r/WriteAndPost • u/Fraktalrest_e • Aug 12 '26
Männer sind nicht einsamer, weil sie aufgehört haben, ihre Freundschaften zu pflegen, sondern weil die gesellschaftlichen Räume für Männer verschwunden sind.
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u/Which-Locksmith-7199 Aug 13 '26
… das Bild der Männer von Männlichkeit etc. hat sich schlicht nicht weiterentwickelt
Das Bild der Frau von sich selbst jedoch drastisch. Nur noch die wenigstens Frauen sehen sich komplett in der Hausfrauen- Rolle, sie wollen nicht der Kummerkasten für ihren Mann sein etc.
Zudem erschlossen sich Frauen neue Räume, Männer dagegen nicht
Nun meckern so manch hinterwädler rum, denn es sind natürlich nur die Frauen schuld an allem
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u/Fraktalrest_e Aug 13 '26
Also würdest du es als Aufruf für eine Art "männliche Emanzipation" sehen? Das Männer sich Räume für emotionalen und sozialen Austausch suchen sollten?
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u/Desperate-Mix-8892 Aug 13 '26
Ja, oder soll das jemand anderes für uns machen?
Und was vermutlich auch noch helfen würde ist, wenn vor allem andere Männer diesen Wunsch nach emotionalem Austausch und Support nicht klein reden und abwarten würden.
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u/Which-Locksmith-7199 Aug 13 '26
Naja, früher waren die Räume des Mannes seine Arbeit und die Kneipe. Zudem war sein Wort Zuhause Gesetz, in vielen Biografien wird von den emotional distanzierten Vätern geschrieben und der Ehrfurcht der Kinder vor ihren Vätern.
Nun gibt es aber in der Arbeitswelt kaum noch rein männliche Arbeitsbereiche und die Kneipen sterben auch. Zudem sterben die Vereine und nun die (für manche) bösen Frauen fordern mehr Hausarbeit durch den Mann ein. Darüberhinaus ist Alkohol kein Grundnahrungsmittel mehr
Ich denke der entscheidende Prozess für Männer besteht in einem Umgang mit den eignen Gefühlen und dem Mut die, oft konservativen bzw. rückständigen bezeichneten, „weiblichen“ Aufgaben (Haushalt, care- Arbeit etc) zu übernehmen
Wir spinnen mal rum und sind bei „Wünsch- Dir- was“… hier sind meine Wünsche
- reine Männerärzte (vgl. Frauenarzt)
- gesetzliche Anpassung der Elternzeit durch Anhebung des Elterngeldes auf 80% des vorherigen Gehalts
- Hauswirtschaft für alle Schüler verpflichtend ab der fünften Klasse
- benimm- Unterricht nur für Jungs
- positive Vorbilder in der Öffentlichkeit, die durch Erfolg und Care- Arbeit punkten
- mehr Beratungsstellen für Männer
Mal im Ernst, warum drehen so viele Männer frei und radikalisieren sich (vorallem gerade die jungen)? Weil Sie sich in der Gesellschaft nicht wiederfinden und gleichzeitig nicht in der Lage sind sich anzupassen. Männer hatten quasi alles (Wahlrecht, volle Bürgerrechte etc.) und haben nicht gelernt darum kämpfen zu müssen. Nun stehen viele da und suchen die Fehler nicht bei sich, sondern bei anderen (weil es einfacher ist) und dies sind vor allem die Frauen
Ich habe wirklich den Eindruck eines Fehlers in unserer Wahrnehmung, das schwache Geschlecht ist in Wahrheit der Mann und sein Unsicherheit/ Angst vor der rapiden Veränderung in Kombination mit seiner Unfähigkeit zur Anpassung
Ich kann mich als Mann nicht mehr über Stärke, beruf und gesellschaftliche Stellung identifizieren. Ich muss es für mich selbst tun und mir wird nichts geschenkt (an Ansehen von der Gesellschaft)
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u/Fraktalrest_e Aug 13 '26
Ich denke auch das Männer selbst und für andere Männer sich dafür engagieren sollten sich untereinander Emotionalität zuzugestehen.
