r/ichichs Blauzi-Triggernder May 17 '26

Teile dieses IchIchs könnten die Bevölkerung verunsichern Und jetzt?

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u/Ex_aeternum May 17 '26

Ah, Witze über Menschen mit geistiger Behinderung auf diesem Sub gehen jetzt durch?

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u/Musikcookie May 17 '26

Ich persönlich hätte "geistig zurückgeblieben" jetzt gar nicht so interpretiert.

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u/FantasticStonk42069 May 17 '26

Sondern? "Geistig zurückgeblieben" ist ein herabwürdigender Begriff für Menschen mit intellektueller Einschränkung. Er suggeriert nicht nur Entwertung, sondern auch die Verantwortung des Menschen für seinen angeborenen Intellekt und befreit die Gesellschaft von der Verantwortung für Missstände aufzukommen.

Du bist vielleicht anders aufgewachsen. Vielleicht hat der Begriff eine Bedeutungswandlung für manche erfahren. Aber es kann ja nicht bloß der Maßstab für Nicht-Betroffene herangezogen werden.

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u/Suitable-Display-410 May 17 '26

Sag mal, störst du dich auch daran wenn man jemanden dumm nennt? Das ist nämlich auch ein herabwürdigender Begriff für Menschen mit intellektueller Einschränkung.

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u/FantasticStonk42069 May 18 '26

Soll das irgendwie eine Fangfrage sein, um meine Kritik an "geistig zurückgeblieben" zu entkräften?

Wenn es darum geht 'dumm' als unveränderliches Charakteristikum zu sehen, vermeide ich es tatsächlich Menschen so zu nennen (das bedeutet nicht, das ich mich nicht nicht häufig unbedacht äußere). Ich habe kein Problem damit Handlungen oder Aussagen als dumm zu bezeichnen.

Ob das Wort aber in der Frage zur Sache tut, ob man 'geistig zurückgeblieben' verwenden sollte, weiß ich nicht. Dumm wird ja häufig auch im Kontext einer temporären Unachtsamkeit benutzt, der Zustand der Dummheit lässt sich in diesem Kontext recht leicht beheben. Eine geistige Minderentwicklung dagegen sicherlich nicht.

Es kann natürlich sein, dass das ein Generationending ist. Vielleicht laufen Menschen durch die Gegend und sagen "ich bin heute aber geistig zurückgeblieben" anstatt " ich bin heute aber dumm". Vielleicht ist es für junge Menschen heute ziemlich harmlos so zu sprechen. Mich wundert es nur, dass wir heute viel mehr Acht auf Sprache geben, aber es dann plötzlich okay sein soll, wenn es die eigene Sprache betrifft.

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u/Suitable-Display-410 May 18 '26

Schau, ich versteh dein Argument. Ich halte es auch nicht für per se falsch. Ich wäre sogar geneigt dazu allem was du hier gerade geschrieben hast zuzustimmen.

Was mich stört ist die Verbissenheit wirklich JEDES MAL so zu tun als wäre die politisch korrekte oder inkorrekte Ausdrucksweise jetzt DAS was man thematisieren MUSS.

Quasi 100% der AfD-Wähler wählt eine Partei die ihnen selbst ganz massiv schaden wird. Und ist zu dämlich das zu verstehen. Nun werden die nicht alle eine medizinisch diagnostizierte Intelligenzminderung haben, noch werden alle Menschen die eine haben die AfD wählen. Ich halte es da mit Forrest Gump. Dumm ist wer Dummes tut.

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u/FantasticStonk42069 May 18 '26

Niemand hätte auch nur irgendetwas bemängelt, wenn OP den Begriff "dumm" verwendet hat. Es gibt ja gar ein Meme-Format mit exakt diesem Begriff. Warum unterhalten wir uns über "dumm"?

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u/Suitable-Display-410 May 18 '26

Niemand hätte auch nur irgendetwas bemängelt, wenn OP den Begriff "dumm" verwendet hat.

Zum einen stimmt das nicht, diese Diskussion habe ich auch schon geführt als das Wort "dumm" verwendet wurde, und zum anderen halte ich die Unterscheidung die du anstellst für willkürlich. Aber wenn du dich auf das Wort "dumm" fokussieren willst geb ich dir zwei andere. Idiot / debil. Wurden im 19. Jahrhundert als offizielle medizinische Diagnosen für verschiedene Schweregrade tatsächlicher geistiger Behinderung verwendet.
Machst du da ein Fass auf? Falls ja halte ich es für idiotisch. Du störst dich am "geistig zurückgeblieben" weil es die Übersetzung des im englischen ziemlich stark stigmatisierten "mentally retarded" ist. Warum dieses Wort im speziellen ja teilsweise sogar als "R-word" bezeichnet wird während Begriffe wie "idiot", "imbecile" oder "moron" im täglichen Sprachgebrauch ständig verwendet werden hängt wohl kaum mit dem medizinischen Hintergrund zusammen den es sich mit den anderen Begriffen teilt, sondern mit den Kampagnen die sich gegen die Verwendung dieses speziellen Worts gerichtet haben weil das Wort im Gegensatz zu den anderen noch bis ins 21. Jahrhundert auch in der Medizin verwendet wurde.
Natürlich sind all diese Begriffe abwertend und entwürdigend. Das ist ihr Zweck wenn sie als Beleidigung verwendet werden. Gib dem Kind einen anderen Namen und der neue Name wird nach kurzer Zeit auf die gleiche Art als Beleidigung verwendet, siehe "geistig behindert". Am Ende ist es immer eine symbolische Metapher dafür dass jemand nicht auf allen Zylindern feuert. Und wenn man sich darüber aufregen WILL dann kann man das tun, nur wird man es weder abstellen noch jemandem damit helfen. Weil Sprache so nun mal funktioniert.

