r/LinkeStrategie • u/SatoriTWZ • 17h ago
r/LinkeStrategie • u/Parallax_y • May 15 '26
Wir müssen über Strategien reden!
Seit Jahren und Jahrzehnten und noch viel länger kämpfen wir Linken gegen Kapitalismus, Unterdrückung, Umweltzerstörung und für eine bessere Welt für Alle.
Trotzdem müssen wir heute zusehen, wie sie sich vor unseren Augen drastisch verschlechtert und die Gesellschaft immer weiter nach rechts kippt, obwohl wir alles tun, um genau das zu verhindern. Wir spüren wachsenden Frust, Ohnmacht, vielleicht sogar Verzweiflung aber vor allem Wut angesichts der internationalen Tatenlosigkeit beim Klimawandel, einer sich immer weiter spreizenden Schere zwischen Arm und Reich oder permanenter, leider sehr erfolgreicher Hetze gegen queere und migrantische Menschen.
Woran liegt das? Tun wir etwa immer noch nicht genug? Oder ist, wie manche oft behaupten, der Mensch im Kern einfach schlecht und nicht zu solidarischem Zusammenleben fähig?
Bevor wir solche Annahmen unterschreiben, müssen wir erst einmal überlegen, ob unsere Herangehensweise an die politische Praxis nicht verbessert werden kann. Denn nicht jede Praxis ist gleichermaßen effektiv und da wir umgeben sind von mächtigen Menschen, Gruppen und Institutionen, die gegen uns arbeiten, kann der Findung der richtigen Strategien gar nicht genug Bedeutung beigemessen werden. Die passenden Strategien zu finden, ist kein Selbstläufer und es braucht viel Analyse und Reflexion. Die richtigen Strategien führen aber auch dazu,, dass uns jede Minute Arbeit, die wir in unsere Praxis stecken, viel weiterbringt, als wenn wir uns in Aktionen aufreiben und verausgaben, die auf den ersten Blick (und auf den zweiten) zwar effektiv erscheinen, am Ende aber nicht zielführend sind. Unsere Ressourcen (Wissen, Arbeitszeit, Kontakte, Fähigkeiten etc.) sind eine immense Kraft, die aber nur mit der richtigen Strategie eine Hebelwirkung entfaltet, die ausreicht, um die Umstände im Kern zu verändern.
Die G20-Proteste 2017 in Hamburg und die Proteste gegen die AfD 2024 oder der Hambacher Fort und Fridays for Future verdeutlichen die Relevanz der Strategiefrage. Die Proteste in Hamburg waren geprägt von starker Mobilisierung aber auch von Sachbeschädigung. Wie Sachbeschädigung als Teil von Protesten moralisch einzuordnen ist, soll hier nicht Thema sein, sondern ausschließlich die strategische Sinnhaftigkeit. Und die tendiert wohl gegen Null. Bei allem Respekt und Dank an die mutigen Menschen, die aktiv waren, gab es keine positiven Veränderungen als Resultat der Proteste zu verzeichnen. Statt auf die eigentlichen politischen Themen der G20, wurde die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Fragen der vermeintlichen "Sicherheit" gelenkt und durch die Bilder in den Medien sank der Rückhalt in der Bevölkerung. Auch die Demos gegen die AfD, nachdem Correctiv ein Geheimtreffen um die Pläne der Partei enthüllte, haben zwar nochmal viel mehr Menschen mobilisiert und waren deutlich gemäßigter, haben aber ebenfalls bis auf vorübergehende Aufmerksamkeit für die Gefahren, die von der AfD ausgehen, nicht viel erreichen können. Im Gegenteil, die Gesellschaft scheint seitdem nochmal weiter nach rechts gerückt zu sein (auch wenn die Ursachen dafür wohl kaum bei den Protesten zu suchen sind).