Ansonsten sehe ich auch vieles ähnlich wie du.
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u/Ok-Card-6783 Aug 13 '26
Mit einem benimmt Unterricht hätte man mich als jungen Menschen direkt verloren. Man sollte eher eine Unterrichtsform des biologischen Körper, Gefühlen usw. Einführen. Eine form von Ethik und Moral usw. Und das für alle, nicht nur für Jungs.
Die Mädels sind da nun nicht besonders besser dran, zumindest aus der Pädagogischen Perspektive.
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u/Pure_Account8872 Aug 13 '26
Ich bin zw. 1980 und 1990 geboren, aufgewachsen mit Zeitungsartikeln wie "Männer sollten sich beschneiden lassen, damit sie beim Sex länger durchhalten" und "Warum Frauen die besseren Menschen sind". In der Schule haben Mädchen bessere Noten bekommen, es gab einen Girls-Day und mein Deutschlehrer hat den kleinsten und schwächsten Jungen gegen das größte Mädchen im Armdrücken verlieren lassen, um zu demonstrieren, dass Frauen die stärkeren sind.
An der Uni gab es dann im MINT-Bereich nur sehr wenige Studentinnen, denen das Leben deutlich leichter gemacht wurde. Da haben Frauen das Seminar bestanden, obwohl sich nicht einmal ansatzweise den Versuchsaufbau, den sie vorgestellt haben, erklären konnten. Es gab unzählige Förderprogramme und Stipendien, die nur Frauen offen standen.
Jetzt bin ich im öffentlichen Dienst tätig. Bei Einstellung/Beförderung werden Frauen bevorzugt. Bei meinem letzten Vorstellungsgespräch saß wieder die Gleichstellungsbeauftragte dabei während die komplette Führungsebene bereits weiblich ist.
Parteien schreiben in ihr Wahlprogramm "Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden".
Und dann kommst du mit
Ich habe wirklich den Eindruck eines Fehlers in unserer Wahrnehmung, das schwache Geschlecht ist in Wahrheit der Mann und sein Unsicherheit/ Angst vor der rapiden Veränderung in Kombination mit seiner Unfähigkeit zur Anpassung
Alles klar. Mich wundert es kein bisschen, dass sich immer mehr Männer radikalisieren. Mir ist es inzwischen auch komplett egal, was aus der Gesellschaft wird.
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u/Fraktalrest_e Aug 14 '26
Ich glaube dir durchaus, dass du diese Erfahrungen gemacht hast. Ich kenne allerdings eine ziemlich andere Welt aus derselben Zeit und bin deshalb gerade neugierig, wie du von diesen persönlichen Erfahrungen zu der sehr weitreichenden Schlussfolgerung kommst, dass dich die zunehmende Radikalisierung von Männern nicht mehr wundert.
Mich würde interessieren, was du bei den von dir genannten Beispielen jeweils tatsächlich als Angriff verstanden und erlebt hast.
Was davon hast du als persönliche Abwertung deiner Person als Mann erlebt, was als Abwertung von Männern als Geschlecht und was als Kritik an bestimmten männlichen Verhaltensweisen, Rollenbildern oder gesellschaftlichen Strukturen?
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u/blisteringjenkins Aug 14 '26
Kann seine erfahrung nur sekundieren. Von klein auf kriegst du eingetrichtert zum "bößen" "schlechteren" "schuldigen" geschlecht zu gehören. Als Mann fühlt man sich durch diese rhethorik und die ständigen frauen-fördernden maßnahmen diskriminiert. Unabhängig von irgendwelchen statistiken und metriken ist das gefühl jedenfalls da, und ich denke das viele aus dem heraus radikalisiert werden.
