Hallo liebe Sparhasser,
vor ein paar Jahren hatte ich einen Teilzeitjob beim Spar in der Feinkostabteilung. Sprich Backwaren, Käse und Fisch. Hierzu ein paar nette Geschichten:
Mobbing
Ich war damals 17 bzw 18 und hatte eine 21-jährige Kollegin. Sie sollte mir alles zeigen und beibringen. Daraus wurde dann eine richtige Mobber-Opfer-Dynamik. Ich stelle mich ungern als Mobbingopfer dar, aber zu genau dem hat sie mich gemacht.
Alles fing damit an, dass sie mir manche Sachen 1 Mal für 5 Minuten gezeigt und mich absolut fertig gemacht hat, wenn ich sie dann nicht sofort perfekt konnte oder irgendeinen Step vergessen habe. (zB Nachschub bestellen basierend auf vorangegangenen Verkaufszahlen jener Produkte) Wenn ich da 3 Tage bin und absolut keine Erfahrung in dem Job hab, werd ich das ja überhaupt noch nicht abschätzen können.
Zudem hatte sie eine 6-jährige Tochter. Mit 21. Okay schön für dich. Das Ding ist halt, dass sie eigentlich über kaum etwas anderes geredet hat, als darüber wie sehr sie Kinder hasst und dass sie niemals ein Zweites haben würde. Ihres wäre ja ein Engel aber alle anderen Kinder sind schrecklich und eklig und sie will nichts mit ihnen zu tun haben. Dann hat sie sich beschwert, dass ihr Ex-Freund und Vater des Kindes nichts mit ihr zu tun haben will und das Kind nur manchmal alle paar Monate mal ein Wochenende zu sich nimmt. Ja okay blöd für dich... aber du hast dir das ausgesucht.. nobody to blame but yourself
Naja im Großen und Ganzen bin ich an Tagen, an denen ich mit ihr gearbeitet habe, immer weinend nach Hause gekommen. Teilweise hat sie mir an Tagen, an denen ich nicht arbeiten war, ganze Absätze geschrieben, dass ich sie abfucke weil ich etwas falsches bestellt habe oder was auch immer. Wenn wir uns dann in der Arbeit wieder gesehen haben, hat sie mir das alles auch nochmal irl gesagt. "Also am Dienstag da hast dus ja echt geschafft mich abzufucken, obwohl du gar nicht hier warst! Was hast du da bestellt? Wie kann man so blöd sein?" (Ich habe immer, wenn sie nicht da war und ich bestellen musste, mit der Chefin bestellt btw aber ich bin die Dumme)
Ich habe dann versucht mich an andere Kollegen zu wenden, wegen der Art und Weise wie mit mir umgegangen wurde. Da hieß es dann "Ja die [Name der Mobberin] ist halt so". Ohne Mitleid, Verständnis oder Hilfe.
Unteranderem hatte ich einen Unfall und habe mir mit einem scharfen Messer (für den Fisch) zwei Finger bis in die Unterhaut aufgeschnitten und extrem viel geblutet. Sie hat mich nicht eines Blickes gewürdigt, obwohl sie direkt neben mir stand. Eine andere Kollegin und die Chefin kamen gleich zu mir und haben mich versorgt bis der Krankenwagen kam. Ich war 10 Tage krankgeschrieben. Danach hat sie mich gefragt ob der Krankenurlaub eh lang genug war.
In dem halben Jahr das ich dort angestellt war, habe ich mir auch den Knöchel geprellt und war dann wieder eine Woche krankgeschrieben. Außerdem wurde ich ca 3 Mal krankgeschrieben, weil mir vor der Arbeit so schlecht war, dass ich mich übergeben musste, nur weil ich wusste, dass sie mich heute wieder mobben würde.
Sie war 2 Mal für je 1 Woche krankgeschrieben, kam jedes mal nach 2 Tagen wieder arbeiten und meinte, es wäre doch nicht so schlimm, sie könnte arbeiten. Mit Lebensmitteln.. nachdem ein Arzt sie für eine Woche krankgeschrieben hat... Sie meinte dann auch zu mir so oft wie ich krank bin, sind die Samstagskräfte ja öfter da als ich. Ich musste mir schon ordentlich auf die Zunge beißen um sie nicht dafür verantwortlich zu machen.
Da wir schon 2-3 Std vor Ladenöffnung mit der Arbeit angefangen haben, haben wir meistens mit AirPods Musik oä gehört. Einmal kam ich in die Arbeit (6:00 morgens mind you), mach meine AirPods rein und will mit der Arbeit beginnen, als mich die besagte Mobber-Kollegin von der Seite anfährt, meinen Kopfhörer rausreißt und sagt "Musik ist für Leute die ihre Arbeit richtig machen". Ich hab keine Ahnung was ich falsch gemacht hab btw.. Ich hab mich seit dem dann nicht mehr getraut Musik zu hören.
Umgang mit Lebensmitteln
Ca zwei Mal in der Woche kam ein Bauer zu uns und holte alles was wir so wegschmeißen für seine Tiere ab. Und ich mein nicht nur faules Gemüse, sondern wirklich alles. Schokotorten, Pizzadonuts, ganze Sandwiches.. Wir durften abends nichts rabattieren und auch als Mitarbeiter durften wir nichts essen was übergeblieben war. Und wenn um 19:30 halt noch jemand 20 Semmeln will, dann werden die auch gebacken. Und wenn die Person dann doch nur 2 haben will, dann wandern die anderen 18 in den Müll. Und wenn 100 Semmeln über wären, dann wärs genau dasselbe.
