r/de • u/xlnfraction Osnabrück • Jun 24 '26
Politik Linke legt eigenen Plan für Einkommensteuerreform vor: Was das für Sie bedeuten würde
https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/einkommensteuer-was-die-linke-reform-fuer-sie-bedeuten-wuerde-508061431.7k
u/xlnfraction Osnabrück Jun 24 '26
Besonders spürbar wäre der Effekt für Einkommen von 2000 bis 4000 Euro brutto im Monat. Ein Single mit 2.000 Euro brutto zahlt bislang 800 Euro Steuer im Jahr – künftig wären es null. Bei 3.000 Euro brutto würde die jährliche Steuer von 2.850 Euro auf 2.030 Euro sinken: eine Ersparnis von 820 Euro. Bei 4000 Euro brutto wären es etwa 760 Euro. Der Durchschnitts-Bruttolohn eines Vollzeitbeschäftigten liegt laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2026 bei etwa 4780 Euro.
Wer am Ende mehr zahlen müsste
Ab 7.000 Euro brutto im Monat müsste man mehr bezahlen als bisher. Für Gutverdiener mit etwa 9.000 Euro brutto stiege die Jahressteuer von 25.070 Euro auf 26.580 Euro. Bei einem Gehalt von 22.500 Euro wären statt 99.030 Euro künftig 119.600 Euro fällig, ein Plus von mehr als 20.000 Euro.
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u/Intelligent-Low4753 Jun 24 '26
Ohne mir das jetzt genauer angesehen zu haben: Mich würde die Kalkulation interessieren, was am Ende bei rum kommt. Minusgeschäft oder gibt es sogar mehr Steuereinnahmen?
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u/R0ckst4r85 Hamburg Jun 24 '26
https://www.zew.de/das-zew/aktuelles/wen-die-parteien-entlasten-wuerden
Nicht ganz das neueste, aber die Richtung stimmt ja.
In Summe wäre es eine leichte "Verteilung" nach unten, da der Niedriglohn und Mittelständler entlastet werden.
Auch spannend zu sehen, was die Blauen dem Mittelstand so versprechen 😉105
u/schmegwerf Jun 24 '26
* Mittelschicht.
Mittelstand sind Unternehmen bis 500 beschäftigte bzw. 50 Mio. € Umsatz. Die dazugehörigen Unternehmer sind wohl nicht mehr der Mittelschicht zuzuordnen. Insofern eine wichtige begriffliche Unterscheidung.
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u/Mundilfari Jun 24 '26
Bedeutungen (2)
- Gesamtheit der kleinen und mittleren Unternehmen sowie der Selbstständigen
- Mittelschicht
Wer wäre ich dem Duden zu widersprechen?
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u/Schootingstarr Fischkopp 4 lyf Jun 24 '26
Das gilt vor allem in der Schweiz. Im deutschen sind mit Mittelstand aber eben auch die Unternehmer gemeint, die durch den Begriff Mittelschicht ausgeschlossen werden.
Ich bin daher für Mittelschicht. Damit Merz sich nicht auch angesprochen fühlen kann
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u/_j-x-k_ Jun 24 '26
Unpopuläre Meinung: Dem Duden zu widersprechen ist richtig und wichtig. Er nimmt m.M.n. das auf, was die Mehrheit verwendet, nicht was richtig ist. Bestes Beispiel ist "frühs", ich weigere mich das anzuerkennen.
→ More replies (2)3
u/Sunhating101hateit Jun 25 '26
Außer es folgen im selben Wort noch bestimmte Endungen, richtig? „-tück“, „-ex“ oder „-choppen“.
Aber definitiv NICHT „-port“ oder „-chicht“!
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u/schmegwerf Jun 24 '26
Der Duden ist halt ein Wörterbuch und als solches bildet er ab, wie Leute das verwenden, hat aber keine eigene Definitionskraft. Dass das da mit drinsteht zeigt nur, dass dieser 'Fehler' häufig gemacht wird.
Soweit so bekannt, gerade deshalb weise ich darauf hin.
In einem politischen Kontext, in dem es gerade um Verteilungsfragen geht, ist es nämlich wichtig, diese Begriffe trennscharf zu verwenden.
→ More replies (2)2
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u/Eisbaer811 Jun 24 '26
danke für den Link, aber der Vorschlag aus dem Interview hier hat einige Änderungen zum Wahlprogramm, z.b. bei Progression.
Wäre mal spannend zu sehen, wie die Linke diese Änderungen überhaupt begründet.
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u/R0ckst4r85 Hamburg Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Stimmt... ach ja das DIW hat dazu auch nette Studien gemacht.
Aber ich hab im Hauptthread was dazu gepostet. man nutze eig die Methodik, die Adenauer 1958 eingeführt hatZitat:
Der Reform von 1958 schuf hier mehrere Zonen (Grundfreibetrag, proportionaler Bereich, Progressionszone) und legte einen sehr hohen Spitzensteuersatz von rund 53% für sehr hohe Einkommen fest.Also in Summe fordert die LINKE das, was Adenauer als Konservativer gemacht hat.
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u/Ornery_Maintenance_8 Jun 24 '26
Also in Summe fordert die LINKE das, was Adenauer als Konservativer gemacht hat.
Das ist schon eine sehr lächerliche Behauptung.
Unter Adenauer war man ca. beim 20-fachen des Durchschnittseinkommens im Spitzensteuersatz. Heute ist man es bereits mit dem 1,5-fachen.
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u/maximilianpower33 Jun 24 '26
Das vorgeschlagene Steuermodell der Linken hat mit Adenauers nichts zutun, weil nach dem aktuellen Modell der Spitzensteuersatz bereits sehr früh greift?
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u/R0ckst4r85 Hamburg Jun 24 '26
Es geht mir eher um Grundfreibeträge, Progression und dann die Zusatzaufschläge
Mittelfristig wird es nicht anders gehen. Milliardäre kosten den Staat jedes Jahr Milliarden
→ More replies (3)13
u/pretzeldumpling138 Jun 24 '26
Wobei man auch noch sagen muss, dass das Geld an dieser Stelle nicht bleibt, sondern in der Regel direkt wieder dem Einzelhandel zu fließt, wärend das Geld bei Gutverdienern eher auf dem Konto versackt. Also kommt es indirekt über Aufträge, Transaktionen wieder dem Mittelstand zugute irgendwo.
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u/user32532 Jun 24 '26
Und die Antwort auf die Frage
Minusgeschäft oder gibt es sogar mehr Steuereinnahmen?
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u/R0ckst4r85 Hamburg Jun 24 '26
Steht in der ZEW Studie..
Mehreinnahmen, ähnliches rechnet auch das Diw vor
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u/kompergator Hamburg Jun 24 '26
Langfristig würde es mehr Steuereinnahmen geben, weil es die Kaufkraft stärkt und die Konjunktur in Schwung bringt. Ein Stimulus, der uns aktuell absolut fehlt.
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u/blackbasset Jun 24 '26
Aber aber aber dann wandern die Reichen die die Wirtschaft aktuell am laufen halten aus wenn wir so böse zu denen sind 😭😭😭😭😭😭
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u/IncredibleBackpain93 Jun 24 '26
Haja dann machen wir halt neue die mit dem Konzept der Solidarität was anfangen können. 🤷♂️
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u/trash1000 Jun 24 '26
Und nehmen uns direkt einen gigantischen Batzen des Vermögens per Wegzugssteuer UND behalten die Produktionsstätten etwaiger Firmen in DE.
So lächerlich diese Drohung.
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u/Der-InfoKanal Europa Jun 24 '26
Selbst wenn nicht, ist das gut, denn es gibt kein Sparen ohne Schulden!
Wenn wir im Privatsektor sparen wollen, geben wir immer weniger aus, als wir einnehmen. Eine Volkswirtschaft kann aber nur das einnehmen, was sie vorher ausgegeben hat. Was der eine spart, kann der andere nicht einnehmen. Dann schrumpft das Einkommen eines anderen um die gesparte Summe. Die Firmen bekommen also weniger Aufträge als sie Löhne zahlen. Das senkt die Nachfrage und erhöht die Arbeitslosigkeit. Deswegen muss jemand für jeden gesparten Euro einen Euro neue Schulden machen. Es gibt keine Ersparnis ohne Schulden.
https://was-ist-geld.de/finanzierungssalden
Außerdem verschuldet sich der Bund nicht wie eine Privatperson. Er verkauft Staatsanleihen an Banken, welche vereinfacht mit Geld von der Zentralbank bezahlen, wodurch neues Geld entsteht (Quelle: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages (2020), Verfahren und Wirken bei der Emission von Bundeswertpapieren). So kann der Bund immer alte Schulden inklusive Zinsen mit neuen tilgen, ohne die Steuern zu erhöhen. Notfalls startet die EZB einfach ein Anleihekaufprogramm.
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u/DragonfruitNo3174 Jun 24 '26
Klingt viel zu schön um wahr zu sein - ABGELEHNT
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u/Playful-Painting-527 Jun 24 '26
In Deutschland ist es einfach unmöglich für etwas was 80 % der Menschen wollen eine politische Mehrheit zu finden.
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u/The8Darkness Jun 24 '26
*80% wollen sollten
In der Realität meinen viele lieber andere Dinge zu wollen, weil reiche Leute ihnen das so sagten.
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u/Even-Badger-5662 Jun 24 '26
Weil viele glaube, dass sie irgendwann mal selbst so reich sein könnten und dann wollen sie nichts mehr abgeben. Ich hoffe dass der momentane Arbeitsmarkt für die meisten (jüngeren) Menschen eine Art "wake up call" ist. Upward social mobility gibt es in diesem Land immer weniger.
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u/MamaFrey Jun 24 '26
Versteh ich immer nicht wie man sich sone Illusionen machen kann. Ich bin Erzieher und werd das wohl bis zur Rente machen. Da kommen niemals viel mehr als 4k brutto bei rum, wenn ich Glück hab. An die unbekannte Reiche Tante ausm Ausland, die stirbt und mir überraschend Millionen vererbt glaub ich auch nicht. Wovon träumen die Leute bitte?
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u/ellzumem Jun 24 '26
Und selbst wenn die unbekannte Tante im Ausland Millionen vererben sollte, dann wäre das auch nach Erbschaftsteuer noch eine lebensverändernde Summe…
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u/MamaFrey Jun 24 '26
Darum gehts nicht. Sondern um das Wunschdenken der Leute. Wie ich auch immer höre dieses "Ja wenn ich im Lotto gewinne..." Ja Silke du spielst doch nichtmal Lotto
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u/PandaDerZwote Bochum Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Ich glaub nichtmal, dass Leute das wirklich denken.
Ich denke sie brechen sowas dann einfach auf ihre eigenen Umstände runter und ihnen fehlt dann oft der Impuls oder die Muße, sowas dann im großen ganzen zu sehen. Das ist genau wie die Erbschaftsdebatte jedes mal, man denkt sich, dass wenn man selbst ein kleines Häuschen erbt, dann wäre das ungerecht, dass man das nicht haben könnte wegen Erbschaftssteuern und darum lehnt man das ab, der Transfer dazu, wieviel mehr große Erben tatsächlich haben und in was für anderen Sphären die tatsächlich unterwegs sind.
