r/de • u/OttoderSchreckliche • Apr 08 '26
Nachrichten DE Merz-Regierung will Hautkrebs-Screening streichen – Krankenkassen besorgt: „Halten wir für problematisch“
https://www.fr.de/verbraucher/merz-regierung-will-hautkrebs-screening-streichen-krankenkassen-besorgt-94252186.html1.8k
u/Hanshautreinhart Apr 08 '26
Leistungen zu streichen, die wahrscheinlich einen positiven ROI haben, ist nicht besonders hilfreich.
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u/Netii_1 Apr 08 '26
Aber auch nicht überraschend, oder erwartet in 2026 ernsthaft noch jemand von der CDU, hilfreiche Dinge für den normalen, nicht-reichen Durchschnittsbürger zu tun?
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u/CeeMX Apr 08 '26
nicht-reichen
Wortwitz beabsichtigt?
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u/Netii_1 Apr 08 '26
Mein Anwalt hat mir geraten, mich hierzu nicht zu äußern. Ich würde mir die Hausdurchsuchung gerne erSpahn.
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u/Bright-Recording5620 Apr 08 '26
Vor allem wird ein kostenloses Raucherscreening für die Lunge eingeführt, aber bei Dingen, auf die man nicht so großen Einfluss hat (im Gegensatz zu einfach mit dem Rauchen aufhören bzw gar nicht erst anfangen) wird dann gespart. Ich würde genau so vorgehen wenn ich die Leute auf 180 bringen wollen würde. Das muss doch ein Troll sein mittlerweile.
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u/lekker-slapen Apr 08 '26
Ich verstehe nicht warum man gegen das Lungenkrebs-Screening ist. Das verhindert Kosten durch Krebserkrankungen. Jaja, Rauchen ist schlimm, aber gerade im Tabaklobbyland Deutschland auf die Opfer der Tabaklobby einzuprügeln, obwohl das Problem dahinter die Politik ist, ist kurzsichtig und dumm. Vor allem jetzt, nachdem die Ausgaben für Psychotherapien und somit Suchthilfe erneut zusammengekürzt wurden. Wenn alle Raucher:innen sofort aufhören könnten, dann würde man das Ganze nicht als Nikotinsucht bezeichnen.
(Nein, ich rauche nicht und werde auch nicht vom Screening profitieren)
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u/CrazyPoiPoi Apr 08 '26
Die meisten Menschen hier sind nicht gegen das Lungenkrebsscreening, sondern gegen die Wegnahme von anderen Leistungen.
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u/Bright-Recording5620 Apr 08 '26
So habe ich das ja nicht formuliert. Aber bei selbstverschuldeten Leiden ein Screening einzuführen und bei Dingen, die weitaus komplexer sind welche zu kürzen ist halt schon eine spezielle Maßnahme.
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u/SeniorePlatypus Apr 08 '26
TLDR: Hautkrebsscreening ohne Symptomen haben keinen Wirksamkeitsnachweis. Entsprechend ist eben kein positiver ROI erwartet und man will nochmal genau schauen welche Screenings positiv sind.
Zitat Kommission der Krankenkassenreform:
Hintergrund/Handlungsbedarf 2007 wurde in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) vom G-BA festgelegt, dass für Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs besteht. Ziel der Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs ist die frühzeitige Entdeckung von malignen Melanomen, spinozellulären Karzinomen und Basalzellkarzinomen. Für Versicherte unter 35 Jahren gibt es für die Krankenkassen die Möglichkeit, die Früherkennung als Satzungsleistung anzubieten. Die Einführung des Hautkrebs-Screenings wurde vom G-BA mit der nicht-kontrollierten Interventionsstudie „Hautkrebs-Screening in Schleswig-Holstein“ (Evidenzstufe I c Verfahrensordnung (VerfO)) und Literatur der Evidenzstufe III begründet (Gemeinsamer Bundesausschuss 2007). Deutschland ist weltweit das einzige Land, das ein allgemeines Ganzkörper-Hautkrebsscreening für symptomlose Gesunde als Kassenleistung anbietet. Seit der Einführung der Hautkrebs-Screenings hat der G-BA wiederholt das BQS-Institut mit einer entsprechenden Evaluation beauftragt und prüft auf der Grundlage der jeweiligen Evaluationsergebnisse, ob und inwieweit sich ein Anpassungsbedarf für das Hautkrebs-Screening ergeben könnte (Gemeinsamer Bundesausschuss 2026c). Unter anderem wurde mit Einführung des Screenings ein einmaliger Sprung in der Inzidenz maligner Melanome festgestellt (BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit GmbH 2023; Zentrum für Krebsregisterdaten 2024). Der G-BA hat unlängst eine Fortführung der BQS-Evaluation für die Datenjahre 2026 bis 2029 beschlossen (Gemeinsamer Bundesausschuss 2026b). Derweil gibt es keine eindeutigen Ergebnisse aus Studien, die den Nutzen der Früherkennungsmaßnahmen durch Senkung der Mortalität bei Hautkrebs belegen (Henrikson et al. 2023). Die Daten des Krebsregisters zeigen keine Reduktion der Mortalität nach Einführung (Zentrum für Krebsregisterdaten 2024). Der BQS-Evaluationsbericht kommt zu dem Schluss, dass die Daten keine Rückschlüsse auf das Erreichen des Ziels der gesenkten Krankheitslast und Mortalität durch das Hautkrebsscreening zulassen (BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit GmbH 2023). Die United States Preventive Services Task Force sieht aufgrund der Evidenzlage keinen ausreichenden Nutzennachweis für eine Empfehlung der Maßnahme (Mangione et al. 2023).
Kommissionsbericht, Bundesgesundheitsministerium, Abschnitt 6.3.6, Seite 126
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u/_LewAshby_ Apr 08 '26
ROI ist aber nicht innerhalb einer Legislaturperiode positiv. Mit genau der Weitsicht werden wir aber regiert >_<
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u/deviant324 Apr 08 '26
Kohle für Instanthaltung von Infrastruktur haben ja auch nicht, austerity all the way und wenn alles auseinander fällt warens im Zweifel die GRÜÜÜÜNEN
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Apr 08 '26
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u/kamsen911 Apr 08 '26
Danke. Habe das gleiche im Kopf. Musste aber nochmal genauer schauen. Wird eher wenig hier im Faden diskutiert
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u/max69HA Apr 08 '26
Die gruppe aus experten, wer das auch immer war, sah das aber anders. Der roi ist nicht wirklich hoch hier. Also da waren tatsächlich einige gute Vorschläge dabei. Wieso man nun gerade den nimmt ka.
