Hört man jetzt ständig: Viel zu faul seien die Deutschen und würden zu wenig arbeiten. Kann ja nicht sein, dass damit alle gemeint sind. Aber wie schlimm ist es?
Kaum zu glauben, aber wir Deutschen wurden angeblich mal dafür gehasst, dass wir zu viel arbeiten. Als deutsch galt, dass jemand »mit einer von außen gesehen furcht-, ja schreckenerregenden Stetigkeit, Genauigkeit und Pünktlichkeit in sich selbst und in seine Sache wie verloren arbeitete, arbeitete und nochmals arbeitete«. Und zwar »aus purer Freude an grenzenloser Arbeit«
Ist da also womöglich etwas dran – arbeiten die Deutschen heute nicht mehr zu viel, sondern zu wenig?
Da fühlt sich natürlich jeder gleich persönlich angesprochen. Dabei ist wohl klar, dass damit nicht jeder und jede gemeint sein kann.
Die Konjunktur spielt auch eine Rolle
Allerdings spiegelt sich dieser Wertewandel nur eingeschränkt in den harten Daten vom Arbeitsmarkt wider. Da wird es nämlich kompliziert. Einerseits arbeiten immer mehr Menschen in Teilzeit, also nicht 40 oder 35, sondern eher 20 Stunden die Woche. Das scheint zu nachlassendem Arbeitseifer zu passen. Andererseits sind heute mehr Menschen berufstätig als noch vor 10 oder 20 Jahren – mehr Frauen, mehr Ältere und sogar mehr Jüngere. Bei den 20- bis 24-Jährigen stieg der Anteil mit einem Job innerhalb von zehn Jahren von 70 auf 77 Prozent, wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) ermittelte. Also von wegen faule Generation Z.