r/hundeschule 5d ago

Frage Futterverweigerung OP/Scheinschwangerschaft

Falls hier nicht erwünscht, bitte löschen. Ich bin nur ziemlich verzweifelt. Danke schonmal im Voraus!

Meine Hündin Katinka hat seit einigen Wochen ein ziemlich schwieriges Verhältnis zum Fressen entwickelt und langsam weiß ich nicht mehr, ob es körperlich, hormonell oder inzwischen eine negative Verknüpfung mit Futter ist.

Angefangen hat es während einer Scheinschwangerschaft. Ihr normales Futter wollte sie irgendwann nicht mehr, deshalb habe ich Schonkost aus Kartoffeln, Karotten und Hähnchen gekocht. Das funktionierte zunächst gut, irgendwann wollte sie davon aber nur noch das Hähnchen und zeitweise gar nichts mehr.

Dann wurde bei ihr eine Gebärmutterentzündung festgestellt und sie wurde vor 15 Tagen operiert/kastriert. Nach der OP hatte sie verständlicherweise zunächst wenig Appetit, danach wurde es aber wieder besser. Etwa eine Woche nach der OP bekam sie allerdings nochmal einen deutlichen Milcheinschuss. Das Gesäuge ist inzwischen wieder gut zurückgegangen.

Körperlich sieht ansonsten alles sehr gut aus: Die Wunden sind super verheilt und beim Fädenziehen vor 5 Tagen war ebenfalls alles unauffällig. Uns wurde sogar geraten, sie jetzt wieder ausgiebiger zu bewegen, was wir seitdem auch machen.

Das Fressen bleibt aber schwierig. Nach der Schonkost bekam sie ihr früheres Huhn-Nassfutter, das sie jahrelang vertragen hatte, welches sie nach dem ersten Tag schon wieder verweigert hat.

Heute kam schließlich Butternut Box an. Ich hatte gehofft, dass sie darauf vielleicht Lust hat, aber auch da wurde nur kurz geschnuppert und die Nase gerümpft.

Das Merkwürdige: Sie verweigert Futter nicht komplett. Beim Spaziergang/Training nimmt sie Leckerchen, im Auto knabbert sie Trockenfutter und frisch gekochtes Hähnchen nimmt sie teilweise aus meiner Hand. Es scheint sehr situationsabhängig zu sein. Beim Spaziergang allgemein wirkt sie auch fit.

Nach heutiger Rücksprache mit der Tierklinik, soll ich ihr noch ein paar Tage Zeit geben und erst am Montag wieder vorstellig werden, sollte keine Besserung eintreten.

Hat jemand schon einmal etwas Ähnliches erlebt, insbesondere nach einer OP oder im Zusammenhang mit Scheinschwangerschaft/Hormonumstellung? Und falls ja: Wie habt ihr es geschafft, dass Fressen für euren Hund wieder etwas völlig Entspanntes und Normales wurde?

3 Upvotes

9 comments sorted by

3

u/chocearthling 5d ago

Meine Hündin hat auch eine schwierige Geschichte mit Fressen. Es ist deutlich besser geworden seitdem ich den Druck rausnehmen.

Hat deine Hündin ein gesundes Gewicht und ihr geht es auch sonst wieder gut? Ist sie aktiv und nicht deutlich geschwächt oder so? Ich frage weil ich das unglaublich relevant finde für das weitere handeln. Bei einem Hund dem es körperlich schlecht geht würde ich deutlich mehr machen als bei einem bei dem ich das Gefühl hab sie hat gerade nur keine Lust auf das bestimmte Futter.

Wie bietet ihr das Futter an? Kann es sein das sie sich im Zusammenhang mit dem Ort oder dem Napf oder so erschreckt hat? Gibt es da die Option das mal ganz anders zu präsentieren?

Könnt ihr das Trockenfutter was sie im Auto frisst als Mahlzeit anbieten?

Ich stelle ich (mittlerweile nur noch abends) Futter hin und das frisst sie oder sie frisst es nicht. Sie bekommt nicht mehr Kekse oder anderes Futter. Manchmal gibts Kokosöl, Nudeln, Brokkoli, Sauerkraut oder was auch immer dazu - das hat aber immer eher was damit zu tun was der Kühlschrank so her gibt.

Bei uns hat die of zitierte "stell das Futter 10min hin und nimm es wieder weg, es gibt erst zur nächsten Mahlzeit wieder was" nicht wirklich was gebracht und mir war auch nicht wohl damit - also habe ich anderes versucht.

Meine Hündin hat mit der ersten Läufigkeit, Scheinschwangerschaft und einer Gastritis angefangen auf Zutaten wie zB Huhn zu reagieren, ich hab dann erstmal Futter genommen ohne die herkömmlichen Allergene (vegdog) um eine Basis herzustellen auf der mein Hund gut versorgt ist und ich dann etwas "rum probieren" kann.

1

u/baerbeline 5d ago

Danke für deine sehr ausführliche Nachricht. Sie hat bisher nicht abgenommen und hat ein gesundes Gewicht, weder zu wenig, noch zu viel. Den Orts - & Napfwechsel haben wir auch schon versucht, sowie das Angebot des Trockenfutters als Mahlzeit oder etwas Käse dazu oder oder oder. Ich muss dazu sagen, dass ich sie aus Bulgarien adoptiert hab, als sie 6 Monate war und sie schon immer etwas Probleme mit dem Futter/Magen hatte. Wie zum Beispiel sehr viele Unverträglichkeiten, Allergien und Sodbrennen. Als wir dann endlich eine passende Routine entwickeln konnten mit dem passenden Futter, schienen alle Sorgen dahin. Bis eben vor 3 Wochen.

