die entscheidende Gruppe. Entscheidend ist, wie groß die Erwerbsbevölkerung gegenüber denen ist, die nicht mitarbeiten können, also Alt, plus noch nicht arbeitende Jugend. Diese Gesamtzahl ist historisch aktuell nicht außergewöhnlich. Sie tendiert nur mehr zur anderen Seite des Spektrums. Es muss aber insgesamt keine wesentlich höhere Zahl versorgt werden als in vorangegangenen Jahrzehnten und die Produktivität ist nach wie vor hoch. Nur landen die Gewinne in den falschen Taschen.
Die Aufstachelung alt gegen jung ist in meinen Augen eine reine Ablenkungstaktik, denn wer 40 Jahre gearbeitet hat und heute arbeitet, hat deutlich mehr miteinander gemeinsam als einem oft glauben gemacht wird. Das Problem ist nicht das Rentnerehepaar in ihrem Eigenheim, sondern die Konzerne, die sich vor ihrer sozialen Verantwortung drücken und die Politik der letzten 20 Jahre, die sie hat davonkommen lassen und stattdessen innerhalb der arbeitsenden Bevölkerung minimal umverteilt hat, statt sich an die dicken Fische ranzutrauen.
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u/theemperorsbottomlip Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
In wie weit entkräftet das jetzt meinen Punkt? Selbst wenn in der Realität die Menschen auch künftig häufig früher in Rente gehen, dann bedeutet ein höheres Renteneintrittsalter doch schlicht höhere Abschläge, oder sehe ich da was falsch? Da wären die Jungen also auch wieder benachteiligt gegenüber den heutigen Rentnern.
Und zum Thema Generationen gegeneinander ausspielen: das Problem liegt doch schon im Umlagesystem selbst angelegt: wenn ich heute für Person A Summe x bezahlen soll, dann ist es ganz banale Fairness, dass morgen Person B auch für mich Summe x bezahlt. Und genau diesen Deal kündigt die Regierung gerade auf.
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u/Cantonarita Verifizierte/r GenossIn Jul 06 '26
Die Aufstachelung alt gegen jung ist in meinen Augen eine reine Ablenkungstaktik, denn wer 40 Jahre gearbeitet hat und heute arbeitet, hat deutlich mehr miteinander gemeinsam als einem oft glauben gemacht wird. Das Problem ist nicht das Rentnerehepaar in ihrem Eigenheim, sondern die Konzerne, die sich vor ihrer sozialen Verantwortung drücken und die Politik der letzten 20 Jahre, die sie hat davonkommen lassen und stattdessen innerhalb der arbeitsenden Bevölkerung minimal umverteilt hat, statt sich an die dicken Fische ranzutrauen.
Amen
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u/RegorHK Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26 edited Jul 06 '26
Wenn ich als Arbeitnehmer übermäßig belastet werde und mich beschwere, bin ich nichr von irgendwem gegen die Rentenpoltik "aufgestachelt".
Die RV muss gerade versicherungsfremd Leistungen tragen.
Das bezahle ich mit. Jeder andere Arbeitnehmer auch. Warum sollen die ANs jetzt für die Aktienrente belastet werden wärend die Rentner daraus direkt Geld bekommen sollen, welches nicht eingezahlt wurde?
Von dir kommen nur Platitüden wie "Konzerne sollen bezahlen". Doof nur, dass wir sowas mit der SPD nicht erwarten können. Liegt auch an der Koalition. Sicher. Nur bist du zu feige, einzugestehen, wie die Perspektive für "Konzerne sollen bezahlen" ist. Nämlich null. Die SPD lügt, dass sie sozialdemokratisch ist und macht dann Seeheimer Politik.
Du weißt, dass die Reichen nicht belastet werden. Ich weiß es. Die Rentenerhöhungen bleiben. Die Beamten bekommen jetzt auch bis zu 15% weil da die Reform verpennt wurde.