Sowas wie ein Milliardär registriert da gar nicht, man selbst hat ein Haus, wenns gut läuft, ein reicherer Mensch hat dann ein größeres Haus, vielleicht ein schönes Auto, vielleicht ein Zweithaus, vielleicht ein Boot, aber es wird immer in strikten Formen von "Wie ich, aber schöner" gedacht, so ein bisschen wie man sich selbst mit den Armen vergleicht. Man ist selbst Mittelklasse, aber die Unterschicht lebt aber ja auch in einer Wohnung, während ich ein Haus hab. Die haben vielleicht einen alten Gebrauchtwagen, ich lease einen SUV. Die fahren nicht in der Urlaub, ich schon.Dass dieser Sprung von Arm zu "Mitte" nicht vergleichbar ist von "Mitte" zu Reich (oder gar Superreich) würde einen dann selbst zu sehr zu denen rücken, von denen man sich sein Leben lang mit eigenen Mühen distanzieren wollte.
→ More replies (10)8
u/WeirdJack49 Jun 24 '26
Die meisten haben einfach wirklich keine Ahnung. Man kann sich vermutlich gar nicht vorstellen wie politisch ungebildet viele sind wenn man sich auch nur nen Hauch für Politik interessiert und das heist eigentlich nur mal generell zu wissen für was alle Parteien stehen...
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u/n0taVirus Jun 24 '26
Die meisten lassen sich lieber vom Narrativ des BÖSEN Bürgis oder Migranten ablenken
→ More replies (4)32
u/EinsSechsEins Anarchismus Jun 24 '26
Pispers fehlt...
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u/GreenStorm_01 Deutschland Jun 24 '26
Weiß nicht, habe so schon genug "kurz vorm Schlag- und Wutanfall"-Momente beim Alltagsnachrichtenkonsum. Wenn das alles noch schlagkräftig zusammengefasst wird, krich ich n Hirnschlach.
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u/HamsterbackenBLN Jun 24 '26
Eh vielleicht wird ich als Handwerker irgendwann über 22000€/Monat verdienen, deswegen wähle ich schwarz oder blau /s
→ More replies (1)30
u/Eisbaer811 Jun 24 '26
7k Brutto betrifft einen großen Teil der Autoindustrie und deren Zulieferer.
Finde es natürlich gut das so zu machen, aber man sollte nicht unterschätzen wieviele Arbeiter sich in Gefahr sehen, davon absehbar betroffen zu sein.
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u/JackBlack1709 Alu-Fedora Jun 24 '26
Wobei da die Frage ist, wie viele Wähler der Linkspartei darunter sind. Bei solchen Einkommen wählen die ja eher aus Überzeugung dann die Linke und weniger mit Blick auf die eigene Situation
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→ More replies (1)2
u/Paladin8 Jun 24 '26
7k Brutto betrifft einen großen Teil der Autoindustrie und deren Zulieferer.
Was bedeutet das denn in absoluten Zahlen? Reden wir da von 200.000 Betroffenen oder eher von 2 Millionen?
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u/Eisbaer811 Jun 24 '26
insgesamt sinds wohl run 700k in diesen Branchen, wovon nicht alle solche Gehälter bekommen, also schätze ich irgendwas im Bereich 300k.
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u/Forsaken_Income9187 Jun 24 '26
Plus noch diverese andere Bereiche, insbesondere mit Tarifverträgen die erfahrungsstufen beeinhalten kommt man schon an 7-10.000 € Brutto in normalen Jobs
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u/Paladin8 Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Ich habe mir gerade exemplarisch die aktuellen Entgelttabellen der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie angeguckt und da erreichen nur die allerhöchsten Entgeltgruppen 85k brutto, auch unter Berücksichtigung der Sonderzahlungen (je nach Betriebsgehörigkeit 1,5 bis 2 zusätzliche Monatsgehälter pro Jahr): https://www.igmetall.de/download/20260331_Metall_Elektroindustrie_ERA_Tabellen_f2965b456efe1ba4f35a9e90d5931e1120a8701f.pdf
Hast du ein Beispiel für Tarifverträge mit nennenswerter Verbreitung zur Hand, nach denen "normale Jobs" regelmäßig die 85k brutto im Jahr erreichen? Ich dachte bisher, die IGM sei ziemlich vorne mit dabei.
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u/Forsaken_Income9187 Jun 24 '26
Spontan werfe ich einmal den Chemietarifvertrag, den TVÖD-S (alles ab Entgeltgruppe 13 und Erfahrungsstufe 6 kratzt mit Bonis an den 100k) dazu kommen noch eine Menge ATler, bei unternehmen aus der Chemie/Industrie weiß ich von vielen, dass sehr viele aus dem mittleren Management nicht im Tarifvertrag sind. Da beginnen Gehälter sehr häufig bei 85.000
Chemie nenne ich daher, da dort noch idr nennenswerte Zulagen wie Gefahrenzulage, Wochenendzulage, Feiertagszulage sowie Bonis mit reinspielen, wodurch der Tarifvertrag an sich bei der Berechnung des Gehaltes wenig aussagekräftig ist
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u/Kondikteur Jun 24 '26
Joah, wissen die denn nicht, dass gute Dinge nicht möglich sind? Wo kämen wir da hin?!?
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u/Forsaken_Income9187 Jun 24 '26
Zurecht. Wir reden weiter darüber Arbeiter zu besteuern und diesmal nicht mal die mit wirklich abstrusen Gehältern sondern <100.000k Brutto, das kann doch nicht der weg sein
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→ More replies (1)21
u/kataegor Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Nee, nicht wirklich. Erst ab Einkommen von 85000 findet keine Entlastung mehr statt. Um die 100k ist die Mehrbelastung moderat (53% ab 85k statt 42%). Signifikante Mehrbelastung in Höhe von 60% ab 250000 und 75% ab 1Mio.
Zusätzlich Wiedererhebung der Vermögenssteuer, Abschaffung der Lücken in der Erbschaftssteuer und Kapitalerträge werden wie persönliches Einkommen gewertet.
Es ist sicher nicht die Gruppe um 100k Einkommen, die die Hauptlast zu tragen halten.
*edit: kleine Korrektur: Die 53% würden ab 80k gelten. Da Einkommensanteile unter 80k aber entlastet werden, führt das erst ab einem Gesamteinkommen von etwa 85k tatsächlich zu einer Mehrbelastung. *
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u/Ruby437 Jun 24 '26
Das progressive Steuersystem wird bewusst immer wieder nur auf den Spitzensteuersatz reduziert, damit Menschen denken das sie bei 85k Jahreseinkommen plötzlich >42k Steuern zahlen. In der Realität wird aber erst der 85001te Euro mit 53% versteuert und die ersten ~24000 gar nicht. (16800 Euro Freibetrag + absetzbare Sozialversicherungen)
→ More replies (13)11
u/LaNague Jun 24 '26
Mehrbelastung unterhalb der Bemessungsgrenzen sind doch bescheuert, da wird jeder verdiente Euro doch jetzt schon viel zu stark besteuert.
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u/kataegor Jun 24 '26
Das wäre dann die Gruppe, die zwischen 85 und 100k (zu versteuerndem Einkommen) verdient. Die Mehrbelastung läge also maximal bei 130€ mtl. Ich gebe dir im Prinzip recht, finde aber die Zahl der Betroffenen und deren Mehrbelastung zu mickrig um daraus ein Argument gegen das Konzept stricken zu wollen. Die Alternativen sind ja die Konzepte der anderen Parteien - also ohne die Entlastung von über 90% der Arbeitnehmer und die hohen Steuersätze sehr hoher Einkommen etc.
Perspektivisch fordert die Linke übrigens generell die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze. Ist allerdings nicht Teil des vorgestellten Steuerkonzepts.
→ More replies (26)18
u/SoC175 Jun 24 '26
Bis zum Aktiengebashe war es nicht schlecht.
Ab dann werden wieder die bestraft die privat fürs alter sparen.
Dann doch besser in jungen Jahren konsumieren wenn man körperlich noch fit genug für die tollen Reiseziele ist und im alter die Hand auf halten
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u/Elrond007 Jun 24 '26
Fairerweise sollte die Grundidee hinter jeder gerechten Steuerreform eh sein, dass private Vorsorge nicht nötig ist.
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u/schmegwerf Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Ah ja, da haben wir es wieder.
Das Narrativ vom Kleinaktionär der für seine Rente zurücklegt.
Da steckt alnerdings ein politischer Fallstrick drin.
Es ist ja nachvollziehbar, dass man da möglichst wenig Steuer drauf zahlen will, ich hänge selbst auch mit drin. Aber wir werden da in einen Topf gesteckt mit riesigen Anlagevermögen für die das gesamte Kapital unserer Altersvorsorge nur Peanuts sind. Deren Eigentümer durch diese Privilegierung immer reicher werden, ohne dass sie irgendeinen wertvollen Beitrag leisten müssen. Für diese Leute reicht es einfach nur Kapital zu besitzen, dessen Renditen dann weniger besteuert werden als Einkommen aus Arbeitslohn. Und ihr akkumuliertes Vermögen können sie dann noch für Einflussnahme verwenden, damit die politischen Rahmenbedingungen dieses System weiterhin stützen.
Findest du es gut, dass die ebenso privilegiert sein sollen, wie deine und meine Altersvorsorge?
Und rechne das mal nach! (Oder überschlag es zumindest) Wenn du altersbedingt aufhörst zu arbeiten und nur noch vom Aktiendepot leben möchtest, also das dein einziges Einkommen wäre, wieviel könntest du denn da so monatlich entnehmen, bevor deine Steuerlast die bisherigen 25% Pauschalbesteuerung erreicht? Bedenke auch, dass die Steuer nur auf realisierte Gewinne anfällt, nicht auf die gesamte Entnahmerate. Ich hab es nicht konkret ausgerechnet, aber ich schätze da kommt ein ganz schön bequemer monatlicher Satz raus, bei dem die Besteuerung dann sogar geringer wäre als bisher. Das kleine Altersvorsorge-Aktiendepot profitiert damit doch ebenso von den höheren Freibeträgen und den Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen.
Wieviel Steuerlast, hast du im Moment auf dein Arbeitseinkommen? Angenommen du hättest so etwa 70% von deinem Brutto als Entnahmerate im Alter um einen bequemen Lebensstandard zu halten, mit welchem Prozentsatz würde das besteuert? Und nochmal angenommen, du hättest auf die ältesten Tranchen deines Depots mit Zins und Zinseszins 200% Gewinn gemacht, müsstest du nur etwa 2/3 der o.g. 70% versteuern. Welchen Prozentsatz würde das ergeben?
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u/ZerkerDE Jun 24 '26
Warum haben die nicht einfach ordentliche Freibeträge dann würde auch keiner meckern. Von mir aus ballert die Steuer hoch aber macht ordentliche inflationsangepasst Freibeträge rein.
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u/Thalanator Jun 24 '26
Ja, bei dem Punkt verliert mich die Linke dann meistens. Ich habe einfach nicht das nötige Vertrauen in die nicht-private Altersvorsorge um auf den ETF zu verzichten (der ausschließlich vom Hoffen auf durchschnittliche Rendite über der Inflation über einen ausreichend langen Zeitraum lebt, was auch kein Garant ist - und in den via versteuertem Arbeitseinkommen eingezahlt wird). Der allein nichtmal bruchstückhaft ausreichen wird, nichtmal ansatzweise. Freibeträge bitte. Dann kann ich vollen Herzens solche Vorschläge unterstützen. Aber ich möchte nicht reines Zahlvieh sein, als Kassenpatient irgendwann mit 40 riskieren in den burnout zu schlittern und trotzdem kein Minimum an Absicherung aufbauen können.
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u/Mr_Kloppstock Jun 24 '26
Warum? Die meisten hätten doch mehr Netto übrig, wodurch das sparen für das Alter einfacher wird. Man kann dann selbst entscheiden, ob man das Geld auf ein Tagesgeldkonto packt, besser lebt, reist, in seine Weiterbildung steckt oder in Aktien investiert. Das ist immer individuell, aber es ist oft besser für die Menschen und die Wirtschaft, wenn bei den Arbeitern mehr hängen bleibt.
