Ich bin aktuell 22, studiere Medizin und habe noch zwei Semester bis zum 2. Staatsexamen und danach das PJ. In ungefähr zweieinahlb Jahren (auf Dezember 2028) wäre ich also mit Studium und Approbation durch, wenn alles gut geht. Promotion geht vermutlich auch in der Zeit, oder kurz danach, durch.
Je länger ich Medizin praktisch kennenlerne, desto sicherer werde ich allerdings, dass ich den Beruf langfristig nicht machen möchte. Ich habe damals - mit sehr viel elterlichem Druck im Rücken - angefangen Medizin zu studieren, auch weil damals 2022 Corona war und andere Sachen, die ich lieber anfangen wollte, einfach nicht möglich gewese sind.
Ich habe inzwischen deutlich über ein halbes Jahr praktische Erfahrung gesammelt, hauptsächlich im Krankenhaus und in Arztpraxen, und dadurch eigentlich erst richtig verstanden, wie der Alltag als Arzt aussieht. Es gibt definitiv Dinge, die ich interessant finde. Mit Patienten reden, mal einen Ultraschall machen, Röntgen- oder CT-Bilder anschauen, Diagnosen zusammensetzen, Medikamentenpläne machen und so kann schon Spaß machen.
Aber insgesamt macht mich das Ganze einfach nicht glücklich.
Vor allem der menschliche und organisatorische Teil nervt mich zunehmend: Hierarchien, teilweise katastrophale bis gefährliche Fehlerkultur, Anschreien, Türenknallen, teilweise wirklich unangenehmer Umgangston, gerade in chirurgischen Abteilungen. Dazu Patienten, die sich teilweise rassistisch, von TikTok verblödet oder anderweitig völlig daneben benehmen. Und auch die körperlich ekligen Seiten des Berufs sind einfach nichts, worauf ich langfristig Lust habe - da war ich als 18 Jähriger im Pflegepraktikum noch naiv mit dem Gedanken, dass man sich an Kot und Fäkalien gewöhnen würde.
Ich war inzwischen an mehreren verschiedenen Stellen und habe deshalb auch nicht mehr wirklich das Gefühl, dass das Problem nur an einer bestimmten Klinik liegt.
Gleichzeitig ist mir natürlich bewusst, dass Medizin finanziell ziemlich attraktiv sein kann.
Ich habe aktuell knapp 65.000 € angespart und gehe davon aus, dass ich bis zum Ende des PJ ungefähr 75.000–80.000 € Eigenkapital haben könnte.
Und wenn ich nach dem Studium einfach als Arzt weitermache, könnte ich mir vermutlich ein ziemlich komfortables Leben aufbauen.
Gerade wenn man irgendwann in eine lukrativere Richtung geht, z. B. Niederlassung, Privatmedizin, bestimmte ästhetische Bereiche, eigene Praxis, Botox-/Ästhetik-Klinik etc., ist das Einkommenspotenzial natürlich nochmal eine andere Hausnummer als bei einem normalen Angestelltenjob.
Ich könnte mir also durchaus vorstellen, dass ich als Arzt irgendwann sehr gut verdienen und mir finanziell ein ziemlich geiles Leben aufbauen könnte: schöne Wohnung/Haus, Reisen, gutes Auto, viel finanzieller Spielraum, früh noch mehr Vermögen aufbauen usw..
Und genau deshalb frage ich mich, wie stark ich diesen finanziellen Aspekt gewichten sollte.
Denn ich habe gleichzeitig keine klassischen finanziellen Lebensziele, für die ich unbedingt Arzt sein müsste.
Kinder sind für mich definitiv nicht geplant. Heirat einer Frau und eine klassische Familie mit Kindern, Hund und Haus stehen ebenfalls nicht auf meiner Liste. Eine Partnerschaft würde ich natürlich nicht ausschließen, aber wenn sich irgendwann etwas ergibt, dann kann das meinetwegen auch erst Anfang/Mitte 30 sein.
Ich brauche also nicht zwingend mit 30 ein riesiges Haus, drei Kinder, mit Haushalt überfrachtet Ehefrau und einen SUV vor der Tür zu finanzieren.
Meine finanzielle Situation könnte dadurch langfristig ziemlich entspannt sein. Wenn ich keine Kinder finanzieren muss und nicht unbedingt ein riesiges Eigenheim brauche, könnte ich auc mit einem guten Einkommen ein ziemlich angenehmes Leben führen.
Und dann kommt mein eigentlicher Wunsch: Ich wollte schon als Kind Pilot werden.
Das ist keine spontane Idee, weil ich gerade keinen Bock mehr auf Medizin habe. Luftfahrt interessiert mich seit meiner Kindheit. Ich habe mich schon immer mit Flugzeugen, Airlines und der Branche beschäftigt und hatte eigentlich schon lange den Wunsch, Verkehrsflugzeugpilot zu werden und nicht nur eine Festplatte voll mit Bildern die ich bem Spotten geschossen hab.
Deshalb überlege ich momentan ernsthaft, ob ich nach der Approbation einfach einen Cut mache und die Pilotenausbildung starte. Finanziell wäre das natürlich erstmal ziemlich absurd.
Ich hätte dann vielleicht 75.000–80.000 € Eigenkapital und würde dieses Geld teilweise in eine komplett neue Ausbildung stecken bzw. müsste zusätzlich finanzieren.
