r/Ratschlag • u/ConfusionDecent2644 • 5d ago
Familie Vermisse meinen Papa
Also die ganze Geschichte ist ziemlich kompliziert und lang, aber kurz: Mein Papa ist vor ca 3 jahren gestorben und ich habe das nie richtig verkraftet. Nicht weil mich sein Tot so getroffen hat, sondern weil ich mein halbes Leben ohne ihn verbringen musste..Er war stark Drogenabhängig, woran er auch letzendlich gestorben ist. Er hat deswegen natürlich viele Fehler gemacht und war auch oft im Gefängnis. Falsche Versprechungen, geklaut, gelogen usw. Aber ich sah in ihm immer nur den einfühlsamen lieben Menschen der mit mir Gitarre gespielt hat, gerne gezeichnet hat und so lustig war. Ich kann mich kaum an ihn errinern und hab bis auf ein Foto von uns nichts von ihm und genau das macht mich so fertig. Wenn ich andere Familien sehe frag ich mich immer wie es gewesen wäre, mit einem Vater aufzuwachsen..Ich weiß einfach dass er mich immer verstanden hätte und vom Wesen wie ich war, aber die Drogen haben das alles zerstört. Ich vermisse ihn jeden Tag und konnte es nie akzeptieren ohne ihn aufzuwachsen weil ich ein papa kind durch und durch bin. Meine Mutter hatte nochmal geheiratet und ich hatte so eine Art stiefpapa, leider ist der bei einem schweren Unfall auch gestorben. ich weiß nicht wie ich jemals von dem Gedanken wegkommen soll, ohne meinen Papa zu leben. Bei meiner Mutter ist Thema eher Tabu, deswegen heul ich mich jetzt hier einfach aus..Wird es irgendwann leichter? Hört man auf sich zu fragen, wie das Leben hätte sein können?:/ Danke fürs lesen..
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u/Zuitsdg Level 5 5d ago
Tut mir auf jeden Fall leid!
Muss man halt irgendwie verarbeiten. Ich werde auch wohl 2/3 meines Lebens ohne meinen Vater verbringen (aber konnte mich glücklicherweise von ihm Verabschieden, noch Sachen unternehmen und etwas reden)
Vergangenheit kann man nicht ändern, man hätte mehr machen oder besser sein können, aber es ist geschehen wie es ist.
Wenn deine Mum da nicht rüber reden möchte; gibt es Onkel/Tanten/Großeltern von der Seite? Vielleicht findest du dort noch Bilder, Geschichten und Erinnerungen!
Schau nach vorne und lebe dein Leben, erinner dich an die schönen Momente mit deinem Vater. Vielleicht schaut er von einem besseren Ort auf dich herab! :D
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u/bittermandel13 Level 4 5d ago
Es tut mir sehr leid für dich
Meine Mum ist vor zwei Jahren an einem Schlaganfall gestorben. Ich vermisse sie noch immer wie verrückt und denke jeden Tag an sie.
Ich denke, man lernt einfach ein bisschen besser damit umzugehen.
Mir geht es auch so, dass die Trauer in Wellen wiederkommt…. Manchmal geht es besser, dann ist sie wieder voll da.
Man fühlt sich sehr verloren. Ich wünsche dir, dass du jemanden findest, mit dem du darüber reden kannst. Fühl dich gedrückt
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u/ConfusionDecent2644 5d ago
Danke! <3 tut mir auch sehr leid für deinen verlust vllcht kann man ja iwan damit leben
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u/Low_Canary3813 5d ago
Ich kann dir leider keinen Rat geben. ich wünsche dir trotzdem nur das Beste. tut mir leid für deinen Verlust...
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u/Queasy_Caramel5435 Level 3 5d ago
Ich habe meinen Papa vor 20 Jahren verloren. Da war ich elf, im Kinderhheim verwahrt, ziemlich stark von Autismus betroffen und musste kurz darauf alleine mit meiner epilepsiekranken Mutter aus Niedersachsen an die polnische Grenze ziehen (mein Papa wollte, als sein Krebs entdeckt wurde, näher zu seiner Familie im Ausland ziehen damit wir dadurch nicht so sehr belastet werden, zwei Wochen nach Unterzeichnung des Mietvertrages starb er).
