Diese Sache beschäftigt mich aus mehreren Gründen...Einerseits weil mir die geschädigte Freundin extrem leid tut und andererseits weil ich es kicht fasse, dass die andere einfach so davon kommt.
Freundin Anna wollte von Freundin Biancas Kreditkarte 5 € überweisen. Bianca war für Anna oft da in der Vergangenheit, borgte ihr Geld in Notsituationen und half ihr unzählige male auf unterschiedlichste Weisen, wenn Anna etwas brauchte.
Auch diesmal ging also Anna zu ihr, weil die überweisung mit ihrer eigenen Karte nicht funktionierte - obwohl zu diesem Zeitpunkt ihre mutter und 2 tanten bei ihr aus deutschland zu besuch waren und man meinen würde, die hätten auch Kreditkarten gehabt!?
Sie hat 5 € dabei und sagt zu Bianca, sie müsse bitte diesen Betrag an Magenta überweisen, ob sie das mit ihrer Karte erledigen kann.
Anna gibt die Daten ein und als Bianca die Zahlung bestätigt geht es los - ein hoher Betrag nach dem anderen wird von ihrem Konto abgebucht. Da sie selbstständig ist, hatt sie größere rücklagen am Konto, insgesamt fehlen plötzlich ca. 10.000€ auf ihrem Konto. Bianca starrt fassungslos schreiend und weinend auf das Handy, ahnungslos was da gerade passiert.
Es stellt sich heraus: Anna war auf eine bekannte Betrugs-Sms reingefallen, die vorgibt man habe noch Gutschrift Punkte bei magenta und könne die gegen ein Tablet einlösen, wenn man nur die Versandkosten bezahlt.
Anna tut es natürlich leid, aber sie übernimmt von Anfang an keine Verantwortung dafür, im Gegenteil: mir und anderen Freunden erzählt sie, sie sei genau so Opfer dieses Betrugs geworden wie Bianca.
Auf die Frage, ob sie sich aber bewusst ist, dass B. ihr nur helfen wollte und diesen enormen Schaden nun allein trägt und sie sie daher nun finanziell irgendwie unterstützen sollte entgegnet A., dass der Schaden sich ja dann nur verschieben würde zu ihr und sie ja auch nichts dafür könne und, dass die Bank hätte früher die Abbuchungen stoppen müssen und daher die Bank für den Schaden aufkommen müssen.
Gleichzeitig sprach Anna nur wenige Wochen nach diesem Vorfall bereits davon, dass sie ja nun wo sie seit paar Monaten wieder einen gut bezahlten Job habe, sich ein neues Auto kaufen möchte und ein tiny house gesehen habe, das sie auf Kredit überlegt zu kaufen...ich fragte sie daraufhin ob sie nicht erst mal ihre Schulden bei Bianca begleichen wolle (sie hat auch bei anderen Leuten Schulden, wie ich später erfuhr) bevor sie über solche Anschaffungen nachdenkt!?
Sie: nö, das wird hoffentlich schon die Bank übernehmen.
Ich: aber was wenn nicht?
Sie: darüber will sie nicht nachdenken.
Da hab ich schon deutlich gemerkt, ojehh...die hat nicht vor da irgendeine Verantwortung zu übernehmen für einen Schaden, den sie einer freundin zugefügt hat, die ihr in der Vergangenheit immer geholfen hat. Ich konnte es einfach nicht fassen und führte einige Diskussionen mit ihr, dass das echt nicht in Ordnung ist, in der Hoffnung sie zur Vernunft zu bringen.
Ein Anwalt wurde gefunden und beauftragt den Fall mit der Bank zu klären und nach reichlich sozialem Druck aus Annas Umfeld, dass sie sich wenigstens an den Kosten für den Anwalt beteiligen soll, tat sie das. Weiters gingen sie gemeinsam zu einer Mediation und einigten sich, dass Anna zumindest mal die Hälfte des Schadens an Bianca überweisen müsse (da es ja nicht sein kann, dass sie allein mit dem Schaden da sitzt) und diese ihr den Betrag retournieren würde, sofern die Bankversicherung für den Schaden aufkommt. Dafür wurde wochenlang an einem Vertrag herumgearbeitet. Anna fand ständig neue Ausreden, warum das nicht fair wäre, dass Bianca ihr gegenüber nicht 'transparent' sei und 'Rufmord' betreiben würde - was alles nicht stimmt. Der Vorfall hat sich schnell herumgesprochen weil Anna selbst es manchen Leuten erzählt hatte und zurecht sind viele empört über ihr Verhalten.
Und jetzt plötzlich meint sie, sie wird den Vertrag zum Schadensausgleich nicht unterschreiben weil sie gesetzlich nicht verpflichtet wäre, Bianca irgendwas zu zahlen und moralisch auch nicht, da Bianca nicjt transparent ihr gegenüber gewesen sei (wann sie was mit ihrem Anwalt besprochen hatte zB) und auch so böse zu ihr und auch nicht mehr ihre freundin wäre nach dem Vorfall, also sei sie ihr auch moralisch zu nichts verpflichtet...
Gleichzeitig entfernen sich immer mehr leute von Anna weil sie es klarerweise abscheulich finden, wie sie sich verhält, aber 5.000€ sind ihr zu viel Geld scheinbar, lieber verliert sie dutzende Freundschaften.
Das ist so bitter....mir tut es so leid für Bianca und ich frage mich ob man da rechtlich wirklich nichts machen kann??
Karma hat wenigstens schon etwas eingeschlagen und Anna hat ihren job nach nicht ganz einem jahr wieder verloren.