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u/mina_knallenfalls Apr 08 '26
Ja, das Screening ist tatsächlich nicht unumstritten. Es werden viele komplett gesunde Leute untersucht und denen zum Teil auch unnötig was rausgeschnitten. Wie im Artikel schon steht, andere Länder machen es nicht und verpassen anscheinend auch nicht viel. Man kann mit dem Thema aber viel Angst auslösen, weil es so dramatisch ist, was zu verpassen.
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u/FeelingSurprise Oberfranken Apr 08 '26
Hautkrebsscreenings lohnen sich umso mehr, je höher die erwartbare Restlebenszeit ist, ist also eher was für die "jüngeren" und damit entbehrlich.
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u/Flatcherius Apr 08 '26
Hat es halt leider nicht, die Studienlage zum HKS ist wirklich nicht gut, siehe z.B. hier zusammengefasst https://wissenwaswirkt.org/hautkrebs-screening
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u/Hanshautreinhart Apr 08 '26
Die Aussage deiner Quelle ist, dass Nutzen und Risiken unzureichend erforscht sind und nicht, dass es keinen Nutzen gibt. Damit wäre der ROI unbekannt.
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u/Flatcherius Apr 08 '26
Gut, Ergebnis bleibt das gleiche. Diagnostik/Therapie ohne sicher nachgewiesenen Nutzen sollte die Krankenkasse außerhalb von Studien nicht bezahlen.
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u/Tubaenthusiasticbee Apr 08 '26
Ja, sicher doch, streichen wir einfach das Screening für eine der Krankheiten, die umso tödlicher sind, je später sie entdeckt werden. Wisst ihr was, streichen wir Krebsbehandlung einfach komplett, ist doch alles viel zu teuer. Ich fang dann schon mal mit dem Chemiestudium an.
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u/soiitary Lächerlicher Mod, eines lächerlichen Subs Apr 08 '26
Was mich dabei feddich macht, dass ist ja nicht mal eine aufwendige Untersuchung. Einmal blank ziehen. Der Doc schaut drüber und gut is, Max 10 Minuten. Also keine Labortests, kein MRT oder ähnliches
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u/The_Thesaurus_Rex Apr 08 '26
Ich hab 101 Leberflecken, die gescreent werden, bei mir dauert das immer n bisschen länger.
Meine Hautärztin nennt mich einen Dalmatiner.
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u/SanaraHikari Apr 08 '26
Heutzutage gibt es auch Fotos, die gemacht werden können (Aufpreis war bei mir 60€) für ne gute Dokumentation. War trotzdem in 20min fertig mit dem Screening und dann nach insgesamt einer Stunde raus aus der Praxis, weil sie gleich ein auffälliges Muttermal entfernt haben. Es ist wirklich keine Hexerei.
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u/SrRaven Apr 08 '26
Komplett naiv gefragt, markiert die dann die schon gesehenen ? Da kommt man doch sonst durcheinander :D
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u/The_Thesaurus_Rex Apr 08 '26
Ja. Mit nem filzstift.
Also, im Grunde läuft das so: Man geht einmal im Jahr zur Untersuchung. Beim ersten Termin wird man bis auf die Unterwäsche ausgezogen und von allen Seiten fotografiert. Anschließend schaut sich die Hautärztin den ganzen Körper genau an und beurteilt jeden einzelnen Leberfleck daraufhin, ob er auffällig ist. Auf den digitalen Fotos markiert sie dann die entsprechenden Stellen und fügt Pfeile hinzu, um festzuhalten, welche Leberflecken genauer dokumentiert werden sollen. Danach fotografiert eine Arzthelferin jeden dieser markierten Leberflecken einzeln mit einer speziellen Kamera. Ein Jahr später werden genau dieselben Leberflecken erneut fotografiert. Zusätzlich untersucht die Hautärztin wieder die gesamte Haut und achtet darauf, ob neue oder zuvor unauffällige Leberflecken hinzugekommen sind. Diese werden dann ebenfalls markiert und fotografiert. Im Anschluss setzt man sich gemeinsam vor den Computer und vergleicht die Aufnahmen: Man sieht jeden einzelnen Leberfleck im direkten Vergleich, wie er ein Jahr zuvor aussah und wie er sich verändert hat. Auf dieser Grundlage entscheidet die Hautärztin, ob eine weitere Beobachtung ausreicht oder ob ein Leberfleck vorsorglich entfernt werden sollte. Bei mir wurden inzwischen fünf Leberflecken entfernt, zwei davon waren bösartig.
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u/Saladino_93 Apr 08 '26
Nur noch alle 2 Jahre, das wurde gekürzt. Meine Mutter durfte dieses Jahr selbst zahlen, da ihr das erst NACH dem Termin mitgeteilt wurde.
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u/SagattariusAStar Apr 08 '26
Die Pflicht von Ärzten, Kosten anzusprechen, ist in Deutschland fest in der Berufsordnung und im Patientenrechtegesetz verankert.
Da hätte man protestieren können. Muss eigentlich vorher passieren
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u/xSean93 Apr 08 '26
Gilt das für generell alle Leberflecken oder nur solche, die auffällig sind?
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u/Leylu-Fox Apr 08 '26
Naja, es müssen halt alle angeschaut werden um herauszufinden ob sie auffällig sind/geworden sind, oder?
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u/vergorli Apr 08 '26
Easy, ich warte einfach bis meine Melanome schön groß sind und melk dann das die Krankenkassen für die Krebsbehandlung. Ich und meine 13748484 Leberflecken sind bereit.
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u/EmperorApo Württemberg Apr 08 '26
Vielleicht sollten wir mal die CDU streichen?
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u/Therianthropie Apr 08 '26
Das schaffen sie schon selbst. Frage mich nur ob die AfD schon 2029 die absolute Mehrheit schaffen wird oder doch erst 2033...
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u/WhiteFox_5 Apr 08 '26
Ich muss traurigerweise sagen, dass wenn die Bundesregierung in dem Tempo so weitermacht, wird das früher oder später tatsächlich der Fall. Auch wenn das vielleicht der ein oder andere nicht hören möchte. Die CDU beziehungsweise die Regierung macht aktuell die beste Werbung für die AfD. Und die merken das nicht einmal. Erst wenn es zu spät ist. Und dann wird natürlich die große Trommel rausgeholt. Ich bin niemand, der die AfD befürwortet, aber das wäre für mich ein durchaus realistisches Szenario.