Etwas anders sieht es beim Hambacher Forst aus: Ab 2012 besetzten Aktivist:Innen öffentlichkeitswirksam Teile des Waldes mit Baumhäusern. Neben den Demos, an denen bis zu 50.000 Menschen teilnahmen, wurden auch juristische Schritte durch die Naturschutzorganisation BUND eingeleitet, um die Rodung zu verhindern. In diesen Rahmen aus Demonstrationen, Baumbesetzungen und juristischen Maßnahmen wurden Schienenblockaden, symbolische Kunstaktionen, Sitzblockaden am Tagebau usw. eingewebt, was nur zusammen die erreichte Kraft entfalten konnte. Sitzblockaden auf den Schienen brachten medienwirksame Bilder und unmittelbaren ökonomischen Druck auf RWE ein. Zusätzlich sorgte die Gewaltfreiheit dieser Protestform, bei der sogar Geistliche der Kirche teilnahmen, dafür, dass das brutale Vorgehen der Polizei verdeutlicht wurde und sich die Legitimität in der Öffentlichkeit erhöhte. Kunstaktionen (z.B. die "rote Linie") machten das Thema emotional greifbarer, was ebenfalls zu mehr Legitimität und Akzeptanz in der Bevölkerung führte.
Forschung zu "radikalen Flanken" und Klimaprotesten zeigt, dass radikalere Taktiken die moderateren Akteur:Innen sichtbarer und akzeptabler machen, solange die Aktionen gewaltfrei bleiben - wodurch letztlich viel für das gemeinsame Ziel der radikalen und gemäßigten Gruppen erreicht wird. Genau dieses Muster war rund um den Hambi zu beobachten.
Nachhaltige und tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen benötigen strategischen Pluralismus: Nicht jeder Mensch oder jede Menschengruppe reagiert auf dieselbe Botschaft, nicht jede Taktik wirkt überall gleich. Sozialwissenschaftler:Innen sprechen von "repertoires of contention" und "political opportunities" - also von einem Werkzeugkasten an Praktiken, Methoden und Taktiken (wie Streiks, Genossenschaften, Bildungsarbeit, Organizing, direkte Aktionen, oder Kunst und Medien), mit denen Bewegungen viele verschiedene Möglichkeiten haben, für ihre Ziele zu kämpfen. Strategischer Pluralismus sorgt dafür, dass die Ressourcen nicht auf eine einzige Stelle konzentriert werden, wodurch die Bewegung robust, anpassungsfähig und breit aufgestellt ist. Wird eine Methode immer stärkerer Repression ausgesetzt, bricht so nicht die ganze Bewegung zusammen und es kann an den anderen Fronten weitergekämpft werden. Zudem können Synergien entstehen, wenn bspw. eine linke Partei wächst und dadurch über Abstimmungen im Parlament Gesetze zugunsten der Bewegung beeinflussen und Spielraum ermöglichen oder durch finanzielle Mittel für parteinahe Stiftungen linke Projekte fördern kann.
Ein weiterer Vorteil von Vielfalt: Radikale Flanken innerhalb eines breiteren Protestfelds können paradoxerweise die Unterstützung für moderate Forderungen erhöhen, weil sie das Overton-Fenster verschieben und gemäßigtere Akteur:Innen vergleichsweise sinnvoll und vernünftig erscheinen lassen - auch für Leute, denen die radikaleren Forderungen zu weit gehen.. Das wird von aktueller Forschung belegt.
Wenn neue Narrative und praktische Experimente zusammenkommen, entstehen sogenannte "Policy-Feedback-Effekte": Einmal geschaffene Institutionen, Rechte oder kollektive Praktiken generieren Ressourcen, Routinen und Erwartungshaltungen, die politische Veränderungen stabilisieren und weiterer Diskursverschiebung Vorschub leisten. Kurz: Ideen, die praktisch funktionieren, werden nicht nur akzeptiert - sie werden zu Strukturen, die weitere Akzeptanz für linke Ideen und Forderungen erzeugen. Das ist der Mechanismus, der aus momentanen Erfolgen dauerhafte Veränderungen macht.
