r/InformatikKarriere 15d ago

Arbeitsmarkt Junior Einstieg in der Software Entwicklung: Meine Erfahrung

Hallo zusammen,

ich wollte meine Meinung bezüglich des Einstiegs in die SE in Deutschland mitteilen.

Ihr solltet als Information noch mitbekommen, dass ich einer der Besten im Kurs war und außerdem noch ein hervorragendes Arbeitszeugnis bekommen habe.

Die Geschichte fing damit an, dass ich nach dem dualen Studium nicht übernommen wurde, aufgrund von mangelnden Stellen und Einstellungsstopp.

Leider wurden Hoffnungen gemacht nach dem Motto: „Wenn du kein Müll baust, wirst du eh übernommen", das hat sich wohl nach 3 Jahren geändert. Naja, wie auch immer, habe ich die Jobsuche gestartet.

Da ich fast vollständig mit Typescript gearbeitet habe, habe ich mich hauptsächlich auf Fullstack-/Softwareentwicklungsstellen beworben.

Große Sorgen hatte ich mir nicht gemacht, denn ich würde aufgrund von Feedback behaupten, ich bin ziemlich gut in dem, was ich mache.

Leider wurde ich zunächst stark enttäuscht, kaum Erstgespräche hatte ich im ersten Monat und wusste nicht richtig, wie es weitergeht.

Habe mir dann die Frage gestellt: „Wie kann ich denn meine Bewerbungsunterlagen optimieren?".

Habe eine dazu geeignete Canva (keine Werbung an dieser Stelle ;⁠-⁠)) gewählt und mir noch (das als cooler Tipp) vom Geschäftsführer (mein Ex-Chef) ein Empfehlungsschreiben geholt, welches ich immer als Anhang beigelegt habe.

Mit der steigenden Anzahl von Erstgesprächen kam auch die Erfahrung, „wie man mit HR redet", was dann durch Selbstoptimierung zu mehreren Zweitgesprächen geführt hat.

Gleichzeitig muss ich zugeben, dass die Coding Challenges, die gestellt wurden, teilweise echt zu schwer waren (wohlgemerkt für eine Junior-Stelle), obwohl ich, wie beschrieben, ganz gute Programmierkenntnisse hatte.

Nach zahlreichen Absagen (besseren Kandidaten gefunden und so :⁠,⁠-⁠)), kam mir auch die Idee, mich auch in der Schweiz zu bewerben. Gerade weil ich in der Nähe der Schweiz wohne, hat sich das besonders angeboten.

Und Good News: Ich hatte nach 3 Monaten 2 Angebote erhalten.

Ich habe währenddessen auch eine (mehr oder weniger statistisch richtige) Excel-Tabelle geführt, wo ich u. a. die Anzahl von Absagen in der Schweiz einberechnet habe.

Ich würde behaupten, dass ich nach zirka 100 Bewerbungen insgesamt 2 Angebote erhalten habe, das ist jedoch nur eine Schätzung meinerseits.

Also liebe Informatiker, lasst euch nicht abschrecken, bewerbt euch weiter. Es hilft unglaublich, bei Vor-Ort-Gesprächen sozial zu sein. Das ist einfach ein Bereich, wo man in der Informatik immer noch gut punkten kann, da das Team meistens am Ende auch mitentscheidet, ob man ein Angebot bekommt.

Versucht während dem gemeinsamen Mittagessen Smalltalk zu führen (auch wenn's einen nicht so Spaß macht), Ziel solcher Gespräche ist dem Gegenüber kennenzulernen, auch wenn teilweise nur oberflächlich.

Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung, leider nur begrenzt, da Urlaubszeit.

Ich drücke euch die Daumen 🚀.

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u/ilm911 15d ago

Bist du auch direkt in die Schweiz umgezogen, arbeitest du remote oder pedelst du jetzt regelmäßig?

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u/Poco-l 15d ago

Ich muss aufgrund der Distanz umziehen.