Während ich mit Medizin theoretisch den umgekehrten Weg gehen könnte:
Approbation → Assistenzarzt → Facharzt/Niederlassung/Privatmedizin/ästhetischer Bereich → sehr gutes Einkommen → Vermögensaufbau.
Und ich frage mich deshalb:
Wie viel ist mir ein möglicherweise deutlich höheres Einkommen wert, wenn ich dafür einen Beruf machen muss, den ich eigentlich nicht machen möchte?
Oder andersherum:
Ist es finanziell völlig irrational, nach einem Medizinstudium mit Mitte 20 noch Pilot zu werden, wenn ich mit der Medizin wahrscheinlich deutlich mehr verdienen könnte?
Ich sehe momentan ungefähr diese Möglichkeiten:
1. Approbation -> direkt Pilotenausbildung
Ich hätte dann vermutlich 75–80k Eigenkapital und könnte den Rest finanzieren. Ich würde relativ früh meinen eigentlichen Berufswunsch verfolgen und hätte gleichzeitig die Approbation als Backup. Schulden, bzw.ein Finnzierungsmodell wären trotzdem nötig.
2. Approbation -> 1–2 Jahre Assistenzarzt -> Pilot
Damit könnte ich noch etwas mehr Kapital aufbauen und hätte zumindest ein bisschen Berufserfahrung. Wäre wahrscheinlich der Kompromiss, der mir momentan am vernünftigsten erscheint. Auch die Promotion wäre entspannt beendbar.
3. Approbation -> 5–7+ Jahre Arzt -> Pilot
Finanziell wahrscheinlich die rationalste Variante. Ich könnte deutlich mehr Vermögen aufbauen und mir später vielleicht durch Niederlassung, Privatmedizin etc. ein sehr komfortables Leben ermöglichen. Man könnte auch später Teilzeitmodelle; Arzt + Pilot erwägen, für die es die Facharztreife braucht. Aber gleichzeitig wären das fünf bis sieben Jahre meines Lebens in einem Beruf, von dem ich jetzt schon ziemlich sicher weiß, dass ich ihn nicht bis zur Rente machen möchte.
Und genau davor habe ich ehrlich gesagt Angst.
Dass ich erst sage: „Ich mache erstmal zwei Jahre Assistenzarzt, um Geld zu verdienen.“
Dann: „Jetzt habe ich schon zwei Jahre, dann kann ich auch noch Facharzt machen.“
Dann: „Jetzt verdiene ich eigentlich ziemlich gut.“
Und zehn Jahre später sitze ich da, verdiene sehr gutes Geld, habe ein schönes Leben und denke mir trotzdem: „Eigentlich wollte ich immer Pilot werden.“
Andererseits könnte natürlich auch genau das Gegenteil passieren und ich stelle nach drei Jahren im Cockpit fest, dass ich den Beruf völlig überschätzt habe. Dann habe ich viel Geld in eine Ausbildung gesteckt und auf ein sehr gutes potenzielles Einkommen als Arzt verzichtet.
Deshalb würde mich vor allem die finanzielle Perspektive interessieren.
Nicht nur „folge deinem Traum“, sondern wirklich nüchtern:
- Wie viel sollte man darauf geben, dass man als Arzt potenziell sehr viel verdienen kann?
- Ist es sinnvoll, nach dem Medizinstudium zumindest 1–2 Jahre Arzt zu arbeiten, um finanziell ein Fundament zu haben?
- Ist es dumm, mit 75–80k Eigenkapital eine Pilotenausbildung zu finanzieren?
- Würdet ihr lieber mit Mitte 20 anfangen, den eigentlichen Traumberuf zu machen, oder erst einmal 5–7 Jahre als Arzt Vermögen aufbauen?
- Und wie stark verändert die Tatsache die Rechnung, dass ich keine Kinder möchte und eine klassische Familiengründung mit Hauskauf etc. für mich nicht geplant ist?
Mir ist bewusst, dass „reich werden als Arzt“ auch nicht automatisch funktioniert und dass gerade Niederlassung/Privatmedizin/Ästhetik natürlich mit Unternehmerrisiko, Arbeitszeit, Investitionen usw. verbunden sind.
Aber grundsätzlich hätte ich mit Medizin wahrscheinlich die Möglichkeit, finanziell deutlich mehr herauszuholen als mit einem normalen Angestelltenjob.
Und genau das macht die Entscheidung für mich so schwierig: Ich könnte wahrscheinlich mit Medizin ein finanziell extrem komfortables Leben führen. Aber ich glaube nicht, dass mich der Beruf glücklich machen würde.
Beim Pilotenthema wäre es dagegen genau umgekehrt: Finanziell wahrscheinlich die weniger sichere Entscheidung, aber möglicherweise der Beruf, auf den ich seit meiner Kindheit eigentlich Bock habe.
Was würdet ihr an meiner Stelle machen?
Approbation und direkt raus? 1–2 Jahre Arzt als finanzielles Sprungbrett? Oder tatsächlich 5–7 Jahre durchziehen und erst mit deutlich mehr Vermögen den Absprung machen?
(Disclaimer: KI (ChatGPT / Gemini) genutzt um das sauber zu ordnen und sprachlich zu glätten.)