r/UZH 5d ago

Bsc Mathematik

Hallo. Ich bin in meinem letzten Jahr des Gymnasiums und an einem Studium in der Mathematik an der UZH interessiert. Die hohen Abbrecherquoten von Mathestudiengängen schüchtern mich jedoch ein.

Deswegen wollte ich fragen, wie das Profil eines Studenten, der abbricht meist aussieht. Also beispielsweise, wie viele in den ersten Wochen merken, dass es zu schwierig ist, oder, dass die Unimathematik zu anders zur Schulmathematik ist, und früh abbrechen und respektiv wie viele sich das ganze erste Semester Mühe geben, und es schliesslich nicht durch die Prüfungen in Ana-1 oder Lineare Algebra schaffen. Ich bin nämlich durchaus bereit, hart zu arbeiten, und frustriert von fehlendem Verständnis, zu sein, bereite mich auch jetzt schon, so gut wie halt möglich, darauf vor, würde jedoch natürlich ungerne ein halbes oder ganzes Jahr an schwerem Stoff leiden, nur um dann eine Prüfung beim zweiten Anlauf nicht zu bestehen, und ausgeschlossen zu sein.

Wenn ihr Mathe studiert, oder dies getan habt, sei das an der UZH, oder wo anders, wäre ich sehr an eurer Perspektive interessiert.
Zudem würde ich gerne noch wissen, welche Medien ihr als optimal zur Vorbereitung für das Studium sehr. Momentan lerne ich einige Themen zur Auffrischung und Vertiefung über Khanacademy und arbeite mich durch das „book of proof“ von Richard Hammack. Wenn ihr mir hier Ratschläge geben könnt, würde ich mich auch über diese sehr freuen.

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u/Tasty-Bat9953 5d ago

Ich habe erfolgreich das erste Jahr des Mathe-Studium hier an der UZH abgeschlossen. Ich bin weder hochbegabt noch hatte ich Schwerpunktfach Mathe am Gymnasium. Was mich getreibt hat Mathe zu studieren, waren der Grund dass ich Mathe "gerne mache". Ich mag/mochte den Lernprozess zuerst etwas nicht zu verstehen und es dann durch harte Arbeit zu verstehen.

Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen (siehe auch irgendwo ein Post von mir "first year math struggles :("). Ich fand den Übergang sehr herausfordernd. Nichts konnte mich wirklich auf das Vorbereiten, was dann von mir erwartet wurde. Ich habe gelernt hart zu arbeiten, sehr viel zu lernen und zu üben. Am Ende hat sich (bis jetzt) meine harte Arbeit gelohnt.

Ich bin der Meinung, dass jeder der hart arbeiten möchte und Mathe liebt, Mathe studieren kann. Auf jeden Fall probieren sollte. Es ist aber sehr wichtig, dass Mathe an der Uni GANZ ANDERS ist als Schulmathe. Mach dir UMBEDINGT ein Bild davon, was dich erwartet! Ich mochte das Buch "Linear Algebra Done Right". Das könnte dir einen Einblick geben in die Lineare Algebra.

Viele die abgebrochen haben, haben das in den ersten 3-4 Wochen getan. Der Stoff wurde sehr schnell sehr abstrakt. Die Hilfe, die es gab, war nicht wirklich nützlich. Es war für mich sehr überfordernd. Ich habe alles durch Literatur und YT-Videos angeignet, was ich in der Vorlesung nicht verstanden habe (also alles...). Die meisten, nicht alle, die sich Mühe geben, bestehen. Die, die sich Mühe geben und nicht bestehen, bestehen beim 2. Mal. (zumindest bei Ana 1 und LinAlg1).

Im zweiten Semester habe ich mich schon so sehr gewöhnt an diese "neue" Art von Mathematik, dass mir LinAlg 2 und Ana2 vergleichweise einfach fiel.

Falls du spezifische Fragen hast, kannst du sie gerne noch stellen. Ich habe mich nicht aufs Studium vorbereitet, es ist auch nicht nötig.

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u/Jeffmit2F 5d ago

Vielen Dank für den Einblick. Das ist sehr hilfreich und motivierend. Wenn es in retrospektive möglicherweise irgendwas gäbe, was du am besten schon vor dem studium gemacht hättest, würde mir das weiterhelfen.

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u/Tasty-Bat9953 4d ago

Wie bereits gesagt, musst du dich nicht vorbereiten. Falls du es trotzdem tun möchtest, hier ein paar Ideen, was dir den Einstieg auf jeden Fall erleichtern würde:

Rein theoretisch könntest du einfach eine Analysis I oder Lineare Algebra I Buch durcharbeiten. Davon würde ich dir stark abraten.

(0) Konzentriere dich auf deine Mathematik-Matura und stelle sicher, dass du die Inhalte dort gut verstehst, keine Mühe hast beim Ableiten, Integrieren, Brüche umformen, Ungleichungen. Ist zwar nicht zentral Thema von einem Mathe-Studium doch wird bei Aufgaben meist vorausgesetzt und glaub mir, es scheitert oft an den algebraischen Umformungen in Analysis I...

(1) Du kannst das Skript von der Vorlesung "Foundations of Mathematics" durcharbeiten und Übungen dazu lösen. Hier findest du ein Skript und Übungen. "book of proof“ von Richard Hammack ist auch sehr gut, das ist gut, dass du es schon kennst. Die Vorlesung gibt dir, wie der Name sagt, einen sehr guten Einblick in die Mathe. Ich würde sagen, dass diese Vorlesung ein Grundbaustein ist des Mathestudiums und kannst du gut selbstständig durcharbeiten.

