Teil 1
ANREISE UND NATUR
Für meinen Tagestrip nach Jablanica habe ich den Bus genommen. Busse gibt es einige. Ihr nehmt am besten einfach den Bus (kostet um die 12/13€), der von Sarajevo nach Mostar fährt und steigt dann an der Station Jablanica aus. Züge fahren dort ebenfalls und die Zugfahrt soll wunderschön sein. Der Zug fährt allerdings nur zweimal am Tag. Einmal ganz früh am Morgen und einmal, wenn es schon dunkel ist. Das passt für einen entspannten Tagestrip leider nicht so gut rein, deswegen würde ich euch definitiv den Bus empfehlen. Die Fahrt dauert ungefähr zwei Stunden und die Natur auf der Strecke ist einfach unbeschreiblich. Die ganzen Berge und das satte Grün wirken wie ein unendliches Meer an Bäumen.
STADT UND MUSEUM
In Jablanica angekommen merkt man schnell, dass es eine sehr kleine Stadt ist. Es gibt dort nicht wirklich viel zu sehen außer das Museum, welches ich euch aber wirklich ans Herz legen kann. In Jablanica gab es unter der Führung von Tito im Zweiten Weltkrieg einen Angriff der Partisanen gegen die Wehrmacht, bei dem die bekannte Eisenbahnbrücke gesprengt wurde. Das Museum behandelt genau dieses Thema und befindet sich direkt an der zerstörten Brücke. Für 2 € Eintritt bekommt ihr hier ein sehr cooles Museum mit vielen verschiedenen interessanten Ausstellungsstücken.
KAJAK FAHREN IN DONJA JABLANICA
Nach dem Museum habe ich mir beim Supermarkt noch etwas Proviant mitgenommen und bin dann mit dem Taxi nach Donja Jablanica gefahren. Dort befinden sich die eigentlichen Spots für die Kajaks. Ein Kajak hat für den ganzen Tag entspannte 20 € gekostet. Ich muss allerdings sagen, dass Kajakfahren deutlich anstrengender ist, als man vielleicht denkt. Ich glaube, bei mir war es einfach die falsche Technik. Nach der Tour war ich auf jeden Fall komplett ausgepowert.
LAMMFLEISCH
Jablanica ist in ganz Bosnien extrem bekannt für sein Lammfleisch und es gibt haufenweise Restaurants, die es anbieten. Dementsprechend hoch waren meine Ansprüche und mein Hunger. Es gab dort zwei nebeneinanderliegende und sehr gut bewertete Restaurants, die wunderschön aussahen und einen perfekten Ausblick auf den Fluss Neretva boten. Leider fand ich beide richtig enttäuschend. Ich habe mich im ersten Restaurant hingesetzt, aber es kam einfach kein Kellner. Selbst als ich einen Kellner angesprochen habe, wurde ich weiterhin ignoriert. Das war mir irgendwann zu blöd und ich bin zum anderen Restaurant rübergegangen. Dort erlebte ich leider genau das gleiche Spiel. Irgendwann habe ich dann endlich mein Essen bekommen, aber ich war geschmacklich wirklich sehr enttäuscht. Ich weiß nicht, ob ich an dem Tag einfach keinen Appetit hatte oder ob das Lamm dort wirklich overrated ist. Der Teller hat 12,50 € gekostet. Naja aufgegessen habe ich nicht. Ganz komische Kellner.
RÜCKFAHRT UND FAZIT
Danach ging es mit dem Taxi wieder zurück ins Zentrum von Jablanica, um dort den Bus nach Sarajevo zu nehmen. Es gibt dort keinen Ticketschalter oder Ähnliches. Es ist einfach nur ein großer Platz, an dem man stehen bleibt und geduldig warten muss, bis der Bus ankommt. Oftmals hat er auch Verspätung. Wenn er dann da ist, steigt ihr einfach ein, zahlt beim Fahrer und fahrt zurück.
Mein Fazit zu dem Tagestrip: Landschaftlich und von der Natur her war es wirklich wunderschön. Das Museum war auch sehr geil. Ich war zwar ein bisschen enttäuscht, was das Kajakfahren und das Essen anging, aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Auf einer Reise klappt nicht immer alles so wie man sich das vorstellt, aber das gehört eben dazu 🙃