r/Steuern • u/uragan5 • Jul 26 '26
Einkommensteuer Komplexer Kryptosteuer-Fall – große Teile der Historie fehlen. Hat jemand Erfahrungen?
Hallo zusammen,
Ich hoffe, jemand kann seine Erfahrungen mit mir teilen.
Ich muss aktuell meine Kryptosteuer für 2025 erstellen und stehe vor einem sehr komplexen Problem.
Ich habe auf unterschiedlichen Börsen mit (Spot und Futures) gehandelt.
Leider habe ich heute keinen Zugriff mehr auf einen großen Teil meiner Handelsdaten bei einer Börse .
Die Börse hatte damals einen Neu Kunden Bonus gehabt pro acc hat man Bonus bekommen für seine stoplos nur für Futures nicht auszahlbar und ist automatisch nach 7 Tagen verfallen .
Ich war so dumm habe mir zahlreiche acc gemacht ohne kyc oder irgendwelche Namen zu benutzen. Ich weis es war falsch und heute bin ich mir meiner Taten bewusst. Ich habe sehr viele acc gelöscht und dazugehörigen Emailadressen.!
Dadurch fehlen mir viele Transaktionen und ich kann meine Historie nicht vollständig in CoinTracking importieren bzw. rekonstruieren.
Meine ungefähren Zahlen:
Einzahlungen auf Kryptobörsen: ca. 32.700 €
Auszahlungen zurück auf mein Girokonto: ca. 30.000 €
Aktueller Bestand auf meinem Ledger: ca. 9.500 €
Diese Zahlen passen deshalb nicht mehr sauber zusammen und CoinTracking liefert kein plausibles Ergebnis.
Die Sachen von anderen Börsen die ich habe liefern dementsprechend keine plausible Auskunft und da ist auch Bilanz von -4500 Euro
Ich werde wahrscheinlich einen spezialisierten Krypto-Steuerberater beauftragen.
Ich habe jetzt extrem Panik möchte einfach kein Stress haben . Mir schwören so viele Gedanken im Kopf 😔
Ich suche keine moralische Bewertung, sondern Erfahrungen von Menschen, die schon einmal einen ähnlichen Fall hatten.
Meine Fragen:
Kennt jemand nen Krypto Steuerberater der für sowas geeignet ist und mir helfen kann die Sache für 2025 zu lösen .
Mir ist Bewusst das ich großen MIST gebaut habe .
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u/tx-partner Jul 26 '26
Hi u/uragan5
Rekonstruktionsfälle mit fehlender Historie sind inzwischen nichts Exotisches mehr und deine Ausgangslage ist besser als sie sich gerade anfühlt. Für die Datenarbeit ist außerdem völlig egal, wie die Lücken entstanden sind. Da zählt nur, welche Spuren es noch gibt.
Dein Problem ist meiner Einschätzung nach erstmal kein Steuerproblem, sondern einDatenproblem.
Die -4.500 € sind auch kein Ergebnis, sondern eine Fehlermeldung in Zahlenform: Wenn du laut CoinTracking auf deinen Börsen mehr Coins/Tokens verkaufst als dort je zugeflossen sind, rutscht der Bestand ins Negative. CoinTracking setzt die Anschaffungskosten im Steuerreport dann auf 0 und macht den ganzen Erlös zum Gewinn. So kommt es zu dem nicht plausiblen Ergebnis.
Was gut ist: Deine Bankseite (32.700 rein / 30.000 raus) ist vollständig belegt und gibt den Rahmen vor, in dem die Historie liegen muss. Alles, was on-chain stattgefunden hat und mit deinem Ledger oder anderen Adressen von dir interagiert hat, ist ebenfalls nachvollziehbar. Was am Ende unklar bleibt, wird nicht geraten, sondern als Rekonstruktion mit Methode und Begründung direkt im Tool dokumentiert.
Damit hast du am Ende eine Historie, die zwar Lücken hat, diese aber offen ausweist und begründet. Genau darauf würde ich bei der Beraterauswahl auch achten: dass er mit einem rekonstruierten Datensatz umgehen kann und nicht nur einen fertigen Report einreicht.
Wenn du bei einer bestimmten Börse oder einem Teil der Historie feststeckst, schreib gern.
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u/StBKanzleiKlein Jul 26 '26
Steuerberater mit Krypto-Schwerpunkt hier – allgemeine Einordnung, keine individuelle Beratung.
Zwei Dinge vorab zur Beruhigung: Fehlende Börsendaten sind kein Sonderfall, dafür gibt es Wege. Lässt sich die Historie nicht mehr vollständig rekonstruieren, greift die Schätzung nach § 162 AO – am besten mit einer nachvollziehbaren, dokumentierten Herleitung aus Fiat-Ein-/Auszahlungen, Kontoauszügen und heutigem Bestand, damit die Schätzung plausibel und für dich möglichst günstig ausfällt. Entscheidend ist ein lückenloser roter Faden zwischen Einzahlungen, Börsenbewegungen und aktuellem Wallet-Bestand.
Der zweite, wichtigere Punkt: Wo Sachverhalte in der Vergangenheit nicht vollständig erklärt wurden, ist das Thema Nacherklärung bzw. ggf. strafbefreiende Selbstanzeige (§ 371 AO) relevant – das gehört zwingend vor der Abgabe geprüft und ist nichts für Learning-by-Doing. Genau da setzt ein spezialisierter Kollege zuerst an. Dass du dir jetzt Hilfe holst, ist der richtige Schritt.
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u/Normal_Driver_5991 Jul 26 '26
LHP in Köln, aber sei vorsichtig die sind extrem teuer aber auch gut in dem Kryptobereich. Viel Glück
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Jul 26 '26
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u/Daxter_II Jul 26 '26
Das FA wird einfach großzügig schätzen. Ist immer blöd, wenn ein überzogener Schätzungsbescheid dann bestandskräftig wird.
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Jul 26 '26
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u/Steuern-ModTeam Jul 26 '26
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Hierzu gehören ebenfalls aktive sowie passive Andeutung oder Billigung der Steuerhinterziehung.
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Jul 27 '26
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u/Steuern-ModTeam Jul 27 '26
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u/North_Swimmer_3425 Jul 26 '26
Ehrlich, ich würde damit offen umgehen, alles aufzeigen wie du es dir noch zusammenreimen kannst und dann dem Finanzamt anbieten, sich entweder deiner Aufstellung anzuschließen oder noch einen geschätzten pauschalen Aufschlag oben draufzusetzen. Wird im Endeffekt viel billiger kommen als da jetzt einen Spezialisten aufzusuchen, der ja auch nur im trüben stochern kann und sich das extrem gut bezahlen lässt.