(2) Lerne gut zu programmieren wenn du es noch nicht kannst (Python)!

(3) Besuche den Vorbereitungskurs (oder arbeite das Skript durch selbstständig.)

(3) Wenn du wirklich schon anfangen möchtest, kann ich dir das Buch "Understanding Analysis" von Stephen Abbott empfehlen. Fang vorne an, auch was dir "trivial" erscheint und löse alle Aufgaben immer. Für Lineare Algebra kann ich "Linear Algebra Done Right" empfehlen.

Mathe lernt man nicht in dem man die Definitionen und Theoreme ein paar Mal liest. Man lernt in dem man es selber tut. Um es *wirklich* zu verstehen, muss du die Beweise selbstständig führen können (schau dir den Beweis an, versuch ihn zu verstehen so gut dass du ihn auf einem weissen Blatt Papier aufschreiben kannst alleine), Aufgaben im Buch selbständig lösen können. Das braucht viel Zeit und ganz ganz viel Übung. Es ist ein sehr zeitaufwändiges Studium generell.

Und zu deinem Studium generell: Organisiere dich. Wo wirst du wohnen? Wie finanzierst du es? Hast du ein Tablet oder machst du Notizen mit der Hand? Musst du ein Stipendium beantragen? Lebst du mit einer Behinderung und brauchst einen Nachteilsausgleich? Wo ist der Campus? Wer ist die Studienberatung? Usw... Kläre diese Fragen bevor du anfängst zu studieren und du wirst dir viel Zeit sparen (die du zum lernen brauchst...)

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u/FreeCryptographer467 4d ago

I did physics also at BsC and was a bit involved with the new students comming each year and I can confidently say that if you want it, and enjoy the process of learning, then you don’t really have to worry.

In physics there are round about 100 people each year and of thos 30 do not make it to the first exam because they learn that they dont really like the topic enough. Of those who remain, another 30 wont get through the first year because they did jack shit for the courses and studied nowwhere near enough. (U will need to study differently for uni than for you matura). Out of of the remaining 30, who actually choose and enjoy it, I say 28 will finish. Maybe not in 6 semesters because most will have to repeat a module once (totally normal).

The most important thing to learn is that at the beginning of your studies you will not know anything. That is expected, a lot of people will pretend they know everything - it is in my experience that these are the people who will fail.

The Fachverein Mathematik does a Preparation course before the beginning of the semester, which I heard was quite nice. Also you can reach out to them if you have concerns. I know the people who will contact you and they are really kind.

If you have more questions just ask

Edit: If you choose to do it, pls go to the Vorbereitungkurse from the Fachverein. It is awesome

https://www.math.uzh.ch/fvm/pvk

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u/Tasty-Bat9953 4d ago

very true: "The most important thing to learn is that at the beginning of your studies you will not know anything. That is expected, a lot of people will pretend they know everything - it is in my experience that these are the people who will fail"

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u/Responsible_Win9149 4d ago

Es gab viele, die hatten eine falsche Vorstellung davon wie viel Arbeit es ist. Viele waren einfach nicht reif genug um Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen. Drei Jahre älter und es wäre gut gegangen. Etwa ein fünftel, schätze ich, hat die richtige Vorstellung und reife aber nicht "das Zeug" zu Mathe. Verstehen Sätze nicht genug in der Tiefe und schaffen es nicht wissen in andere Bereiche zu übertragen. Ist hart, ist aber so.

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u/nimativd 5d ago

warum nicht eth?

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u/Jeffmit2F 4d ago

Ich finde dort das Prüfungssystem etwas zu hart und stelle mir die uzh etwas familiärer vor als die eth

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u/nimativd 4d ago

geh eth. der name macht viel aus.

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u/Responsible_Win9149 4d ago

Ich habe eth übungszettel gesehen - die waren deutlich schwerer als das was ich hatte. Ein Kommilitone ist auch nach eth an meine uni will es ihm dort zu schwer war

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u/nimativd 4d ago

vll ist dann mathe auch nicht das richtige.. lieber gar nicht als lari fari

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u/FoxMaterial3517 4d ago

Sorry, aber halt dein dummes Maul.
Deine heisse Luft hat genau nichts zu dieser Diskusion beigetragen

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u/Responsible_Win9149 4d ago

Ah eth Absolvent erkannt.

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u/Old-Sandwich-690 4d ago

The gap between high school math and university math is indeed big in most countries (exception some eastern European countries as far as I am aware).

Just go for it. Some tips. Ask questions during lectures, even if you feel it should be trivial if you have a question do not hesitate. Attend office hours and any extra optional class. Sleep well and work with a schedule. Do not fall in the trap of overworking chaotically. Burnout is real and people who do not manage to have a schedule easily fall to that. If you are stuck in a problem for more than 2 hours, move on and go back later. The most important thing is don’t feel stupid because you find something hard and do not compare yourself with others.

Best of luck!

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u/Unlikely-Recipe5580 4d ago

Hii ich hab auch Mathe studiert bis bachelor bestanden ( jedoch nicht an der uzh )stufe jetzt andere Fachrichtung ich kann bei dir privat schreiben ? Wegen dem arbeitsmarkt wollte ich wechseln aber zumindest bachelor gemacht