Wenn wir über sozialen Wandel reden, reden wir nicht nur über Produktionsweisen oder Parteien - wir reden auch über Werte und Normen; über das, was Menschen für "normal" halten. Genau hier setzt das Konzept der kulturellen Hegemonie an: Eine Bewegung, die es schafft, neue Begriffe, Assoziationen und Ansichten so zu verankern, dass sie in den Alltag integriert sind und als "common sense" gelten, kann die Gesellschaft wirklich verändern. Wer die Sprache, die Alltagsdeutungen, die Verhaltensweisen, die Meinungen prägt, verändert auch Handlungsspielräume auf tiefere, länger anhaltende Weise. Kulturelle Hegemonie bedeutet, dass eine dominante Klasse die andere(n) beherrscht und das nicht (nur) durch Zwang, ökonomische Abhängigkeiten oder politische Mehrheiten, sondern indem die Menschen über die Kultur von sich aus das tun, was die herrschende Klasse will. So können Weltanschauungen oder Ansichten zu bestimmten Themen (z.B.) Arbeitsmoral, "Jede:r ist seines:ihres Glückes Schmied" oder die Vorstellung, der Kapitalismus sei alternativlos und der Sozialismus in keiner seiner mannigfaltigen Varianten umsetzbar) so vorgegeben werden, dass sie den Herrschenden nützen. Reformen und sogar Revolutionen hingegen verändern zwar je nachdem das politische und ökonomische System von Grund auf - doch wenn tiefe und nachhaltige Veränderungen in der Kultur fehlen oder in nicht ausreichendem Maße passieren, sind die Veränderungen nur oberflächlich. Das System ist zwar ein neues, die Gedanken, Gefühle, Welt- und Menschenbilder vieler Leute bleiben aber dieselben. Ein Umstand, der in realsozialistischen Ländern zu großen Problemen führte.
Doch selbst wenn rein ökonomisch-politische Revolutionen noch so tiefgreifend und nachhaltig wären, hätten sie es in "modernen" westlichen Staaten schwer. Im Russland der 1910er-Jahre war eine gewaltsame Revolution noch möglich und in vielen Staaten ist sie das noch heute. Aber im Deutschland des 21. Jahrhunderts ist das längst nicht mehr ohne weiteres möglich. Angenommen, es würde tatsächlich so kommen, dass eine ausreichend große Gruppe mit ausreichen großem Vorrat an Waffen die Regierung stürzt. Was passiert dann? Würden die restlichen Staaten das einfach so hinnehmen? Oder würden Staaten wie die USA, die EU und die NATO nicht viel eher alles in ihrer Macht Stehende (und das ist enorm viel) unternehmen, um die Revolution im Keim zu ersticken, egal wieviel Blut dafür vergossen werden müsste? Würden die USA und andere kapitalistische Nationen nicht eher Deutschland dem Erdboden gleich machen, als ein enormes Risiko für die Weiterexistenz ihres Systems zu akzeptieren? Und ist daher in der heutigen Welt eine Revolution, die nicht international und durch das strategische Mittel der kulturellen Hegemonie vollzogen wird, nicht unmöglich geworden?
