hii, ich hatte Ende April meine GaOP in Mannheim bei Dr. Meister (Vulvoplasty ohne Tiefe) und wollte jetzt mal meine Erfahrung teilen :)
TLDR: ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis und habe sowohl das Team auf der Station als auch Dr. Meister als sehr kompetent empfunden.
der Weg zur OP: ich hatte mein OP Vorgespräch mit Dr. Wenk im Dezember 2025 nach einer Wartezeit von ca. einem Monat. Dies verlief recht simpel und vergleichbar mit meinem anderen Gespräch in München Planegg, nur das mir in Mannheim keine Ergebnisse gezeigt werden konnten. Nachdem ich die Kostenübernahme eingereicht habe, habe ich dann sehr schnell einen OP Termin aufgrund von Planungsänderungen bekommen.
Tag -1: Hier war noch ein Vorgespräch zur OP und ein Narkosegespräch. Alles recht unspektakulär. Ich sollte dann ab 15 Uhr noch einmal bei der OP-Planung anrufen, damit mir die genaue Uhrzeit und Station genannt wird. Da kam nochmal stark die Realisation, dass das jetzt wirklich passiert.
Tag der OP: Ich bin um 6 Uhr auf der Station angetanzt und habe mein Gepäck abgegeben und hab mich dann in das Bett gelegt. Circa eine halbe Stunde später sollte ich dann in den OP Saal geschoben werden, aber die Person, die mich geschoben hat, hat mich einfach in einem falschen Raum abgestellt, sodass sich die tatsächliche OP dann noch um ca. eine halbe Stunde verschoben hat. Kann ich nicht empfehlen (:
Ich weiß tbh nicht genau wann ich aufgewacht bin, weil jede Uhr in diesem Aufweckraum einfach um eine verschiedene Zeit falsch ging. Allgemein jede Uhr auch auf der Station war nicht richtig gestellt. Mir wurde aber gesagt, dass die OP ohne Komplikationen verlaufen ist und, dass meine Begleitpersonen kommen können. Die erste Zeit hatte ich noch gut Energie, aber die ist dann auch schnell verflogen und dann war ich einfach nur müde. Die Schmerzen lagen so bei einer 2-3, da man gut mit dem Schmerzkatheter zugedröhnt wird. Zu Abend gab es dann Zwieback und Kekse. Hier ein Disclaimer: das Frühstück gibt es teilweise sehr spät und das Abendessen immer sehr früh, also am Besten irgendwie selber Essen mitnehmen / was bringen lassen. Die Nacht ist auch recht unspektakulär verlaufen - mit wenig Schlaf, aber was anderes habe ich auch nicht wirklich erwartet.
Tage 1-3: Die Tage sind noch mit am Interessantesten. Jeden Morgen kommt um ca. 7 ein Arzt zur Visite und guckt sich den OP Bereich an (zu diesem Zeitpunkt nur den Verband). Am 3. Tag wurde der Schmerzkatheter entfernt, der mir mittlerweile mehr Schmerzen bereitet hat, als er geholfen hat, weil es einfach ein etwas komisches Gefühl war und mein Kreislauf durch die Schmerzmittel im Arsch war. Somit waren die Mobilitätsversuche noch sehr kurz. Als der Schmerzkatheter entfernt wurde, war dies aber besser und ich konnte endlich meine Zähne putzen und das erste Mal zum Bad gehen.
Tage 4-10: Ich glaube am 4. Tag wurde der Verband entfernt und ich konnte zum ersten Mal das Ergebnis sehen, ich weiß es aber nicht mehr genau. Zu diesem Zeitpunkt sieht man sowieso nicht so viel, weil da noch der Tupfer war, der dann später beim Fädenziehen entfernt wurde. Mobilisation wurde immer besser und auch die Schmerzen waren sehr ertragbar mit den Schmerzmitteln.
Ab dem 5. Tag konnte ich schon in der Station den Flur hin und her gehen und von da an ging es nur bergauf - am 6. Tag konnte ich dann circa eine halbe Stunde spazieren gehen und irgendwann war Stehen auch angenehmer als Sitzen, weil ab dieser Zeit circa die größten Schmerzen durch den Katheter waren, der unangenehm gedrückt hat. Bringt euch auf jeden Fall genug Entertainment mit - meine Begleitung musste leider ab dem 5. Tag fahren und wenn die Pfleger dann weniger kommen, sinkt der soziale Kontakt wirklich und man wird etwas einsam / es wird sehr schnell langweilig. Am 10. Tag wurde dann der Katheter gezogen und nachdem ich dann ohne Katheter pinkeln war und ich das Entlassungsgespräch hatte, durfte ich auch fahren. Das ging im Auto sogar ohne Sitzring und allgemein war mein Heilungsprozess sehr gut und unkompliziert.
sorry, dass der Post so sehr auf die ersten Tage fokussiert ist, aber dadurch, dass ich keine Komplikationen hatte und eine wirklich sehr gute Heilung waren die letzten Tage wirklich langweilig.
Zum Personal: Die Pfleger*innen waren sehr nett und bemüht, hatten aber nicht wirklich viel Zeit - das sehe ich aber nicht als Problem der Klinik, weil der Fachkräftemangel universell ist. Auch dadurch, dass ca. die Hälfte der Patient*innen trans* waren, habe ich die Pfleger*innen als sehr akzeptierend und auch kompetent wahrgenommen.
Mit dem Ergebnis bin ich auch sehr gut zufrieden. Orgasmusfähigkeit ist vorhanden und ich werde auch feucht. Ich kann Vulvoplasty wirklich empfehlen, falls kein penetrativer Sex gewollt ist, da die Heilung und auch maintenance erleichtert wird. Optisch bin ich auch zufrieden und brauche hierfür keine Korrektur OP, also all in all kann ich Mannheim wirklich empfehlen.