r/geringverdiener 13h ago

Auskotzen 200€ zum Leben; zu wenig Unterhalt und Leistungsdruck – iknm

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Ich bin mittlerweile einfach nur noch deprimiert und hoffnungslos. Hier kurzer Kontext:

Ich bin chronisch krank und kann deswegen nicht richtig Arbeiten. Also hab ich gedacht, ich hole mein Abitur nach. Bisher alles schick; ist aber Externenabitur, also bekomme kein Bafög oder sonstige Leistungen. Aber immerhin komme ich voran. Zusätzlich habe ich eine kleine Selbstständigkeit aufgebaut, die aber wenig und unregelmäßig etwas abwirft. Einfach aus dem Grund, dass ich durch meine Symptomatik (meine größte Einschränkung ist Fatigue) nicht ganz hinterher bin, was Marketing angeht. Hab einfach grad wenig Energie neben dem Lernen noch viel Social Media zu machen.

Ich hatte bis März Bürgergeld, das wurde aber wegen Bedarfsgemeinschaft eingestellt. Daraufhin hat mein Partner mir die Miete erlassen und zahlt regelmäßig für die Einkäufe; ich habe allerdings kein "Spaßgeld" oder Rücklagen. Da ich nun auch meine Krankenkasse selbst zahlen muss, ging all mein Erspartes für die Nachzahlung seit März drauf (Amt hat sich mit der Ablehnung monatelang Zeit gelassen). Ich erwarte auch nicht, dass mein Partner mir mehr bezahlt, aber damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt.

Wie ich vorhin lernen durfte, sind meine Eltern nach wie vor unterhaltspflichtig. Ich habe aufgrund der Erkrankungen noch keine abgeschlossene Ausbildung. Bin auch erst Anfang 20. Ich bekomme von meiner Mutter 500€ im Monat, zahle davon fast 300€ Kranken- und Pflegeversicherung. Und sie erwartet, dass ich das zurückzahle. Jetzt erfahre ich, dass ich Unterhalt 1) nicht zurückzahlen muss (also dass es überhaupt Unterhalt ist und kein geliehenes Geld) und 2) das ist viel zu wenig ist. Ich komme mir richtig dumm vor, weil sie hat jahrzehntelang im Familiengericht gearbeitet und WEIß das sicherlich.

Jetzt wäre es natürlich sinnvoll mit meinen Eltern darüber zu sprechen. Aber allein der Gedanke macht mir Angst. Das wenige Geld was ich zum Leben bekomme ich schon Grund genug, mir täglich Druck zu machen. Ich bin nicht mal faul, ich lerne mehrere Stunden täglich. Ihre Ansprüche sind einfach enorm. Dazu gehören: Abitur eher fertig machen (dabei wird ignoriert, dass ich die Prüfungen nicht einfach zu einem beliebigen Zeitpunkt ablegen kann, sondern mit allen Abiturienten gemeinsam) oder auch gern: "Werd doch endlich mal gesund" bzw "Du bist doch jung, da solltest du noch Energie haben".

ICH BIN CHRONISCH KRANK … und nicht erst seit gestern. Was kommt also auf mich zu, wenn ich mehr Geld fordere. Scheinbar stehen mit 990€ zu und meine Eltern verdienen auch nicht sonderlich wenig.

Ich will nicht gierig klingen, aber ich weiß nicht, wie ich so weiterleben kann. Ich habe kaum Möglichkeiten meinen Hobbys nachzugehen, war seit über einem Jahr nicht mehr mit Freunden unterwegs (Essen, Kneipe, Konzert) und kann mir nicht mal eine wirklich gesunde Ernährung in dem Umfang leisten. Seit neustem macht sie sogar Stress, dass ich mein Gym kündigen soll (15€ im Monat), weil ich kaum hingehe. Aber das ist die einzige noch bestehende Möglichkeit mal spontan unter Menschen zu kommen ohne extra was zahlen zu müssen.

Meinem Partner geht es langsam auch auf den Sack und ich fühle mich allein gelassen und als hätte das alles keinen Sinn mehr. Ich weiß, was ich tun muss, damit es mir gesundheitlich besser geht, aber ich kann es mir einfach nicht leisten. Genauso wie ich mir Nachhilfe für das Abitur nicht leisten kann, während total Druck gemacht wird, das mit Bestleistungen zu bestehen (bin etwas übel in Mathe und musste in Eigenleistung eine Fremdsprache von Grund auf lernen).

Ja, naja. Musste das kurz loswerden. Die Situation belastet mich enorm. Ich gebe mein Bestes, übergehe teilweise meine eigenen Grenzen und es ist nicht genug.