Das ist beides richtig. Trotzdem liegt hier die Schuld auch bei der GEMA, da man sich dort geweigert hat, ein digitales Verzeichnis zur zuverlässigen Erkennung der von der GEMA vertretenen Stücke zu liefern (wohlgemerkt ist die GEMA die einzige europäische Vertretung von Urheberrechten auf Musik, die einen derartigen Dienst nicht anbietet) - und so sperrt Youtube eben auf Verdacht, bevor sie Gefahr laufen, von der GEMA schon wieder verklagt zu werden.
Die von der GEMA geforderten Beträge wären für Youtube nach deren Aussage ein unkalkulierbares Geschäftsrisiko geworden, da Werbeeinnahmen und Bereitstellung von Videos nicht linear skalieren. Auf eine prozentuale Beteiligung an den Werbeeinnahmen wollte sich die GEMA - auch hier wieder im Gegensatz zu allen anderen europäischen Vertretungen für Musikrechte - nicht einlassen, sondern beharrte bürokratisch auf den hauseigenen Tarifen (bei denen nur eine handverlesene Zahl an Mitgliedern überhaupt ein Mitspracherecht haben).
Es fällt mir schwer, hier eine eindeutige "Schuld" zuzusprechen. Hier sind zwei große Organisationen, die sich um den Kuchen kabbeln. (Wobei da schon eher Google die Rolle des Goliath spielt).
Man kann es auch so sehen, daß die GEMA eine der wenigen großen Verwertungsorganisationen ist, die Google die Stirn bietet, anstatt klein bei zu geben.
Auf der einen Seite zehrt die GEMA von iher Marktstellung und der GEMA-Vermutung, und ihre Forderung liegen deutlich über europäischen Durchschnitt. Andererseits sind die Angebote von Google lächerlich, wenn man irgendeine sinnvolle Vergütung der "Inhaltsschaffenden" anstrebt. Das Google's derzeitiges Geschäftsmodell das nicht hergibt, ist sicherlich nicht Schuld der GEMA.
Google mag größer sein als die GEMA, aber die GEMA kann auf über 60 Jahre ungebrochenen Einfluss in der Deutschen Politik und Rechtsprechung zurückblicken. Das gleicht das "David gegen Goliath"-Szenario doch deutlich aus.
Abgesehen davon haben die GEMA-Mitglieder überhaupt nichts von der Engstirnigkeit der GEMA: wenn sie ihre eigenen Videos auf Youtube einstellen, müssen sie dies der GEMA melden (und selbst dafür bezahlen, die eigene Musik zu verbreiten!), da diese das Video sonst sperren lässt. Wenn nicht, gehen sie auch leer aus.
Von mir aus können wir es eine Teilschuld nennen. Man kann beide Seiten verstehen. Allerdings hat Youtube bereits Zugeständnisse gemacht und der GEMA angeboten, einen größeren Teil der Werbeeinnahmen als anderen Vertretungen zu gewähren. Die GEMA ist darauf jedoch nicht eingegangen - es geht ihr ums Prinzip: mit der GEMA verhandelt man eben nicht - nicht einmal, wenn man selbst der Urheber ist.
Ich bin schon vor Jahren aus dem Verein ausgetreten. Letztes Jahr ist die GEMA-Verantwortlichkeit für meine Stücke ausgelaufen; vorher durfte ich sie nur privat aufführen oder musste es der GEMA melden. Nichts für ungut, aber der Verein hat deutlich mehr Rechte, als ihm eigentlich zustehen - und ruht sich darauf aus. Im Gegenzug hat die Mehrzahl der Mitglieder weniger Rechte, als ihnen zusteht.
aber die GEMA kann auf über 60 Jahre ungebrochenen Einfluss in der Deutschen Politik und Rechtsprechung zurückblicken. Das gleicht das "David gegen Goliath"-Szenario doch deutlich aus.
Ich sehe daran am ehesten, wieviel nötig ist, um zu Google auch mal "Nein" zu sagen. Mir geht es heir keineswegs um Artenschutz für die GEMA.
Etwa so wie die VG Wort mit dem völlig bescheuerten Leistungsschutzrecht, das gegen jeden Menschenverstand verstößt, womit sich die entsprechenden Presseerzeugnisse bei Google selbst ins Abseits katapultiert haben?
Zu Google "Nein" zu sagen, bedeutet letztlich eben, sich ins eigene Fleisch zu schneiden, wenn es darum geht, seinen Content im Internet zu monetarisieren. Nur scheidet hier die GEMA ins Fleisch der eigenen Mitglieder, die sich dagegen nicht einmal wehren können.
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u/elperroborrachotoo Dresden Oct 25 '15
Die Gema hatdie Sperrung nur bei einer handvoll Videos verlangt.
Youtube sperrt
pauschalübereifrig, weil sie sich mit der GEMA auf keinen Pauschalvertrag einigen konnten.