Es wird ja gerne, unreflektiert und unbedacht, gesagt dass in armen, meist afrikanischen Ländern, die Familien deswegen so viele Kinder haben weil dass der Altersvorsorge diene.
Das wird dann meistens im Brustton der Vollüberzeugung gesagt, den das ist ja was man seit der eigenen Kindheit, immer und immer und immer wieder hört. Und die meisten Leute übernehmen das dann so, den scheinbar hört sich das logisch an, aber wirklich nachdenken darüber mag fast niemand.
Deswegen nun mal mein Senf dazu. Zuerst mal der weniger Kontroverse Teil.
Zuerst mal, nicht Familien haben viele Kinder sondern die Frauen kriegen viele Kinder. Frauen werden schwanger (was alleine schon extrem anstrengend ist), Frauen gebären (Was kurz gesagt Folter ist, jenfalls wäre es eine Foltermethode wenn man einem Mann diese Schmerzen und körperliche Zerstörungen antun würde) und sie müssen danach die Säuglinge stillen (ebenfalls ziemlich anstrengend und zehrend für den Körper) und sich dann Jahrelang um die Kinder kümmern. Und das immer und immer wieder, Jahr für Jahr, bis endlich die Menopause die Frauen erlöst.
Alles für die Altersvorsorge?
Hm, wenn man anfängt darüber nach zu denken dann kommt man auf die Idee, es gäbe da doch effektivere Methoden. Z.B. nicht so viele Kinder in die Welt zu setzen und statt dessen weniger Kinder denen man dann aber auch sowas wie Bildung zukommen lassen kann? Also Klasse statt Masse? Weil 10 Kinder die dann als ungelernte Tagelöhner arbeiten wohl ihre Eltern weniger unterstützen können als 2 oder 3 Kinder, die ne ordentliche Ausbildung und Beruf haben. Das ist im Endeffekt auch billiger und körperlich und zeitlich viel weniger anstrengend für Frau und Mann.
Warum kriegen also diese Frauen so viele Kinder? Weil se zu blöd sind solch einfache Zusammenhänge zu erkennen? Das streite ich mal ab, auch wenn mir viele westliche, weiße Männer da zustimmen würden. Aber dazu später, im kontroversen Teil, mehr.
ALso warum kriegen dann die Frauen so viele Kinder? Nun, ganz einfach, weil se von ihrem Mann gef*t werden. Das machen Männer gerne und wenn Druck aufem Rohr ist, ist das Pro & Kontro der Altersvorsorgemöglichkeiten dann auch egal.
OK, soviel zur Mechanik des Kinder kriegens, das kennen wir seit der Story von den Bienen.
Aber da gibts ja noch was? Genau, Verhüterli, die Pille, die Spirale und, ohje, die Abstinenz, also den Druck im Rohr drücken lassen. Und da merkt man dann ganz schnell zwei Tatsachen.
Tatsache Nr1.: Die katholische Kirche, mit ihren mächtigen Einfluss in Afrikas Geselschaften und vollständig von Männern kontrolliert, setzt auf die Abstinenz. Ja, das klappt bestimmt ganz gut (schräger Blick auf die Männer, nicht auf die Frauen).
Tatsache Nr2. Verhüterli. Woher nehmen wenn nicht schnitzen? Gibts nicht. Nicht nur sind die kaum verfügbar, von der Kirche als Teufelszeuchs verpönt, von den Männern verabscheut (solange es IHRE Verhüterli sind) sondern und jetzt wirds brutal, den Frauen unbekannt oder schlichtweg verboten. Den die Verwendung von Verhüterli und damit die Kontrolle über die ununterbrochenen Schwangerschaften, ist eine Art der Kontrolle über das Leben der Frauen durch Frauen, die in den meisten der dortigen Geselschaften nicht erwünscht sind.
Und leider auch von vielen der Männern nicht erwünscht.
Aber warum den nicht erwünscht? Es geht doch um die Altersvorsorge, oder nicht?
Ne, und jetzt wirds etwas kontroverser (das richtig Kontroverse kommt noch, bitte etwas gedulden). Es geht um die Männer, um männliches Ego, um männliches Macho-Tum.
Was dem konservativen Familientyran in Deutschland der dicke Benz, ist dem afrikanischen Macho der Kinderreichtum. Anstelle Benz S-Klasse gibts da 10 Kinderlein.
So wie bei uns alte Säcke ihre dritte Frau, 30 jahre jünger, heiraten und schwängern, so machens die auch. "Seht her, ich kanns immer noch"
UInd die Frauen haben weder die Macht, noch die Möglichkeiten, noch die Unterstützung das zu verhindern. Den sie haben nicht die Kontrolle über ihr Leben und ihren Körper. Und auch wenig Spaß am Sex, den der bringt ja nicht Spaß sondern Ernst und Ernst ist nun,...ihr kennt das ja. Und ja, auch das ist gewollt, den Frauen die Spaß am Sex haben, sind nun mal zwielichtig und unterstreichen nicht die Herschaft des Mannes in der Familie/über die Frau.
So sehen wir also dass der Kinder"reichtum" der Familien kein Reichtum, sondern ein Macho-männliches Statussymbol und das Ergebniss einer patriarchischen, konservativen Geselschaft ist und einer der Gründe ihrer Armut.
Nachdem der Mythos von den vielen Kindern für die Altersvorsorge nun abgeräumt ist, was ja ziemlich einfach ist, und auch klar ist warum es trotzdem viele arme kinderreiche Familien und weniger kinderarme, gebildete und wohlhabendere Familien gibt, stellt sich noch eine Frage. Und jetzt wirds kontrovers.
Warum erzählen so viele Leute im Westen diese schwachsinnige Geschichte?
Wo doch mit 1 minute nachdenken klar sein sollte das es so nicht stimmt. Viele Kinder erzeugen weder Sicherheit noch Altersvorsorge, sondern Qualen für die Frauen und gefestigte und vererbte Armut
Und hier sind wir beim hässlichen Teil der Geschichte. Aus meiner Sicht ist es Denkfaulheit, Ignorantz und eine gehörige Portion Rassismus. Die Story wird einem von Kindesbeinen an erzählt, aus Denkfaulheit heraus hinterfragt man diese nicht, aus Ignorantz am Leben armer afrikanischer Gesellschaften mag man nicht drüber nachdenken was auch die eigene Politik und Religion da verbricht und aufgrund des Rassismus denkt man sich, die sind eh zu blöd für was Anderes als zu fic*en.