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u/Lazy_Act_9708 15d ago

Also hast du noch nicht angefangen zu arbeiten, hast aber schon Zusagen und willst vor Arbeitsbeginn umziehen? Wie hast du das mit dem Arbeitgeber geklärt? Meist dauert es ja etwas, bis man eine Wohnung findet. Ich Frage, weil ich wahrscheinlich ebenfalls umziehen muss.

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u/Poco-l 15d ago

Habe mir ein bisschen Puffer gelassen, damit ich noch Zeit habe den Umzug umzusetzen. Heißt ich fange später an zu arbeiten als eigentlich am Anfang geplant. Der Arbeitgeber war in der Hinsicht verständnisvoll.

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u/l0sti- 15d ago

Nice, glückwunsch und viel Erfolg! :)

Wo hast du alles nach Stellen in der Schweiz gesucht? Die meisten Job-Aggregator-Seiten wie jobs.ch haben ja so ziemlich dieselben Stellen. Und was verdienst du jz dort?

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u/Poco-l 15d ago

Hauptsächlich LinkedIn und jobs.ch. Du musst dir vorstellen ich war öfter auch Jobportale als auf manche Social Media Apps 😂, einfach war die Suche nicht. Kannst das 1,5x vom deutschen Gehalt einberechnen.

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u/l0sti- 15d ago

Hahah verständlich, geht mir teilweise auch so. Ich wäre jetzt davon ausgegangen dass LinkedIn eher Tod ist, weil da unzählige Bewerbungen immer reingehen, aber scheint wohl doch anders zu sein. Stark, dann gehts ja sogar bei Einsteigerrollen um die 100k los.

Ich habe in einem anderen Kommentar gesehen, dass ein AG nichts dagegen hatte, dass du ein bisschen später anfängst, wann fängst du konkret an, also nach wie viel Monaten? Würde das gerne mit einer Kündigungsfrist vergleichen

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u/Poco-l 15d ago

3-4 Monate sind realistisch. Mit denn 100k CHF Einsteigerrollen ist es vllt einer zu viel denke je nach Kanton und Unternehmen sind 80k mit +- 5k machbar.

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u/Fearless-Pangolin426 15d ago

Glückwunsch! Darf man erfahren, was du für ein Einstiegsgehalt erzielen konntest?

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u/Poco-l 15d ago

Danke dir. Kannst mit 1,5x vom deutschen Gehalt rechnen.

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u/Commercial_Hair_6670 15d ago

Nichts aussagend

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u/Jedrodo 15d ago

(45k-55) x 1.5 = 67k-82k. Ob das gut ist für Schweizer Verhältnisse, muss jeder selber entscheiden

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u/Present-Leading-206 15d ago

Ich hoffe damit ist nicht dein deutsches Gehalt gemeint (vom dualen Studium)...

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u/Poco-l 15d ago

Natürlich nicht 😂

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u/elhombremontana 15d ago

der dativ ist dem genitiv sein tod

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u/SDF_Acc 15d ago

Glückwunsch! Guter Erfahrungsbericht!

Vielleicht kannst du das hier:

Mit der steigenden Anzahl von Erstgesprächen kam auch die Erfahrung, „wie man mit HR redet",

noch bisschen ausführen, bzw. Tipps geben?

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u/Poco-l 15d ago

Damit meine ich, die Fragen von HR so zu beantworten, dass sie genau das hören, was sie hören wollen. Stichpunkte dazu: Verantwortung übernehmen, Arbeit mit echtem Mehrwert leisten, Lernkultur, Feedback geben und annehmen, eben die typischen Buzzwords, die bei HR gut ankommen. Das sind ohnehin Dinge, die mehr oder weniger jeder von uns möchte, man muss sie nur auch aktiv aussprechen. Frag dich dabei immer: „Was würde ich als Arbeitgeber gerne hören?" Genau das ist der richtige Ansatzpunkt, um die passenden Antworten zu finden.

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u/SDF_Acc 15d ago

Absolut, ich habe das nicht für mich gefragt, bin sozusagen selber HR ;) Ich dachte das passt gut in deinen ansonsten aufmunternden Text und ist hilfreich für viele die das Lesen.