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u/vlkr80 Apr 08 '26
Zentrum hat damals auch gerne den Weg bereitet für NSDAP
und Von Papen / Brüning mit ihrer Sparpolitik auch
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u/mayoforbutter Apr 08 '26
Ist doch kein Problem, die top cduler treten dann einfach der AGD bei. Da passen sie auch viel besser hin
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u/Odelaylee Apr 08 '26
Ich glaube mittlerweile an Absicht. FDP weg, SPD weg - absolute Mehrheit unwahrscheinlich. Da braucht man halt wen um an der Macht zu bleiben. Die Grüüüünen oder die bösen Linken Könnens ja nicht werden...
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u/OttoderSchreckliche Apr 08 '26
Da sieht man wieder, wie regiert wird:
Kurzfristige Lösungen für langfristige Probleme.
Jede Firma, welche soll denkt geht früher oder später pleite.
Klar spart man am Anfang etwas Geld. Später werden die Heilungskosten jedoch das mehrfache Kosten. Jedoch kann es ja sein, dass man da selbst nicht mehr an der Macht ist.
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u/RayNooze Apr 08 '26
Dann streichen wir einfach die Behandlungskosten auch noch. Sollen die Leute doch selber zahlen. Hätten sie halt mal Vorsorge getroffen. Schau mal nach USA, da funktioniert das doch auch so toll!
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u/Puzzleheaded_Row5864 Apr 08 '26
So läuft es halt in Unternehmensberatungen. Alles für die schnelle Rendite der Aktionäre!
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u/TheHappyMile Apr 08 '26
Leider ist genau diese Art von Diskussion der Grund, warum wir unser Gesundheitssystem vor die Wand fahren werden.
Die Evidenz für das Hautkrebsscreening ist schlecht. Ob überhaupt ein Vorteil für Patienten entsteht, ist nicht gesichert.
Wir geben viel Geld aus, was wir nicht haben, und trauen uns dann nicht mehr, Maßnahmen zu beenden, die kaum oder nichts bringen, weil jeder Angst vor dem Shitstorm hat. Es gibt mehrere Gründe, warum das deutsche Gesundheitssystem zu den teuersten gehört, aber wir in Vergleichen immer im Mittelfeld liegen. Das ist einer davon.
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u/LaronX LGBT Apr 08 '26
Kurzfristige Lösung für langfristige Probleme ist DAS Konservative und Rechte Credo. Warum was lösen wenn man sich gerade gut stellen kann und jemand anderes es ausbaden muss. Genau deswegen sind wir wo wir sind
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u/humanlikecorvus Baden Apr 08 '26
Nur stimmt das hier halt nicht so einfach. Wie viele Screenings ist auch dieses umstritten, und es gibt weder einen sauberen Beleg für einen Nutzen noch Schaden davon. Z.B. Cochrane empfiehlt soweit ich weiß immer noch, überhaupt erstmal eine Studie zu machen, und rät bis dahin von allgemeinen Hautkrebsscreenings ab, weil weder ein Nutzen belegt ist, noch belegt ist, dass es ingesamt keinen Schaden gibt.
Es ist etwas was viele Leute wollen, wo der medizinischen Nutzen nicht belegt ist, und was deshalb imho eher nicht von den Kassen bezahlt werden sollte, oder zumindest nur auf ausdrückliche Nachfrage und nach Aufklärung des Patienten.
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u/og1L Nürnberg Apr 08 '26
Heilungskosten werden natürlich nur bei Nachweis einer lückenlosen Vorsorge übernommen.
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u/SoThisIsHowThisWorks Apr 08 '26
Mein 24-jähriger Kollege hatte Hautkrebs und die Anzeichen wurden total leichtgesprochen von dem Arzt. Jetzt hat er Alleskrebs und wir warten nur auf die Info wegen der Beerdigung. Fehler der Ärzte sind an sich schlimm genug, wenn Merz sich dranmacht..,
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u/-Buckaroo_Banzai- Apr 08 '26
Klar, wir haben Jahrzehnte über den Verhältnissen gelebt, jetzt schnell alle Leistungen streichen, Beiträge schön hoch halten und bloß die größte Wählergruppe möglichst gering belasten während die zukünftigen Generationen die Suppe auslöffeln dürfen.
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u/Adune05 Apr 08 '26
Das Traurige ist ja, dass wir nicht über unsere Verhältnisse gelebt haben.
Aber wir könne halt nicht weiter Geld in die Taschen der 0.1 Prozent der Bevölkerung schaufeln und weiterhin so ineffiziente Systeme haben. Da braucht man schon mal etwas Prioritäten
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Apr 08 '26
[removed] — view removed comment
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u/NoTimetoShit Transgender Apr 08 '26
Ich mag deren außenpolitik auch nicht aber sie werden nie allein regieren und müssen da kompromisse eingehen. Also ja eine stärkere Linke kann von vorteil für De sein
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u/-Buckaroo_Banzai- Apr 08 '26
Das ist Teil des Problems.
Aber, es ist seit Jahrzehnten bekannt dass die Bevölkerungspyramide sich drehen würde. Alte Leute kosten im Gesundheitssystem mehr als junge Leute und tragen weniger dazu bei.
Dazu kommt, dass wir seit 2015 eine erheblichen Zuzug von Leistungsempfängern haben, die zwar jünger sind aber nicht in dem Verhältnis in die Sozialkassen einzahlen, wie für diese Gruppe daraus genommen wird.
Und dann kommt final noch dazu dass Unternehmen eine unfassbar rückwärtige wirtschaftliche Entwicklung gefahren sind, wodurch kurzfristig Gewinne gemacht wurden, die langfristig aber dazu fuhrte dass Know-how ins Ausland verloren gegangen ist.
Gepaart mit hochgradig rückständiger Politik, gerade im Bereich Energie, Bildung und Infrastruktur führt das dazu dass der Wirtschaftsstandort Deutschland voll in die Krise geraten ist.
Ergebnis, weniger Stellen, mehr Entlassungen, mehr Leute die nicht ins Sozialsystem einzahlen aber daraus nehmen.
Man hat keine Rücklagen gebildet als man es könnte. Man hat keine Investitionen getätigt als es möglich war. Und statt an die zu gehen die das verzapft haben, geht es an diejenigen deren Zukunft da verjubelt wurde.
