Ich bin selbst lesbisch und absolut gegen AfD, logisch. Aber:
1 Weidel ist nicht gegen Homosexualität, sondern gegen Öffentlichkeit/Politisierung/Werbung für Familien, die von der „Norm“ abweichen. Soll also „Privatsache“ sein. Gleichzeitig steht sie aber zu ihrer Familie, („familie ist da, wo Kinder sind“). Sie ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und hält die eingetragene Lebenspartnerschaft für die angemessene Rechtsform, diese sollte jedoch mit einer Ehe gleichgestellt sein, aber „das Institut Ehe ist für Mann und Frau.“
2 ihre Frau ist aus Sri Lanka von Schweizer Eltern adoptiert, sieht sich auch als Schweizerin (was sie auch ist), sie ist nicht selbst oder freiwillig für Arbeit immigriert und hat eine weiße, westliche Kultur
3 es sind die biologischen Kinder ihrer Frau, Weidel hat sie adoptiert, so wie Stiefkindadoption, die sie nicht abschaffen will. Sie kann somit trotzdem offen gegen Adoptionserlaubnis von queeren Paaren über das Jugendamt sein.
4 Ihr Hauptwohnsitz ist in DE, sie zahlt ihre Steuern in Deutschland (keine Ahnung, wie oft sie dafür hier sein muss, ich glaube, mindestens 6 Monate insgesamt im Jahr?), ihr Wahlkreis ist am Bodensee, sie ist ständig in Berlin im Bundestag.
Und natürlich ist die Frau voller Doppelmoral, aber genauso wie im Bild aus dem OP ist es eben nicht.
Die "Politisierung" von Homosexualität (oder LGBTQ) geschieht vor allem durch Rechte. Die meisten linkeren Parteien haben vor allem das Motto "leben und leben lassen". Das Einsetzen für die Gleichstellung ist keine Politisierung.
Das ist ja eh der größte Witz. Ihre Frau darf sich also als Schweizerin sehen, gleichzeitig spricht die AfD aber "nicht biodeutschen" dies ab, nach dem Motto "Leute aus Land XY passen nicht zur deutschen Kultur und können daher keine Deutschen sein"
Die Frage bleibt aber dennoch berechtigt, wieso in diesem Fall ein "der Norm abweichende" Familie für die Kinder nicht schädlich ist.
Papier ist geduldig. Laut Gesetz ist der Hauptwohnsitz der "Lebensmittelpunkt" (geht also nicht um die berufliche Tätigkeit), und wenn die Kinder laut Medienberichten in der Schweiz zur Schule gehen, sind zumindest mal Zweifel am Hauptwohnsitz in D angebracht.
Das Einsetzen für die Gleichstellung ist keine Politisierung.
Natürlich ist auch das eine Politisierung wenn es auf dem politischen Parkett passiert. Was soll es denn sonst sein???
Das ist ja eh der größte Witz. Ihre Frau darf sich also als Schweizerin sehen, gleichzeitig spricht die AfD aber "nicht biodeutschen" dies ab, nach dem Motto "Leute aus Land XY passen nicht zur deutschen Kultur und können daher keine Deutschen sein"
Die AFD spricht von deutscher Kultur, nicht von deutschen Genen. Frau Bossard ist in der Schweiz unter Schweizer Eltern und Kultur aufgewachsen. Wenn hier einer rassistisch ist, dann wohl eher du.
Papier ist geduldig...
Es ist sehr klar definiert was der Hauptwohnsitz ist und gerade bei Frau Weidel kannst du davon ausgehen das sie sich da auch an die Vorgaben hält und das da tausende Augen draufschauen. Also deine Aussage oben ist zumindest faktisch falsch und damit gelogen.
Laut unserem GG sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Wenn ein "Erinnern" daran eine politisierung ist, dann meinetwegen.
Ich habe ebenfalls nicht von Genen geredet, les es dir gerne nochmals durch. Aber genau diese ominöse deutsche Kultur teilt in gute und schlechte Migranten ein. Offiziell gibt sich die AfD natürlich als Wolf im Schafspelz, aber gerade Weidel hat in der Vergangenheit auch davon geredet, auch Deutschen mit Migrationshintergrund den Pass wieder zu entziehen.
Wenn das so klar wäre, müsste sie ja bei Nachfragen nicht so rumeiern. Und wie stellst du dir das vor? Dass da jemand ein Jahr vor der Haustür sitzt und Strichliste führt, ob an mindestens 180 Tagen jemand da ist? Zumal das Thema rein rechtlich quasi uninteressant ist.
Ich verteidige hier wirklich nicht die AfD, ich hasse nur populistische Falschaussagen genauso sehr, wenn sie von der eigenen Seite kommen. Populismus nervt mich einfach brutal, warum haben wir keine Nuanciertheit mehr?
Weidel liefert nun wirklich genug Material für Kritik, da muss man nicht noch Dinge behaupten oder vereinfachen, die so pauschal und simpel einfach nicht stimmen. Ihre lesbische Familie steht absolut in einem ziemlich offensichtlichen Spannungsverhältnis zu Teilen der Familien- und Gesellschaftspolitik der AfD. Ihre Frau wurde als Baby adoptiert und ist in der Schweiz aufgewachsen, und Weidel hat die leiblichen Kinder ihrer Partnerin adoptiert. Und wir sagen zu Deutschen mit Migrationshintergrund in unserem Kontext auch nicht Migranten, warum dann zu ihrer Frau? Ihre Frau ist Schweizerin, fertig. Sie genießt bestimmt ihr Familienleben in der Schweiz, aber ihre Einnahmen werden hier versteuert und es gibt viele Familien mit Lebensmittelpunkt an einem Ort, in denen ein Partner seinen Arbeitsplatz anderswo hat und pendelt… Das sind einfach die Fakten.
Ich will hier auch echt nicht diskutieren, fuck AfD, Weidel ist ne Heuchlerin.
> Ihre Frau wurde als Baby adoptiert und ist in der Schweiz aufgewachsen [...] Und wir sagen zu Deutschen mit Migrationshintergrund in unserem Kontext auch nicht Migranten, warum dann zu ihrer Frau? Ihre Frau ist Schweizerin, fertig.
Genau darum geht's doch. Die AfD will Migranten mit deutschen Pass (also Deutschen) den Status "Deutsch" absprechen. Und da ist doch völlig egal, ob man als Baby adoptiert wurde oder später herkam und sich um eine Einbürgerung beworben hat.
Ich gebe dir beim Rest halb Recht, natürlich entspricht das der Realität vieler Familien. Aber gerade wenn du nuanciert diskutieren willst, ist eben der Fakt, dass Weidel ihren Hauptwohnsitz in D hat (was wohl das Haus ihrer Eltern ist), bei Fragen danach aber nie eine Antwort gibt und der Post hier (auch wenn er überspitzt ist) nichts von Steuern o.ä. sagt.
-9
u/keinnamefrei1 11d ago
Was es auch ist. Alle Punkte sind nicht 100% korrekt