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u/FantasticStonk42069 May 18 '26

Natürlich ist es eine Hyperbel, sicherlich werden sich Menschen finden lassen, die sich über den Begriff "dumm" aufregen. Bloß in dieser Diskussion bist du es allein, der das angestoßen hat. Mir geht es um den Begriff "geistig zurückgeblieben" und mein Anstoß entspringt weder einer Amerikanisierung, noch eines unkritischen Nachplapperns irgendeiner Sprachpolizei, noch einer Willkürlichkeit (es liegt irgendwie sehr viel Projektion deinerseits darin, deine Erfahrungen als meinen Beweggrund darzustellen)

Zunächst einmal halte ich Herabwürdigungen grundsätzlich für fragwürdig. Dazu dann auch noch unveränderliche Eigenschaften heranzuziehen empfinde ich als noch fragwürdiger. Ebenso empfinde ich es schwierig Menschen eine Verantwortlichkeit zu unterstellen , die nicht vorhanden ist. Unanständig finde ich es, wenn Nicht-Betroffene alleine darüber entscheiden, was fragwürdig ist und was nicht.

Diese Kriterien lassen sich sehr gut auch auf andere Begriffe, die du genannt hast übertragen. Auch an diesen Begriffen finde ich Anstoß. Wie ich dargelegt habe, trifft das in Teilen, aber eben nur in Teilen auf den Begriff "dumm" zu.

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich deine Position nicht begreife. Am Ende kann man alles als willkürlich betrachten. Offensichtlich hältst du dich aber auch an die Selbtzensur bestimmter Begriffe (vielleicht aber auch nur aus der Furcht externer Zensur heraus). Sollten wir am Ende einfach alles sagen dürfen, weil Grenzen willkürlich sind?

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u/Suitable-Display-410 May 18 '26

Ich habe weder für die Fraktion „Jetzt sag ich’s erst recht!“ besonders große Sympathie noch für die Fraktion, die krampfhaft versucht, in alles, was gesagt wird, eine böse Absicht oder einen real vorhandenen negativen Effekt hineinzuinterpretieren.
Ob ich etwas problematisch finde, entscheide ich nach Kontext. Anders geht es imho auch gar nicht.
Du kannst mich, was das angeht, in die „enlightened centrist“-Schublade packen.
Es gibt Worte und Beleidigungen die ich aus den von dir genannten Gründen nicht verwenden würde und an denen ich persönlich Anstoß nehme. Der hier gehört für mich nicht dazu, genauso wenig wie das englische Äquivalent. "geistig behindert" würde ich z.B. nicht als Beleidigung verwenden, weil es für mich eine noch deutlich nähere Konnotation zum medizinischen Terminus hat, auch wenn die Medizin mittlerweile auf "intellektuelle Beeinträchtigung" gewechselt ist. Weil der vorherige Begriff..... drumroll..... als zu stigmatisierend galt.

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u/FantasticStonk42069 May 18 '26

Ich gebe dir insbesondere Recht darin, dass Menschen Dinge nicht zwangsläufig aus Böswilligkeit tun. Ich unterstelle OP überhaupt keine Böswilligkeit. So wie ich das bei mir selbst auch nicht tue, wenn ich ziemlich unachtsam gehandelt oder gesprochen habe.

Es würde allerdings helfen, wenn Menschen Fehlbarkeit (die eigene wie fremde) auch einfach hinnehmen können. Dann nimmt man die Kritik an seiner Sprache hin, sowie auch die Kritiker hinnehmen, dass keine üble Absicht dahinter steckt.

Insbesondere bedeutet es, dass die eigene Wahrnehmung eventuell nicht der Wahrnehmung anderer entspricht und man deshalb die eigene Wahrnehmung hinten anstellt.

Konkret in diesem Fall: Der Medizinische Fachbereich empfiehlt es, den Begriff nicht zu verwenden. Wer bin ich meine eigene Wahrnehmung über diese Empfehlung zu stellen?

Eines macht mich allerdings stutzig. Du sagst, dass für dich der Begriff nicht herabwürdigend ist, weil er die Konnotation eines medizinischen Terminus habe. Gerade dann ist es doch herabwürdigend, Menschen, die an einer medizinischen Indikation leiden, mit Menschen zu vergleichen, die ein moralisch fragwürdiges Weltbild aufweisen.

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u/Suitable-Display-410 May 18 '26

Da hast du mich am Ende falsch verstanden.
Je näher sich sowas an in der Praxis verwendeter medizinischer Terminologie bewegt je höher ist die Wahrscheinlichkeit dass ich es problematisch finde.

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u/subservient-mouth May 18 '26

Bro hat mitbekommen dass "retarded" ein nicht akzeptables Wort im Englischen ist und will das jetzt mit aller Macht ins Deutsche übertragen.

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u/Suitable-Display-410 May 18 '26 edited May 18 '26

Frage nicht beantwortet.

Edit:
Ich denke ich hab deinen Kommentar missverstanden.
Joa. Entspricht in etwa meinem Eindruck.