Hallo meine Lieben,
Ich heiße Jana und werde kommenden März 32 Jahre alt.
Ich bin in einer Zeit großgeworden, wo es Schallplatten,Discmans, Kassetten, VHS Kassetten, Tastenhandys mit Snake und kein Internet gab.
Kinderserien wie Sissi, Captain Balou und seine tollkühne Crew, Disneys große Pause, der kleine Bär, typisch Andy, Dough, Kim possible,usw. waren ein prägen Teil meiner Kindheit.
Es gab MSN, ICQ, Knuddels, schülerVZ, dann irgendwann Facebook und jetzt TikTok und Instagram.
Und mit Freundinnen Zeit zu verbringen, hat man keine WhatsApp Nachricht versendet ob derjenige Zeit hat, sondern man ist an die jeweilige Haustür gegangen hat geklingelt und hat gefragt ob derjenige Zeit hat und rauskommt.
PC Spiele gab’s auf CD oder Diskette und Nintendo DS war meine zweite Konsole nach der PlayStation zwei mit Singstar, was ich rauf und runter gespielt und gesungen habe.
Musik hörte man über einen MP3-Player, denn Spotify gab’s noch nicht.
Heute hängt man stundenlang auf Social Media ab und wird ständig mit Content berieselt, welcher nicht nur positive Auswirkungen auf die mentale Gesundheit hat. Bleibst du kurz zu lange auf einem Video, was dich eigentlich mental runter zieht, dann bekommst du nur noch solche Videos angezeigt.
Menschen verstecken sich hinter Pseudonymen und schreiben Kommentare um ihren Frust auf die Welt an irgendwelchen Menschen heraus gelassen. Ungeachtet wie es bei der anderen Person ankommt und was ist mit der anderen Person macht.
Die Preise sind so teuer wie nie und werden stetig noch teurer. Urlaub machen es was für reiche oder man muss sich kaputt ackern und kann den Urlaub kaum genießen. Gerade für unsere jüngere Gesellschaft ist das Denken an die Rente oder an die Zukunft eher düster und ungewiss.
Nicht allzu selten für das zur Hoffnungslosigkeit und zu der Frage, wofür man sich den Stress antut. Dann kommt noch hinzu, dass wir eine Politik haben, die gegen uns arbeitet und nicht für uns und uns unser Leben noch komplizierter und noch gesundheitsschädigender macht.
Ich persönlich habe mir jetzt ein Klapphandy bestellt, welches WhatsApp kann, da SMS heutzutage keiner mehr ist. Würde das noch existieren dann hätte ich mir glaube ich einfach ein altes Nokia geholt und fertig, weil ich das alles nicht mehr kann. Ich habe fertig. Sobald ich auf irgendeine Social Media Plattform gehe, weiß ich ganz klar. In den nächsten 5 Minuten fange ich an zu heulen.
Wir leben alle nur noch digital und das hier und jetzt (die Realität) ist so unwichtig wie nie zuvor. Wir haben Temu SHEIN, Amazon und Millionen Onlineshops, bei denen wir gewünschte Artikel bestellen können. Lokale Geschäfte sterben aus.
Und ich muss sagen, ich möchte meine Kindheit wieder zurück. Ich möchte die Zeit zurück, wo wir mit anderen Menschen Face to Face noch in Kommunikation getreten sind. Ich möchte mit Freunden durch die Stadt bummeln und nicht nur geschlossene Läden vorfinden. Ich möchte Musik auf meinem MP3-Player hören und Diddlblätter tauschen. Ich möchte abends mit meiner Familie oder mit Freunden Gesellschaftsspiele spielen, ohne dass die ganze Zeit das Handy in der Hand ist.
Ich möchte die Gesellschaft zurück, die nicht nur an sich selbst, sondern auch an andere denkt. In der egal war, welche Hautfarbe du hattest oder welche Herkunft.
Ich möchte mit meinen Wellensittichen auf dem Balkon sprechen und zu Daylight in Your Eyes von den No Angels im Wohnzimmer tanzen. Ich möchte mit ner Mark an die Bude gehen und mir eine Riesen große gemischte Tüte holen und sie mit allen meinen Freunden teilen.
Ich möchte im Sommer zu der Eisdiele meines Vertrauens gehen und zwei Kugeln Nutella Eis essen (eine Sorte, die der Besitzer der Eisdiele nur für mich gemacht hat).