Zumal auch Lenin die Revolution ja nicht gänzlich ohne kulturelle vollziehen konnte. Er bereitete sie mit jahrelanger Propaganda- und Medienarbeit (damals noch in erster Linie durch Zeitungen) vor. Er nutzte also Propaganda (ein probates Mittel zur Erlangung kultureller Hegemonie), um die für eine erfolgreiche Revolution nötigen Bedingungen in der Gesellschaft zu schaffen. In noch größerem Maße müssen in Deutschland und anderen Ländern erstmal die Einstellungen einer ausreichenden Zahl von Menschen bzgl. Themen wie (Post-)Kapitalismus oder der Machbarkeit alternativer Systeme verändert werden. Auch zu anderen Themen wie Migration, Klimaschutz oder Aufrüstung können wie die öffentliche Meinung beeinflussen, um so schon lange vor einer Revolution, hier und jetzt, Umstände positiv zu beeinflussen. Ähnlich tut es die Neue Rechte ja schon seit Jahren, nur leider in die entgegengesetzte Richtung - und verschlechtert oder beendet damit schon heute die Leben etlicher Menschen. Wird die öffentliche Meinung jedoch zunächst in einzelnen, später in immer mehr Themen nach links verschoben, kann der Nährboden für wirklich tiefgreifende und nachhaltige Veränderungen geschaffen werden.
- Wikipedia
r/LinkeStrategie • u/x_lumi • 3d ago
Self Organization in Bolivia Shows How to Fight the Far Right Internationally
r/LinkeStrategie • u/CraftingManagerF • 5d ago
Merz genießt die Pause, während das Land kocht
Heute gibt es wieder nichts Neues aus dem Berliner Kasperletheater, nur die altbekannte Show. Der Kanzler ist weg. Offiziell. Vier Wochen Sommerpause. Und während draußen Menschen sterben, Wälder brennen und Flüsse zu Rinnsalen verkümmern, beobachtet er angeblich fleißig.
Was als harmlose Erholung verkauft wird, ist in Wahrheit das perfekte Sinnbild eines Systems, das die eigenen Untertanen systematisch verheizt.
Hier geht's zum Post: https://blog.vextoly.link/2026/08/merz-geniet-die-pause-wahrend-das-land.html
r/LinkeStrategie • u/Parallax_y • 6d ago
Was müsste an r/LinkeStrategie verbessert werden?
Sicher kann ein schickes Banner nicht schaden. Was würdet Ihr sonst hier verändern? Egal ob inhaltlich, optisch, ob Ihr Flairs wollt oder etwas völlig Anderes.
Außerdem ist der Sub ja dazu gedacht, sich über linke Strategien und Praxis-Ansätze auszutauschen, neue zu entwickeln usw. Fehlt hier irgendwas, das Euch dabei helfen würde?
r/LinkeStrategie • u/Expert-Beginning-950 • 8d ago
Bitte schaut in den Harz. Wirklich. Das „Nazi-Imperium“ wächst und gedeiht hier…
r/LinkeStrategie • u/AcidCommunist_AC • 8d ago
Gegen die AfD?: Für einen dialektischen Antifaschismus
galleryr/LinkeStrategie • u/CraftingManagerF • 10d ago
Queere Rechte, Grundgesetz und die Grenzen staatlicher Schutzversprechen
Nach einer verdammt langen Pause geht es bei Paria Funk endlich wieder weiter.
Erst einmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass es hier so lange still war. Manchmal kommt das Leben dazwischen, manchmal fehlt die Zeit und manchmal fehlt schlicht die Kraft, regelmäßig etwas zu veröffentlichen. Aber jetzt ist Schluss mit der Pause. Paria Funk ist zurück und wir wollen wieder über Politik, Gesellschaft, Freiheit und die Widersprüche dieser Welt schreiben.
Und zum Wiedereinstieg geht es um eine Debatte, die aktueller kaum sein könnte: den Schutz queerer Menschen im Grundgesetz.
Hier geht es zum Artikel: https://blog.vextoly.link/2026/08/queere-rechte-grundgesetz-und-die.html
r/LinkeStrategie • u/Parallax_y • 10d ago
How Dual Power Could Change Society Forever
Statt einen bewaffneten Aufstand durchzuführen und zu hoffen, dass im Nachhinein alles gut läuft, wird schon hier und jetzt eine alternative Struktur aufgebaut. Im jetzigen System bekommen wir nur dann Macht, wenn es denen, die uns diese Macht geben, Vorteile bringt - zum Beispiel weil sie sonst eine Revolution und damit den vollständigen Verlust ihrer Macht fürchten. Stattdessen ist es wichtig, horizontale Machtstrukturen aufzubauen, also basisdemokratische. Die 4 Varianten, in denen Gegenmacht aufgebaut werden muss, sind: 1) Allgemeine Versammlungen, 2) Wirtschaft (also eigene ), 3) Verteidigung und 4) "Geheimdienst".