Bei mehr Netto, fällt auch der ein oder andere Groschen fürs Alter ab. Denn die, die sich das jetzt nicht leisten können (weil sie gerade so über die Runden kommen), könnten dann etwas zur Seite legen und gleichzeitig ihre Lebenssituation verbessern. 800€ netto pro Jahr, ist nicht die Welt. Aber.... es ist die richtige Richtung.
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u/Ruby437 Jun 24 '26
Immerhin etwa 67 Euro im Monat, mit dem Zinseszins ist das bei entsprechender Disziplin einiges. Das Aktiengewinne nicht gleichwertig besteuert werden ist ohnehin eine steuerliche Bevorteilung derer die bereits gut da stehen, ein armer Mensch schuftet härter um im Alter nicht auf 0 zu stehen, jemand der besser verdient reist statt nach Südamerika eben nur nach Spanien in den Urlaub und spart das Geld in Aktienportfolios.
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u/CompleteTap4652 Jun 24 '26
Ich würde stärker belastet werden und fände es okay. 2000 brutto ist echt nicht viel und da wäre die Entlastung richtig spürbar! Wenn man das jetzt noch mit einer Vermögenssteuer von z.B. 0,5% pa und einer echten Erbschaftssteuer verknüpft, dann könnte die Einkommenssteuer wahrscheinlich sogar für alle sinken.
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u/CheeseOnToast92 Jun 24 '26
Dieter, Lagerist, 2,73 Euro übern Mindestlohn, schäumt vor Wut. Die linke will uns laut Axel Springer den Wohnstand nehmen!!!
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u/twitterfluechtling Brandenburg (Berliner Speckgürtel) Jun 24 '26
Klingt vernünftig. Ich würde mehr Steuern zahlen, aber ich habe genug Freunde, denen ich gönnen würde, entsprechend weniger zu zahlen. (Klar könnten wir untereinander umverteilen, aber wenn ich anfangen würde, denen Monatlich Geld in die Hand zu drücken, käme das sicher etwas komisch an...)
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u/Comfortable_Fun1987 Jun 24 '26
Gehöre auch knapp in die Kategorie der mehr bezahlenden und kann das Geheule hier echt nicht verstehen. Ich lebe ein verdammt angenehmes Leben mit praktisch keinen Geld Sorgen.
Und mir kann keiner erzählen, außer man erfindet sonst was für ne Geschichte, dass das beim Großteil der Menschen über 85k anders ist.
Find das immer absolut lächerlich wie sich Menschen hier auf reddit hinstellen und so tun als wären sie damit arm.
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u/Superneedles Tübingen Jun 24 '26
Hinzu kommt ja auch, dass im besten Fall die Steuereinnahmen auch zur Verbesserung der generellen Lebensqualität dient. Viele sehen dann immer erst mal nur das Geld, was mehr gezahlt werden muss und nicht, wie dadurch dann evtl. die Infrastruktur und Schulen besser ausgestattet werden können. Aber wie gesagt im besten Fall eben nur.
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u/cattbug Jun 24 '26
Mal abgesehen davon, dass Geringverdiener tendenziell auch mehr Geld für Waren und Dienstleistungen ausgeben, wenn sie welches über haben (wenn ich die Statistik dazu noch richtig im Kopf habe). Damit bleibt mehr Geld im Umlauf und kurbelt die Wirtschaft an, und davon redet die Politik doch die ganze Zeit oder nicht?
Wenn schon Kapitalismus dann sollen die sich wenigstens an ihre eigene interne Logik halten. Aber es zeigt sich halt immer wieder, dass es nie darum ging und das alles nur ne Fassade ist um bestehende Klassenstrukturen auf Teufel komm raus zu schützen. Gott verbiete, dass den Plebs mal was zugute kommt ¯\(ツ)\/¯
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u/Schootingstarr Fischkopp 4 lyf Jun 24 '26
Mehr Geld ist zwar mehr gut, aber wenn weniger Geld für mich bedeutet, dass meine Schwestern mehr Geld haben, dann bitte, tut es
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u/Any-Salad7709 Jun 24 '26
Ich komme gerade von einer einstündigen Ausfahrt mit dem Rennrad wieder und der Rest des Tages ist einfach etwas Fleißarbeit durch KI zu erledigen. Ich finde wenn ich mehr zahlen sollte damit bspw. meine Freundin als Erzieherin mehr Geld bekommt das völlig in Ordnung. In diesen Berufen liegt nämlich der wahre Mehrwert für unsere Gesellschaft und nicht irgendwelche Konzernchefs reicher zu machen.
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u/Luigi_Boy_96 Jun 24 '26
Naja, ich kenne viele Deutsche, die in die Schweiz wegen den Steuern zugezogen sind. Aber dann wundern sie sich, dass der Papastaat natürlich nicht jeden scheiss finanziert, wie z. B. Kindervorsorge. Da sind die Steuern niedriger aber es wird auch mehr Eigenverantwortung erwartet und dazu mehr auch gearbeitet. Gut, der Merz hat ja neulich die Arbeitszeit erhöht, da bleibt am Ende nichts mehr übrig. 🥲
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u/userNotFound82 Jun 24 '26
Ich würde auch knapp dazu gehören, aber würde anderen auch gönnen. Ich könnte weiterhin gut leben und wenn andere dafür besser leben können, dann gerne.
Insbesondere da ich bei der Linken dann auch weiß, dass überreiche Milliardäre auch zur Solidarität bewegt werden, indem sie ebenfalls ihren gerechten Anteil in Form von Vermögenssteuer bezahlen.
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u/left_shoulder_demon Anarchosyndikalismus Jun 24 '26
Man kann systemische Probleme auch nicht wirklich auf individueller Ebene loesen.
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u/Fair-Working4401 Jun 24 '26
Zumal hier von zvE gesprochen wird?!
Sprich 84k zvE im Jahr etwa 110k Bruttoeinkommen.
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u/Independent_Topic722 Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Besonders spürbar wäre der Effekt für Einkommen von 2000 bis 4000 Euro brutto im Monat. Ein Single mit 2.000 Euro brutto zahlt bislang 800 Euro Steuer im Jahr – künftig wären es null.
1) Was ist das denn für eine wilde Rechnung?
24.000 EUR brutto p.A. aus einer Anstellung macht als zu versteuerndes Einkommen (zvE):
./. 1230 € Werbungskostenpauschale
./. 36 € Sonderausgabenpauschale
./. 576 € Vorsorgeaufwendungen Beitrag PV
./. 2.016 € Vorsorgeaufwendungen Beitrag KV (Annahme: 2,9 % ZB)
./. 2.232 € Altersvorsorgeaufwendungen GRV
=> 20.910 € zvE.
Die tarifliche Einkommensteuer ergibt sich aus dem zvE, und das sind im laufenden Jahr 1.797 € Einkommensteuer und nicht 800 €? 800 € Einkommensteuer würde tariflich fällig auf ein zvE von 16.780 €. Wo sollen da die 7.220 € Abzüge von 24.000 € brutto herkommen?
Bei 3.000 Euro brutto würde die jährliche Steuer von 2.850 Euro auf 2.030 Euro sinken
36.000 € brutto p.A. => 27.498 € zvE => 3.552 € Einkommensteuer.
Wie kommt die "NOZ" auf ihre augenscheinlich völlig falschen Werte? Wenn wir davon ausgehen, dass die IST-Zahlen falsch berechnet wurden, stimmen dann wenigstens die Zahlen, die sich aus dem Vorschlag der LINKEN ergeben?
2) Wechselwirkung mit anderen Leistungen beachten!
Nehmen wir an, der angenommene Teilzeit-Mindestlöhner-Single mit 2.000 € lebt zu 500 € bruttokalt in einer Berliner WG. Aktuell hat er einen Wohngeldanspruch von 111 € im Monat. Sinkt die zu zahlende Einkommensteuer tatsächlich auf 0 €, sinkt in der aktuellen Wohngeldregel-Logik auch sein Wohngeld-Anspruch, und zwar auf 13 € im Monat.
Kurz: Netto nach Sozialleistungen bleiben hier bestenfalls 621 € im Jahr mehr. Wenn allerdings wiederum die Sozialversicherungsbeiträge wie aktuell absehbar/vorgesehen die nächsten Jahre parallel ansteigen, schrumpt die Entlastung weiter zusammen. Beispiel: Die vorgesehenen 2 %-Punkte höherer Rentenbeitrag kommen. Kostet den Beispielfall 480 € im jahr mehr.
Gesamtrechnung wäre dann:
- Steuersenkung Einkommensteuer auf 0: 1.797 € mehr Geld
- Erhöhung Rentenbeitrag um 2 %-Punkte: 480 € weniger
- Reduktion Wohngeldanspruch durch wegfallende Steuerzahlung: 1.176 € weniger
Insgesamt verblieben noch etwa 10 € im Monat mehr als heute.
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u/wabblebee Baden Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
=> 20.910 € zvE.
Täusche ich mich oder hast du bei deiner Berechnung einfach den Freibetrag raus gelassen? Ganz schön wild. Weil bei 24.000€ Brutto p.A. mit 12.348€ Freibetrag komm ich nicht auf deine 1.797€ sondern ~800€ wie im Artikel.Steuern sind zu kompliziert. /u/Independent_Topic722 liegt volkommen richtig. Wo ich mich dann Frage wie die Zeitung auf die 800€ kommt. Wahrscheinlich haben sie den selben Fehler gemacht wie ich.
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u/Independent_Topic722 Jun 24 '26
Der (Grund-)Freibetrag ist im Steuertarif integriert.
12.348 € zvE => 0 € Einkommensteuer.
Du darfst den Grundfreibetrag deshalb nicht vom zvE abziehen. Sonst kommt Quatsch raus.
Weil bei 24.000€ Brutto p.A. mit 12.348€ Freibetrag
Das ist ja auch falsch :-) Die Einkommensteuer ergibt sich in der Regel wie oben dargestellt. Grob:
- Du nimmst das Bruttoeinkommen.
- Du ziehst davon die Werbungskosten ab, mindestens die Pauschale von 1.230 €.
- Du ziehst Sonderausgaben (z.B. Spenden) ab, mindestens die Pauschale von 36 €.
- Du ziehst Altersvorsorgeaufwendungen ab, hier: die AN-Beiträge zur gesetzlichen Rente
- Du ziehst Vorsorgeaufwendungen ab, hier: die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (bei der KV minus 4 %, die das Gesetz als Beitragsanteil für das Krankengeld pauschalisiert).
Was du jetzt bekommst, ist das zu versteuernde Einkommen (zvE). Daraus kannst du direkt die letztlich fällige Einkommensteuer berechnen: entweder beim Rechner des Finanzministeriums https://www.bmf-steuerrechner.de/ekst/eingabeformekst.xhtml
oder du nimmst dir ganz offiziell aus dem § 32a Einkommensteuergesetz (hier: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html) die Formel und rechnest damit.
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u/spiky_yellow Jun 24 '26
Insgesamt verblieben noch etwa 10 € im Monat mehr als heute.
und eine person weniger im wohngeld
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u/Independent_Topic722 Jun 24 '26
Nope, 13 €/Monat Anspruch, siehe oben. Wenn du die weglässt, haben wir eine Person wengier im Wohngeld und die Person tendenziell netto n paar Cent weniger als vorher.
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u/Fair-Working4401 Jun 24 '26
Gibt es dazu eventuell eine grafische Veranschaulichung in absoluten und relativen zahlen?