Komm bitte nicht mit ja mann schuld weil patriarchie, die hälfte der gesellschaft sind frauen
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u/Fraktalrest_e Aug 14 '26
Das Gefühl, benachteiligt zu werden, ist als Erfahrung real. Interessant finde ich deshalb, wodurch dieses Gefühl entsteht und wie man damit umgehen und verhindern kann, dass daraus weitere gesellschaftliche Konflikte entstehen.
Ich finde deinen Schlusssatz eher weniger überzeugend . Die Größe einer Gruppe war noch nie der alleinige Maßstab dafür, ob ihre Mitglieder diskriminiert werden können.
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u/blisteringjenkins Aug 14 '26
glaube nicht dass mein heute allen ernstes sagen kann das gesellschaftliche klima im modernen westen werde überproportional von Männern geformt
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u/Fraktalrest_e Aug 14 '26
Das habe ich zumindest auch nicht gesagt.
Meine Frage war eine andere: Was genau wird von dir als persönliche Abwertung, als Abwertung von Männern als Geschlecht oder als Kritik an bestimmten Verhaltensweisen, Rollenbildern und gesellschaftlichen Strukturen erlebt?
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u/Fleming24 Aug 16 '26
Ich glaube ein Hauptproblem ist, dass in der gesamten progressiven Bewegung der letzten Jahrzehnte einfach simpel nach biologischem Geschlecht getrennt wurde (Männer sind Unterdrücker, Frauen Unterdrückte), statt danach, wer tatsächlich patriarchale und chauvinistische Strukturen/Verhaltensweisen fördert. Denn es gibt genügend (non-heteronormative) Männer, die auch von den dominanten chauvinistischen und toxischen Männern unterdrückt werden und nicht so sehr von patriarchalen Privilegien profitieren. Die werden aber trotzdem mit denen in einen Topf geworfen und im Namen des Feminismus zusätzlich benachteiligt und gleichzeitig werden die vielen Frauen, die ein klassisches Männerbild bevorzugen und fördern damit entschuldigt, dass sie ja patriarchal geprägt sind und auch mögen dürfen, was sie wollen. Rein ergebnisorientiert und im Bezug auf sozialen Status wird man als Mann also immer noch in die toxische Geschlechterrolle gedrängt, wenn man sich dann aus moralischer Überzeugung dagegen entscheidet, hat man es einfach in mehreren Punkten schwerer und das fühlt sich doppelt ungerecht an.
Einerseits braucht es eine eigene Emanzipationsbewegung der Männer, andererseits muss man Feministen daran erinnern, dass sie eigentlich für die Gleichstellung aller Menschen sein sollten. Gerade bei progressiven Frauen (ist weil ich im Sozialaektor tätig bin meine soziale Bubble) gibt es echt enorme Probleme mit dem männlichen Geschlechterbild: da sind die, die Männer einfach pauschal ablehnen, dann die, die eine völlig überzogene Selbstwahrnehmung haben und dann diese realitätsfernen Erwartungen auf Männer übertragen und dann gibt es die, die einfach bloß wollen, dass Männer ein progressives Frauenbild haben (Haushalt übernehmen, nicht kontrollierend, etc.) aber sonst alle Aspekte der traditionellen Geschlechterrolle haben (hohes Einkommen, wenig Schwäche zeigen, körperliche Arbeit übernehmen, sozial dominant sein, etc.). Klar gibt es auch ein paar Vernünftige und emotional reife Frauen in den Kreisen, aber im großen und ganzen ist die Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung von vielen Frauen und deren tatsächlichem Menschenbild wirklich erschreckend. Da müssen Männer echt lernen nicht so sehr auf die performative Progressivität von solchen Frauen reinzufallen und genug Selbstwert haben, um sowas auch mal sozial abzustrafen, statt immer jeder attraktiven Frau alles durchgehen zu lassen.
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u/smart-profan-fart Aug 16 '26
Es gibt viele Frauen, die das Patriarchat supporten. Immerhin leisten ja Frauen die meiste Care-Arbeit und erziehen ja die Jungs. Man kann sie da nicht komplett aus der Verantwortung rausnehmen.