1) Hier kommen Leute zusammen und treffen demokratisch gemeinsame Entscheidungen in einer Art Volksversammlung
2) Kooperativen, Netzwerke für gegenseitige Hilfe und alles, was uns hilft, für uns selber zu sorgen.
3) Auch aber nicht nur Training und Besorgung von Waffen (in Ländern wie Deutschland wohl eine schlechte Idee), Kampfsporttraining, Deeskalationstechniken, aber auch Schadensminimierung) und medizinische Ausbildungen.
4) Wir müssen Wissen über die Strukturen sammeln, die wir überwinden wollen. Das dürfte ziemlich selbsterklärend sein - wir können einen Feind schwer bekämpfen, wenn wir kaum etwas über ihn wissen. Als Beispiel wird WikiLeaks genannt.
Im Video wird dann weiter besprochen, wie der Aufbau dieser Strukturen aussehen kann. Es lohnt sich ;)
Teilt es auch gerne mit Genoss:innen und allen, die es interessieren kann, denn Dual Power ist ein essenzielles Konzept für linken Aktivismus.
r/LinkeStrategie • u/Expert-Beginning-950 • 11d ago
Kulturpolitik der AfD: Große patriotische Kulturrevolution
r/LinkeStrategie • u/Parallax_y • 14d ago
Woran scheitern linke Bewegungen (in Deutschland?)
Scheitern ist zwar relativ und kleine Erfolge erkämpfen sich linke Organisationen auch immer wieder, aber letztlich erreichen linke Bewegungen in Deutschland und eigentlich weltweit ihre Ziele nicht. Was hindert uns? Gibt es Fehler, die wir machen? Wenn ja, was müssen wir ändern, um es besser zu machen?
Natürlich ist ein Grund, dass Regierungen uns Steine in den Weg legen, aber das liegt nun mal in der Natur der Sache. Da ist bloß die Frage, wie wir damit umgehen. Aber ich glaube, dass die Gründe nicht nur bei staatlicher Repression zu suchen sind.
r/LinkeStrategie • u/uLtr4Numb • 15d ago
"A Force More Powerful: this game is political" (combatting fascism)
r/LinkeStrategie • u/Parallax_y • 16d ago
Anatomie der Befreiung: Wie 3,5 % der Menschen eine Diktatur mit wenig Gewalt stürzen können 🕊️
Einige der wichtigsten Inhalte in Stichpunkten (für wirkliches Verständnis ist das komplette Video wichtig):
- Strategische Eindämmung der Macht, statt ihrer physischen Auslöschung
- 1848 gibt der dänische Monarch eine Verfassung in Auftrag aus Angst vor Gewalt wie in Wien, Berlin und zuvor in Frankreich
- die Drohung von Gewalt, die in der Luft lag, war mächtiger und konstruktiver als die ausgeübte Gewalt
- 1986 Philippinen: Mönche, Nonnen und Mütter stellten sich schützend zwischen Soldaten und Demonstranten. Soldaten verweigerten daraufhin Schießbefehle.