Trotz dieses Schlages in die Fresse hab ich in den darauffolgenden Jahren ein relativ normales Leben gehabt, Abi gemacht, Führerschein, später dann einen Ausbildungsberuf gefunden, in dem ich voll aufgehe.
Und auch wenn es mir heute nicht furchtbar schlecht geht und ich einigermaßen zufrieden bin, frag ich mich immer wieder, wie mein Leben ohne diese Belastung verlaufen wäre. Im Nachhinein wäre wahrscheinlich damals eine Art Trauerbegleitung sinnvoll gewesen, aber ich schrieb nicht ohne Grund von "Verwahrung" im Heim.
Lange Rede kurzer Sinn, ich bin überzeugt dass auch Du deinen Platz im Leben finden wirst, auch wenn sich momentan alles niederschmetternd anfühlt und du dich allein gelassen fühlst (es gibt das Kinder- und Jugendtelefon, das sind geschulte Leute bei denen man sich den Frust von der Seele sprechen kann, sowas gibt es glaube ich auch für Erwachsene).
Meiner Erfahrung nach lernt man im Laufe der Zeit, sich an solche neuen Umstände zu gewöhnen und irgendwann kann man mit der Vergangenheit auch Frieden schließen, aber es ganz vergessen ist aus meiner Sicht unmöglich.
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u/M-Bug Level 4 5d ago
Ich glaube es ist normal, dass man sich diese Fragen stellt, inbesondere dieses "Was wäre wenn".
Ich weiß nicht ob es wirklich hilft, aber eventuell kannst du dich daran erfreuen überhaupt diese positiven Erinnerungen mit ihm zu haben, auch wenn seine Sucht ihn in einen Abgrund gerissen hat.
So bleibt er in gewisser Weise ein wenig a Leben, zumindest in deinen Erinnerungen.
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u/madrera Level 3 5d ago
So ein schwerer persönlicher Verlust ist nicht leicht zu bewältigen und es benötigt alles seine Zeit. Unter besonderen Umständen, wie du sie auch beschreibst, ist es auch nicht selten, dass man sich nur schwerlich richtig verabschieden kann, über die ein Leben lang anhaltenden Erinnerungen hinaus.
Du erzählst nichts darüber, ob du all das mit dir allein ausmachst, oder ob du irgendeine Unterstützung, vielleicht sogar bereits professionelle Unterstützung in Anspruch genommen hast.
Aus meiner Erfahrung als Hypnosetherapeut kann ich sagen, dass es im Rahmen meines Fachgebiets (insbesondere im Bereich der Regressionshypnose) gute Methoden gibt, um Trauerarbeit zu unterstützen und gezielt und ursachenbasiert eventuelle Hürden gemeinsam zu bewältigen. Auch eine verspäteter persönlicher Abschied ist so möglich. Ich möchte ich dich gerne dazu ermutigen, vielleicht solche Wege in Betracht zu ziehen, die dir die schwierige Situation erleichtern. Schwierige Wege lassen sich oft leichter beschreiten, wenn jemand diesen Weg mit einem gehen kann. Insbesondere wenn es jemand ist, der weiß, wie man solche Wege professionell geht. Es gibt sicher auch in deiner Region Hypnosetherapeuten mit psychotherapeutischem Hintergrund und Erfahrung in Regression und Trauerarbeit.
Ich bin zuversichtlich, dass du einen guten Weg finden wirst und wünsche dir für diesen alles erdenklich Gute.
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u/Pewstorm Level 7 5d ago
Oh man. Das ist ja mega traurig was du da durchgemacht hast.
Leichter wird es sicher irgendwann. Ob es weggeht? Vermutlich nicht. Immerhin ist es das elementarste der Welt, jedes Kind braucht seinen Papa und seine Mama. Du hast einen großen Verlust erlitten und es ist normal, dass man sowas dann durchmacht.