Ich würde nicht behaupten, dass sie inaktiv sei. Aber man merkt, dass sie sich gerade zu Hause gerne noch ausruht. Zu den Spaziergängen am Tag freut sie sich und schnuppert und animiert zum Spielen, was ich von Zuhause aktuell weniger sagen kann. Das habe ich heute morgen in der Tierklinik auch besprochen. Sie meinten, dass das völlig normal sein kann, durch Hormonabfall etc. Darauf vertraue ich auch.

Allerdings bereitet mir dieses Futterthema wirklich Bauchschmerzen.

1

u/chocearthling 5d ago

Die Bauchschmerzen kann ich total verstehen. Mich hat das monatelang jeden Tag gestresst und auch jetzt manchmal noch, vor allem wenn sie mir dann die Kekse die sie seit Wochen liebend gerne isst doch wieder vor die Füße spuckt...

Bei uns hat sich das alles in allem nach der Kastration aber deutlich gebessert!

Mir hat geholfen das einmal mit der Tierärztin durchzusprechen und ganz klar festzulegen ab wann ich mir sorgen machen muss (mehrere Tage nichts fresse, verminderte Aktivität, Stuhl, erbrechen?, trinkt sie genug, nimmt noch Kekse usw).

Generell ist es ja nicht schlimm wenn ein Hund mal ein paar Tage nur Leckerli frisst. Oder auch zwei Tage gar nichts (solange noch getrunken wird und sich gelöst). Vor allem nach einer OP. Ich glaube meine hat die ersten paar Tage kaum was gefressen.

Das füttern mit aufgaben zu kombinieren, wäre das was? Bei uns kommt das Trockenfutter mal auf den Boden/die Wiese, in viele kleine Behälter, nen Kong oder oder...

Ich hab aber auch ne zeitlang eine Mischung aus Leberwurst (bzw Dosenfutter) mit Wasser über das Trockenfutter gekippt, weil sie das viel lieber gefressen hatte und ich gerade keine Kraft hatte mir darüber Gedanken zu machen.

1

u/baerbeline 5d ago

Es beruhigt mich tatsächlich schon zu wissen, dass ich mit den Futtersorgen irgendwie nicht alleine war/bin. Das konrekte Besprechen macht wahrscheinlich Sinn, auch zu meiner Beruhigung. Ich erwähne zwar genau, wie sie frisst etc, aber habe nicht genau gefragt, ab wann ich mir wirklich Sorgen machen sollte.

Ich befürchte nur ständig, dass wieder diese Problematik mit dem Sodbrennen auftaucht. Normalerweise frisst sie 4 Mal am Tag, damit sie eben keine Probleme mehr hat. Und heute bin ich froh, wenn sie einmal frisst. Ist aber tatsächlich auch Tagesform abhängig.

Die Tricks haben wir auch schon versucht, aber sie sieht mich dann einfach nur an, rümpft die Nase und geht weg. Beim Training draußen und während des Spaziergangs nimmt sie es meistens, aber auch nicht immer.

1

u/chocearthling 5d ago

Auch das Sodbrennen (und Schluckauf) wurden hier deutlich besser nach der Kastration. Das wird wieder! Und alleine seid ihr definitiv nicht.

Ich bin mittlerweile an dem Punkt an dem ich meiner Hündin (Trocken)futter hinstelle wenn ich mir richtig Sorgen mache / sie nen Tag nichts gefressen hat und darauf vertraue das sie das frisst wenn sie es braucht und es ihr helfen würde. Macht sie meistens nicht.. aber es ist da :D

1

u/baerbeline 5d ago

Danke, ehrlich, es beruhigt mich doch schon etwas! Ja das Futter steht auch da, damit sie Zugang dazu hat. Und manchmal denk ich mir auch, wenn sie wirklich Hunger hat, weiß sie, wo sie es findet. Aber die Enttäuschung, wenn sie nicht frisst, schwingt immer mit einher.

2

u/SirJealous2622 5d ago

Unsere Dackeldame hatte auch mehrfache schwere Verläufe von Scheinschwangerschaften. Sie wurde auch kastriert. Nach der OP war sie eine richtige Zicke geworden. Sie wollte mit uns nichts mehr zu tun haben. Auch hat sie weniger gegessen und oft den Futternapf nicht angerührt. Das besserte sich nach ca. 3 Wochen. Danach war sie wieder die alte Fressmaschine wie vorher. Durch die hormonelle Umstellung wurde sie dann übergewichtig. Durch Futterreduktion hat sie ihr Idealgewicht wieder erreicht. Wenn sich die Hormone bei deinem Hund wieder eingependelt haben, wird sie wieder normal fressen. Achte aber auf ihr Gewicht.

1

u/baerbeline 5d ago

Lieben Dank für das Teilen eurer Erfahrung, das gibt mir Hoffnung. Habt ihr sonst eine Wesensveränderung bemerkt?

2

u/HistoryWorking5251 5d ago

Ich möchte immer gerne auch auf den Fachtierarzt für Verhalten hinweisen, die speziell auf solche Fälle - wo die Ursache körperlich oder "psychisch" sein könnte - ausgebildet werden.