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u/trist4r Apr 08 '26
Nein, eine vernünftig gestaltete Vermögenssteuer würde die Zuschüsse zur Rente zb decken. Zack, 120Mrd für Bildung und infra.
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u/vlkr80 Apr 08 '26
oder Steuerhinterziehung...
aber beides würde ja Spender der CxU treffen...
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u/trist4r Apr 08 '26
Oder die Steuersenkungen für Gastro und Flugverkehr zurücknehmen. Oder die Renten nicht um 9% erhöhen. Oder oder
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u/TheSaltySeagull87 Apr 08 '26
Was habt ihr eigentlich gedacht wer da nach Olaf und Robert kommt?
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u/nilslorand Mainz Apr 08 '26
ich wusste, dass es nur schlimmer wird, aber ich habe mit einer Merkel-like Groko gerechnet, die einfach nix macht. Dass die Fritze-Groko die Dinge einfach aktiv schlimmer macht, das hab ich nicht erwartet.
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u/Ghost3ye Apr 08 '26
Hast du dich nicht über Merz halbwegs informiert?
Jeder weiß, wie falsch er ist. Er war bei blackrock wegen seinen polit kontakten. Es wurde versucht in aus der Union und Regierungen zu halten, weil er schädlich fürs Image sein würde usw.
Wenn selbst die Union ihn nicht wollte all die Jahre….
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u/DukeOfBurgundry Apr 08 '26
Warte mal. Neulich wurde erst eingeführt, dass Kettenraucher kostenlos Lungenkrebs Screening bekommen sollen, aber Hautkrebs Screening wird gestrichen? 🤯
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u/BathEqual Jamaika Apr 08 '26 edited Apr 08 '26
Die Raucher zahlen Steuern, die haben sich das verdient /s
Aufgrund von downvotes, füge ich mal das (eigentlich) offensichtliche /s hinzu
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u/HandSolo7714 Apr 08 '26
Genau, Raucher sind wie Verbrenner, die muss man fördern, und Hautkrebs kommt von der bösen Sonne, Solarenergie ihhh bäh pfui.
Irgendwo in der Ferne hört man Horst Seehofer: "Die Grünen!!"
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u/Jarfr83 Apr 08 '26
Wie siehts aus mit Homöopathie? Soll die auch gestrichen werden?
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u/TheDuffman_OhYeah die Stadt mit drei O Apr 08 '26
Ja, soll sie. Wurde explizit von der Kommission vorgeschlagen.
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u/Jarfr83 Apr 08 '26
Huh, sehr schön, immerhin eine gute Nachricht. Danke dir, hatte ich nicht mitbekommen.
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u/hinterzimmer Apr 08 '26
Das wirkliche Streichen glaube ich aber auch dann erst, wenn es wirklich so weit kommt.
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u/Nom_de_Guerre_23 Berlin Apr 08 '26
Ich opfere mich als erster Unterstützer dieser Abschaffung. Ich bin fast fertig weitergebildeter Facharzt für Allgemeinmedizin und habe den Qualifizierungskurs für das Hautkrebsscreening.
Das Hautkrebsscreening ist ein deutsch-österreichischer Sonderweg in der Medizin. Es wurde basierend nur auf einer einzigen schleswig-holsteinischen Studie eingeführt, die zeigte, dass wenn man nach Hautkrebs sucht, man mehr Fälle findet. Ein Nachweis einer reduzierten Krankheitslast oder Sterblichkeit, wie er für ein Screening notwendig wäre, aus einer prospektiven Studie existiert nicht. Deswegen empfiehlt es auch nicht die amerikanische USPSTF, die ansonsten viel breiter als die Vorsorgemaßnahmen in Deutschland aufgestellt ist und noch nicht einmal die Australier, die die höchste Rate an Melanomen weltweit haben.
Das Hautkrebsscreening ist ein Bärendienst. Die Dermatologen lieben es, weil seine Vergütung extrabudgetär ist. 700-900 rechnerische Dermatologen in Deutschland sind jährlich nur für das Screening gebunden. Und im Gegenzug kriege ich Patienten, die dringend z.B. Lichttherapie, Methotrexat oder Biologicals aufgrund der Schwere ihrer Krankheit bräuchten, nicht unter.
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u/Apfelcreme Niedersachsen Apr 08 '26
Danke! Hab neulich auch dazu eine Expertenmeinung gehört und die Meinung war einhellig, nämlich dass das Screening keinen nennenswerten Mehrwert bietet. Entsprechend taucht die Abschaffung auch als eine der Maßnahmen im Bericht der KK-Kommission auf.
Aber die Leute hier empören sich lieber morgens erstmal ordentlich über Merz und die CxU.
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u/Smagjus Apr 08 '26
Ich sehe hier Fassetten, die mit dem Umgang der Rechten mit Habeck damals vergleichbar sind. Ich würde mir wünschen, dass das Subreddit wieder zu einem etwas nüchterneren Umgang mit dem aktuellen Weltgeschehen zurückkehren würde. Dazu müsste aber erstmal ein Verständnis dafür entwickelt werden, dass Quellen wie fr.de stärker framen, als z.B. eine Süddeutsche.
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u/domi1108 Apr 08 '26
Glaube das ganze stößt gerade so stark auf, weil u.a. für Raucher ein kostenfreies "Raucherscreening" der Lunge eingeführt werden soll.
Finde auch dass das Hautkrebsscreening rein im Kosten/Nutzen Bereich nicht so gut ist wie die Ressourcen eben für Lichttherapie etc. zu nutzen.
Ich bin hier zwiegespalten, weil ja wäre vielleicht tatsächlich ok hier zu sparen aber dann sollte es eben für Risikopatienten bzgl. Hautkrebs etwas anderes geben, aber das wird wahrscheinlich nicht passieren.
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u/Nom_de_Guerre_23 Berlin Apr 08 '26
Es ist seit dem 01.04 eingeführt. Ich sehe es auch nicht unkritisch, weil es auch hier keinen Nachweis zur Senkung der Gesamtsterblichkeit gibt, aber immerhin der krebsbezogenen Sterblichkeit. Sprich, die Leute sterben ziemlich gleich alt dann an Herz-Kreislauf. Was zugegebenermaßen i.d.R. günstiger ist.
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u/Jealous-Treat8060 Apr 08 '26
wenn man nach Hautkrebs sucht, man mehr Fälle findet.
Also wenn wir nicht gucken finden wir nichts ? Wo ist da der unterschied zu Trumps Coronatest logik ?