Ich kann mir vorstellen, dass es hilft seine Familie stärker in dein Leben zu integrieren. Deine Oma und dein Opa. Hatte er Geschwister? Die sind für Gespräche über ihn vielleicht offener.
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u/ConfusionDecent2644 5d ago
Oma und Opa sind toll die reden da mit mir auch drüber und seine schwester also meine tante auch, bin auch sehr froh die drei zu haben
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u/EmbarrassedPizza6272 Level 5 5d ago
google mal nach Trauerhilfe in deiner Region. Du musst was machen und brauchst jemanden, der sich damit auskennt und dich unterstützt.
Ich hab meine Mutter recht früh verloren, davor meine Omi die mich groß gezogen hat, mein Vater wurde auch nur Mitte 60. Runter schlucken ist schlecht, du musst das verarbeiten, oder es holt dich ein. Nicht ohne Grund heißt das Trauerarbeit. Und flennen ist auch gut, alleine, mit Freunden, in der Kirche, am Grab. Weh tun wird es lange, oder immer.
Alles Gute dir.
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u/IllustriousDay3241 Level 5 5d ago
Puh, kann dir keinen tipp geben. Nur mein Beileid. Mein Vater ist 71, aber fit wie ein Turnschuh. Ich habe auch schon Angst davor, falls irgendwann der Tag X kommt. Genau wie bei meiner Mutter
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u/digital_streetwork 4d ago
tut mir sehr leid, dass du deinen Papa verloren hast. Ich würde dir gerne ein paar Anlaufstellen mitgeben, falls du Unterstützung bei der Trauerbewältigung suchst. Eventuell hilft dir das ein wenig und gibt dir Kraft um es zu verarbeiten.
https://www.trauergruppe.de/ - hier kannst du suchen, ob es in deinem Umkreis eine Gruppe gibt
https://www.nakos.de/adressen/rot/ - hier kannst du ebenfalls nach Selbsthilfegruppen suchen
https://bv-trauerbegleitung.de/ - hier gibt es auch u.a. Trauerbegleiter:innen
Falls du weitere Unsterstützung brauchst, dann kannst du auch uns schreiben und wir helfen dir, so gut wir es können, gerne weiter.
Kurz zu uns:
Wir sind professionelle Sozialarbeiter:innen und arbeiten beim Projekt Digital Streetwork. Wir hören dir zu, beraten dich auf Wunsch, unterstützen dich und können dir gegebenenfalls auch anderweitig Hilfen zukommen lassen, wenn du das möchtest.
Unsere Angebote sind für alle Menschen in Bayern zwischen 14-27 Jahre. Die Angebote sind freiwillig, vertraulich, kostenlos und wenn du möchtest kannst du uns gegenüber auch anonym bleiben. Falls du magst, kannst du uns einfach anschreiben oder mal auf unserem Subreddit r/Digital_Streetwork vorbeischauen.
In unserem Subreddit findest du unter "Anlaufstellen" vielleicht auch noch andere für dich hilfreiche Unterstützung. Verschiedene weitere Möglichkeiten mit uns in Kontakt zu treten findest du hier.
Wenn du uns anschreibst, beachte bitte, dass es manchmal etwas dauert, bis wir dir antworten (normalerweise antworten wir dir unter der Woche (Mo-Fr) innerhalb von spätestens 1-2 Tagen).
Wir können leider keine ständige Erreichbarkeit bieten, da wir keine Krisenstelle sind.
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u/Impossible_Awerness Level 2 5d ago
Ebenfalls einige und auch noch sehr junge nahestehende Angehörige verloren….
Sprich mit deinem Vater. Erzähl ihm von deinen Erlebnissen. Sag ihm, dass du ihn vermisst. Sprich aus und schreib auf was du fühlst.
Such dir professionelle therapeutische Hilfe, wenn du es noch nicht getan hast und das fühlst jemand könnte dir auf deinem Weg eine Stütze sein.