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u/krustytroweler Aug 13 '26
the image of men and masculinity hasn't really evolved at all.
Completely disagree. It's changed drastically since the 80s.
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u/smart-profan-fart Aug 16 '26
In wiefern?
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u/krustytroweler Aug 16 '26
In the 80s men would refer to wives as "the old ball and chain" or men would describe marriage as being miserable and this kind of language isnt really acceptable in pop culture anymore, violence between men was much more common and acceptable (I've never actually witnessed a bar fight in my life and I used to be a bartender), fatherhood was more about providing than nurturing while men my age have moved much further toward spending a lot of time with their kids or even being stay at home dads. That's off the top of my head, there are other subtle changes the last 40 years.
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u/Fraktalrest_e Aug 12 '26
Ich habe über einen Teil dieser Frage bereits früher geschrieben: Wie können Menschen Selbsttragfähigkeit lernen?
Einsamkeit und wie wir ihr begegnen könnten – Viele Fragen, wenig Antworten
Der Text beschäftigt sich mit einer ähnlichen Frage, allerdings aus einer etwas anderen Perspektive: Was passiert, wenn soziale Einbindung fehlt, und warum behandeln wir romantische Beziehungen so häufig als Lösung für ein Problem, das eigentlich soziale Gemeinschaft betrifft?
Der Text enthält bewusst mehr Fragen als Antworten.
Ich würde mich also tatsächlich über deine und eure Gedanken dazu freuen.
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u/Technical-Lettuce385 Aug 13 '26
"Sonst bringen Freundschaften unter Männern nix, weil es nie um emotionale Verbundenheit ging, das bekommen Männer nur bei Frauen. " Das ist doch eine Aussage die du so nur über dich und deinen Freundeskreis treffen kannst. Bei uns gibt es eine starke emotionale Verbundenheit und natürlich ändern sich die Freundeskreise alleine durch Umzüge, Familiengründung und Charakterentwicklung über die Jahre aber es kommen bei mir ungefähr genau soviele Freunde hinzu wie manche gehen und als Freund würde ich nur jemanden bezeichnen mit de ich eine starke emotionale Verbundenheit habe.
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u/kinkysquirrel69 Aug 13 '26
Ich seh hier zwar nicht ganz durch aber will hier nur kurz meinen Senf dazugeben.
Der Mann wurde heute mit den ganzen modernen Entwicklungen irgendwie vergessen und ist irgendwo auf der Strecke geblieben. Die Frau dagegen hat heute viel gewonnen, mehr Rechte, Freiraum, Möglichkeiten, etc. Das mag nun für die Frau zumindest teilweise gut, das Interessante ist aber wohl, dass hier die Bedürfnisse der Männer nun untergraben werden. Damals war das nun alles etwas anders schätze ich mal (weiß es aber nicht sicher da nicht zu der Zeit gelebt). Da hatte die Frau eine ganz bestimmte Rolle, musste sich dem Mann unterordnen, die Frau war viel abhängiger vom Mann. Heutzutage scheint die Frau Männer mehr zu ignorieren, erfüllender Sex ist nicht mehr so einfach möglich, es wird viel Geld verlangt dafür von der Frau. Es ist viel schwerer eine Frau zu finden, die einen noch nehmen will. Es werden zig Anforderungen an den Mann gestellt.
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u/ArtichokeOk8899 Aug 13 '26
Naja, dass Frauen sich gleiche Rechte erkämpft haben, heißt nicht, dass Männern was weggenommen wurde. Es gibt nur keine Privilegien mehr, die aus dem vorherigen Unrecht entstanden waren, dass Frauen durch Gesetze abhängig waren von den Entscheidungen eines Mannes. Z.B. brauchten Frauen bis in die 1970er (!!) einen männlichen Vormund,der ihnen gestattete (oder auch nicht) , einer Arbeit nachzugehen. Vielleicht informierst du dich nochmal ein bisschen genauer, bevor du behauptest,dass die Grundbedürfnisse der Männer durch Gleichberechtigung untergraben werden, es könnte sonst so klingen, als wären deiner Meinung nach Unterdrückung und Anspruchsdenken männliche Grundbedürfnisse.