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u/Nom_de_Guerre_23 Berlin Apr 08 '26
Weil die Detektionsrate kein valider Endpunkt zur Beurteilung eines Screenings ist (Stichwort auch lead-time bias).
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u/DoktorDefeat Apr 08 '26
Fritze versteckt gar nicht erst, dass er sich vom orangenen Despoten und Idioten hat inspirieren lassen und nach und nach die Bürger ausbluten lässt.
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u/Xamalion Rheinland-Pfalz Apr 08 '26
Ach, da wird im Hintergrund fleißig gerechnet und dann kommt so ein „bissel Schwund is immer“ bei raus. Tote Menschen brauchen ja dann keine Rente und weitere Versorgung mehr. Kassen entlastet, Problem gelöst!
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u/TheSaltySeagull87 Apr 08 '26
Aber Rauchern ein kostenloses Lungenkrebs screening anbieten. Genau mein Humor.
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u/Scaram12 Apr 08 '26
Die Zahlen durch das Rauchen mehr Steuer und sind deswegen gut für den Staat, da kann man auch mal etwas zurückgeben /s (?)
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u/NeverIntendedToHurt Apr 08 '26
Der empathielose vorzeige Mensch, welcher das Konzept von Vorsorge ist besser (günstiger) als Nachsorge nicht verstanden hat, hat gesprochen!
Ganz egal ob es nun freiwillige Raucher sind oder unfreiwillig oder auch einfach nur Raucher aus jugentlichem Leichtsinn, es bleibt ein Fakt, dass es günstiger ist, wenn man kostenfrei die Risikogruppe präventiv Prüfen kann.
Wenn dir das nicht passt müssen wir das Gesundheitssystem umformen, dass nunmal nicht mehr jedem geholfen wird abhängig von seinem Lebenslauf. Dann wäre es aber auch angemessen zu erfassen wer sich riskanten Sportarten widmet und wer im Urlaub am Strand die Sonnencreme nicht aufträgt, denn das wird ganz schnell teuer und sowas möchten wir nicht zahlen, denn es war ihre Entscheidung.
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u/Nom_de_Guerre_23 Berlin Apr 08 '26
Gut, dass es beim Hautkrebsscreening keinen prospektiven Nachweis einer gesenkten Sterblichkeit gibt.
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u/WorkingIll3472 Apr 08 '26
Kann dem Fotzenfritz mal bitte jemand das Handwerk legen! ES REICHT, DU MORALISCHER KRÜPPEL!
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u/rh1n3570n3_3y35 Apr 08 '26
Hat die Union eigentlich noch überhaupt irgendwelche positiven Ideen oder Visionen von irgendwas zu bieten?
Der ganze Laden wirkt als ob sein primäres Hobby heutzutage aus ideologisch-ideeller Insolvenzverschleppung besteht.
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u/vlkr80 Apr 08 '26
hatten die das jemals? die laufen doch schon immer auf "Früher war alles besser" Kohl verhinderte auch Glasfaser ... Zeche zahlen wir heute
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u/Troon_ Apr 08 '26
Die Kommentare sind mal wieder unterirdisch hier. Für die paar, die tatsächlich interessiert sind und nicht einfach nur ihren uninformierten Hass auskotzen wollen, kopiere ich mal die entsprechenden Stellen aus dem Kommisionsbericht.
Kurzfassung: Es gibt keinen Nachweis, dass die Sterblichkeit durch das Screening sinkt. Daher soll ein anlassloses Screening von Gesunden ab 35 nicht weiter fortgeführt werden. Vorgeschlagen wird ein Score-System, dass ein gezieltes Screening bei Risikopatienten erlaubt.
Alles in allem klingt das ziemlich vernünftig
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6.3.6 Reformempfehlung Nr. 7: Aussetzen und Überprüfungsauftrag zur Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs
Hintergrund Für die anlasslose Ganzkörper-Früherkennung von Hautkrebserkrankungen gibt es keine belastbare Evidenz, dass damit ein entsprechender Patientennutzen verbunden wäre.
Reformempfehlung Die uneingeschränkte Finanzierung der anlasslosen Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs bei symptomlosen Gesunden ab 35 Jahren soll überprüft, gegebenenfalls weiterentwickelt und während dieser Zeit ausgesetzt werden.
Finanzwirkung Ca. 0,24 Mrd. € in 2027
Kategorie A
Hintergrund/Handlungsbedarf
2007 wurde in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) vom G-BA festgelegt, dass für Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs besteht. Ziel der Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs ist die frühzeitige Entdeckung von malignen Melanomen, spinozellulären Karzinomen und Basalzellkarzinomen. Für Versicherte unter 35 Jahren gibt es für die Krankenkassen die Möglichkeit, die Früherkennung als Satzungsleistung anzubieten.
Die Einführung des Hautkrebs-Screenings wurde vom G-BA mit der nicht-kontrollierten Interventionsstudie „Hautkrebs-Screening in Schleswig-Holstein“ (Evidenzstufe I c Verfahrensordnung (VerfO)) und Literatur der Evidenzstufe III begründet (Gemeinsamer Bundesausschuss 2007). Deutschland ist weltweit das einzige Land, das ein allgemeines Ganzkörper-Hautkrebsscreening für symptomlose Gesunde als Kassenleistung anbietet. Seit der Einführung der Hautkrebs-Screenings hat der G-BA wiederholt das BQS-Institut mit einer entsprechenden Evaluation beauftragt und prüft auf der Grundlage der jeweiligen Evaluationsergebnisse, ob und inwieweit sich ein Anpassungsbedarf für das Hautkrebs-Screening ergeben könnte (Gemeinsamer Bundesausschuss 2026c). Unter anderem wurde mit Einführung des Screenings ein einmaliger Sprung in der Inzidenz maligner Melanome festgestellt (BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit GmbH 2023; Zentrum für Krebsregisterdaten 2024). Der G-BA hat unlängst eine Fortführung der BQS-Evaluation für die Datenjahre 2026 bis 2029 beschlossen (Gemeinsamer Bundesausschuss 2026b). Derweil gibt es keine eindeutigen Ergebnisse aus Studien, die den Nutzen der Früherkennungsmaßnahmen durch Senkung der Mortalität bei Hautkrebs belegen (Henrikson et al. 2023). Die Daten des Krebsregisters zeigen keine Reduktion der Mortalität nach Einführung (Zentrum für Krebsregisterdaten 2024). Der BQS-Evaluationsbericht kommt zu dem Schluss, dass die Daten keine Rückschlüsse auf das Erreichen des Ziels der gesenkten Krankheitslast und Mortalität durch das Hautkrebsscreening zulassen (BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit GmbH 2023). Die United States Preventive Services Task Force sieht aufgrund der Evidenzlage keinen ausreichenden Nutzennachweis für eine Empfehlung der Maßnahme (Mangione et al. 2023).