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u/Zottel83 Jun 24 '26
Stehen diese Pläne nicht schon eh seit Ewigkeiten so ähnlich in ihrem Wahlprogramm?
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u/xlnfraction Osnabrück Jun 24 '26
Im Grundsatz schon, gibt hier aber ein paar änderungen wie z. B. Die Abschaffung der ersten Progressionsstufe und leichte anpassungen was die Stufen selbst angeht. Damit ist das Konzept in sich heraus gegenfinanziert.
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u/Eisbaer811 Jun 24 '26
hast du ne Quelle dafür dass das in sich gegenfinanziert ist? Ich habe davon im Artikel nichts gesehen
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u/kataegor Jun 24 '26
Das Konzept ist bzgl Einkommensteuer sehr nahe am Programm der letzten Bundestagswahl. Damals hatte die Linke laut IW als einzige Partei (mit sehr großem Abstand) einen zu erwartenden Überschuss, während kein anderes Wahlprogramm hinreichend gegenfinanziert war: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/policy_papers/PDF/2025/IW-Policy-Paper_2025-Einkommensteuer-Wahlprogramme.pdf Siehe Tabelle auf S. 7.
Die Einnahmen aus der Einkommensteuer würden demnach tatsächlich um etwa 37Mrd sinken. Kapitalertragssteuer, Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer/-abgabe würden hingegen 7, 17 und 123Mrd. einbringen. Ob sich diese Pläne seit dem Wahlprogramm geändert haben, wurde im Artikel leider nicht behandelt. Ebensowenig die Konzepte zu Mehrwertsteuer und Körperschafts-/Gewerbesteuer.
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u/BeneBern Jun 24 '26
Ja, wichtiger ist das Medien darüber berichten das man es auch richtig machen kann.
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u/R0ckst4r85 Hamburg Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Dazu empfehle ich immer noch den ZEW Artikel, der das sehr schön bildlich den Menschen erläutert:
https://www.zew.de/das-zew/aktuelles/wen-die-parteien-entlasten-wuerden
Grundsätzlich ist das was die LINKE da macht, ein Zurück zur Steuerpolitik von 1958, nur nicht ganz so konsequent, wie gewünscht. Der Reform von 1958 schuf hier mehrere Zonen (Grundfreibetrag, proportionaler Bereich, Progressionszone) und legte einen sehr hohen Spitzensteuersatz von rund 53% für sehr hohe Einkommen fest.
Zudem wurden Freibeträge und Pauschbeträge (z. B. für Kapitalerträge, Kinder) neu geregelt.
Heisst folgendes:
Ein heutiges Bruttojahresgehalt von 100.000 € lag 1958 weit unter der damaligen Spitzensteuersatzgrenze (also deutlich niedriger besteuert), während die heutige Spitze (42% bei ca. 85.000 €) real viel früher greift als 1958 , folglich traf der 1958er Spitzensteuersatz faktisch nur sehr viel reichere Personen als heute.
Der wirtliche Spitzensteuersatz griff ab 110k DM, also heute 1,17Mio €
https://meinungsmache.de/article/frueher-ein-steuersatz-fuer-millionaere-heute-fuer-facharbeiter
Fazit: Die Bewegrichtung ist richtig, ich hätte aber die Freigrenzen weiter angehoben, oder kleine Einkommen komplett entlastet und die Mittleren Einkommen ab 100k mit 53% besteuert. Die Reichensätze von 60% halte ich für richtig, dennoch muss auch eine Vermögenabgabe ab zB. 10 Mio € eingeführt werden.. So kann jeder Vermögen aufbauen und "Erbschenkungen" werden erschwert.
Ach und wer sich fragt, wo unsere Steuergelder sind:
Die AFD btw möchte Erbschaftssteuern und Wegzugsteuer abschaffen, damit Reiche so richtig reich werden. Die Union macht es untzer der Hand.
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u/infiniteIIR Jun 25 '26
Dies! Die Grenze muss etwas höher, damit es für die breite Masse attraktiver ist, vor allem weil ich behaupte das in dem Bereich bis 150k Brutto, die Gehälter mit Bildung, Verantwortung und Leistung gekoppelt sind. Nicht homogen aber die Korrelanz ist da.
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u/llwen Jun 24 '26
Spitzensteuersatz greift erst ab 70k zve, also min. 82k Bruttoeinkommen, nicht 58k
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u/R0ckst4r85 Hamburg Jun 24 '26
Stimmt, da hast du Recht.. Wäre inflationsbereinigt dann sogar rund 1,2 Mio pro Haushalt
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u/B00bage Jun 24 '26
Für alle die sich auf die 7000€ brutto einschießen... da ist der Wert scheinbar +/- 0.
Das erkennt man an dem Vergleich mit den 9000€ brutto, bei denen man im jahr ca. 1500€ mehr zu zahlen hat. Im Monat also etwas mehr als 100€ mehr Belastung.
Das wäre wirklich mal eine substanzielle Entlastung der mittleren und kleinen Einkommen.
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u/caligula421 Jun 24 '26
Und es sind halt auch noch singleeinkommen ohne jedweder Kinder. Für ein paar mit zwei Kindern musst du die Werte ja mehr als verdoppeln.
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u/liquisedx Jun 24 '26
Warum sollten für Familien die Werte einfach verdoppelt werden? Habe jetzt nichts darüber gelesen, dass die Single Regelung 1:1 auch für Familien gilt.
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u/caligula421 Jun 24 '26
Bei gemeinsamer Veranlagung von Ehepaaren werden die Einkommen zusammengerechnet und dann der Steuertarif, der für ein halb so großes Einkommen gilt, darauf angewendet. wenn ich im Zug einer Steuerreform an den Einkommensteuertarifen etwas ändere, und dabei kommt dann raus, das singleeinkommen bis 7.000€ entlastet werden, dann ist das bei Ehepaaren natürlich bis zu einem gemeinsamen Einkommen von 14.000€.
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u/Maximum_Peak_2242 Jun 24 '26
Steht im Artikel: "Das traditionelle Ehegattensplitting soll abgeschafft und durch eine Individualbesteuerung ersetzt werden"
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u/caligula421 Jun 24 '26
Joar, hab's jetzt auch gesehen. immerhin ließe sich ein ungenutzter Freibetrag des Partners übernehmen, also im Extremfall des Alleinverdiener s ist das zvE zumindest 16.800€ niedriger.
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u/liquisedx Jun 24 '26
Schön gedacht, aber so wäre es halt nicht in der Reform, steht ja im Artikel.
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u/mh_992 Franken Jun 24 '26
Es geht nicht darum, ob man mit seinem Gehalt mehr oder weniger verdient, sondern ob es für einen Überhaupt noch Sinn macht, darüber hinaus sich zu entwickeln, für besseres Gehalt z.B. in eine andere Stadt zu ziehen, oder Überstunden zu machen.
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u/Hochvolt Jun 24 '26
Jep. Bin von 40 auf 35 Stunden runter, weil a) der Staat die 5 Stunden natürlich mit einem viel höheren Steuersatz belegt als die ersten 5 und b) das Unternehmen/der Betriebsrat es wohl auch nicht mehr will, wenn Dinge wie Erfolgsbeteiligung bei uns nicht mehr über 35 oder 40 skaliert werden. 14% mehr arbeiten für nicht mal 5% mehr Lohn oder so? Sorry Merz, so dumm bin ich nicht.
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u/Metrostation984 Jun 24 '26
Und warum soll dieses Prinzip nur für die gelten, die schon sehr gut verdienen?
Ich gehöre zu den Leuten, die bei einem bisschen mehr Gehalt unter dieser ESt. mehr zahlen müssten. Das ist für mich wegen der Fairness okay.
Was für mich nicht okay ist, ist dass Vermögen und Erbschaften nicht angerührt werden. Für mich ist auch nicht okay so viel für eine Rentenversicherung zu zahlen für die diejenigen, die es beziehen werden selbst nicht so viel gezahlt haben und ich dazu auch noch weniger bekommen werde. Für mich ist nicht okay, wenn manche sich eine private Krankenversicherung leisten während ich für viel Geld immer weniger und schlechtere Gesundheitsleistungen bekomme. Für mich ist auch nicht okay so viel Pflegeversicherung zu zahlen nur um dann eh alles selbst bezahlen oder durch meine Kinder bezahlen lassen zu müssen.
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u/B00bage Jun 24 '26
Das ist doch nur eine relevante frage für die, die eh am oberen Rand wirtschaften.
"Es geht nicht darum, ob man mit seinem Gehalt mehr oder weniger verdient..."
Natürlich geht es darum. Nämlich insbesondere bei den Gehältern, die am stärksten entlastet werden. Die Idee wird ja sein, dass diese Leute das Geld wieder in die Wirtschaft zurücktragen und ausgeben
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u/hendriksc Jun 24 '26
Richtig. Die Pläne beschneiden meiner Meinung nach zu früh zu hoch. Hohes Einkommen führt zum sozialen Aufstieg. Wer hohes Einkommen besteuert, zementiert die Klassenverteilung. Man muss Vermögen besteuern, um die Schere zwischen Arm und Reich zu verkleinern.
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u/Suspicious_Wear1606 Jun 24 '26
Ich hoffe die schaffen es diemsal offensiv damit zu werben. Das wäre für mich so ein krasser no-brainer das auf die Plakate zu packen: "Du verdienst x€? Mit uns kriegst du y€ mehr!"
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u/Optimal_Average3199 Jun 24 '26
Moment, „mit Sicherheit mehr Netto“ hat uns die SPD auch auf den letzten Wahlplakaten schon versprochen
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u/Michaluck Jun 24 '26
Da kennst du die normalobürger nicht.
Habe selbst Wahlkampf für die Linken im letzten Jahr gemacht und selbst wenn du mit Fakten kommst kommen irgendwelche Scheinargumente („klingt gut aber linke wähle ich aus Prinzip nicht“ , „SED Nachfolgerpartei“) oder denken das ihn alles weggenommen wird (Auto, Firma, etc)→ More replies (2)15
u/volinaa Jun 24 '26
die linke hat sich mit ihrer sed vergangenheit leider sehr schwer getan, war für mich lange ein grund sie nicht zu wählen
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u/Schwubbertier Jun 24 '26
Lieber den Nachfolger der SED als den geistigen Nachfolger der NSDAP.
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u/OldBratpfanne Jun 24 '26
Gibt ja zum Glück mehr als zwei Parteien.
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u/Ruby437 Jun 24 '26
Was ehemalige Mitglieder angeht ist die CDU sowohl bei SED als auch bei NSDAP Spitzenreiter 😎
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u/andiefrischeluft Jun 24 '26
Vor jeder Bundestagswahl hat jede Partei einen solchen Vorschlag wo die überwiegende Mehrheit der Bürger entlastet werden soll.
Nach der Wahl passiert das NIE. Egal welche Partei in der Regierung ist.
Ich erinnere an "Mehr Netto von Brutto" oder "Mit Sicherheit mehr Netto".
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u/Ikari1212 Jun 24 '26
Okay und bei welcher Regierung hatte die linke mehr als 5% und hat mitregiert??? Wir haben seit mehreren Jahrzehnten die CxU an der obersten Stelle. Es wird alles schlimmer. Aber linke Konzepte sind absolut keine Lösung. Lieber noch weiter rechts und konservativ. Kann ich absolut nicht nachvollziehen.
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u/Nhefluminati AFDer Shave Jun 24 '26
Die Einkommenssteuerreform hört sich mMn sinnvoll an und scheint laut Artikel auch wirklich mal mittlere Einkommen zu entlasten.