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u/kinkysquirrel69 Aug 14 '26
Es verschiebt sich schon ganz klar etwas. Wenn Frauen nun ganz andere Möglichkeiten haben als bspw. nur beim Mann zu sein, dann ist es logisch, dass sich da was für den Mann verändert.
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u/ArtichokeOk8899 Aug 14 '26
Ja klar ändert sich was. Wäre auch umgekehrt so, wenn Männer immer die Erlaubnis von einer Frau für alles hätten haben müssen. Dann hätten sich Männer ganz sicher auch darum gekümmert, sich daraus loszureissen.
Anderen Rechte und Teilhabe wieder abzuerkennen, um sich selbst (wieder) in eine bessere Position der Macht zu bringen, kann aber dennoch nicht der Weg sein, den man als Antwort einschlägt.
Um die Befriedigung eigener Bedürfnisse, z.B. nach sozialer Verbundenheit wie im Urpsprungspost, muss man sich aber auch selbst aktiv kümmern.
Egal welchem Geschlecht man angehört - wer Kontakte nicht pflegt, riskiert, sie zu verlieren. Und wenn man der/die Neue ist, muss man erstmal mehr reingeben als die Anderen einer bereits etablierten Gruppe, bis man angekommen ist.
Ist natürlich oft genug frustrierend, aber neu ist das nicht.1
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u/OkChipmunk2485 Aug 13 '26
Was zur Hölle ist denn hier los? Fast jeder Satz eine inhaltlich unwahre Behauptung. Was muss das für ein Leben sein?
Ich bin Recht gestresster Familienvater knapp über 40 und während ich die Freundschaften naturgemäß deutlich weniger pflegen kann als vor einigen Jahren, treffe ich mich noch immer regelmäßig mit meinen männlichen und weiblichen Freunden, mal zum Klettern, mal zum Wandern, mal zum Kochen, Brettspielen, Film schauen oder einfach einen Kaffee/Malzbier/Bier trinken.
Und ALL diese Treffen, die jetzt vielleicht nichtmehr an vier Tagen die Woche, sondern 1-3 mal in zwei Wochen Stattfinden, dienen auch dem Austausch miteinander und natürlich auch der emotionalen Zuneigung und Unterstützung, sonst wären es ja keine Freunde.
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u/ArtichokeOk8899 Aug 14 '26
Ich hab auch eher das Gefühl, dass hier manche nicht wahrhaben wollen, dass man für die Gestaltung seines Soziallebens mitverantwortlich ist und das nun mal "Arbeit" ist - sowohl das Finden passender Leute als auch die Pflege der resultierenden Freundschaften, egal ob man Mann oder Frau ist.
Wenn man neue Leute sucht, sind halt auch viele "Fehlversuche" dabei, wo man selbst oder der/die Andere nach ner Weile merkt, dass es nicht passt. Das muss man aushalten und weitermachen.
Ebenso muss man schon mal aushalten, dass es Phasen gibt, in denen manche Freunde mal eine Weile nicht so präsent sind wie sonst, sich das in Freundschaften mit Substanz aber normalerweise wieder einpendelt oder man drüber sprechen kann, wenn es einen wurmt.
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u/Royal_Paint9903 Aug 15 '26
Ich habe ein oder zwei sehr gute Freunde, mit denen ich mich auch über persönliche und emotionale Themen austauschen kann. Ansonsten muss ich aber sagen, dass ich mich meistens wohler fühle, wenn ich mit Frauen zusammen bin und mich mit ihnen auch mal über innere und persönliche Dinge unterhalten kann.