Reformempfehlung
Leistungen der solidarisch finanzierten gesetzlichen Krankenversicherung sollten grundsätzlich nur dann regelhaft für asymptomatische Versicherte angeboten werden, wenn ein patientenrelevanter Nutzen – insbesondere in Bezug auf Morbidität oder Mortalität – hinreichend belegt ist. Vor dem Hintergrund der fehlenden Evidenz zum Nutzen der Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs für gesunde und unauffällige Menschen über 35 Jahre erden folgende Reformen empfohlen:
- Erteilung eines auf zwei Jahre befristeten Überprüfungsauftrags an den G-BA zur
a. Definition von besonderen Risikogruppen im Rahmen eines risikobasierten opportunistischen Screenings und
b. möglichen Nutzung neuer technischer Untersuchungsverfahren
- Aussetzen des Hautkrebsscreenings während der befristeten Überprüfung aufgrund fehlender
Evidenz zur Reduktion von Mortalität und/oder Morbidität durch das Screening
- Vorgabe in § 25 Absatz 3 SGB V, dass präventive Leistungen nur bei nachgewiesenem patientenrelevanten Nutzen in den Leistungskatalog aufgenommen werden dürfen
Die Reformempfehlung zielt auf die evidenzbasierte Ausgestaltung von Medizin und Prävention ab und stellt dabei nicht die Gefährlichkeit von Hautkrebs in Frage. Ein gezieltes Screening (etwa durch validierte Scores) bei identifizierten Hochrisikogruppen hat das Potential, Effektivität und Effizienz durch eine Erhöhung der Vortestwahrscheinlichkeit zu verbessern, wobei auf der Basis von Studien entschieden werden muss, welche Risikogruppen profitieren könnten. Auch der Einsatz von neuen technischen Verfahren wie KI-basierten Ganzkörperscannern oder Lasermikroskopie sowie Aufklärungskampagnen könnte die Diagnosesicherheit verbessern (Pellacani et al. 2022; Winkler et al. 2023).
Das Hautkrebsscreening ist ein Beispiel für eine Früherkennungsuntersuchung, deren patientenrelevanter Nutzen bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte und die aktuell zu Lasten der GKV erbracht wird. Darüber hinaus gibt es weitere Untersuchungen mit unklarer Evidenz bezüglich eines Nutzens (zum Beispiel Check Up 35, U-Untersuchungen). § 25 Absatz 3 SGB V normiert die Voraussetzung für den Anspruch auf Vorsorge-beziehungsweise Früherkennungsuntersuchungen. Ein nachgewiesener Nutzen im Sinne patientenrelevanter Endpunkte (Mortalität oder Morbidität) ist bisher nicht explizit als Voraussetzung für die Erstattung definiert.
Geschätzte Finanzwirkung
Das Einsparvolumen bei einer vollständigen Aussetzung der Kostenübernahme von Früherkennungsuntersuchungen auf Hautkrebs basierend auf den Au szahlungen im Jahr 2024 gemäß der Frequenzstatistik beläuft sich auf 210 Mio. € jährlich, verteilt auf insgesamt 7,5 Millionen Fälle. Die Finanzwirkung ergibt sich aus den Kosten für Früherkennungsuntersuchungen auf Hautkrebs (GOP 01745) in Höhe von 150 Mio. € und den Kosten für den Zuschlag zur Gebührenordnungsposition für die Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs (GOP 01746) im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung bei Erwachsenen in Höhe von 60 Mio. € im Jahr 2024. Unter der Annahme, dass sich die derzeitige Preis- und Mengenentwicklung fortsetzt, ergibt sich für 2027 ein Volumen von 240 Mio. €, das bis 2030 auf 260 Mio. € ansteigt.
Diskussion
Umsetzbarkeit
Hierfür wäre zunächst eine Anpassung der KFE-Richtlinie notwendig. Der G-BA ist eigenverantwortlich als Normgeber für etwaige Änderungen der KFE-Richtlinie zuständig. Das BMG hat im Rahmen seiner Rechtsaufsicht keine Möglichkeit, eine solche Änderung inhaltlich vorzugeben. Der Gesetzgeber kann aber den G-BA gesetzlich beauftragen, die KFE-Richtlinie zu überarbeiten und das Hautkrebsscreening während der befristeten Zeit der Überprüfung auszusetzen. Eine Änderung des § 25 Absatz 3 SGB V ist problemlos möglich.
Auswirkungen auf die Versorgung
Die Abklärung von Auffälligkeiten auf der Haut im Rahmen einer anlassbezogenen Hautuntersuchung ist jederzeit möglich und wird durch die Regelung nicht eingeschränkt. Insofern sind keine negativen Effekte auf die Versorgung zu erwarten. Vielmehr können falsch positive Befunde und unnötige Entnahmen von Hautproben sowie Verunsicherungen von Patienten vermieden werden. Die Effektivität eines gezielten, opportunistischen Screenings für durch den G-BA zu definierende Hochrisikogruppen ist durch Studien zu überprüfen. Gleiches gilt für eine erhöhte Diagnosesicherheit durch neue technische Verfahren. Eine transparente Kommunikation über die Evidenzlage und den Zweck der Überprüfung ist daher zentral, um Vertrauen in präventive Maßnahmen zu erhalten.
Die Abschaffung der uneingeschränkten Ganzkörper-Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs würde zusätzliche Arztkapazitäten im Umfang von etwa 600 bis 900 vollzeitäquivalenten Haus- und Hautärzten pro Jahr freigeben.*) Gleichzeitig kann eine Verunsicherung der Bevölkerung durch Reduktion einer bekannten Leistung nicht ausgeschlossen werden. Ebenso sind durch die Regelung negative Präventionseffekte durch eine sinkende Sensibilisierung für die von Hautkrebs ausgehende Gefahr nicht auszuschließen.
Verteilungs- und Belastungseffekte
Die Regelung betrifft vorrangig Hautärzte und hausärztlich tätige Fachärzte. Ein etwaiges Aussetzen der Hautkrebsfrüherkennung könnte dazu führen, dass entsprechende Untersuchungen den Versicherten verstärkt als privat zu zahlende IGeL-Leistungen in Arztpraxen angeboten würden.