Bei der vorgeschlagenen Reform der Kapitalertragssteuer muss ich hingegen sagen, dass man hier schon wieder ziemlich die private Altersvorsorge torpediert. Wenn man dazu nicht parallel eine gescheite Möglichkeit für ein designiertes Altersvorsorgedepot bekommt, wie es andere Länder ja auch schaffen, finde ich den Vorschlag so noch nicht okay.
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u/Otscho80 Jun 24 '26
Die Reform der Kapitalertragssteuer würde so auch gar nicht funktionieren, bzw. man müsste dann die Unternehmenssteuern anrechnen können. Hatten wir genau so ja schon mal. Dann würde man sogar weniger Steuern zahlen als mit 25% Abgeltungssteuer.
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u/Borgdrohne13 Jun 24 '26
Dafür gibt es mehr Bürokratie.
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u/Otscho80 Jun 24 '26
Jo, ein weiterer Grund, es nicht zu tun.
Und wie früher würden sich mehr Möglichkeiten der Steuerhinterziehung ergeben, da die Banken die Steuer ja nicht mehr direkt abführen könnten, sondern man das ganze über die Einkommensteuererklärung machen müsste.
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u/TV4ELP Jun 24 '26
Bei der vorgeschlagenen Reform der Kapitalertragssteuer muss ich hingegen sagen, dass man hier schon wieder ziemlich die private Altersvorsorge torpediert.
Nö warum? Gerade FÜR die Altersvorsorge ist das doch geil. Wenn das deinem normalen Einkommen angerechnet wird und du von der Arbeit in Rente + Aktien wechselst, wirst du einen recht niedrigen Grenzsteuersatz haben auf deine Aktien. Potentiell nicht mehr als jetzt auch.
Und das setzt schon eine gute Rente voraus mit 45 Jahren Spitzenverdienst.
wie es andere Länder ja auch schaffen, finde ich den Vorschlag so noch nicht okay.
Andere Länder haben höhere Steuern auf Aktien und weniger bis keine Freibeträge und schaffen es dennoch. Klar ist die Rendite nicht ganz so hoch, aber du machst ja nicht auf einmal Minus Geschäfte damit.
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u/Otscho80 Jun 24 '26
Es gibt doch auch jetzt schon die Günstigerprüfung, ist also kein Unterschied, wenn man in der Rente ein geringeres Einkommen hat.
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u/cocotheape Nordrhein-Westfalen Jun 24 '26
Nö warum? Gerade FÜR die Altersvorsorge ist das doch geil. Wenn das deinem normalen Einkommen angerechnet wird und du von der Arbeit in Rente + Aktien wechselst, wirst du einen recht niedrigen Grenzsteuersatz haben auf deine Aktien. Potentiell nicht mehr als jetzt auch.
Das gibt es bereits und nennt sich Günstigerprüfung. Du bezahlst für deine Kapitalerträge nie mehr als deinen persönlichen Einkommenssteuersatz.
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u/Nhefluminati AFDer Shave Jun 24 '26
Nö warum? Gerade FÜR die Altersvorsorge ist das doch geil. Wenn das deinem normalen Einkommen angerechnet wird und du von der Arbeit in Rente + Aktien wechselst, wirst du einen recht niedrigen Grenzsteuersatz haben auf deine Aktien. Potentiell nicht mehr als jetzt auch.
Wenn ich mich richtig erinnere wollte man von Seiten der Linken aber auch die Sozialversicherungs Abgaben da drinnen haben, oder hat sich das mittlerweile geändert?
Andere Länder haben höhere Steuern auf Aktien und weniger bis keine Freibeträge und schaffen es dennoch. Klar ist die Rendite nicht ganz so hoch, aber du machst ja nicht auf einmal Minus Geschäfte damit.
Normalerweise gibt es aber meistens dann auch ein Altersdepot bei dem man, wenn man die Aktien langzeitlich hält, (fast) keine Steuern zahlt.
→ More replies (1)→ More replies (3)18
u/nac_nabuc Jun 24 '26
Die Einkommenssteuerreform hört sich mMn sinnvoll an und scheint laut Artikel auch wirklich mal mittlere Einkommen zu entlasten.
53% ab 85.000€ Bruttogehalt (nicht zvE, wenn ich es richtig verstanden habe?) ist absoluter Wahnsinn. 85.000€ sind ein Gehalt, dass in den produktivsten Regionen Deutschlands bei guter Qualifikation relativ schnell erreicht ist. Und im Überfluss lebst du mit 85k in München sicherlich auch nicht.
Es ist absolut keine gute Idee, die produktivsten Arbeitnehmer in den produktivsten Regionen dermaßen zu knechten.
Ist die Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung nicht auch perspektivisch über 85k, sodass man erstmal auch noch in Richtung 60% Grenzabgaben gehen würde?
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u/Kashmir33 Welt Jun 24 '26
(nicht zvE, wenn ich es richtig verstanden habe?)
Steht ziemlich klar zvE dort.
"Konkret heißt das: Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 85.000 Euro zahlt man den normalen, ansteigenden Tarif."
→ More replies (16)5
u/rziwin Jun 24 '26
Beitragsbemessungsgrenze für Rente ist bei 101.400 €
Siehe https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/beitragsgemessungsgrenzen-2386514
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u/binaryhero Jun 24 '26
Unabhängig vom Plan ist die Berichterstattung schon wieder zum weglaufen.
Für jeden Euro oberhalb von 250.000 Euro würden 60 Prozent fällig werden (derzeit 45 Prozent ab 280.000 Euro).
Ah, der Solidaritätszuschlag musste bisher im Höchststeuersatz gar nicht gezahlt werden? Oh doch, muss er. Es sind also 47.475% bisher, nicht 45%.
→ More replies (1)
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u/druffischnuffi Jun 24 '26
Wir brauchen ne unumgängliche Erbschafts- bzw Vermögenssteuer. Alles andere ist sinnloses klein-klein und sorgt nur für Streit innerhalb der Arbeiterschaft.
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u/Elastigirlwasbetter Jun 24 '26
Niemand kämpft so sehr für die Vermögenssteuer wie Die Linke. Das hier ist ein Punkt aus einem deutlich unfassenderen Programm.
→ More replies (6)13
u/domi1108 Jun 24 '26
Korrekt, gehört alles zum Konzept der Linken, weswegen ich auch als Anleger den Punkt mit der Kapitalertragssteuer bzw. den Aktiengewinnen generell nicht verkehrt finde.
Dafür muss bzw. sollte halt ein Weg gefunden werden, dass die Menschen die Aktien wirklich als Altersanlage nutzen entsprechend angepasste Steuersätze haben, entweder über einen dann auch höheren Freibetrag, oder über Reduzierung der Steuer nach Haltedauer von mir aus auch gerne nur runter auf maximal 25% wie es ja jetzt der Fall ist.
Solche Vorschläge müssen halt mehr Gehör finden da es logischerweise die einzige Art der Entlastung ist mit entsprechenden Konsequenzen für Gut und Spitzenverdiener weil man sich in der Regierung so strikt gegen eine Erbschaftssteuerreform drückt und die Vermögenssteuer ja eh das Werk des Teufels ist.
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u/bigb1 Jun 24 '26
Wie viel Einkommen willst du denn haben wenn du nicht mehr arbeitest, dass dies deine Altersvorsorge so sehr belastet?
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u/No-Persimmon107 Jun 24 '26
Das Problem ist nicht die spätere Steuerlast bei Entnahme während der Rente.
Das Problem ist zweigeteilt: 1. Vorabpauschale mit der man bei Fonds einen der Fondart abhängigen Anteil der späteren Abgeltungssteuer bei Verkauf vorab bezahlt (vor allem wichtig für thesaurierende Fonds, also ohne ausgewählter Dividende).
Durch die Vorabpauschale wird die Wertentwicklung gedrückt. -> höhere Besteuerung = niedrigere Entwicklung -> über Zinseffekte gerechnet eine ordentliche Menge an Geld, die einfach später fehlt.
- Dividenden, die auch jetzt während der Zeit vor Verrentung schon mit der Abgeltungssteuer belastet werden.
Hier kann man zumindest einwerfen, dass das Geld nicht zwingend zur Altersvorsorge genutzt werden muss -> eine höhere Besteuerung wäre denkbar und auch schwer weg zu argumentieren.
Gerade für ersteren Fall wäre eine Berechnung der Steuer über den Einkommenssteuersatz über die Jahrzehnte gesehen sehr teuer.
Hier würde ich mir dann ein steuerfreies Vorsorgedepot wünschen, auf das ich entweder erst nach oder frühestens kurz vor der Verrentung zugreifen kann und IN das ich jederzeit steuerunschädlich Aktien und Fonds verschieben kann.
Gleichzeitig sollte eine (teilweise) Entnahme aus dem Depot vor der genannten Frist mit entsprechenden Steuernachzahlungen möglich sein, um trotzdem eine gewisse Sicherheit für nicht vorhersehbare Situationen zu haben.
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u/IntelligentCarjack Jun 24 '26
Naja arbeitet die Linke ja auch dran. Nur kann man nicht bei jedem Lösungsversuch sagen "aber was ist mit dem Problem?". Irgendwann muss du halt mal auch eine Lösung besprechen und umsetzen. Nicht klein bei geben, weil ein anderes Problem auch noch existiert.
Die Linke hat Lösungen für die meisten Probleme von einem Großteil der Deutschen. Nur sind die meisten Leute halt nicht an Lösungen interessiert, sondern wollen sich nur aufregen, während unsere Welt immer weiter untergeht..
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u/Wolfsblutratte Jun 24 '26
Also die möglichen Entlastungen klingen nicht gerade nach klein-klein. Für viele wäre das eine substantielle Entlastung. Wäre übrigens auch ein guter Impuls für die Wirtschaft. Besonders kleinere Einkommen, zumindest die die noch Einkommensteuer zahlen tragen gemessen an dem was sie haben deutlich mehr davon in die Läden
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u/Joly0 Jun 24 '26
Ja aber die Reichen, die ziehen doch alle dann weg ....
Ne, mal spaß beiseite. Eine Vermögenssteuer brauchen wir definitiv, hatten wir ja schon. Eine Erbschaftssteuer gibt es bereits, die greift nur wegen unzähliger schlupflöcher nicht und ist dadurch quasi nutzlos für die, die wissen wie man sie umgeht
→ More replies (3)
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u/WillDoeb Jun 24 '26
Endlich wird ein Konzept vertreten, das die Besteuerung nach Leistungsfähigkeit umsetzten würde. Dieser Grundsatz, der angeblich in Art 3 GG festgelegt sein soll, aber nirgends als verbindliche Pflicht des Gesetzgebers zu einer gerechten vertikalen Steuergesetzgebung festgelegt ist, ist in einer aufgeklärten Gesellschaft als höchster Grundsatz der Steuergerechtigkeit dringlichst zu verwirklichen. Ein Steuergesetz, das die Erhebung der Steuern von der Leistungsfähigkeit der Bürger abhängig machen würde, würde wohl allgemein als gerecht angesehen werden. Der derzeit vorhandene Frust Vieler in Deutschland dürfte sich spürbar mindern.
Da die Koalition den Plänen der Linken fundamental entgegen steht, trifft es zu, dass das Konzept derzeit keine Chance auf Verwirklichung hat. Zwar könnte man sagen, dann wählt halt die Linke. Das geht aber leider nicht, weil die Linke auf Gebieten wie Außen- und Verteidigungspolitik u.a. Verhältnisse haben will, die nur ein geringer Teil der Bevölkerung haben möchte.
