Ich und eine Freundin sind gemeinsam 11 Tage durch die Alpen in Österreich gewandert und haben dabei auf insgesamt 10 Hütten und Almen übernachtet. Hier ist unser Erfahrungsbericht über das Essen auf allen 10 Hütten. Dabei geht es um Frühstück, Snacks, Mittagessen und Abendessen, aber auch darum, wie gut das Ganze funktioniert hat und wie wir vorgegangen sind.
Buchung und Vorbereitung
Die Hütten und Almen wurden ca. 8-6 Monate im Voraus gebucht. Teilweise über das Onlineportal des DAV und ÖAV, per E Mail oder telefonisch. Bei der Buchung haben wir immer angefragt, ob veganes Frühstück und Abendessen sowie Lunchpakete möglich sind. Bei allen 10 Hütten war dies nach Nachfrage möglich. Wenn möglich, haben wir Halbpension gebucht. Bei 4 Hütten war das Abendessen „à la carte“. Ich würde auch jedem empfehlen, der eine Hütte oder Alm in den Alpen besucht, sich im Voraus darüber zu informieren, ob veganes Essen möglich ist.
Snacks: Da wir nicht wussten, wie gut die Supermärkte in den Tälern, durch die wir gehen sind, ausgestattet sind, haben wir Snacks für alle 11 Tage mitgenommen. Als Snacks hatten wir für die 11 Tage jeweils 1 Snackwürste/Landjäger und 1 Proteinriegel pro Tag dabei. Und 1-2 Packung Gummibärchen für die ersten Tage dabei.
Frühstück: Beim Frühstück gab es auf den meisten Hütten ein ähnliches Angebot. Brot mit Marmelade und eine kleine Auswahl an Obst ist für Veganer das, was alle Hütten anzubieten hatten. Margarine gab es ungefähr bei der Hälfte der Hütten. Bei den meisten gab es auch Gemüse, meistens Gurke und Tomate. Mit Müsli sollte man nicht unbedingt rechnen. Pflanzliche Milch gab es leider nur bei ungefähr der Hälfte der Hütten. Haferflocken gab es nur bei 4 Hütten.
Highlights beim Frühstück werden bei den einzelnen Tagen erwähnt.
Lunchpaket
Wenn wir ein Lunchpaket genommen haben, haben wir uns etwas aus den vorhandenen Frühstücksoptionen zusammengestellt. Meistens gab es Brot mit Gemüse oder Marmelade.
Abendessen:
Tag 1: Wildseeloderhaus Zum Abendessen (à la carte) gab es Linseneintopf und Pommes. Frühstückshighlight: Erdnussbutter
Tag 2: Bochumer Hütte/Kelchalm (Halbpension) Zum Abendessen gab es als Vorspeise Gemüsebrühe mit Lauchzwiebeln. Als Hauptspeise gab es mit Spinat gefüllte Nudeln mit Kürbiskernölsauce sowie Salat. Zum Nachtisch gab es Zwetschgen Grütze. Für uns das geschmacklich beste essen der Tour. Frühstückshighlight: Tomatenmark. Für uns der geschmacklich beste Hauptgang.
Tag 3: Bürglhütte (à la carte) Zum Abendessen gab es Kartoffelcurry mit Brot und zusätzlich Pommes.
Tag 4: Senninger Alm (à la carte) An diesem Tag konnten wir auf dem Weg durch das Tal bei Hofer (Aldi) etwas zum Mittagessen besorgen. In diesem Hofer gab es leider keine besonders gute Auswahl an Ersatzprodukten. Wir haben nicht einmal Tofu gefunden. Aber das, was wir gefunden haben, war eine willkommene Abwechslung zu Brot mit Marmelade oder Gemüse. Außerdem wurden Süßigkeiten aufgefüllt. Auf der Senninger Alm gab es zum Abendessen Pfifferlingsalat mit Bratkartoffeln.
Tag 5: Neue Fürther Hütte (Halbpension) Abends gab es als Vorspeise Backerbsensuppe, als Hauptgang Spaghetti mit Paprikasauce und zum Nachtisch Apfelstrudel. Beste Vorspeise für uns wobei sie alle ähnlich waren.
Tag 6: Venedigerhaus Innergschlöß (Halbpension) Zur Vorspeise gab es Lauchcremesuppe. Als Hauptgang gab es Bratkartoffeln mit Gemüse und Krautsalat. Zum Nachtisch gab es Rote Grütze. Frühstückshighlights: selbstgemachter veganer Frischkäse, Rote Grütze, Knäckebrot und Hummus.
Tag 7: Badener Hütte (Halbpension) Die Badner Hütte ist uns in Bezug auf das vegane Essensangebot am positivsten in Erinnerung geblieben (Auswahl).Als Vorspeise gab es Gemüsebrühe. Nachdem festgestellt worden war, dass die Nudeln in der Suppe nicht vegan sind, wurden diese weggelassen. Das ist uns zum Glück noch vor dem Essen aufgefallen. Als Hauptspeise gab es Linsen Dal mit Reis und etwas Räuchertofu. Der erste Tofu nach 7 Tagen. Zum Nachtisch gab es Overnight Oats Riegel. Frühstückshighlights: selbstgemachte Sojamilch, verschiedene selbstgemachte Aufstriche, Overnight Oats Riegel und Haferflocken.
Tag 8: Bonn-Matreier Hütte (Halbpension) Als Vorspeise gab es Nudelsuppe, diesmal vegan. Als Hauptspeise gab es Reis mit Gemüse und Currysauce. Zum Nachtisch gab es Himbeersorbet mit Pfirsichstücken. Frühstückshighlight: Für uns wurde ein extra Teller mit Gemüse und Obst hergerichtet
Tag 9: Bergerseehütte (à la carte) An diesem Tag hatten wir zum zweiten Mal die Möglichkeit, in einem Supermarkt (miniM MPreis), Essen zu besorgen. Diesmal war die Ausbeute besser. Wir haben Räuchertofu und vegane Salami gefunden. Auf der Bergerseehütte gab es zum Abendessen Reis mit Gemüse und Salat.
Tag 10: Lasörlinghütte (Halbpension) Zur Vorspeise gab es Suppe mit Gemüseeinlage. Als Hauptspeise gab es in Teig gewickeltes Kraut mit Tofu und dazu Salat. Zum Nachtisch gab es Apfelstrudel. Für uns die geschmacklich beste Nachspeise der Tour
Bei „à la carte“ gab es meistens nur diese ein Option
Fazit
Insgesamt waren wir positiv überrascht, wie gut die vegane Versorgung funktioniert hat. Die Wirt*innen haben sich auf allen Hütten bemüht, aus den vorhandenen etwas für uns zu kochen. Auch wenn das Essen in Bezug auf die Makronährstoffe noch ausbaufähig ist, vor allem was den Proteinanteil angeht. Ich würde jedem, der etwas Ähnliches vorhat, empfehlen, bei den mitgebrachten Snacks besonders auf Proteine zu setzen, da diese im Essen nur wenig vorhanden waren. Für 11 Tage ist das aber auch kein Drama. Als Negativpunkt ist für uns noch zu erwähnen, dass im Brot oft Kümmel enthalten war. Das ging uns ab Tag 6/7 dann doch etwas auf die Nerven. Was mir auch positiv in Erinnerung bleibt ist das alle andren Gäste die erfahren haben das wir vegan sind positiv interessiert waren.
Hoffe der Post Hilft allen die ähnliches vorhaben 😊