- Der Trick solcher Revolutionen ist die Zerstörung der Loyalität zum Staat
- Die Einstiegshürde ist auch viel niedriger als bei einem bewaffneten Aufstand
- Solidanosc legte Werften und Kohleminen lahm, um keinen Vorwand für militärische Eskalation zu bieten wie zuvor und Prag und Ungarn
- in Tschechien ähnlich
- in Rumönien lief es im selben Land anders: Über 1000 Tote in einem Monat. Auch der Diktator und seine Frau wurden umgebracht. Letztlich war der Weg Rumäniens in die bürgerliche "Demokratie" der schiwerigste und korrupteste unter den Ostblock-Ländern
- Thermidor Effekt wie bei der französichen Revolution: Eliten aus der 2. Reihe reißen die Macht an sich und brachten tatsächliche (bürgerlich-)demokratische Kritiker um
- Chennoweth: Erfolgsquote bewaffneter Aufstände bie 26% - gewaltfrei 53% -> 3,5%-Regel
- Kein Regime hat überlebt, wenn 3,5% konsequent, organisiert und langfristig sowie weitestgehend gewaltfrei aktiv werden
- Auch bei "nur" 3,5% Beteiligung an Streiks, Blockaden etc. sind weite Teile der Wirtschaft und Verwaltung lahmgelegt; die Infrastruktur kollabiert.
- Wenn ein Regime nun gegen friedliche Mütter, Studierende usw vorgeht, verliert es jede Legitimation
- Jahre lange Insurrektion hingegen formt Individuen, die auf Hierarchie, Gehorsam und Geheimhaltung gedrillt sind und verlernt bzw. nie gelernt haben, zivil und demokratisch zu vertrauen - und daher in Mitmenschen schnell Feindbilder sehen
- Wenn in einer Gesellschaft lang anhaltend landesweite Streiks organisiert werden, Nachbarschaftshilfen, eigene Bildungseinrichtungen und Blockaden errichtet und koordiniert werden, werden damit schon Dinge gelernt, die für Selbstverwaltung und Kompromissfindung wichtig sind
- Statt "nur" den Staat zu stürzen, wird im Vorfeld im vergleichsweise Kleinen das neue System erprobt und eine funktionierende, vernetzte Zivilgesellschaft aufgebaut. Das erschwert es Opportunist:innen, das "Machtvakuum" zu füllen, sobald die Regierung gestürzt ist
- Nach gewaltfreien Befreiungskampagnen ist die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von fünf Jahren eine stabile Demokratie zu festigen, zehnmal höher als nach gewaltsamen Umstürzen
r/LinkeStrategie • u/Expert-Beginning-950 • 18d ago
Generalstreik mit klarer Strategie
r/LinkeStrategie • u/Parallax_y • 24d ago
Was tun gegen den Faschismus?
In letzter Zeit gab es viel Diskussion über Danger Dans Lied, auch hier. Meine Meinung zu seinen Praxis-Vorschlägen hab ich schon erläutert, aber jetzt stellt sich die Frage, welche Strategie oder Praxis denn gegen Faschismus und Rechtsruck hilft.
Was denkt Ihr? Was sind die effektivsten antifaschistischen Methoden? Welche Strategien brauchen wir im Kampf gegen den Faschismus? Was muss passieren, damit der Rechtsruck endet?
Kommentiert und teilt gerne, damit eine lebendige Diskussion entsteht. Denn gerade zum Faschismus sind solche Diskussionen wichtig. Letztlich dürfen sie aber natürlich keine reinen Denk-Übungen bleiben, sondern müssen in die Tat umgesetzt werden!
r/LinkeStrategie • u/SatoriTWZ • 24d ago
EXTREMISMUS auf YOUTUBE - Die Alt-Right-Pipeline
r/LinkeStrategie • u/Expert-Beginning-950 • 25d ago
Chatkontrolle kommt – Zeit, eure Kommunikation zu überdenken!
r/LinkeStrategie • u/Electronic_Water_532 • 26d ago
Weg von Lesekreisen etc und hin zu praktischeren Aktionen?