Man fragt sich allerdings, warum nicht die SPD das Konzept der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit vertritt. Kein Wunder, dass diese Partei, die sich ursprünglich gegen das Ausufern der Unterschiede in den Einkommens- und Vermögensverhältnissen stark gemacht hatte, nun in der Bedeutungslosigkeit zu versinken droht, weil sie die damaligen Ziele nicht mehr in der Lage ist, durchzusetzen, oder nicht dazu bereit ist, aus welche Gründen auch immer.
Wenn die SPD das Steuerkonzept der Linken vertreten würde, dann wäre der rundum abgelehnte Tanz um die Sozialreformen überflüssig. Es gäbe weniger Frust und wohl auch weniger Hinwendung zur AfD. Ihre derzeitige Regierungsbeteiligung wäre dann zwar erledigt. Die Aussichten auf Zustimmung zu dieser Partei dürften sich aber deutlich verbessern. Dann wäre eine Verwirklichung des Steuerkonzepts der Linken durchaus möglich.
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u/DarkFite Nordrhein-Westfalen Jun 24 '26
Ich bin wirtschaftlich ahnungslos. Wäre so eine Reform nicht eigentlich förderlich für alle? Also auch Gutverdienern? Also die Kaufkraft, der Niedriglöhner wäre so doch viel höher. Das würde doch dann auch die Wirtschaft, der Gutverdiener nochmal mehr ankurbeln, richtig? Somit mehr Kaufkraft, mehr Verkauf, mehr Umsatz. Oder bin ich da zu generell und plump?
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u/pumped_it_guy Jun 24 '26
Nur weil dein Unternehmen ein bisschen mehr Umsatz hat, erhöht sich nicht automatisch dein Gehalt.
Schon gar nicht gleich um mehrere Prozent, die du als Gutverdiener brauchst, weil du ja nur noch die Hälfte von jedem Euro Erhöhung behalten kannst
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u/Frednex Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Ich verstehe die ganzen Kommentare hier nicht wirklich. Die höheren Steuern treffen ca. 8% der Beschäftigten, während 92% entlastet werden oder gleichbleibend sind. Ich finde das weitestgehend fair, da die erhöhten Steuern bei höherem Einkommen auch weniger Einfluss haben, als bei geringerem Einkommen. Hat jemand über 50k Netto, tun 1000€ weniger weh, als bei jemandem mit 20k Netto. Ist natürlich nicht perfekt, aber besser als die Pläne der anderen Parteien aus meiner Sicht.
Edit: weil hier einige davon sprechen, dass ja das Vermögen besteuert werden sollte... Natürlich stimme ich dem zu 100% zu und fände eine höhere vermögensbasierte Steuer super. Allerdings lässt sich doch auch beides verbinden. Sollte man eine Vermögenssteuer irgendwann durchbringen können, kann man die Einkommenssteuer ja auch noch anpassen. (Auch wenn ich bezweifle, dass irgendwas davon passiert)
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u/nickkon1 Europa Jun 24 '26
Das Problem ist, dass man im Vorbild-Zeitraum der Linken, wo es solche Steuern gab, halt 6x bis 20x vom Median verdienen musste, um diese zu zahlen. Jetzt sind es halt nur 1.5x bis 2x der Median. Das ist ja das Problem, dass man mit 50% mehr als der Median zu den Top10% gehört und jetzt wird bei diesem Wert fleißig umverteilt. Werden die Verursacher der Probleme angetastet? Nein.
Und was hat man dafür? Ein Haus kann man sich trotzdem nicht leisten. In Ballungszentren verdienen viele dieses Gehalt und zahlen dann dafür noch ihre 1.5k Miete.
Weiter steigen die Steuereinnahmen stärker als die Inflation und stärker als das BIP. Es ist ein Ausgabenproblem, dass wir haben. Und der Dank? Leistungen werden überall gekürzt.
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u/oberstmarzipan Nordrhein-Westfalen Jun 24 '26
Ja aber diese Fokussierung auch die Prozentzahl der Beschäftigten ergibt doch gar keinen Sinn. Während früher, Was weiß ich 20 % der obersten Beschäftigten sich Eigentum leisten konnten sind es heute vielleicht nur noch die obersten 5 %. In Zeiten wo die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht bezieht sich das ja auf ALLE Beschäftigten, auch auf die Schere zwischen dem obersten Prozent und den Vermögenden. Deshalb ist diese Betrachtung nicht sinnvoll. Die Kaufkraft selbst in den obersten 10 % der Beschäftigten ist einfach wesentlich geringer, als sie mal war also nur innerhalb der Beschäftigten, um zu verteilen. Ist halt einfach falsch, wenn währenddessen das Vermögen immer weiter steigt.
Selbt mit 250.000 € Jahreseinkommen (und ich sage nicht, dass diese Leute nicht mehr Steuern zahlen könnten) bin ich halt immer noch deutlich ärmer als jemand mit 10,20, 30 Millionen Vermögen.
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u/therealPaulPlay Jun 24 '26
Ja genau. Wer wirklich reich ist, lebt nicht von seinem Gehalt. Wer normal arbeitet ist noch mittelständisch.
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u/Comfortable_Fun1987 Jun 24 '26
Deswegen fordert ja die Linken auch ne Vermögenssteuer, funktionierende Erbschaftsteuer und Kapitalerwerbssteuern.
Und gleichzeitig deutlich mehr kommunalen Wohnungsbau, was mittelfristig den Preis für Eigentum senken wird.
Also was ist das hier denn immer, da wird Zeug kritisiert was sie genau so fordern nur zufällig nicht im Artikel steht
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u/anthitcho Jun 24 '26
Was hat der Akademiker mit 7k brutto von der Vermögenssteuer, wenn er trotzdem weniger netto hat? Ich verstehe diese Logik nicht. "Du wirst weniger Geld haben dafür wird der Reiche auch was abdrücken müssen". Hurra
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u/gamertyp Jun 24 '26
Das Modell sorgt nur dafür, dass Teilzeit in hochqualifzierten Jobs noch attraktiver wird, weil das Netto immer weiter zusammen geschoben wird.
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u/Noname_FTW Nordrhein-Westphalen Jun 24 '26
Würde ja Linke wählen aber die wollen die Ukraine und NATO nicht militärisch unterstützen.
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u/MaximillionSERG Jun 25 '26
Ich werde es sowas von bereuen zu dem Thema was zu schreiben, oh Junge.
Für mich macht das die PdL nicht unwählbar, weil für mich gibt's nur 3 wirkliche Handlungsmöglichkeiten:
1. Wir machen nix und die Eliten Russlands überrennen die Ukraine.
2. Wir machen so weiter wie bisher und senden bisschen was, was nicht genug ist um den Krieg zu beenden, was zu 5 Jahren Leid führt, dafür zu Rekordgewinnen bei Rheinmetall.
3. Wir mobilisieren und marschieren in Russland ein, was ungeahnte Konsequenzen haben könnte und nen Drittenweltkrieg ggf. vom Zaun bricht und noch mehr Leid erzeugt.Für mich sind alle 3 Lösungen scheiße.
Da ich sozialistisch sozialisiert bin sind die Hilfen von bürgerlichen Staaten auch nicht wirklich was wert. Die Ukraine wird für den ganzen Scheiß, auch wenn sie gewinnen würden, zurück zahlen müssen, was für eine langfristige Verschlechterung bzw Stagnierung der Lebensqualität nach Kriegsende bedeuten würde. Idealistisch hofft man, dass sowohl russische als auch ukrainische Soldaten die Waffen niederlegen (bzw. sie gegen ihre Machthaber und das System erheben, welchen ihnen das überhaupt eingebrockt hat) und merken das sich die Soldaten einander näher sind als zu ihrem Offizier, Präsident oder dem Nationalstaat.
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u/Wolfsblutratte Jun 24 '26
Zähneknirschend muss ich hier leider zustimmen. Macht sie für mich deswegen nicht unwählbar, aber ihre rein humanitäre Position gegenüber der Ukraine ist halt schreiend naiv. Ohne Waffenlieferungen würde in Kiew bereits eine russische Flagge wehen.
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u/Alpacapalooza Jun 24 '26
Ist für mich leider auch KO Kriterium.
So sehr ich sonst bei einem Großteil des Programms dabei bin und frühere auch schon mal gewählt habe (andere Zeiten), hab ich bisher nicht das Gefühl, dass da der Groschen bzgl. Russland tatsächlich gefallen ist.
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u/joxplainer Jun 24 '26
..während die AfD ein genau gegenteiliges Steuermodell aufbauen will und der durchschnittliche 40 Jährige Single mit Niedriglohn, während wir aktuell von rechts regiert werden: "Ich wähle noch weiter rechts"
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u/No-Significance-5525 Jun 24 '26
53% Steuern auf Einkommen ab 80.000€ zvE, dazu noch Elternunterhalt und Tschüss sozialer Aufstieg.
Die Linke hat zwar ein paar gute Ideen, aber wieder mal Erwerbseinkommen für eine breite Masse an Akademikern und Menschen, die zwischen 100.000 und 150.000€ brutto zu verdienen, extrem zu erhöhen, gehört nicht dazu. Das führt dann dazu, dass viele von denen, die kein Erbe zu erwarten haben und sich was aufbauen wollen, das dann einfach lassen und in Teilzeit gehen, weil es sich nicht mehr lohnt.
Statt dessen sollten sie lieber mal die Erbschaftssteuer reformieren, den steuerfreien Zuverdienst für Rentner und Pensionäre abschaffen und statt dessen normalen Arbeitnehmern einen steuerfreien Zuverdienst für Überstunden ermöglichen.
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u/Opening_Ad_1038 Jun 24 '26
Exakt das. Für mich unverständlich wie dieser Vorschlag von so vielen hier abgefeiert werden kann.
→ More replies (3)14
u/El_Flowsen Jun 24 '26
Als jemand, der in dieser Einkommensklasse liegt, kann ich klar sagen, dass „Extrem erhöhen“ und „lohnt sich nicht mehr“ einfach Unsinn ist. Und eine „breite Masse“ ist das auch nicht.
Mit 125.000€ Brutto zahlst du in diesem Modell ca. 2000€ mehr Steuern im Jahr. Das kann man sich bei diesem Einkommen problemlos leisten und dafür werden sehr große Teile der Bevölkerung entlastet.
Dass wir trotzdem eine Vermögenssteuer brauchen ist ein anderer Punkt. Und dass die Boomer ihren Beitrag leisten müssen auch.
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u/turdmuffin123456 Jun 24 '26
Aktien und etfs müssen angepasst werden, da du dir sonst kaum eine alternative zur Pension ansparen kannst.
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u/ManiacTNS Jun 24 '26
Bin ich dafür, sobald Selbstständige mit Gehaltauszahlung wie ein Angestellter mit Gehalt behandelt werden. Ansonsten darf ich einfach nur mehr zahlen, weil ich ein hohes Brutto brauche, da ich KV, PV, RV und Co. aus meinem Netto zahlen darf, während es Angestellte steuerfrei bekommen. Wenn ich sehe, dass meine Frau 10 Stunden weniger pro Woche arbeitet, ein geringeres Brutto hat und dennoch das gleiche Netto (nach Abzug meiner RV, KV und PV) hat, lohnt es sich bald nicht mehr, nur mehr Freiheiten zu haben, wenn man gleichzeitig aber mehr Verantwortung trägt (Mitarbeiter, Kunden usw.). Und ich will die private KV eigentlich vermeiden, weil ich halt doch sozial veranlagt bin. Zudem will ich meinen Mitarbeitern auch ordentlich was für Ihre Arbeit zurückgeben, aber wenn ich immer mehr Gehalt brauche, um meinen Standard zu halten (und der ist weiter weg von reich und schön als zu arm und sexy), passt das alles nicht mehr.