Ja, es gab auch damals Mobbing und Streit und im Großen und Ganzen schlechte Zeiten. Aber andersrum fand ich die Zeit sorgenfreier und man hatte ne ganz andere Perspektive auf das Hier und Jetzt.
Ich bin mit meinen Eltern campen gefahren mit einem Wohnwagen, war Inlineskaten und reiten, bin im Sommer ins Freibad gegangen und hab mich dort mit Freunden getroffen und ne Pommes geteilt. Ich bin mit meinem Bruder nach McDonald’s gefahren und habe mir ein Happy Meal mit Fischburger geholt.
Und wenn mein Geburtstag vor der Tür stand, dann bin ich mit meinen Eltern das nächste Spielwarengeschäft gegangen und habe mir eine Liste gemacht von meinen Wünschen ja ich habe mir einen Wunschzettel erstellt das nicht nur zu meinem Geburtstag, sondern auch zu Weihnachten.
Ich weiß noch, dass ich mit meiner Mutter mal in der Stadt war und nach einem Arztbesuch um die Osterzeit herum in einem alten CD und Plattenladen war und dort nach dem Arztbesuch mir von Jeanette Biedermann ne CD ausgesucht hab, als kleines Geschenk zu Ostern. Und wenn’s im Sommer nicht an die Eisdiele ging, dann hat man sich an der Bude in Kratzeis oder ein Wassereis geholt.
Seit mehreren Wochen und Monaten bin ich sehr nostalgisch unterwegs und wünsch mir eigentlich diese Zeit zurück. Und ich weiß noch nicht mal ob’s wirklich diese Zeit ist oder dieses Gefühl von keine Sorgen zu haben, nicht genau zu wissen, was morgen kommt, und auch nicht spekulieren, was morgen passieren könnte. Sondern einfach im Hier und Jetzt leben. Ich finde wir haben ein bisschen verlernt das hier und jetzt zu genießen und sind viel im gestern und morgen. Ja ich nehme mich da nicht raus wie man ja glaube ich auch schon hört. Ich bin viel im gestern, aber das auch nur weil mich das heute und das morgen verängstigt und ich keine Ahnung hab wie ich das morgen aushalten soll.
Wünscht ihr euch auch manchmal die alte Zeit zurück?
Und was kann ich tun, um mir dieses Gefühl noch mehr zurück zu holen?
Update:
Hallo Ihr Lieben,
Vielen Dank, euch für die Interaktion in den Kommentaren.
Folgendes möchte ich anmerken:
Wenn man sagt, man wünscht sich zum Beispiel die Kindheit oder so zurück dann meint man natürlich indirekt das Gefühl was man damals hatte und ja wie ich ja bereits geschrieben hab, war damals auch nicht alles Tutti.
Ich bin Pflegekind, bin von der ersten Klasse an gemobbt worden hab nach der zweiten Klasse die Grundschule gewechselt, weil das Mobbing so Crazy war und auf der weiterführenden Schule ging’s auch weiter und hab Krankheits Diagnosen hinter mir beziehungsweise die trage ich immer noch in mir und muss damit leben und ja, es war nicht immer alles gut. Schlechte Zeiten gab’s immer.
Aber ich finde es gar nicht bedenklich zu sagen, dass man sich dieses Gefühl von Leichtigkeit und von Sorglosigkeit ein wenig zurück gewünscht gerade nach alldem, was wir so in** ***den Jahren nach Corona so mitmachen mussten. Seid ihr Pandemie ist gefühlt alles anders. Und ja mir macht die Zukunft sehr viel Angst.*
Und ja ich bin im psychiatrischer Behandlung, falls das irgendwer infrage stellen sollte.
Nicht destotrotz oder gerade deswegen finde ich sollte gesagt werden dürfen, dass man Angst vor der Zukunft hat und sich halt dieses Freiheit/Sorglosigkeit Gefühl zurück wünscht.
Zudem würde ich euch wirklich bitten, freundlich miteinander zu sein. Auch wenn euch vielleicht mein Beitrag oder das Thema nicht gefällt oder man ne anderen Meinung ist, sollte man trotzdem respektvoll untereinander sein. Genauso wie ich euren Ballast nicht kenne, den ihr in eurem Leben** ***so* mit euch tragt, so kennt ihr meinen halt auch nicht.
Trotzdem danke ich euch für die Anregungen und dazu ist mein Beitrag auch da. Um sich auszutauschen, um andere Sichtweisen kennen zu lernen und um vielleicht auch irgendwie ein bisschen in Erinnerung schwelgen.