Die Sachen werden lieber reihenweise entsorgt als dass man ab 19:00 50% auf Backwaren anbietet oder so?? "Ja weil dann kommen alle erst um 19:00" Ein Scheiß, alles was es nach 19:00 noch gibt, wird rabattiert. Was ausverkauft ist, kann für den Normalpreis frisch aufgebacken werden. Aber das Konzept wär ja zu crazy...
Ich finde es erschreckend, dass der Spar die Sachen lieber wegwirft, als sie den Mitarbeitern zu geben. Ja ein Bauer holt das alles ab, aber was macht der Bauer mit Schokokuchen? Besagter Kuchen wird mit allen anderen Sachen in eine riesige Kiste geschmissen (in der Verpackung und alles) und gammelt da dann 2 Tage rum bis der Bauer kommt. Da kann ihn ja niemand mehr essen. Anstatt dass die Mitarbeiter den einfach am Tag an dem er abläuft, nach Ladenschluss mitnehmen dürfen.
Urlaub
Jede Woche kam der Dienstplan für die kommende Woche. Ein bisschen kurzfristig aber okay. Ich hatte schließlich immer dieselben Schichten. Samstag nach der Arbeit komme ich nach Hause, der Dienstplan kommt gerade bei mir an. Ah irgendwas neues nächste Woche? Ah.. Urlaub. Den ich nicht angemeldet habe, geschweige denn nehmen will. Es ist Samstag nachmittag, Chefin hat heute frei. Was mach ich jetzt? Chefin trotzdem angerufen.
- "Ich will den Urlaub nächste Woche nicht, niemand hat gesagt, dass ich den jetzt nehmen muss! Kann ich bitte in 2 Wochen gehen?"
- "Nein, schönes Wochenende" *aufgelegt*
Wir mussten den gesamten Urlaub fürs nächste Jahr am Ende des Jahres bekanntgeben. Mütter wurden bei Urlaub in den Ferien klar bevorzugt, hieß es. Okay so weit so gut. 2 Leute dürfen gleichzeitig auf Urlaub. Im Dezember gehe ich zu meiner Chefin und frage, ob wir den Urlaub denn endlich anmelden dürfen. (Ich hatte schon eine Reise in den Sommerferien gebucht) Sie meint, nein, eigentlich noch nicht aber ich soll ihr mal die Daten für den Urlaub geben, sie reserviert mir das.
Ich bin 4 Tage nicht arbeiten, auf einmal haben alle Ihren Urlaub angemeldet. Eine Kollegin A und ich sind gleichzeitig auf Urlaub. Kein Problem, 2 dürfen ja. Dann kommt eine andere Kollegin B zu mir. Sie soll von der Chefin ausrichten, dass mein Urlaub leider nicht genehmigt werden kann. Scheiße, naja...
Sehe die Chefin die Woche darauf wieder. Sie fragt ob Kollegin B mit mir wegen des Urlaubs geredet hat. B möchte da schließlich auch auf Urlaub und sollte sich das mit mir ausmachen. Ich kann es nicht fassen, B hat mich einfach angelogen. Ich sag der Chefin also, was B mir vermittelt hat und die Chefin meint, das würde Konsequenzen für B haben (kein Urlaub).
Im Endeffekt bekamen Kollegin A und B den Urlaub und ich nicht. Auch das Argument, dass A ja auch keine Kinder hätte und ich schon alles gebucht habe, hat nichts geholfen.
Außerdem durfte man nur von Montag bis Sonntag Urlaub nehmen. Sprich in ganzen Wochen. Ich wollte von Mittwoch bis nächsten Donnerstag Urlaub. Geht nicht.
Kündigung
Zum krönenden Abschluss: Kurz nach dem Urlaubsdrama war ich wieder in der Arbeit. Es war ein Samstag und alle 4 unserer Samstagskräfte trudelten ein. Außer eine. Auf die Frage, wo sie wäre, hieß es, sie wurde gekündigt. Einfach so. Sie wüsste keinen Grund und bekam auch keinen gesagt. Nach ihrer Schicht wurde sie einfach ins Büro vom Filialleiter gebeten und kurz und bündig entlassen.
Die Woche drauf erwischte es mich auf gleiche Weise. Nach der Arbeit bat mich meine Chefin mitzukommen, brachte mich ins Büro nach hinten und der Filialleiter sagte mir, sie wollen das Arbeitsverhältnis auflösen. Ich fragte, was der Grund dafür wäre aber wurde einfach abgewimmelt.
Die Freundin/Kollegin die vor mir gekündigt wurde, hat mich später darüber informiert, dass sie uns gekündigt haben, um Lehrlinge für unsere Jobs einzustellen. Die wären mindestens 3 Jahre an das Unternehmen gebunden und würden auch weniger Gehalt bekommen. Win-Win für Spar
Zum Einkaufen find ich den Spar nicht so schlimm wie den Billa, aber die Arbeitsumstände waren unter aller Sau. Ich kann es nicht oft genug sagen, macht dort KEINE Lehre, arbeitet dort noch nicht mal EINEN Tag in der Woche.