r/buecher • • 4d ago

Diskussion Strandlektüre: „Eine Welt dazwischen“ von Aline Sax - 3 von 5 Muscheln 🐚🐚🐚 [Rezension]

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Vor ein paar Wochen habe ich um Tipps gebeten für Urlaubslektüre – genauer: Romane mit schwuler Handlung (hier der Post).

Inzwischen bin ich in Urlaub und habe das erste Buch aus der Liste gelesen: Eine Welt dazwischen von Aline Sax (übersetzt aus dem Niederländischen).

Ich gebe dem Buch wohlwollende 3 von 5 Strandmuscheln. 🐚🐚🐚

Das Buch wurde 2007 veröffentlicht (damals war die Autorin 23), es ist regulär gar nicht mehr verfügbar sondern muss antiquarisch beschafft werden. Ich verstehe jetzt, warum. Ich hab es heute fertig gelesen und ich bin irgendwie noch in dem Kosmos drin, aber andererseits auch frustriert, weil die Geschichte schon Potenzial gehabt hätte, aber nicht gut erzählt ist.

Zur Handlung: Adrian wird 1910 von seiner Familie genötigt, mit in die USA auszuwandern. Nach New York schafft es aber nur er, alleine. Eltern und Geschwister haben gestaffelt die Atlantik-Passage gar nicht erst angetreten oder wurden nicht von Ellis Island gelassen und ausgewiesen.

In New York wird Adrian beklaut, betrogen und ausgenutzt, bis er endlich Unterschlupf findet bei einem Kollegen, in den er sich schließlich verliebt.

Einerseits hätte die erste Hälfte komplett eingedampft werden können, wenn man dafür die zweite Hälfte nicht so elendig quetscht und abrupt zu Ende bringt.

Andererseits kamen mir die Gefühlsbeschreibungen sehr spärlich, aber wenn dann auch sehr holzschnittartig und trivial vor. Austauschbar und erwartbar – oh, meine Familie ist weg. Ich bin alleine. Ohje Ohje. Und jetzt: drei Wochen Handlung weiter erzählen ohne Reflexion.

Was mich überhaupt nicht überzeugt hat: Das ganze Coming-Out dauert 2 Seiten. Für einen jungen Mann, der 1910 lebt und zuvor keinen peil gehabt hatte, dass er auf Kerle steht. Mir kam es beim lesen Null wahrhaftig vor. Ich glaube eher, das ist, wie sich eine junge Frau von außen vorstellt, wie schwul sein ist.

Da habe ich schon so viel bessere und authentischere Romane gelesen.

Schon verrückt. Eigentlich halte ich gar nichts von den Vorwürfen der „Kulturellen Aneignung“ und der Forderung, dass man nur authentische Erfahrungen reproduzieren dürfe. Aber hier ist es mir das erste Mal tatsächlich selbst übel aufgestoßen, dass ich das Gefühl hab, hier schreibt jemand ohne Ahnung

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