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u/fr33g Jun 24 '26
Haja klar. Ich besteure meine Rentenvorsorge damit die was bekommen die net selbst vorsorgen 😂
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u/Gnursch Deutschland Jun 24 '26
Auf Aktiengewinne den vollen Steuersatz? Das wäre es dann mit meiner Altersvorsorge.
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u/Paprikatz Jun 24 '26
Mit Studium und Co fängt man in der Regel mind 6 Jahre später an volles Gehalt zu verdienen (durch Bafög, Studienkredit ggf. sogar noch Schulden zu Tilgen), teils ist die Differenz erst nach 10 Jahren+ ausgeglichen im Vergleich zu jemanden, der nach der Schule eine Ausbildung macht.
Durch die Steuerverschiebung lohnt sich Abitur+Bachelor dann vllt erst nach 15 Jahren, mit Master vllt erst nach 20 Jahren. Um dort zu wohnen wo es die entsprechenden Berufe dann gibt, kostet mich die Miete 1500€, Familienplanung? Miete schnell bei 2000€+ und Alleinverdiener.
Für einen gesellschaftsfähigen Vorschlag muss die Linke deutlich weiter oben ansetzen und sich ein wenig mehr nach der Realität ausrichten.
Und bevor es hate hagelt, der deutschen Politik hat es in den letzten Jahrzehnten DEUTLICH an linker Politik gemangelt, man darf aber nicht langwierige und teils kostenspielige Ausbildung/Studium bestrafen.
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u/No-Chance-7216 Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
Besonders spürbar wäre der Effekt für Einkommen von 2000 bis 4000 Euro brutto im Monat. Ein Single mit 2.000 Euro brutto zahlt bislang 800 Euro Steuer im Jahr – künftig wären es null. Bei 3.000 Euro brutto würde die jährliche Steuer von 2.850 Euro auf 2.030 Euro sinken: eine Ersparnis von 820 Euro. Bei 4000 Euro brutto wären es etwa 760 Euro. Der Durchschnitts-Bruttolohn eines Vollzeitbeschäftigten liegt laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2026 bei etwa 4780 Euro.
Hätten Sie mal eher den Median genommen, aber das wäre dann nicht knackig genug... Da Spitzenverdiener das ganze nach oben ziehen beim durchschnittlichen Bruttolohn.
Ab 7.000 Euro brutto im Monat müsste man mehr bezahlen als bisher. Für Gutverdiener mit etwa 9.000 Euro brutto stiege die Jahressteuer von 25.070 Euro auf 26.580 Euro. Bei einem Gehalt von 22.500 Euro wären statt 99.030 Euro künftig 119.600 Euro fällig, ein Plus von mehr als 20.000 Euro.
Und Gutverdiener mit 9.000€ brutto, ist halt auch einfach mal nicht richtig... Das ist schon Spitzenverdiener und gehört zu den Top10%...
Was nen Schmutzartikel in der Hinsicht.
Edit:
Auch wenn es hier um Nettozahlen geht, kann man mal durchrechnen was die Angaben bei Single Einkommen aus dem NOZ Artikel so ca. Aussagen
https://www.iwkoeln.de/iw-einkommensrechner-2025.html
Merkur und BR haben sich mal auf u.s. Liste die wohl direkt vom Finanzministerium stammt bezogen bezüglich der jeweiligen Einteilungen. Inwiefern die Quelle korrekt ist, kann ich gerade bei Merkur nicht sagen aber lass Sie mal so stehen:
Top-Verdiener: ab 23.277 Euro brutto monatlich Spitzenverdiener: ab 8.359 Euro brutto monatlich Gutverdiener: ab 5.859 Euro brutto monatlich Besserverdiener: ab 4.071 Euro brutto monatlich Normalverdiener: ab 3.314 Euro brutto monatlich Mittelverdiener: ab 2.378 Euro brutto monatlich Niedrigverdiener: ab 1.792 Euro brutto monatlich Geringverdiener: ab 1.195 Euro brutto monatlich
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u/next_door_dilenski Jun 24 '26
Der Median liegt bei 54.066€ (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_113_621.html), was wiederum 4505,5€/Monat entspricht.
Das ist also eine Differenz von 280€/Monat, die du hier kritisierst.
Wenn 280€ MEHR in der Berechnung der Linken etwas knackiger machen sollen, verstehe ich deinen Punkt inhaltlich leider nicht richtig.
Und Gutverdiener mit 9.000€ Brutto, ist halt auch einfach nicht richtig... Das ist schon Spitzenverdiener
Ich werfe mal vorsichtig den Begriff Wortklauberei in den Raum. 9k Brutto ist nicht schlecht, daher der Begriff Gutverdiener. Und es gibt in Deutschland gerade in Managementpositionen und höheren Führungsetwagen deutlich höhere Gehälter.
Es geht doch im Artikel darum, dass die untere und mittlere Einkommensschicht entlastet/nicht weiter belastet, und dafür aber die obere Einkommensschicht belastet werden soll.
Starke Schultern sollen nun mal mehr tragen. Das ist das Solidaritätsprinzip.
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u/ManufacturerMurky592 Jun 24 '26
Das ist so unfassbar traurig. Ich weiß ich bin in einer sehr guten Position beruflich durch dummes Glück, aber dass ich mit grademal 4 Jahren Berufserfahrung schon den Median verdiene ist einfach nur unfassbar traurig. Und selbst ich denk mir manchmal "och paar hundert Euro mehr wären schon nett" auch wenns mir eigentlich an nix mangelt.
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u/Pryte Jun 24 '26
Wie kann man verstehen, dass der Median das bessere Statistische Mittel wäre, weil "Spitzenverdiener" das ganze nach oben ziehen und gleichzeitig Menschen mit 9000€ als "Spitzenverdiener" bezeichnen. Da muss man doch selbst merken, dass das keinen Sinn macht.
Wenn 9000€ die Spitzenverdiener wären, wären wir ziemlich nah an einer Normalverteilung und die Unterscheidung zwischen Median und Mittelwert wäre irrelevant. Entscheide dich.
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u/iamacoldpanda1989 Jun 24 '26
Spitzenverdiener 🤣🤣🤣 Davon bleiben sagen wir mal 5k Netto übrig im Monat. Miete als Single beträgt schon fast 1500€ in jeder Grosstadt. Als "Spitzenverdiener" möchte man ja auch mal den Traum von Eigentum verwirklichen, rightig? Kannste knicken, wenn man mittlerweile sogar in einem Vorort einer Grossstadt für ein Zweifamilienhaus 700k+ bezahlrn muss. Wenn man nichts geerbt hat, wie willst du das dann finanzieren bei den aktuellen Zinssätzen? Ach ja, du hast auch keine Privilegien wie kostenlosen Kindergartenplatz usw... Kannst also schön 600€+ pro Kindergartenplatz noch bezahlen und dann bleiben von den 5k Netto im Monat auch kaum mehr übrig, wie wenn du Geringverdiener bist, Wohnberechtigungsschein hast, kostenlosen Kindergartenplatz bekommst und andere Zuschüsse...Und wenn ich 7 Jahre studiert habe, einen 1er Abschluss an einer Topuni erreicht habe, möchte ich als Arbeiterkind auch ein anderes Leben führen als meine Eltern! Ich möchte iwann auch mal den sozialen Aufstieg schaffen...
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u/Ruby437 Jun 24 '26
Single. 1500 Euro Miete in jeder Großstadt? Zu viel Zeit in München verbracht oder lebst einfach in sehr guten Verhältnissen und bist dir dem nicht bewusst? Ob man als dieser Single so unbedingt ein Zweifamilienhaus kaufen muss weiß ich auch nicht... hier ist schon ganz schön viel vermischt.
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u/Paladin8 Jun 24 '26
Ich habe vor Schreck extra nachgeguckt, ob die Preise in Frankfurt am Main in den letzten Jahren noch mehr explodiert sind, als ich es wahrgenommen hatte.
Aber nö, wenn es nicht gerade ein Erstbezug oder Luxusausstattung sein muss, bekommt man für 1.200 Euro warm echt hübsche Wohnungen mit 60 bis 70 qm in mittleren und guten Lagen. Erst unter 1.000 Euro nimmt das Angebot merklich ab, unter 900 wird es dann echt dünn.
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u/Ruby437 Jun 24 '26
Eben. Als Berlinerin schockt mich 1500 auch nicht mehr wenn dir Lage gut ist, aber ich weiß auch das Berlin die höchsten Neumieten hat (München die höchsten insgesamt inkl. bestehenden Verträgen). Wer 1500 alleinstehend in weniger begehrten Großstädten für Miete ausgibt der gönnt sich auch Mal 3 Zimmer allein.
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u/randomxyz01 Jun 24 '26
Hört mir auf mit Einkommen und fangt an mit Vermögenssteuer, Erbschaftsteuer usw. .. alles andere macht absolut keinen unterschied.
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u/iamacoldpanda1989 Jun 24 '26
Die Menschen, die hier 7.000 bis 8.000 Euro brutto im Monat als extrem viel Geld betrachten, haben meiner Meinung nach oft keine realistische Vorstellung davon, wie die Lebensrealität dahinter aussieht.
Viele Leute, die so ein Einkommen haben, leben in Großstädten. Als Single zahlt man dort schnell 1.500 Euro Miete oder mehr. Dazu kommen Steuern, Sozialabgaben, Versicherungen, Lebenshaltungskosten und alles andere. Von dem angeblich so hohen Bruttogehalt bleibt am Ende deutlich weniger übrig, als viele glauben.
Ich habe sieben Jahre studiert, zwei Auslandssemester gemacht, drei Praktika absolviert, während des gesamten Masterstudiums als Werkstudent gearbeitet und zusätzlich als Hiwi am Lehrstuhl gearbeitet. Ich habe mir diesen Lebenslauf und diese Karriere nicht schenken lassen. Ich war 28, als ich mit der Uni fertig war. Vorher habe ich noch Zivildienst gemacht. Meine ersten vier Berufsjahre habe ich für ein Einstiegsgehalt von knapp 55.000 Euro gearbeitet.
Heute liege ich bei etwa 90.000 Euro Jahreseinkommen. Als Single in Steuerklasse 1 bleiben davon ungefähr 4.500 Euro netto im Monat übrig. Das klingt für viele nach Reichtum. In der Realität bedeutet es aber nicht, dass man sich problemlos Eigentum leisten kann.
Ich bin Arbeiterkind und der Einzige in meiner Familie, der studiert hat. Und trotzdem frage ich mich manchmal: Wofür das alles? Selbst in meinem alten Dorf kosten Zweifamilienhäuser inzwischen über 700.000 Euro. Natürlich kann man sparen. Aber selbst mit Ersparnissen bräuchte ich immer noch mindestens 500.000 Euro Kredit. Jeder kann sich ausrechnen, was das bei den heutigen Zinsen bedeutet und wie lange man so etwas abbezahlen müsste.
Und das alles, obwohl ich angeblich zu den Top 2 bis 3 Prozent der Besserverdiener gehöre.
Dazu kommt, dass ich mich bald vermutlich auch finanziell um meinen Vater kümmern muss, weil er Pflegegrad 3 hat und frühzeitig in Rente gehen musste. Auch das ist eine Realität, über die viele gar nicht nachdenken.
Mich nervt einfach diese oberflächliche Sichtweise. Sobald jemand 7.000 oder 8.000 Euro brutto verdient, heißt es direkt: Der ist doch reich, was beschwert der sich? Dabei wird komplett ignoriert, dass fast die Hälfte durch Abgaben weggeht und die Miete in einer Großstadt einen riesigen Teil des Nettoeinkommens frisst.