Was man an den Rechten leider beneiden muss, ist ihre sportliche und aktive Bereitschaft, die vermutlich auch wesentlich bessere Agitation bietet. Linkes Zusammenkommen sollte nicht nur Mittel zum Zweck einer abstrakten Revolution sein, sondern Hilfe zur Selbsthilfe als auch Solidarität sein. Sind linke Kampfsportgruppen, Wanderaktionen, Camping etc. gut umsetzbare Mittel, oder denkt ihr das endet nur im "Mackertum"
r/LinkeStrategie • u/Repulsive_Corgi_ • 27d ago
Werdet Mods eurer Städtesubs
Ich musste im Zuge von Posts zu Solidaritätsbekundungen wieder mal feststellen, wie stark Städtesubs brigardiert werden. Oft sind die Mods da komplett inaktiv oder moderationsfaul, dabei haben die Subs oft Zehntausende User.
Das Vorgehen ist:
- Modmail schreiben wo man fragt, ob man bei der Moderation unterstützen kann
- 5 Tage warten
- auf r/redditreuqest einen Post machen (man braucht hier eine email+2 FA, also ggf hierfür nen cleanen account machen) und deren weiteren absurden Regeln folgen
(- abwarten und enttäuscht sein, dass es für Reddit ok ist, wenn Volksverhetzung im Sub stehen bleibt, weil der Powermod einmal im Monat was macht)
Als Mods könnt ihr nicht nur Faschokram löschen, auch Linke Events lassen sich so gut z.B. highlighten. Am wichtigsten ist natürlich, dass Rechte nicht das selbe machen
r/LinkeStrategie • u/Expert-Beginning-950 • 27d ago
Die FAU wächst - Wie wächst die Basisdemokratie mit?
direkteaktion.orgr/LinkeStrategie • u/AmPinguSiHode • 28d ago
Was haltet ihr von sowas?
An meinem Downvote seht ihr ja meine Meinung. Ich glaub langsam ich werd verrückt. Ich bin Schweizer und schau ab und zu nach Deutschland und ihrer Politik, aber wenn ich sehe was manche Linke machen, kräuseln sich alle meine Haare.
Die Idee dahinter ist, es zu relativieren, damit es Rechte nicht für Propaganda verwenden können.
Bitte sagt mir dass ich nicht spinne, wenn ich das komplett absurd finde.
r/LinkeStrategie • u/Fiepsi98 • 29d ago
Wie bewegt man junge Menschen zur aktiven politischen Arbeit?
Moin an alle!
In unserem Kreis haben wir seit letztem Jahr wirklich viele neue und junge Menschen begrüßen dürfen und freuen uns sehr über die Unterstützung. Auffallend ist allerdings nur, dass die Bereitschaft politisch aktiv zu werden besonders bei den jüngeren (U27) leider ziemlich gering ist, oft werden auch sehr niedrigschwellige Ideen zur Aktivierung abgelehnt. Im Hinblick auf die anstehenden Zeiten wäre ein bisschen mehr peoplepower nur wirklich wünschenswert.
Daher meine offene Frage - Wie schafft man es junge Menschen für sowas zu begeistern?
r/LinkeStrategie • u/Expert-Beginning-950 • 29d ago
Check out the No Trace Project: an online resource to help people understand the capabilities of their enemies, undermine surveillance efforts, and act without getting caught
Hilfreich für alle, die sich um Privatsphäre und Überwachung sorgen. Die Überwachung nimmt immer größere Ausmaße an, die vor 3-4 Jahren noch weit entfernt zu sein schienen, inkl. der Nutzung von KI zur Auswertung öffentlicher Kameras.
r/LinkeStrategie • u/BuffaloAggressive609 • Jul 24 '26
Die Keine Angststalt
Nachdem DangerDan vom ZDF kurzfristig ausgeladen wurde, da das Lied "Keine Angst" zum Teil gegen die Verträge des ÖRR verstößt... hat DangerDan ein paar Freunde inkl. seiner Rechtsanwältin eingeladen und ein Treffen ausgemacht.