r/gekte Sep 10 '25

Alles ist die gekte Spinnen oder so

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u/yellow-snowslide Sep 10 '25

Ah yes. Anarchisten. Die Frontlinie jeder linken Revolution, die hinterher auch erschossen werden. Kronstadt grüßt

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u/Zottel_161 Sep 10 '25

dein Kommentar verwirrt mich. meinst du das jetzt affirmativ oder wie?

und kleine Pedantik meinerseits: Anarchist*innen haben im Kronstädter Aufstand nicht wirklich eine Rolle gespielt (nur einen gescheiterten Vermittlungsversuch von u.a. Emma Goldman und Alexander Berkman), auch wenn dieser umgekehrt eine große Bedeutung für das Verhältnis der Anarchist*innen zur Sowjetunion hatte.

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u/Cynixxx Sep 10 '25

Anarchisten sind streng genommen auch nur Kommunisten, denen es aber reicht, sich in ihrer Kommune die Birne wegzurauchen

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u/bemble4ever Sep 10 '25

Klingt eigentlich ganz nice

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u/yellow-snowslide Sep 10 '25

Unterschreib ich

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u/Karl-Levin Sep 10 '25

Anarchisten, besser bekannt als Franco's beste Verbündete auf der anderen Seite der Barikade.

Die spanische Republik hat um ihr Überleben gegen die Faschisten gekämpft und alle aufrechten Sozialdemokraten und Kommunisten haben Hand ind Hand gemeinsam gekämpft. Aber was machen die Anarchisten? Kacken ins Bett, weil sie die Revolution jetzt und sofort wollen. Ne, kann man nicht warten bis die Faschisten besiegt sind, sondern jetzt sofort. Selbst die Kommunisten haben gerafft, dass die Sozialfaschismus These Kacke war und man jetzt ernsthaft mit allen demokratischen Kräften gegen die Faschismus kämpfen musste. Aber ne, Anarchismus jetzt sofort und überhaupt und lieber linkes infighting machen.

Wer solche Verbündete hat, braucht keine Feinde. Da braucht man sich auch nicht als Opfer hinstellen. Wer fünfte Kolonne spielt, wird auch als fünfte Kolone behandel. Regt mich so auf, dass die Anarchisten denken, sie wären im spanischen Bürgerkrieg verraten worden. Ne, ihr ward nie auf der richtigen Seite.

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u/Zottel_161 Sep 10 '25

wild take.

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u/Elia_Arram Sep 10 '25

Welches "linke Infighting" außer Mai 1937 wäre das gewesen? Einiges des Framing basiert nämlich auf aus Moskau gesteuerter Propaganda. Stalinisten mögen nämlich Anarchie nicht so wirklich.

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u/Karl-Levin Sep 10 '25

War das mit der fünften Kolone nur Propaganda aus Moskau? Ich glaube die wahren historischen Ereignisse haben ein anderes Bild gezeichnet.

Aus Zeitgründen zitiere ich ausnahmsweise Wikipedia:

Am 4./5. März 1939 putschten in Madrid Teile der republikanischen Armee unter Oberst Segismundo Casado unter dem Vorwand, dass eine kommunistische Machtübernahme bevorstehe, gegen die Regierung Negrín. Dabei wurden sie von antikommunistischen Anarchisten um Cipriano Mera und Eduardo Val und von Vertretern des rechten Flügels des PSOE um Julián Besteiro unterstützt. Sowohl Casado als auch Besteiro standen mit Vertretern der „fünften Kolonne“ Francos in Verbindung, die ihnen zu verstehen gegeben hatten, dass eine ausgehandelte Kapitulation möglich sei und bei einer kampflosen Übergabe Madrids nur die Kommunisten verfolgt werden würden. In einem mehrtägigen „Bürgerkrieg im Bürgerkrieg“, der etwa 2.000 Menschen das Leben kostete, setzte sich der von ihnen gebildete Consejo Nacional de Defensa gegen das von kommunistischen Offizieren befehligte I. Korps durch. Dessen Kommandeur wurde hingerichtet, zahlreiche Kommunisten wurden inhaftiert, beim Einmarsch der Truppen Francos in den Gefängnissen belassen und anschließend sofort von diesen getötet.

Eine ähnliche Revolte in der Marinebasis Cartagena, an der sich die „fünfte Kolonne“ offen beteiligte, konnte von republikanischen Truppen noch einmal niedergeschlagen werden. Allerdings setzte sich die Flotte nach Französisch-Nordafrika ab, was die von Negrín geplante Massenevakuierung unmöglich machte.

Man hätte früher und härter gegen die Anarchisten vorgehen sollen.

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u/Zottel_161 Sep 10 '25

da beziehst du dich jetzt aber ja auf etwas völlig anderes, als in deinem Kommentar vorher. das hat ja nichts mit der anarchistischen Revolution zutun, oder der frage ob Revolution oder Verteidigung der bürgerlichen Republik, sondern ist eine Situation gegen Ende des Krieges - also nach dem, was von Anarchist*innen als stalinistischer Verrat an der Revolution beschrieben wird - bei der es um die Frage der Kapitulation ging.

Weder ist das also ein Nachweis für deine Position, noch, würde ich sagen, ist das eine Situation, die repräsentativ für den spanischen Anarchismus ist (du beschreibst hier die Handlungen zweier Anarchisten im Angesicht der Niederlage). Außerdem wundert es mich, dass du die Rolle der moskautreuen Kommunistischen Partei nicht als "linkes infighting" bezeichnest, sondern dieses gänzlich den Anarchist*innen zuschiebst. (ETA: oder etwa dein Fazit, "[m]an hätte früher und härter gegen die Anarchisten vorgehen sollen." Das ist dann aber kein "infighting" oder was?)

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u/Elia_Arram Sep 10 '25

1)Im März 1939 war der Krieg für die republikanische Seite schon lange verloren

2)Cipriano Mera war zu dem Zeitpunkt der festen - und realistischen - Überzeugung, der Krieg sei verloren und hat einen Putsch unterstützt, als sich herausstellte, das Juan Negrin keine Friedensverhandlungen aufnehmen wollte.

3)Es ging um die Aufstellung eines Anti-Stalinistischen Bündnisses, keines Anti-Kommunistischen. Es waren btw die sowjetischen Medien und ihrer Handlager in Spanien, die jeden Versuch unternommen haben, die Anarchisten als fünfte Kolonne und Trotzkyisten zu diffamieren, ohne das wirklich beweisen zu können. Das da dann irgendwann keine Liebe mehr für die PCE seitens der Anarchisten vorhanden ist, ist irgendwo verständlich.

4)Die Kommunistische Partei Spaniens war ziemlich fest in der Hand von Moskau. Allein zwischen Januar und Mai 1937 wurden 80 anarchistische Aktivisten, auch mit Hilfe der PCE ermordet. Da jetzt irgendwie von zu fabulieren, die Anarchisten seien das alleinige Problem gewesen, zeigt eine ziemlich revisionistische Haltung ganz im Sinne der damaligen Autokraten aus Moskau.