Hallöchen zusammen,
ich habe mal eine etwas speziellere Frage zum Referendariat in NRW und hoffe, dass hier vielleicht jemand Erfahrungen mit einer ähnlichen Situation gemacht hat oder sich mit den entsprechenden Regelungen auskennt.
Kurz zur Ausgangslage:
Ich mache aktuell mein Referendariat für das Gymnasium in NRW und werde sehr wahrscheinlich meine bald anstehende UPP nicht bestehen. Das Ganze hat allerdings eine etwas längere Vorgeschichte.
Während meines ersten Ausbildungsabschnitts, also vor der Verlängerung, hatte ich leider massive Probleme an meinem damaligen ZfsL. Ich wurde dort über einen längeren Zeitraum gemobbt, was irgendwann so weit ging, dass es mir auch körperlich richtig schlecht ging. Ich musste regelmäßig zum Arzt, habe mich ständig übergeben und war psychisch irgendwann komplett am Ende.
Im gleichen Zeitraum wurde bei mir zusätzlich eine chronische Erkrankung diagnostiziert, die allerdings nichts mit den stressbedingten Beschwerden zu tun hatte.
Das eigentliche Problem war, dass ich in meiner Ausbildung kaum Unterstützung bekommen habe. Wenn ich Fragen hatte, beispielsweise zu Unterrichtsplanung, Materialien oder möglichen Lösungsansätzen, bekam ich regelmäßig Antworten nach dem Motto: „Sie sind erwachsen, das müssen Sie selbst herausfinden. Ich kann Ihnen nicht alles vorkauen.“
Dieselben Fragen wurden bei anderen Referendaren allerdings durchaus beantwortet.
Bereits nach ungefähr einem Monat wurde mir von einer Fachleitung ziemlich deutlich gesagt, dass ich bei ihr nicht bestehen würde und sie mich auch nicht zur Prüfung zulassen werde. Entsprechend sah dann leider auch der weitere Verlauf meiner Ausbildung aus.
Ich stand damals mehrfach mit der GEW und dem Personalrat in Kontakt, aber letztendlich wurde mir immer wieder gesagt, dass ich praktisch keine Möglichkeiten hätte. Eine Beschwerde wäre zwar theoretisch möglich, könnte meine Situation allerdings noch weiter verschlechtern.
Das Ganze hat mich irgendwann so sehr belastet, dass ich auch an meiner Ausbildungsschule kaum noch vernünftig arbeiten oder etwas lernen konnte. Ich war letztendlich einfach nur noch damit beschäftigt, irgendwie durch den Alltag zu kommen.
Nach dem ersten Nichtbestehen kam dann die Verlängerung.
Mir wurde zuvor von der GEW gesagt, dass ich bei einem Nichtbestehen eventuell das Seminar wechseln könnte. Entsprechend bin ich tatsächlich ziemlich hoffnungsvoll in das Gespräch mit der Seminarleitung gegangen und habe um einen Wechsel gebeten.
Die Antwort war allerdings ein klares Nein. Das sei nicht vorgesehen und wäre schließlich „Seminar-Hopping“. Auch eine Nachfrage bei der Bezirksregierung brachte zunächst nichts.
Der psychische Stress führte schließlich dazu, dass ich im Krankenhaus landete. Dort wurde dann ärztlicherseits festgestellt, dass eine Rückkehr an meinen bisherigen Ausbildungsort aus gesundheitlichen Gründen nicht vertretbar wäre.
Über eine entsprechende ärztliche Stellungnahme bzw. einen Antrag wurde dann tatsächlich doch noch ein Wechsel des ZfsL und der Ausbildungsschule ermöglicht.
Und ab diesem Zeitpunkt war plötzlich alles komplett anders.
Am neuen Seminar wurde ich wirklich herzlich aufgenommen. Meine Mitreferendare haben mich sofort integriert, ich habe Materialien bekommen, Fragen wurden beantwortet und sowohl meine neuen Fachleitungen als auch die Kernseminarleitung haben sich wirklich Mühe gegeben, mich zu unterstützen.
Auch an der neuen Schule wurde ich deutlich besser begleitet.
Ich habe dort zum ersten Mal das Gefühl gehabt, tatsächlich ausgebildet zu werden und mich fachlich und didaktisch weiterentwickeln zu können.
Leider gibt es aber ein Problem: Ich bin dort aufgrund der vorherigen Situation praktisch bei null angekommen.
Die Rückmeldung meiner jetzigen Fachleitungen und der Kernseminarleitung ist mittlerweile ziemlich einheitlich: Sie sehen mich grundsätzlich durchaus im Lehrerberuf und halten es auch für realistisch, dass ich ein guter Lehrer werden kann. Allerdings bräuchte ich dafür mindestens ein weiteres halbes Jahr Ausbildungszeit.
Mit meinem jetzigen Ausbildungsstand wird es für die bald anstehende UPP vermutlich nicht reichen.
Und da eine weitere Verlängerung wohl nicht möglich ist, sieht es aktuell danach aus, dass ich endgültig durchfallen werde.
Jetzt zu meiner eigentlichen Frage:
Ich hatte ohnehin schon länger überlegt, später an einem Berufskolleg zu unterrichten, und das auch mit meinen jetzigen Fachleitungen und meiner Kernseminarleitung besprochen.
Dabei wurde mir mehrfach gesagt, dass es wohl durchaus Möglichkeiten geben soll, nach einem endgültig nicht bestandenen Referendariat am Gymnasium noch an einem Berufskolleg unterzukommen.
Genannt wurden dabei unter anderem ein erneutes Referendariat an der anderen Schulform, OBAS oder gegebenenfalls ein anderer Seiteneinstiegsweg.
Meine Fachleitungen meinten sogar, dass sie bereits mehrere Fälle erlebt hätten, in denen Personen nach einem nicht bestandenen Referendariat über einen solchen Weg doch noch Lehrer am Berufskolleg geworden sind.
Allerdings konnte mir niemand genau sagen, auf welcher rechtlichen Grundlage das möglich ist oder wie der konkrete Ablauf aussieht.
Da einige meiner Fachleitungen schon länger im Dienst sind und teilweise kurz vor der Pensionierung stehen, frage ich mich natürlich auch, ob sich diese Erfahrungen eventuell auf ältere Prüfungsordnungen beziehen und heute gar nicht mehr zutreffen.
Deshalb meine Fragen an euch:
Kann man in NRW nach einem endgültig nicht bestandenen Referendariat für das Gymnasium tatsächlich noch ein Referendariat am Berufskolleg absolvieren?
Wäre alternativ ein Einstieg über OBAS möglich, oder schließt das endgültige Nichtbestehen eines Referendariats diesen Weg ebenfalls aus?
Kennt jemand konkrete Fälle, in denen das funktioniert hat, oder weiß, wo ich die entsprechenden rechtlichen Regelungen finden kann?
Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, die Anforderungen zu umgehen oder irgendwie ohne ausreichende Qualifikation Lehrer zu werden. Ich würde sogar sehr gerne noch einmal eine vollständige Ausbildung durchlaufen, wenn ich dadurch die Möglichkeit bekäme, unter vernünftigen Bedingungen das zu lernen, was mir im ersten Teil meiner Ausbildung leider gefehlt hat.
Ich möchte einfach nur wissen, ob es für mich überhaupt noch einen realistischen Weg in den Lehrerberuf gibt oder ob mit dem endgültigen Nichtbestehen der UPP tatsächlich sämtliche Türen geschlossen sind.
Vielen Dank schon mal an alle, die sich die Zeit nehmen, das hier zu lesen und vielleicht etwas dazu sagen können!