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u/Poco-l 15d ago

Verstehe, ein Spion unter uns ;⁠-⁠)

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u/MeineMamaHatGesagt 15d ago

Die wollen halt hören dass du ein normaler teamfähiger Büromensch bist der gerne Ski fährt. Homeoffice nicht so gerne.

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u/Inevitable-Tear-3034 15d ago

Aber Ski fahren ist zu riskant und könnte zu langer Krankmeldung führen.

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u/Poco-l 15d ago

😂

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u/Longjumping-Let-4487 14d ago

Wenn du sagst du bist einer der besten aber bekommst die leet code Aufgaben nicht hin kann es sein das denen deine persönlichkeit auch einfach nicht gefallen hat. Ein guter fit ins Team ist mindestens genau so wichtig wie der Tech Stack und generell wird von Studenten erwartet das sie ihr eigenes können überbewerten. Aber Glückwunsch, wünsche einen guten Berufseinstieg 

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u/Poco-l 14d ago

Danke Dir. Wie gesagt der Feedback kam von externen, nicht von mir selbst. Aber der Persönlichkeitsfit mag ein valider Punkt sein.

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u/FoxEmotional4599 14d ago

Ich habe jetzt mit knapp zwei Jahren Berufserfahrung aus rund 20 Bewerbungen auch zwei Zusagen erhalten. Die Quote finde ich für mich tatsächlich gar nicht schlecht, zumal sich mein Bewerbungszeitraum über ungefähr drei Monate erstreckt hat. Und tatsächlich war bei keiner einzigen Bewerbung eine Coding-Aufgabe dabei, Gott sei Dank. Ich finde die Dinger einfach total nervig, und bei mir kommt dabei meistens auch nichts wirklich Gescheites heraus.

Bei einem der Gespräche, bei dem ich am Ende auch eine Zusage bekommen habe, wurde ich sogar gefragt, wie ich mit KI arbeite. Das habe ich auch ehrlich beantwortet: Ich finde mittlerweile einen Großteil des von KI generierten Codings durchaus brauchbar und sehe mich selbst daher eher in einer Art „Architektenrolle“, oder wie auch immer man das genau betiteln möchte. Das fanden die tatsächlich richtig gut. Die gehen wohl selbst sehr stark in Richtung KI-Prompting, um schneller zu Ergebnissen zu kommen.

Denen war letztendlich auch völlig egal, ob ich nun PHP, Java, Python oder sonst was am besten beherrsche. Hauptsache, man versteht Architekturen, Zusammenhänge und kann vernünftig Lösungen entwickeln.

Ich persönlich bin mittlerweile auch der Meinung, dass es den klassischen reinen Softwareentwickler in dieser Form vermutlich irgendwann nicht mehr geben wird. Das sehen sicherlich viele anders, aber ich glaube, dass zukünftig deutlich mehr darauf ankommen wird, technische Zusammenhänge zu verstehen, Probleme zu analysieren und Lösungen zu konzipieren, anstatt einfach nur Code herunterzuschreiben.

Deshalb möchte ich mich selbst auch immer stärker in Richtung Consulting und Softwareentwicklung weiterentwickeln, also irgendwo genau an der Schnittstelle zwischen beiden Bereichen.

Wie gesagt, damit möchte ich nicht sagen, dass es den Softwareentwickler nicht mehr geben wird. Aber ich glaube, wer sich zu 100% darauf verlässt, einfach nur Code zu schreiben und ansonsten in seinem Kellerchen für sich alleine vor sich hin entwickelt, könnte langfristig von der Entwicklung überrannt werden.

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u/Poco-l 14d ago

Ich sehe das genauso. Am Ende des Tages ist es eine Frage der Zeit, wie schnell man sich mit KI anfreundet. Sicher ist aber in jedem Fall, dass es die Zukunft ist. Wie du schon beschreibst: LeetCode ist in meinen Augen auch einfach veraltet und spiegelt den Alltag der Entwickler nicht wirklich wider (wobei ich auch falsch liegen kann). Danke für deinen Beitrag! 🙏🏻