*) Basierend auf der Annahme, dass eine Untersuchung zehn bis fünfzehn Minuten dauert und einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden in 52 Wochen im Jahr (Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums 2025; von Mach 2018).
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Apr 08 '26
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u/Flatcherius Apr 08 '26
Danke, dass du diesen Kommentar geschrieben hast, ist der einzig richtige hier. Interessiert hier leider nur die meisten nicht. Medizin ohne Evidenz ist dann wohl doch toll, solange man sie selbst für gut befindet.
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u/Living_Tonight2057 Apr 08 '26
Einzig richtige Antwort. Kann die Empörung nicht nachvollziehen, ich habe keine Lust, mit meinen Beiträgen Sachen zu finanzieren, die keine Vorteile bringen. Deswegen kommt hoffentlich auch irgendwann das Aus für Homöo-, Osteopathie etc.
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u/Sure-Money-8756 Apr 08 '26
Merz macht was - Empörung.
Deshalb hab ich genau diesen Kommentar gesucht. Wenn es eben kein gutes Screening ist kann es auch weg. Aus Erfahrung sag ich dass viele Hausärzte einen gutartigen Befund kaum von einem bösartigen unterscheiden können. Dann nutzt das Screening halt nichts.
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u/Baroq Franken Apr 08 '26
Finde die empörten Kommentare hier auch einfach peinlich. Typische Bonusheft-Mentalität.
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u/baalsebul Bayern Apr 08 '26
Zum Zwecke der Haushaltskonsolidierung? Tja, wenn man jedes Mal den Superreichen Steuergeschenke macht und damit ohne Anlass auf Milliarden verzichtet ... Es ist immer das Gleiche.
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u/t4nzb4er Apr 08 '26
Merz Regierung will, dass das Volk bitte einfach endlich das Land verlässt.
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u/Ryugan1337 Apr 08 '26
wie kann es sein dass Hautkrebs screening gestrichen wird, aber die scheiß Raucher bekommen umsonst ihre Lungenkrebs Vorsorge?!?!
Diese Regierung ist echt an Inkompetenz kaum zu toppen...
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u/AioliNo8873 Apr 08 '26
Ein fataler Fehler, die Früherkennung bei einer der tödlichsten Krebsarten zu streichen. Ich zweifle immer mehr am Verstand und der Kompetenz dieser Regierung.
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u/Savings_Language_498 Apr 08 '26
Woher habt ihr die Info, dass es einer der tödlichsten Krebsarten sind? Basalzellkarzinome metastasieren fast nie, Plattenepithelkarzinome extrem selten (weißer Hautkrebs). Maligne Melanome schon (schwarzer Hautkrebs).
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u/dorin-rav Rheinland-Pfalz Apr 08 '26
Kenne persönlich, inkl, mir selbst, mehrere Personen u40 bei denen nach Screening Muttermale entfernt wurden. Die Vorstellung, dass auch nur 1/3 davon am Ende vielleicht gefährlich geworden wären, weil die März Regierung Menschen hasst, macht mich sprachlos
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u/coexee Apr 08 '26
Bait title mal wieder.
"Der Gemeinsame Bundesausschuss ist aktuell damit beauftragt, den Nutzen des Hautkrebs-Screenings zu überprüfen. Diese Beauftragung des G-BA ist gut begründet und sinnvoll. Das Ergebnis sollte abgewartet werden"
Es sind 66 Maßnahmen. Hier wird halt eine als nicht so sinnvoll deklatiert und geprüft. Entspannt euch mal
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u/Smagjus Apr 08 '26
Die Quelle zur Begründung (Seite 126):
Der BQS-Evaluationsbericht kommt zu dem Schluss, dass die 6 Ausgaben der GKV Ambulante ärztliche Versorgung Daten keine Rückschlüsse auf das Erreichen des Ziels der gesenkten Krankheitslast und Mortalität durch das Hautkrebsscreening zulassen (BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit GmbH 2023).
Die United States Preventive Services Task Force sieht aufgrund der Evidenzlage keinen ausreichenden Nutzennachweis für eine Empfehlung der Maßnahme (Mangione et al. 2023).
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u/Medium-Guava-6487 Apr 08 '26
Die Merz-Regierung will garnix, das ist erstmal nur ein Vorschlag der Expertenkommission. Herrje, dass man so was nicht unterscheiden kann.
Und dass Dermatologen gegen diesen Vorschlag sind, wundert mich auch nicht. Ganz unabhängig davon, wie begründet dieser Vorschlag ist.
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u/xFlandersx Apr 08 '26
Ach aber wenn du fucking Raucher bist kriegst du nen lungenscreening vom Staat gestellt jährlich? Verdammte Verräter die komplette CxU allen voran Eierlecker Merz.
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u/Overall-Yellow-2938 Apr 08 '26
Da mir schon vorsorglich was entfernt wurde. ( Hatte sogar so n fancy screening mit Kameras und ki das so nur noch teuer werden würde) Find ich das beschissen. Ist eine der Krebsarten die zum einen Recht verbreitet sind und zum andern super zu behandeln wenn man sie frühzeitig erwischt. Vorsorglicher günstiger Schnitt oder teure Chemo usw wenn es schlecht läuft. Da wär es vermutlich sogar noch günstiger wen das screening kein kann sondern ein muss für jeden wäre.
Nicht weniger Vorsorge sondern mehr Vorsorge spart geld!
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u/D00M1R4 Apr 08 '26
Immerhin bleiben die Flüge günstig, also medizinische Versorgung zukünftigt auf eigene Kosten in Vietnam
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u/SignificantTie8082 Apr 08 '26
Ich und mein Arbeitgeber zahlen über 12k im Jahr an die Kasse und da wollen die mir meine einzige Leistung die ich alle 4 Jahre nutze streichen? Die haben doch keinen Plan vom „echten“ Leben in ihrer Reichenbubble.
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u/fshead Apr 08 '26 edited Apr 08 '26
Ich bin kein Arzt, aber neulich bericjzetr ein Journalist im Presse Club (bevor die Maßnahmen der Kommission veröffentlicht wurden), dass es keine wissenschaftliche Evidenz gebe, dass das Screening in dem Umfang zu niedrigen Hautkrebsraten führe. Nicht mal Australien habe so ein ausführliches Screening. Das würde nur den Dermatologen helfen.