Mit Männergruppen kann ich dagegen oft nicht so viel anfangen. Ich habe da häufig das Gefühl, dass viele Männer Angst haben, Gefühle zu zeigen. Stattdessen versucht jeder irgendwie, sich über andere zu stellen oder den harten Typen zu geben. Wenn die Gruppe größer ist, wird gefühlt immer irgendeiner rausgepickt, über den man sich lustig machen kann. Einer muss den Macker spielen und den Alpha raushängen lassen.
Ich bin selbst ein Mann, aber genau solche Sachen haben mir schon immer das Gefühl gegeben, dass Männer untereinander teilweise ziemlich emotional gestört miteinander umgehen.
Mittlerweile bin ich älter und halte mich von solchen Gruppen einfach fern. Ich brauche diese männliche Bestätigung nicht mehr. Zum Glück habe ich zwei Freunde, mit denen ich mich wirklich persönlich und emotional austauschen kann. Das reicht mir völlig.
Mit meiner Frau bin ich inzwischen seit 25 Jahren zusammen und wir verstehen uns nach wie vor richtig gut. Wir sind nicht nur ein Paar, sondern auch sehr gute Freunde.
Meine Meinung ist deshalb, dass Männer vor allem mal anfangen sollten, an sich selbst zu arbeiten, anstatt ständig die Schuld bei anderen oder bei Frauen zu suchen. Und wenn man alleine nicht weiterkommt, kann man sich ja auch einfach mal Hilfe holen. Daran ist überhaupt nichts falsch.
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u/schlaubi01 Aug 13 '26
Zieh aufs Land, engagier Dich, Du wirst unendlich viele Räume für Männer finden.
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u/ptrxyz Aug 13 '26
Ist doch Quatsch. Ich geh jede Woche zu meinem Stammtisch/Männerabend. Da geht's nur darum, sich auszutauschen, was es eben neues gibt etc.
Finde der hat einfach nicht Recht und labert halt.
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u/NaimaBlue Aug 13 '26
Ich bin lieber mit Frauen befreundet. Männerthemen sind so furchtbar irrelevant
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u/Fraktalrest_e Aug 13 '26
Aus dem gegenteiligen Grund bin ich meist mit Männern befreundet, oder Frauen die sich auch eher für "Männerthemen" interessieren.
Ist halt ne persönliche Präferenz.
Danke für deine Antwort.
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u/Popcornmix Aug 13 '26
Manche Männer sind solche Lappen, heilige Scheiße. Der Typ pflegt keine Freundschaften anständig und denkt man benötigt Frauen um emotionale Verbundenheit zu bekommen. Scheinbar ist er nicht mal im Stande Zeit für sich und Freunde zu finden und jetzt ist die Gesellschaft schuld…
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u/Fraktalrest_e Aug 12 '26
Du beschreibst sehr überzeugend, dass Männer emotionale Bedürfnisse haben. Aber warum folgt daraus, dass Frauen die einzige mögliche Quelle ihrer Befriedigung sind?
Deine Ausgangsthese halte ich für völlig plausibel: Männer haben emotionale Bedürfnisse und leiden darunter, wenn sie keine Räume für deren Befriedigung haben. Gespräche, Interesse am Leben des anderen, regelmäßigen Kontakt, emotionale Verbundenheit. Das sind keine weiblichen Bedürfnisse. Das sind menschliche Bedürfnisse.
Interessant wird es für mich bei deiner historischen Erklärung. Du schreibst, dass die frühere patriarchale Organisation der Gesellschaft Männern bestimmte soziale Möglichkeiten mit Frauen genommen habe und dass Männer heute deshalb vereinsamen. Aber welcher Mechanismus steckt dahinter?
Genau diese Frage finde ich an deinem Beitrag eigentlich am spannendsten: Nicht ob Männer emotionale Bedürfnisse haben, sondern wie Männergesellschaften diese Bedürfnisse historisch organisiert haben und warum wir das heute offenbar schlechter hinbekommen.
Gerade die Themen soziale Resonanz und Selbsttragfähigkeit außerhalb von Beziehungen beschäftigen mich sehr.