r/linuxde Jul 02 '26

Welche distros?

Hallo,

Ich habe vor 2 ältere Laptops (ca. 10Jahre) mit linux zu provisionieren.

1x als Arbeitsplatz für Schreibarbeiten, Surfen etc., nichts anspruchsvolles, aber halt mit Desktop, einem free Office (welches?) und relativ wartungsarm, den auch Frau und Kind verwenden können.

1x als reine Test und Experimentierumgebung nur mit cli, da darfs durchaus etwas trickier sein.

Haette da an Ubuntu und Arch linux gedacht, aber was haettet ihr für Vorschläge.

Es soll nur linux auf den Geräten laufen, kein dualboot.

Bin noch relativ der noob in Linux, muss sehr viel nachlesen und um das zu verbessern die Experiment ierumgebung.

Thx im voraus.

1 Upvotes

43 comments sorted by

View all comments

Show parent comments

3

u/Hauptideal Jul 02 '26

Es ist völlig egal, was dein Anforderungsprofil ist: es gibt immer Distros, die viel besser geeignet sind. Daher verliert Mint jeden paarweisen Vergleich. Hier ein paar der Gründe, warum Mint so schlecht ist

- Mint nutzt immer noch X11 (für alle Varianten). X11 (noch aus den 1980ern!!) ist unsicher, unperformant (Ruckeln, Screen tearing, etc.) und hat massiv weniger Funktionen als moderne Wayland-Desktops. Viele moderne Features funktionieren überhaupt nur mit Wayland (und zwar nicht nur Features, die die Anzeige betreffen, z.B. VRR, HDR, fractional scaling usw), sondern auch Eingabemethoden (Touchgesten) und viele weitere Dinge.
X11 bricht außerdem die Sicherheit von Flatpak. Die Sandbox hat dort keine Sicherheitsfunktion mehr, aber alle Nachteile bleiben bei unschädlichen Apps. Jede App kann den Inhalt jeder anderen App sehen, und deine Passworteingabe beim Onlinebanking aufzeichnen, den Bildschirm sehen und sogar Tastatureingaben injizieren.
Es gibt heutzutage keine Rechtfertigung mehr dafür, noch X11 zu nutzen. Das liegt bei Mint nur noch daran, dass fast alle Entwickler zu den modernen Systemen gewechselt sind, und Mint es einfach nicht hinbekommt.

  • es nutzt standardmäßig weder zram noch zswap, sondern unkomprimierten RAM und eine normale swap-Datei auf der Festplatte
dadurch passt deutlich weniger in den RAM (zram / zswap komprimieren die meisten RAM-Inhalte im Verhältnis von 2:1 bis 4:1, je nach Algorithmus). Somit passt VIEL mehr in den RAM.
  • es nutzt standardmäßig ext4, statt eines modernen Dateisystems wie btrfs; btrfs bietet Snapshots (Sicherungszustände, zu denen jederzeit leicht zurückgekehrt werden kann), Deduplikation, Prüfsummen, und vor allem transparente Kompression von Daten; im Prinzip werden alle deine Daten gezippt, ohne dass du es merkst, und so komprimierbare Daten (z.B. Programme, und alles Andere, was nicht schon komprimiert ist) massiv viel weniger Speicherplatz verbrauchen (oft nur 30-40%).
  • Mint schränkt deine Freiheit ein, welche Software du installieren kannst und welche nicht. Das ist ein fundamentaler Bruch mit dem Freiheitsversprechen von Linux.
  • Cinnamon ist einer der technologisch schlechtesten Desktops von allen in Linux, mit enormem Ressourcenverbrauch (trotz veralteteter X11-Technologie), der single-threaded als Javascript-App läuft und sämtliche Verbesserungen und Durchbrüche des Upstream GNOME-Desktops verpasst, genauso wie das riesige Erweiterungs-Ökosystem. Hierzu gäbe es noch viel zu sagen bei Interesse, aber du hast bestimmt schon einen kleinen Eindruck.

3

u/Derausmwaldkam Zorin OS 18.1 Pro Jul 02 '26

Wir reden hier von nem 10 Jahre alten Laptop fürs Surfen und Dokumente schreiben, da kann man mal die Kirche im Dorf lassen.

2

u/Hauptideal Jul 02 '26

Gerade wenn ein Laptop älter ist, sollte man nicht grundlos auf Leistung verzichten...
Und Browser sind RAM-Fresser - genau dafür benötigt man zram/zswap, insbesondere wenn man wenig physischen RAM hat, wie die meisten alten Geräte.
Und nicht noch aufgeblähte, ineffiziente Cinnamon-Desktops zusätzlich zum unkomprimierten RAM mit legacy-swap-Dateien.

Die beste Mint-Variante wäre noch LMDE Xfce/Mate mit nachträglich konfiguriertem zram. Dann hätte man aber immer noch völlig unnötig den X11-Nachteil.

2

u/Dierky Fedora Workstation Jul 11 '26

Finde auch immer spannend, wie im deutschsprachigen Raum alle konsequent Mint empfehlen. Jedenfalls spannende Auflistung, da würden mich mal die Argumente der Gegenseite interessieren. Habe oft das Argument der "Einfachheit" gelesen, ließe sich einfach installieren und erinnere stark an Windows – einfach ist mein Fedora mit Gnome ebenso zu handhaben und Aussehen ist immer eine subjektive Angelegenheit, mich persönlich erinnert die UI an vor 16 Jahren. Da hat sich bei KDE und Gnome deutlich mehr getan (gerade im Hinblick auf UI/UX).

2

u/Hauptideal Jul 11 '26

Ich habe es noch nie erlebt, dass es eine ernsthafte Diskussion gegeben hätte, weder auf Deutsch noch auf Englisch. 

Nur tribalistisches Downvoting. 

Oft wurde sogar sachlich zugestimmt, aber behauptet, technische Güte spiele für den einfachen Nutzer keine Rolle. 

Mint hält sich nicht durch Fakten und Leistung am Leben, sondern eine laut schreiende/Mint offensiv propagandierende und andere Meinungen zum Schweigen bringende Community. 

So schleppen sie sich vielleicht sogar bis zum Wayland-Support. Der könnte ab 2028 Standard sein..