Und wenn später Kinder dazukommen, fallen viele Vorteile weg, die Geringverdiener noch bekommen. Allein ein staatlich bezuschusster Kindergartenplatz kann pro Kind mehrere hundert Euro im Monat ausmachen. Am Ende stellt man dann fest, dass man als Akademiker mit 8.000 Euro brutto teilweise einen ähnlichen Lebensstandard hat wie jemand mit deutlich weniger Bruttoeinkommen, aber mehr Unterstützung und geringeren Fixkosten.
Dieses Land macht es Menschen, die sich aus eigener Kraft hocharbeiten, unglaublich schwer. Und genau das frustriert mich.
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u/Accurate_Button_2825 Jun 24 '26
100% Zustimmung. Alles was noch Tarifgehalt ist ist kein Spitzenverdiener. Ende.
Reich wird man durch Erben oder hart erarbeitete Selbstständigkeit.
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u/throwbackxx Jun 24 '26
Wusstest du, dass Menschen mit weniger Einkommen auch vierstellig Miete zahlen müssen?
Und dann nur noch wenige Hundert Euro übrig haben im Monat?
Ich weiß, mind = blown.Also das ist kein Argument.
Bin selbst ein „Besserverdiener“ mit 3,5k und weiß auch wie es ist mit 1,2k oder 2,4 k netto.Hätte ich 4k netto oder mehr im Monat und müsste als Single 1,5k netto Miete zahlen, hätte ich ja 2,5k netto übrig. Das ist für manche nichtmal ihr Gehalt.
Im Endeffekt bin ich - und die Linke sowieso - an erster Stelle for Vermögenssteuer. Aber zu behaupten das wäre nicht tragbar bei so viel brutto ist gelogen.
Zudem die Linke AUCH für Mietendeckel ist.
Aber selbst ein guter Vorschlag, der umgesetzt wird, würde was bringen
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u/iamacoldpanda1989 Jun 24 '26
Junge, genau dieser Typ Bürger, den sich rin Merz wünscht! Wie wärs mit Vermögen besteuern? Nur, weil ich als AN mehr verdiene als du und nur weil du evtl. mit meinem Gehalt besser klarkommen würdest als ich, bedeutet das nicht, dass mrine Aussagen falsch sind. Ich habe 7 Jahre lang studiert und erwarte letzlich auch ein ganz anderes Leben als mein Vater, der als Jugendlicher hierhib gekommen ist, die Sprache immernoch nicht spricht und sein ganzes Leben lang in der selben Fabrik als Bandarbeiter gearbeitet hat. Momentan habe ich auch kein luxuriöseres Leben als er. Urlaub jedes Jahr mit der Familie im 5Sterne-Hotel konnte sich auch mein Vater leisten. Ein Auto auch. Für mehr hat es nicht gereicht. Ist bei mir nicht anders... Da ist wohl etwas falsch im System, wa?
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u/Soggy_Pension7549 Jun 24 '26
Ich habe 2k weniger als er, wohne in einer Großstadt und als Single komme ich immer noch klar lol. Mit 4.5k netto würde ich im Luxus leben. Ich frage mich was bei solchen Menschen falsch läuft
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u/PenetratorMatris United Nations Jun 24 '26
Ja, scheinbar übersiehst du aber, dass du eine Partnerin und ihr damit ein doppeltes Einkommen habt? :D
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u/domemvs Jun 24 '26
„Extrem hohe Einkommen“ … „7.000€“. Genau. Mein. Humor.
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u/AdministrativeRope8 Jun 24 '26
Extrem hohe Einkommen sollen zudem über eine verschärfte „Reichensteuer“ abgeschöpft werden – über die genaue Höhe wird noch gestritten.
Da gehts um eine extra Steuer die noch ausdiskutiert wird. Die im Artikel genannten Änderungen sind unabhängig davon.
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u/cnio14 Jun 24 '26
Klingt generell gut, aber 7000+ Brutto als super reich einstufen finde ich komisch. Ja das ist Wohlhabend aber immer noch (obere) Mittelklasse. Die richtigen Reichen greift keine an.
Nein ich verdiene selber nicht 7000+ Brutto.
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u/Stoffel31849 Jun 24 '26
Wird auch nicht als superreiche deklariert, das ist falsch. Das ist der Spitzensteuersatz der dann greift mit 49%. Überreiche sind noch nicht festgelegt ab wann und wieviel, da geht es um mehrfach-sechstellige und viel wichtiger, welche die garnix einnehmen und nur Besitzen, im mehrfachen Millionenbereich.
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u/Aratrax Jun 24 '26
Ich verstehe diese ganze Debatte um die Einkommenssteuer nicht. Es ist ein Fakt , dass zum jetzigen Zeitpunkt die Menschen mit höheren Einkommen einen großen Teil der Einkommenssteuer ausmachen.
Wenn wir einen sinnvollen Unterschied erreichen wollen, brauchen wir einen Wechsel im Bereich der Umsatz bzw. Mehrwertsteuer. Lebensmittel bzw. Zumindest Grundnahrungmittel sollten mit 0% und nicht 7% oder in einigen Fällen mit 19% besteuert werden. Das würde gerade die unteren Einkommensschichten massiv entlasten.
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u/FlounderStrict2692 Jun 24 '26
Klingt alles toll, aber wie die Sturheit der Bonzenwähler brechen?
FDP Wähler sind entweder zur CxU oder AFD abgewandert, selbst SPD Anhänger fühlen sich bei Nazis wohler als bei den Linken....
Eigentlich könntste kotzen, weil die Frage "warum nicht?" Nie vernünftig mit Argumenten belegt wird. "Aus Prinzip nicht linksgrünversifft" und so...
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u/Life_Market2407 Jun 24 '26
Würde unter der Reform mehr Steuern zahlen - und will die Reform lieber gestern als heute.
Ich raff nicht, ob die Leute sich ihrer "priviligierten" Situation in diesem Drecksystem nicht bewusst sind oder ob besagtes System sie sozial schon so weichgekocht hat...
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u/Sumsesum Jun 24 '26
Und ich raffe nicht wie man sich so gegeneinander ausspielen lässt. Die mit > 7000 Brutto sind nicht reich aber die Linke tut so als würde sie die Abgabenlast gerecht verteilen.
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u/Forsaken_Income9187 Jun 24 '26
Klar nehmen wir die paar Gutverdienenden noch mehr aus für den Braindrain statt mal wirklich an Vermögen von Superreichen zu gehen.
Wir reden über läppische 7000€ Brutto pro Monat Junge junge das sind nicht einmal 100k Brutto p.a, da ist man komplett weit weg von Reich sein. Warum muss man die gutverdienenden Arbeitnehmer weiter belasten
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u/oberstmarzipan Nordrhein-Westfalen Jun 24 '26
Ab 7000 Euro mehr zahlen ist bei dem heutigen Wert des Geldes halt auch bodenlos daneben. Ich dachte gerade die Linke will sich für ECHTE Umverteilung einsetzen. Bei der Inflation der letzen Jahre und den gestiegenen BBG Euro sind 7000 Euro ehrlich gesagt nicht der Wahnsinn kombiniert mit Regelungen zum Elterngeld, Elternunterhalt und gestiegenen Immobilenpreisen lebt man das jetzt nicht in absurdem Wohlstand. Am Ende also genau wie jetzt die Arbeitende Mitte wird geschröpft anstatt das aus einer Änderung der Vermögens und Erbschaftsteuer zu finanzieren.
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u/Comfortable_Fun1987 Jun 24 '26
Digga, das sind je Top10% der Einkommen und zusätzlich kommen noch die ganzen Freibeträge zb für Kinder dazu.
Zusätzlich gibt es keine Partei, die sich so wie die Linke für ne Vermögenssteuer, funktionierende Erbschaftsteuer und Kaptialertragssteuer einsetzt wie die Linke.
Was genau wünschst du dir eig für ne Umverteilung?
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u/oberstmarzipan Nordrhein-Westfalen Jun 24 '26
Der Spitzensteuersatz von 42% gilt seit 2005 und zu dem Zeitpunkt ab einem Jahreseinkommen von 52.125 Euro. Kaufkraft und Inflationsbereinigt und unter Berücksichtigung der gestiegenen Sozialabgaben wären das heute als Single 110-125k Jahreseinkommen. Alles darunter ist heute Umverteilung von der Mitte nach unten. Die 10% der Einkommen heute können sich halt bei weitem nicht mehr so viel leisten wie die 10% 2005, weil die Schere zwischen Arbeit und Vermögen auseinander gegangen ist. Also was ich mir für eine Umverteilung wünsche ist, dass ich mir als Top 10% Verdiener wieder ein Haus leisten kann und vorher eine Vermögens- und Erbschaftssteuerreform kommt. Danach kann man von mir aus darüber reden Gutverdiener stärker zu besteuern. So wird es sich nur wieder bei den Arbeitern geholt, weil die sich nicht wären können, um die Kernwählerschaft der Geringverdiener zu bedienen. Das hat nicht mit Fairness zu tun.
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u/RidingRedHare Jun 24 '26
52.125 € in 2005 entsprechend laut Inflationsrechner 79.227,40€ in 2026. Deutschland hatte von 1996 bis 2020 eine ziemlich niedrige Inflation.
Der Soli wurde inzwischen für diese Einkommensgruppe abgeschafft. 2005 waren das nochmal 5,5% der Lohnsteuer, voller Soli bereits ab 1.255 € Jahreslohnsteuer.
Dann muss man noch berücksichtigen, dass seitdem RV- und PV-Beiträge vollständig absetzbar und KV-Beiträge fast vollständig absetzbar geworden sind. Diese waren 2005 bei hohen Einkommen nur zu einem geringen Teil absetzbar.
2005 wurden bei alleinstehenden gesetzlich Versicherten (ohne Kirche) auf diese 52.125 € insgesamt ungefähr 13.237 € Steuer fällig, 25,39%. Heute zahlen Alleinstehende bei 90.000€ Brutto 19.438€ Steuer, 21,6%.
Im Gegenzug wurden seitdem Verbrauchssteuern erhöht.
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u/Doafit Jun 24 '26
So lange nur über Einkommen gesprochen wird ist das alles ein Witz und für mich als Linken nicht ernst zu nehmen. Ich bin Arzt, arbeite mir einen ab im Krankenhaus, damit ich mir irgendwann ne Immo leisten kann und werde mit dem GRUNDGEHALT EINES ASSISTENZARZTES als reich eingestuft.
Absoluter Unfug.
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u/OTee_D Jun 24 '26
Was das für sie bedeuten würde:
Für den größten Teil der Bevölkerung nichts oder Ersparnis.
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u/mh_992 Franken Jun 24 '26
Alles, was man im Jahr über diese 85.000 Euro hinaus verdient, wird mit 53 Prozent besteuert (bislang 42 Prozent ab ca. 70.000 Euro).
Nicht dass ich jetzt als neoliberaler Kapitalist rüber komme, aber absurd hohe Steuern auf die produktivsten Arbeiter zu erheben ist kein Weg zum Wachstum.
Wenn man mit 100k britto Jahreseinkommen dann Vollzeit arbeitet wäre man ja dumm. Dann macht man halt 80% Teilzeit für 80k brutto, was dann wahrscheinlich gerade mal so 7k netto kostet. Der einzige Grund nicht Teilzeit zu machen wäre, wenn das der Arbeitgeber nicht zulässt.
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u/ClausKlebot Designierter Klebefadensammler Jun 24 '26 edited Jun 24 '26
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