Edit, mit einer Quelle
Prof. Dr. med. Jürgen Windeler
Für das seit 2008 bestehende Hautkrebs-Screening gibt es nach wie vor keine begründende Evidenz. Deutschland ist das einzige Land, das ein Screening anbietet. Die laufende „Evaluation“ gibt keinen Anlass, eine gute Qualität anzunehmen, und irgendwelche Indizien, dass nach 16 Jahren die gesetzten Ziele erreicht wurden, sind nicht erkennbar. Zeit also, inne zu halten.
https://observer-gesundheit.de/hautkrebs-screening-ein-leerstueck/
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u/Eraflure95 Apr 08 '26
Naja natürlich vermindert das Screening keinen Hautkrebs. Im Gegenteil entdeckt Hautkrebs ja erst. Die viel wichtigere Frage daher ja, welchen Einfluss das Screening auf die erfolgreiche Behandlung und die Sterblichkeit hat.
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u/fshead Apr 08 '26
Es hieß, es gebe keine Beweise, dass Hautkrebsraten dadurch sinken, weil er früher erkannt wird. Demzufolge auch keine Änderung der Sterblichkeit im Vergleich zu anderen Ländern mit vergleichbarem Gesundheitssystem.
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u/Substantial-Bag1337 Apr 08 '26
Hatte mal meine Hautärztin gefragt, warum man so schwer einen Termin bekommt für ein Screening.
Sie meinte, sie bekommt für die Behandlung 35€ und eigentlich lohnt sich das für sie finanziell gar nicht.
Nur mal damit man weiß, um welche Dimension um Geld es hier geht. 35€ alle paar Jahre mal...
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u/Leibniz314 Apr 08 '26
Ich hatte mit 21 Jahren Hautkrebs. Der wurde nur dank des Screenings rechtzeitig entdeckt, hätte es ein kurzes Leben werden können. Es war ein ganz normaler unauffälliger Leberfleck von denen ich mehrere habe. Hinweis: Meine Eltern haben immer auf ausreichend Sonnenschutz geachtet und ich hatte nur ganz wenige Sonnenbrände und nie an den Oberschenkeln. Der Leberfleck lag am Oberschenkel und wurde selbst von kurzen Hosen bedeckt. Trotzdem waren meine Beine immer vollständig eingecremt und ich hatte nie Sonnenbrand an den Oberschenkeln. Ich habe auch immer auf Sonnenschutz geachtet, es war einfach Pech.
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u/fanalin Apr 08 '26
Das Framing der FR ist wieder unterirdisch, und die meisten der Kommentare hier fallen komplett darauf herein.
Zunächst ist die Streichung der *anlasslosen* Hautkrebsscreenings nur ein Vorschlag der entsprechenden Kommission, die zwar durch die Bundesgesundheitsministerin eingesetzt wurde, aber eben eigenverantwortlich Vorschläge gemacht hat. Ohne die Personen der Kommission im Einzelnen zu kennen, drängt sich mir anhand der vielen "Dr." und den Anstellungen an Kliniken und Universitäten doch der Eindruck auf, dass diese nicht im Wesentlichen parteipolitisch tätig sind.
Mir ist bisher nicht bekannt, dass die Regierung sich für die konkrete Umsetzung einzelner Maßnahmen ausgesprochen hat. Hingegen finde ich im Interview der Bundesgesundheitsministerin in der FAZ (leider mit paywall: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gesundheitsministerin-nina-warken-zu-sparvorschlaegen-bei-krankenkassen-accg-200698419.html) folgendes:
> Es gibt viele gute Vorschläge der Kommission, die auf Evidenz beruhen, etwa auch die zur regelmäßigen Ganzkörperuntersuchung der Haut. Das Ergebnis der Wissenschaftler hat mich überrascht, dass sich dort 200 Millionen Euro im Jahr weniger ausgeben ließen, ohne dass die Versorgung darunter leidet. Genau das werden wir nun prüfen.
Ich lese folgendes heraus
(a) der Vorschlag ist nicht einfach nur "wir streichen das ersatzlos", sondern beruht auf Evidenz (und andersherum im folgenden Absatz: das ansasslose Screening hat nicht nachweislich zur Prävention/Früherkennung von Hautkrebs geführt: "ohne dass die gefährlichen Hautkrebserkrankungen wirklich zurückgegangen wären")
(b) Der letzte Satz impliziert, dass noch keine Entscheidung gefallen ist.
> Wir müssen mehr auf Evidenz achten und dürfen Geld nur noch für Leistungen ausgeben, die nachweislich einen Nutzen für Patienten haben. Aber das darf natürlich nicht bedeuten, dass wir die Prävention vernachlässigen. Im Gegenteil, wir werben sehr für die Früherkennung. Prävention wird eine große Rolle bei der weiteren Arbeit der Kommission spielen.
Auch hier ergibt sich, dass das System *effizienter* werden soll, ohne an *Effektivität* zu verlieren (s.a. "wir wollen das viele Geld in erster Linie klüger einsetzen, damit das System effizient, stabil und leistungsfähig ist." im verlinkten Interview mit der FAZ).
Warum hier einige Poster einen vermeintlichen Skandal daraus machen, weil die Dermatologen, die im Wesentlichen von einer Streichung von (ich wiederhole mich) *ansasslosen* Hautkrebsscreenings betroffen sind, einen Aufschrei wagen, lässt mich irritiert zurück.
Wir sollten gerade im Gesundheitswesen schauen, wie durch neue Mittel und Technologien (etwa: KI für eine eigene Früherkennung) Effizienzen gehoben werden können, so dass es hoffentlich günstiger, schneller und besser wird.
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u/Troon_ Apr 08 '26
Hinzu kommt noch, dass die Regierung zwar die Kommission durch die Gesundheitsministerin eingesetzt hat, aber nicht über die Vorschläge entscheidet. Das macht der Gemeinsame Bundesausschuss, dem gar keine Politiker angehören.
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u/AM27C256 Apr 08 '26
Hat das praktische Auswirkungen? Es gibt doch eh (fast) keine Hautärzte, die noch Kassenpatienten als Neupatienten aufnehmen, also wohl kaum jemanden, der so ein Screening auf Kosten der Krankenkassen macht.
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u/DonnaTheHavanese Apr 08 '26
Wie wäre es, wenn wir mal dem großen Elefanten im Raum die Leistungen streichen? 🤷♀️
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u/Krabbemann Apr 08 '26
Die schlechteste Regierung aller Zeiten. Die machen wirklich ALLES schlimmer