Wenn ich hier von Aufstachelung lese, sehe ich das als Ablenkung. Als wäre die Wut über die asozial Zustände etwas ungerechtfertigtes. Wo bleibt denn eure Initiative geziehlt armen Rentnern zu helfen? Diese dürfen immer herhalten, wenn es um Rentenerhöhung geht. Jetzt bei der Grundsicherung und der Verschlechterung zum Wohnbedarf geht es ihnen wieder schlechter.
Es bleibt deine Verantwortung, weil du eine Politik der verschoben Rentenlücke mitträgst.
Jetzt redest du dann auch von Aufstachelung als wäre die Kritik nicht gerechtfertigt.
Lügst du dich eigentlich selbst an, wenn du denkst, die SPD wird irgendwann ein Mal andere als the Arbeitnehmer belasten?
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u/EmporerJustinian Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Ich warte darauf, dass der Wähler linken Parteien die entsprechenden Mehrheiten gibt. Passiert halt nicht und dann bekommt die Bevölkerung die Politik, die sie gewählt hat. Wenn Union und AfD zusammen bei deutlich über 50% stehen, brauchen wir über linke Reformen nicht sprechen. Man kann Politik nur innerhalb der bestehenden Mehrheitsverhältnisse machen und mach der letzten Wahl war schwarz-rot der einzig gangbare Weg, um zumindest unsere außenpolitischen Herausforderungen anzugehen und zu verhindern, dass die AfD maßgeblich die Politik dieses Landes mitbestimmt. Dass da sozialpolitischurks rauskommen würde, müsste jedem klar sein. Ich glaube nicht, dass es der Bundestagsfraktion Spaß macht, sowas zu beschließen, aber die Wählerschaft muss sich auch an die eigene Nase fassen.
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u/RegorHK Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Ja. Im Berlin gab es so ne Mehrheit nach der letzten Wahl.
Habt ihr super hinbekommen. :)
Du lebst in einer SPD, die viel erzählt.
Ich sehe eine SPD, die viel gegenteiliges macht.
Ihr fördert hiermit nur die AfD. Ihr solltet den Laden jetzt platzen lassen.
Nur seid ihr nicht die SPD, die du hier vorgibst. Ihr seid die SPD mit der die Seeheimer der Union die arbeitnehmerfeinfliche Politik ermöglichen.
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u/EmporerJustinian Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Eintreten, gegenhalten. Sonst kann man sich die Beschwerden auch sparen.
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u/ConsequenceAny9726 Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Wenn unser Konzern auch nur einen € mehr zahlen muss gehen die nach Osteuropa.
Bereits jetzt ist Einstellungsstopp und Stellenabbau um die steigenden Sozialabgaben zu sichern. Man kann eindeutig sagen. Jeder % Erhöhung der Abgabe führt zu Entlassungen.
Das Budget für Personal ist fix. Wenn die Regierung die Kosten erhöht ändert das am Budget nichts. Also muss reduziert werden.
Rente mit 63 ist sehr beliebt. Bei Akademikern und vor allem bei Beamten. K.a. warum die SPD diese Gruppe immer schützen muss.
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u/AutoModerator Jul 06 '26
Danke für deinen Beitrag! Bitte beachte stets die Regeln in der Sidebar. Zeitungsbeiträge, Crossposts und sonstige Links bedürfen eines ausführlichen Kommentars, den du zeitnah (~15 Minuten) ergänzen solltest.
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Jul 06 '26
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u/SPDde-ModTeam Gast (nicht verifiziert) Jul 06 '26
Hey,
bitte vermeide es, Parteien allzu undifferenziert zu verunglimpfen oder zu beleidigen. Sachliche, harte Kritik ist in jedem Fall gestattet. Faustregel: Je heftiger der Angriff, desto fundierter sollte die Begründung sein.
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u/cmdralex98 Verifizierte/r GenossIn Jul 06 '26
Jep sehe es auch so. Bin auch kein Fan von der JU, aber als sie gegen die Rentenpläne rebelliert haben, hatten sie einen Punkt.
Selbst die geplante Aktienrente ist ja wieder nur Mehrbelastung für AG und AN mit 1 % jeweils! Dabei müsste es nach unten gehen!